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Full text of "Jahrbuch des Geschichtsvereins für das Herzogtum Braunschweig"

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UBRARY 





IN f OMMEMORVTION OF THE VISIT OF 
HIS HOVAL HIGHKESS 

PRINCE HENRV OF PRUSSIA 

MARCII gIXTH,I90£ 

ON BEIIALF OF HIS MAJESTY 

THE GEHMAN EMPEROR 





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JAHRBUCH 

des Geschichtsvereins für das 

Herzogtum Braunschweig 

herausgegeben von 
PAUL ZIMMERMANN. 

7. Jahrgang. 




WOLFENBUETTEL, 1908. 
In Kommission bei JULIUS ZWISSLER. 

Gednickt in der Offizin von Robert Angermann in Wolfenbttttel. 



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Harrard College librarf 


APR 1 1909 


Hohenzollcrn Collection 


Gift of A- C. Coolidge 



(Tir; 



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Inhalt. 

Seite 
I. Der Galgenberg bei Klein Vahlberg. Vom Museumsdirektor Dr Franz 

Fuhse in Braunschweig i — 21 

Anlage I Skelett D Tafel I 

Anlage II Steinkammer Tafel II 

Anlage III Schädel A, B, D u. a Tafel HI 

II. Die Herrschaft Hohenbüchen und ihre Besitzer. Eine geschichtliche und 
familiengeschichtliche Studie vom Landgerichts direktor Georg Bode in 
Braunschweig (Schluss). 

8. Die Familie von Rössing hat keinen agnatischen Zusammenhang 
mit den Edelherren von Hohenbüchen. Sie gehört dem Stande 

nach nicht dem Stande der Edelherren an 22—5^ 

9, Schlusswort 5j — 57 

Anhang l. Regesten zur Geschichte des Geschlechts der Edelherm 

von Delligsen und von Hohenbüchen 57 — 77 

Anhang II. Stammbaum der Edelherren von Delligsen und von 

Hohenbüchen 79 

III. Braunschweiger Bürgersöhne auf deutschen Universitäten vor Errichtung 

der Julius-Universität zu Helmstedt. Vom Oberstleutnant z. D. Hein- 
rich Meier in Braunschweig. 

Einleitung 80— 85 

1. Allgemeines alphabetisches Verzeichnis 84—105 

2. Söhne der Ratsfamilien im Besondem 106—132 

3. Verzeichnis der immatrikulierten Studenten jahrgangsweise geord- 
net, 1367—1576 in— »42 

IV. Die finanzielle Ausbeutung des Herzogtums Braunschweig während der 

französischen Okkupation 1806/07. Vom Stadtarchivar Dr Heinrich 
Mack in Braunschweig. 

Einleitung 143 — 144 

1. Die Landesverwaltung während der Okkupation 145—148 

2. Die finanzielle Belastung durch die Okkupation 149 — 208 

A. Die Leistungen der herrschaftlichen Kassen 150 — 153 

B. Die Leistungen der Landrenterei 153 — 208 

a. Die Kontribution 154 — 181 

b. Die Lieferungen 181 — 198 

c. Geschenke und Erpressungen 198—203 

d. Die Beschaffung der Geldmittel 203—208 

Schluss 208 — 209 

Beilage 210 — 211 



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Redaktionsausschuss. 

Geh. Hofrat Prof. Dr med. u. phil. Wilh. Blasius, 

Stadtarchivar Dr Heinr. Mack, 

Museumsdirektor Prof. Dr P. J. Meier 

in Braunschweig, 

Schulrat Prof. Dr Wilh, Brandes, 

Geh. Archivrat Dr Paul Zimmermann 

in Wolfenbüttel. 

Alle Sendungen sind an den Letztgenannten zu richten. 



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DER GALGENBERG BEI KLEIN VAHLBERG. 

Von F. Fuhse. 

Vorgeschichtliche Funde sind Urkunden. Sie geben uns über die Menschen 
jener Zeiten Auskunft, aus denen schriftliche Aufzeichnungen überhaupt 
nicht, oder nur mangelhaft vorhanden sind. Je zahlreicher solche Funde vor- 
liegen und je zuverlässiger sie gesammelt wurden, desto leichter ist es, sie 
zu lesen und Aufklärung aus ihnen zu erhalten. Wie der rein geschichtliche 
Wert einer geschriebenen Urkunde nicht in der Zahl ihrer bunten Initialen, 
sondern in dem Gesamtinhalte beruht, so erhält auch ein vorgeschichtlicher 
Fund erst durch Zusammenfassung seiner sämtlichen Teile und durch Be- 
obachtung aller Fundumstände seine wahre Bedeutung. Mit den künstlerisch 
ausgeführten Initialen vergleiche ich die kunstgewerblich oder materiell inter- 
essanten Stücke eines Bodenfundes. Schneidet jemand aus einer alten Urkunde 
die schönen Initialen heraus und vertraut das übrige dem Papierkorb an, dann 
ist jedermann schnell bereit, ihn für einen heillosen Barbaren zu erklären. 
Nimmt sich jemand aber aus einem Gräberfunde eine schöne Bronze, um 
seinen Schreibtisch damit zu zieren, während er den anderen »wertlosen 
Krempel« achtlos beiseite wirft, so wird von der Allgemeinheit sein Vorgehen 
kaum beanstandet werden. Und doch ist's ein völlig gleiches hier wie dort. 
In beiden Fällen wird das wissenschaftlich Wesentliche gegen das künstlerisch 
Interessante vernachlässigt. 

Wie eine schlichte Urkunde unter Umständen einen weit höheren allge- 
meinen Wert haben kann, als eine vollendet ausgemalte, so kann uns ebenso 
ein Bodenfund ohne alle Prunkstücke oft einen viel tieferen Einblick in vor- 
geschichtliche Zustände gewähren, als ein reich mit Schätzen ausgestatteter. 

Je mehr Urkunden wir aus einer bestimmten Zeit und Gegend besitzen, 
desto sicherer und einwandfreier wird unser Urteil über sie werden, weil 
wir durch abwägendes Vergleichen die Wahrscheinlichkeit bis zur Gewiss- 
heit zu steigern vermögen. 

Bei den Bodenfunden liegt die Sache genau so. Hätten wir Chroniken aus 
Rühme, Bienrode, Querum, Weddel, Cremlingen vom Jahre 1 200, wem 
würde es einfallen, der Vernichtung von vieren das Wort zu reden, da sie 
derselben Zeit und ungefähr desselben Inhalts sind, wie die fünfte? Weshalb 
sollen wir mit unseren vorgeschichtlichen Urkunden, den Bodenfunden, an- 

Bxamnschw. Jahrbuch VII. 1 



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F. FUHSE 



ders verfahren? Weil sie so viel älter sind? Es ist durchaus nichts dagegen 
einzuigenden, wenn jemand überhaupt die geschichtliche Forschung ablehnt. 
Es hat ganze Dynastien gegeben, die nichts aus der Geschichte lernten und 
lernen wollten — weshalb sollte ein einzelner nicht das Recht gleicher An- 
schauung haben! Aber wenn jemand überhaupt die Berechtigung, die Not- 
wendigkeit, den Nutzen geschichtlicher Forschung anerkennt, dann begreife 
ich nicht, weshalb sie nun gerade bei einer bestimmten Periode Halt machen 
soll, weshalb sie für Germanien beispielsweise für die letzten 2000 Jahre 
ungefähr beackert werden, während der Jahrtausende langen Zeit vorher aber 
nach Utopien gehören soll. Geschichte ist Entwicklung, und die ältere An- 
schauung über die Zustände Germaniens um Christi Geburt beweist, zu 
welchen Irrtümern man gelangt, wenn man diese Entwicklung nicht soweit 
wie nur irgend möglich zurückverfolgen will oder kann. 

Die Ursache der Nichtachtung vorgeschichtlicher Forschung, der wir heute 
noch in weiten Kreisen begegnen, liegt darin, dass ihre Wege und Ziele zu 
wenig bekannt sind. In der Schule haben wirs nicht gehabt. Dazu kommt, 
dass es hier, wie in allen jungen Wissenschaften, Leute gibt, deren Phantasie 
mit einigen exakten Ergebnissen eiligst auf und davon geht, um ein fertiges 
ethnologisches System aus ihnen zu bauen. Solche Romantiker diskreditieren 
die Wissenschaft, aber man darf diese nicht für die Sünden jener verant- 
wortlich machen und das Kind mit dem Bade ausschütten. Die Zuveriässig- 
keit vorgeschichtlicher Forschung ist nur aus der Methode heraus zu beur- 
teilen, nach der sie arbeitet. Eine gute Methode aber muss sich auf eine sehr 
grosse Anzahl von Funden stützen können, deren Fundverhältnisse in jedem 
einzelnen Falle auf das sorgfältigste festgehalten sind^). Die Funde selbst 
sind in Bezug auf ihre Verwertung für unmittelbare chronologische Fest- 
stellungen von sehr verschiedener Bedeutung. In dieser Beziehung sind 
häufig die grossen Grabhügel am ergiebigsten, weil in ihnen oft Nachbe- 
stattungen stattgehabt haben. Man kann da im allgemeinen schnell und sicher 
zu dem unabweisbaren Schlüsse gelangen, dass die oben in dem Hügel ge- 
legenen Gräber jünger, als die in den unteren Teilen gelegenen sind, also 
wenigstens eine relative Chronologie aufstellen. Die absolute Chronologie, 
d. h. die Zeitbestimmung nach Jahrhunderten vor oder nach Christus ist nur 
dann möglich, wenn wir Beigaben, Gegenstände zur Verfügung haben, die 
einen Vergleich mit ähnlichen Gegenständen aus Ländern, die damals be- 
reits der Geschichte angehörten, zulassen. Sicherheit ergibt in beiden Fällen 
erst häufiger Parallelismus der Erscheinungen. 

^) Eine eingehende Darlegung der Methode vorgesch. Forschung gibt Oscar Montelius, 
Die älteren Kulturperioden im Orient und in Europa I. Stockholm 1903. 



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DER GALGENBBRG BEI KLEIN VAHLBERG 3 

Einen solchen Grabhügel mit Nachbestattung haben wir hier zu betrachten. 
Es ist der 400 m nördlich von Kl. Vahlberg (Kreis Wolfenbüttel) gelegene 
Galgenberg. 

Auf ihm stand eine alte hohlstämmige Esche von 75 cm unterem Durch- 
messer, die vor einigen Jahren durch Brand vernichtet wurde. Bevor ein 
junges Bäumlein sich oben wieder einwurzelte, war der Zeitpunkt gegeben, 
eine Untersuchung des Hügels vorzunehmen. Die Anregung dazu ging von 
Herrn Pastor Diestelmann in Berklingen aus, der auch während der Aus- 
grabungsarbeiten nebst seinen Familienangehörigen andauernd tatkräftige 
Hilfe leistete. Von Herrn Kreisdirektor Krüger in Wolfenbüttel wurde die 
Anregung aufgenommen, in die rechten Wege geleitet und nachhaltig ge- 
fördert. Auf seine Veranlassung gewährte der Kreisausschuss Wolfenbüttel 
eine Beihilfe von 75 Mk. Neben dem Herrn Kreisdirektor half die Wolfen- 
büttler Kreisbauinspektion, besonders Herr Kreisbauinspektor Nagel. Die 
Aufnahme der Querprofile des Hügels besorgte schon vor Beginn der Aus- 
grabungen Herr Bauaufseher Probst. 

Die Ausgrabungen selbst wurden im Auftrage des Geschichtsvereins für 
das Herzogtum Braunschweig von Herrn Dr med. Haake und mir im Sep- 
tember 1907 vorgenommen. 

Vorweg sei bemerkt, dass wir in Kl. Vahlberg selbst gute Hilfe und freund- 
liches Entgegenkommen fanden seitens des jetzigen und des früheren Vor- 
stehers, der Herren Harke und Halbe, seitens der Herren Bockenkamp und 
Nahlop u. a., dass Herr Hermann Löhr in Gr. Vahlberg uns Quartier gegeben 
hat, und dass die Arbeiter, die sich zum grössten Teil aus Wegewärtern re- 
krutierten und von der Kreisbauinspektion Wolfenbüttel gestellt waren: Aug. 
Müller, H. Duwe, H. Krebs, H. Bolle, W. Dammann, Chr. Schweimler, A. 
Ziehe und Andr. Müller gewissenhaft und mit Verständnis ihre Aufgabe er- 
füllten. 

Der Galgenberg hat seinen Namen von dem Galgen, der an seinem Süd- 
rande stand. Er erhebt sich 4,20 m Ober den gewachsenen Boden und hat 
an seiner Sohle einen N.-S.Durchmesser von c. 20 m. Auf seiner Kuppe 
befindet sich eine schwache Einsattelung. Bei der Bevölkerung bestand nicht 
die geringste Oberlieferung, dass der Hügel je als Grabstätte gedient hätte. 
Er soll, so wurde uns einstimmig berichtet, auf Befehl der Swartköppschen, 
einer ehemaligen Gutsherrin*) von Kl. Vahlberg, im Frohndienst als Straf- 
arbeit aufgekarrt sein. Man begegnete daher unserm Unterfangen, in dem 
Hügel eine Grabkammer zu suchen, mit mitleidigem Lächeln. Da auch nie- 
mand eine Erinnerung daran bewahrte, dass der Hügel je angerührt sei, so 

^) Die Bau- und Kunstdenkmäler des Herzogtums Braunschweig III. Bd. 2. Abt. S. 271. 



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4 F. FUHSE 

glaubten wir die verdächtige Einsattelung auf der Spitze auf Baumpflanzung 
und Rodung schieben zu dürfen und begannen die Ausgrabung von Norden 
her, w^eil hier, ausser auf der Westseite, der steilste Abfall ist. Die Westseite 
musste deshalb ausgeschaltet werden, weil sie von einem Feldwege ange- 
schnitten wird, den wir nicht absperren durften. Auf der Südseite, der Gal- 
genseite, waren wir der Gefahr ausgesetzt, durch die Reste von Opfern der 
Justiz aufgehalten zu werden, was wir bei Mangel an Zeit und Geld ver- 
meiden wollten. Östlich stiess an den Hügel unmittelbar ein noch nicht ab- 
geerntetes Feld. 

Der Galgenberg wurde auf seiner Nordseite in einer Breite von 8V« m 
abgeschält, aber nicht ganz bis zur Mitte hin, weil dort der mächtige Eschen- 
stuken uns im Wege stand und weil wir das neben ihm neugepflanzte Bäum- 
chen möglichst lange schonen wollten. Die Aufschüttung bestand aus erst- 
klassigem Boden, der wahrscheinlich die Höhe, auf der der Galgenberg liegt, 
weiter abwärts aus nächster Nähe des Dorfes hergeholt war. Eine Vertiefung 
dort scheint die Stelle noch anzudeuten. Der gewachsene Boden auf der 
Höhe besteht aus sandigem Mergel, der in Berührung mit dem Humus zu 
einer zähen lehmigen Masse verwittert ist, und dessen Trümmer in Menge 
der kaum Spatenstich tiefen Ackerkrume beigemengt sind. 

Nach fünftägiger Arbeit stiessen wir an den Nordgiebel einer Steinkammer, 
die nach Süden zu sich fortsetzte, und waren nun gezwungen, Stuken und 
Baum zu entfernen und von oben her stufenförmig in den Hügel einzudringen. 
Hier stiessen wir in Tiefe von 1,05 m auf eine Brandschicht, weiter 1,10 m 
tiefer auf ein Skelett. Schon jetzt glaubten wir aus der Beschaffenheit der 
Erdmassen schliessen zu dürfen, dass nach Westen zu früher der Hügel schon 




f^KwAbhi 



einmal schachtförmig von oben her angegraben sein müsse, und die Ver- 
mutung bestätigte sich, als wir auf die ersten ganz unregelmässig mit grossen 
Zwischenräumen gelagerten Steine der Kammer stiessen. Sie selbst war fast 
völlig ausgeräumt, aber unter ihr, in den gewachsenen Boden eingearbeitet, 
fanden wir noch 2 Grabanlagen mit 3 Skeletten (s. Abb. i). 



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i 




DER GALGENBERG BEI KLEIN VAHLBERG 5 

Verfolgen wir nun den umgekehrten Weg, indem wir die Gräber vom 
ältesten zum jüngsten hin betrachten. Nach dem Gesamtbefunde müssen die 
unter der Steinkammer liegenden, in den gewachsenen Boden hineingear- 
beiteten Anlagen die ältesten sein. Hier kommen 
-f zwei Gräber in Frage (s. Abb. 2): 

I . In einer rechteckigen Grube von 1,40 m D und 
c. 20 cm Tiefe, deren Nord- West-Ecke noch von der 
Steinkammer mit überdeckt wurde, lagen 2 Skelette 
als liegende Hocker. Der Schädel des einen auf der 
Ostseite der Grube (Skelett A) lag nach Sü- 
den auf der linken Seite, der linke Arm war 
ausgestreckt, der rechte gekrümmt, sodass 
die Hand vor der Brust lag. Die Knie waren 
(Abb. 2). massig eingebogen (kniende Stellung), der 

rechte Oberschenkel war stärker angezogen als der linke. Rechts vom 
Kopfe standen 2 Tongefässe; ein Henkeltöpfchen von 9,5 cm Höhe und 
oberem Durchmesser von 9 
cm (Abb. }) und eine Fuss- 
schale von 9,5 cm Höhe und 
einem oberen Durchmesser 
von 16,5 cm; ihr Fuss ist 
(Abb. 3). Ve 2,2 cm hoch (Abb. 4), — (Abb. 4). V. 

Das zweite Skelett (Skelett B) auf der Westseite der Grube lag ebenfalls 
auf der linken Seite, Kopf nach Norden, Füsse nach Süden, war aber bereits 
früher angerührt. Der Unterkiefer stand neben dem Schädel und die Glied- 
massen, welche nach oben gelegen hatten, also die rechten Arm- und Bein- 
knochen, ebenso das Becken, waren verschoben. Wirbelsäule dagegen, sowie 
linke Arm- und Beinknochen lagen an ihrer richtigen Stelle. Da die untere 
Steinlage der Kammer vor uns nicht berührt war, so kann die Verschiebung 
der Skelettteile von B nur bei Anlage dieser Kammer vorgenommen sein. Sie 
betrifft bemerkenswerter Weise auch nur B, also das Skelett, über dem teil- 
weise die Grabkammer liegt, während A von ihr gar nicht berührt wird. 
Daraus geht aber unzweifelhaft hervor, dass die Anlage des Grabes mit den 
beiden Hockern älter sein muss, als die der Grabkammer, dass wir es also 
nicht mit einer Beisetzung zu tun haben, die etwa gleichzeitig mit der Kammer 
ist, wie beispielsweise die beiden Hockerbestattungen im grossen Galgenhügel 
am Paulsschachte bei Helmsdorf, die mit dem darüber liegenden Fürsten- 
grabe gleichaltrig sind*). Der Leichnam von B war bereits verwest, als die 

^) Gröszier, Das Förstengrab im grossen Galgenhügel am Paulsschachte bei Helmsdorf. 
Jahresschrift f. d. Vorgesch. d. Sachs. Thür. Länder. Bd. 6 1907. S. 41—43. 





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6 P. PUHSE 

Stätte abermals zu einer Beisetzung dienen sollte, aber es kann wohl kaum 
ein Zeitraum von vielen hundert Jahren dazwischen gelegen haben. 

Ursprünglich besass das Hockergrab keinen grossen Schutz. Nur ein nie- 
driger flacher Hügel wird sich nach unseren Erfahrungen vielleicht über ihm 
gewölbt haben, wie wir weiter unten sehen werden. Die Leichen waren also 
auf der Höhe arg den klimatischen Einflüssen ausgesetzt. Nun ist aber der 
Schädel von B gerade sehr gut erhalten, er kann also noch nicht sehr lange 
gelegen haben, als er durch die Steine der Kammer und die Schichtung des 
neuen Hügels einen vorzüglichen Schutz erhielt, der für seine Konservierung 
sorgte. 

Ausser den Tongefässen befand sich in dem Hockergrabe noch ein Feuer- 
steinmesser, dessen genaue Fundstelle mir leider nicht bekannt ist, und in 
der Nähe von Schädel B lagen mehrere Tierzähne. Da sie in der Gegend von 
solchen Skelettteilen gefunden wurden, die, wie wir oben sahen, bei Anlage 
der Steinkammer angerührt waren, so ist nicht mit absoluter Gewissheit zu 
entscheiden, ob sie ursprünglich dem Hockergrabe zugehorten, oder ob sie 
erst bei der Errichtung jener Kammer zufällig hineingeraten sind. Das erstere 
ist das wahrscheinlichere, da sie nicht an der alten Oberfläche, sondern mehr 
nach dem Boden des Hockergrabes zu lagen. Herr Lehrer K. Knoop-Börs- 
sum hatte die Güte, die Zähne zu untersuchen. Nach ihm kommen in der 
Umgegend von Börssum vom Schluss des Diluviums bis zu den älteren Allu- 
vionen folgende Rinderrassen vor: 



Grosse Formen 



A. Bos primigenius Bojan. 

B. Bison priscus Bojan, 



Mittlere Formen 



C. Vielleicht ein Domestikationsprodukt von A Grösse 
des heutigen Hausrindes. 



D. Zwischenform von C nach E (von Hrn. Knoop am 
Zwergformen häufigsten gefunden). 

E. Bos brachyceros Riitem. 
Die 2ähne nun gehören der mittleren Form C an und zwar sind es der 

3. Prämolar und der i. und 2. Molar links oben. — Das Grab war mit dunk- 
ler Erde ausgefüllt. 

Die Zeitstellung kann nicht zweifelhaft sein. Ähnliche Grabanlagen in Jüt- 
land beschreibt S. Müller^), in Holstein J. Mestorf*), in Mecklenburg Beltz»), 
in der Uckermark Schumann*). Die Leichen liegen meist als Hocker frei im 

') Nordische Altertumskunde I, S. 1 19 ff. *) Zeitschr. f. Ethnologie 1889 S. 468 ff. 
Mitteil. d. Anthropol. Vereins in Schleswig-Holstein. 1892 S. 9. *) Beltz, Die Vor- 

geschichte von Mecklenburg. 1899. S. 13. *) Schumann, Die Steinzeitgräber der Ucker- 
mark. 1904. S. 64 f. 



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DER GALGENBERG BEI KLEIN VAHLBERG ^ 

Boden. Öfter wölben sich niedrige Hügel darüber. Die Gruft ist rund, oval 
oder rechteckig. Schumann sagt: »In den Flachgräbern ist in der Regel, aber 
nicht immer, nur ein Skelett vorhanden, und hier ist die Nord-Südlage, 
den Kopf nach Süden, mit Vorliebe eingehalten worden. Eigentümlich ist 
den Flachgräbern die Form des liegenden Hockers ... Es kommen 
auch gestreckte Skelette vor ... Die Gefässe in den Gräbern sind mit Voriiebe 
rechts vom Kopfe der Leichen niedergelegt. Die Körper liegen nur in ge- 
ringer Tiefe frei im Boden und sind höchstens mit einer Anzahl kopfgrosser 
Steine umsetzt oder bedeckt. Während die Megalithgräber sich mit Vorliebe 
an Lokalitäten fmden, die guten Boden, Geschiebelehm, zeigen, finden wir 
die Flachgräber am häufigsten an sandigen Stellen, auf sandigen, kiesigen 
Hügeln, und hier liegen sie auch sehr häufig in grösserer Menge.« 

Alle diese Flachgräber gehören — ich rechne auch den grössten Teil der 
Uckermärkischen dahin — an das Ende der Steinzeit oder in das Über- 
gangsstadium zur Bronzezeit. Man kann sie als das Endglied einer langen 
Entwicklungsreihe nordischer steinzeitlicher Grabanlagen betrachten, oder 
als einen dem Norden ursprünglich fremden, von Süden eingedrungenen 
Totenkult. Denn die Steinzeit des Westbaltikums unterscheidet nach den 
Hauptgrabanlagen 4 Perioden, i. Per.: Kleine Steingräber (Dolmen); 2. Per.: 
grosse Steingräber (Ganggräber); 3. Per.: Steinkisten; 4. Per.: Gräber ohne 
grössere Steine unter niedrigen und flachgewölbten Hügeln, z. T. unter 
Bodenniveau; Flachgräber. Die Betrachtung dieser Hauptgruppen zeigt eine 
auf- und absteigende Linie. Die aus wenigen Tragsteinen errichteten und 
von einem Deckstein nach oben geschlossenen Steingräber der ersten Periode 
erhalten in der zweiten Periode in den grossen Riesenstuben ihre höchste 
Vollendung. Dann lernt man den Fels spalten, man baut in der dritten Pe- 
riode aus Steinplatten zunächst grosse Kammern, die für eine grössere An- 
zahl von Leichen bestimmt sind. Im Veriauf dieser Periode, übergehend in 
die nächste, werden diese grossen Steinplattengräber kleiner und schrumpfen 
zu einer Plattenkiste für eine Leiche zusammen. Endlich verzichtet man am 
Ende der ganzen Epoche in der letzten Periode wohl auch überhaupt auf 
Steinsetzung und gelangt zu den schlichten Flachgräbern. — In Skandinavien 
gibt es in allen genannten Perioden Erdgräber, ja sie sind hier überhaupt die 
älteste Gräberform, älter noch als die Dolmen. 

Aus unserer Gegend sind Grabanlagen aus der i. Periode nicht bekannt, 
erst aus der 2. Periode, in der, wie man annimmt, die Völker des West- 
baltikums, die Indogermanen, über Altmark, Hannover, Braunschweig bis 
Cöthen hin vorstiessen, haben wir als einziges bisher bekanntes Grabdenkmal 
die Lübbensteine bei Helmstedt. Es ist aber durchaus nicht glaubhaft, dass 



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8 F. FUHSE 

unsere nahrhafte Gegend zu einer Zeit, wo der Norden schon zahlreich be- 
siedelt war, menschenleer oder nur von wenigen Anwohnern besetzt gewesen 
sei. Dagegen sprechen schon die zahlreichen Tonscherbenfunde mit Stich-, 
Strich- und Bandverzierung neben den Funden von Steinwerkzeugen und 
Steinwaffen. Sie lassen auf eine verhältnismässig dichte Bevölkerung schliessen, 
und wenn wir die Gräber noch nicht gefunden haben, so liegt das wohl daran, 
dass auch hier, wie in ganz Süd- und Westdeutschland, einfache Erdbestat- 
tung vorherrschte, bei der die Leichen leicht restlosem Vergange ausgesetzt 
sind. Vielleicht gehört übrigens auch das auf dem Lindenberge bei Ahlum 
aufgedeckte Grab in diese Periode. Voges^) berichtet, es sei anscheinend aus 
geschichteten Steinen hergerichtet gewesen. Die darin gefundenen Scherben 
weist er dem Bernburger Typus zu. Letzterer geht von der zweiten durch 
die dritte bis in die vierte Periode, spricht also nicht gegen die Annahme. 
Grabkammern aus geschichteten Steinen, aus Steinblöcken als Trockenmauer 
aufgeführt, finden sich in (einer vielleicht jüngeren Stufe) der zweiten Periode 
wiederholt in Thüringen, auch in der Uckermark. 

In der 3. Periode dringt der nordische Gräberbau in Steinplattengräber- 
und Steinkistenform bis zum Finne-Gebirge und der Unstrut vor. Hierhin 
gehören die grossen Steinplattengräber vom Elm und Fallstein (zwischen 
Osterode und Veltheim)^) und die am öselabhange nach Kissenbrück zu, die 
Steinkisten bei Gr. Biewende^j und wahrscheinlich auch die am Sandberge 
und am ösel bei Neindorf*); ferner ein von Knoop*) beschriebenes Kisten- 
grab in der Nähe des Vorwerkes Tempelhof der Domäne Hornburg. 

Der 4. Periode, südlich bis Altenburg und Jena reichend, die durch die 
oben geschilderten Flachgräber charakterisiert ist, gehört ausser dem Kl. 
Vahlberger Hockergrabe ein gleiches Grab bei genanntem Vorwerk Tempel- 
hof®) an. In ihm fand sich ein Zonen- oder Glockenbecher (abgebildet in R. 
Andrees Braunschweiger Volkskunde Fig. 4). Derartige Becher haben »in 
der Form grosse Ähnlichkeit mit Gefässen aus Ägypten und Kl. Asien, welche 
dem 3. Jahrtausend v. Chr. angehören« (Montelius). Sie sind während der 
4. Periode über einen grossen Teil Europas von Sicilien bis England hin ver- 
breitet. Ferner die von Lühmann'') beschriebenen Hockergräber bei Evessen 
mit Tongefässen, die dem Aunjetitzer Typus nahe stehen, und die Skelett- 
gräber bei Beierstedt®). In dem am Sandberge gelegenen wurden ausser einem 
Henkeltöpfchen, dessen Bauchkante tiefer, als bei dem Kl. Vahlberger liegt, 
auch zwei Bronzegegenstände der frühen Bronzezeit gefunden. 

*) Obersicht über die Vorgesch. d. Landes Braunschweig 1906. S. 4. •) Voges a. 
a. O. S. 3. «) ebd S. 4, *) ebd. S. 5. ^) ebd. S. 6. Correspondenz- Blatt d. 
deut. Ges. f. Anthrop. Ethnol. u. Urgesch. Bd. XXXV. 1904. S. 6f. «) Voges a. a. 
0. S. 6. T) Voges a. a. 0. S. 10. «) Voges a. a. O. S. 11. 



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DER GALGENBERG BEI KLEIN VAHLBERG 9 

Die Fundliste ist nicht gross und die grössere Zahl der Funde ist nicht fach- 
männisch untersucht, so dass eine ganze Anzahl von Fragen offen bleiben 
muss. Um so mehr ist es notwendig, dass in Zukunft auf alle derartige Funde, 
von denen jeder einzelne für die Aufhellung unsrer Vorgeschichte seine grosse 
Bedeutung hat, genau acht gegeben und dem Ausschuss für Denkmalspflege 
stets umgehend Mitteilung gemacht wird! 

Wie die Grabanlage, so weisen auch die beiden Tongefässe, die rechts 
vom Kopfe des Skelettes A standen, auf die Obergangszeit von Stein- zu 
Bronzezeit. Die Henkeltöpfchen (Abb. 3) sind für diese Periode geradezu 
charakteristisch, sie finden sich in Schlesien^) und der Mark Brandenburg*) 
zusammen mit Schnurkeramik, in Thüringen*) mit Zonenbechern und Aun- 
jetitzer Gefässtypen. Auch dem Westen sind sie nicht unbekannt. In einem 
Skelett-Flachgrabe bei Nierstein*) wurde ein solches Henkeltöpfchen zusam- 
men mit Bronzegegenständen der frühesten Bronzezeit gefunden. In einem 
Grabhügel bei Darmstadt^) befanden sich (ganz ähnlich wie im Galgenberge 
bei Kl. Vahlberg) »zuunterst auf der Sohle des Hügels und etwas höher Be- 
stattungen der ältesten Bronzezeit mit Randkelt, Keulen- und zugespitzten 
Kugelkopf nadeln. Etwa 40 cm über dem gewachsenen Boden lag ein von 
grösseren Sandsteinen eingefasstes Grab, welches ein Rechteck in nordsüd- 
licher Richtung von 3 X 1,80 m bildete.« Zu den Beigaben zählt auch ein 
Henkeltöpfchen, doch ist seine Fundstelle nicht genau bekannt. — Fuss- 
schalen (Abb. 4) finden sich in Westdeutschland (Gegend von Worms) be- 
reits zur Zeit der älteren Bandkeramik (Hinkelsteintypus), aber der Kontur 
des Fusses verläuft hier anders, als bei unsrem Gefäss. Auch die Pilzgefässe 
mit hohem cylinderförmigem Fusse sind nicht zum Vergleich heranzuziehen, 
wohl aber ähnliche Schalen aus Böhmen®), wo sie einmal mit Schnurkeramik, 
sonst mit Aunjetitzer Gefässtypen vorkommen. (Diese Fussschalen erscheinen 
übrigens viel später, in der späten Kaiserzeit und frühen Völkerwanderungs- 
zeit im Westen wieder. Ein dem unsrigen sehr ähnliches Gefäss, etwas klei- 
ner, aber von gleichen Verhältnissen, aus Neuenheim, Vorstadt von Heidel- 
berg, ist abgebildet in »die Altertümer unsrer heidnischen Vorzeit« V. Taf. 5, 
Nr. 95). 

Grabanlage wie Gefässformen führten uns zu dem Kreise der schnurver- 

*) O. Mertins, Wegweiser durch d. Urgesch. Schlesiens. 1906. S. 39/40. •) K. 

Brunner, Die steinzeitliche Keramik in der Mark Brandenburg. 1898. •) Jahresschrift 
f. d. Vorgesch. d. sächs.-thür. Länder Bd. I Taf. XIII (Gleina), Taf. XXI (Gr. Oster- 
hausen); Bd. V S. 94. *) Die Altertümer unserer heidn. Vorzeit V S. 5 Taf. II Fig. 21. 
») ebd. S. 7 u. 8. Taf. II Fig. 42. «) Piö, Star. I. T. 18, 13; j6, 11, 12; 38, 16 
mit Aunjet. — T. 35, 2 mit Schnurker. (freundliche Mitteilung des Herrn Professors G. 
Kossinna). — Aus jüngerer Zeit (Hallstatt) I Taf. XXX, 2. 



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10 F. FUHSE 

zierten und der Aunjetitzer Keramik. Mit ihr, besonders der letzteren 
zusammen fmdet sich häufig schon Bronze neben Steingeräten, und aus diesem 
wie aus stilkritischen Gründen dürfen wir den Fund in eine Zeit versetzen, 
in der die Bronze in Mittel- und Norddeutschland allerdings schon bekannt, 
aber noch nicht sehr häufig war. In manche, von den Hauptverkehrsstrassen 
abgelegene Gegenden mag sie überhaupt noch nicht gekommen sein. Wenn wir 
auf diese Weise das relative Alter feststellen können, so bietet sich nun auch 
die Möglichkeit, die absolute Chronologie unseres Fundes zu bestimmen. 
Form und Ornamentik der Fundobjekte dieser Zeit zeigen, dass bereits ein 
lebhafter Verkehr zwischen dem Norden und Süden bestand, dass ferner der 
Süden Europas nahe Beziehungen zu den orientalischen Ländern hatte, die 
damals bereits längst der Geschichte angehörten. Auf diesem Wege kommen 
wir durch eine Reihe übereinstimmender Funde, die ein zufälliges Zusammen- 
treffen ausschliessen, zu dem Schluss, dass diese Obergangsepoche von der 
Stein- zur Bronzezeit ungefähr um das Jahr 2000 v. Chr. zu setzen ist^). 

2. Auf der Westseite der Steinkammer (Abb. 2) lag c. 20 cm tief im ge- 
wachsenen Boden ein gestrecktes Skelett (Rückenlage, Skelett C), Kopf nach 
Osten, Füsse nach Westen. Die Grube war mit dem ausgehobenen Boden 
auch wieder ausgefüllt, sodass die einzelnen Skelettteile sehr fest in der zähen 
Mergelmasse sassen. Der Schädel konnte daher nur in vielen kleinen Teilen 
gehoben werden. Auch er lag, wie B, noch unter den Steinen der Kammer. 
Beigaben waren nicht vorhanden, wir können also nur aus der Art der Bei- 
setzung vermuten, dass dieses Grab ungefähr gleichzeitig mit den beiden 
Hockern ist. Ein ähnliches Grab wurde am Untern Breitenberge im Kuh- 
springstale des Elmes*) gefunden mit einer Feuersteinklinge als Beigabe. 

3. Auf dem gewachsenen Boden, die beiden Gräber i u. 2 zum Teil über- 
deckend, war aus Kalkstein- und einigen Buntsandsteinblöcken in Trocken- 
mauerart eine rechteckige Grabkammer aufgebaut, die von Norden nach Süden 
orientiert war (Abb. i u. 2). Der Boden war nicht mit Steinen gepflastert. 
Die Länge (N.S.) betrug 2,10 m, die Breite 1,80 m. Die Höhe hat ungefähr 
60 cm betragen. Genau Hess sie sich nicht mehr feststellen, da nur die un- 
teren Steinlagen unberührt waren. Blöcke der oberen Schichten sind offenbar 
in einer früheren Zeit, als man, wie erwähnt, von oben her mehr nach der 
Westseite zu zur Ausplünderung der Kammer einen Schacht gegraben hatte, 
zunächst aus der Tiefe entfernt und nachher mit den Erdmassen zusammen' 
wieder in die Öffnung geworfen. Daher erklärt sich ihre auf der Tafel 2') deut- 

^) Unter Zugrundelegung eines umfassenden Materials hat Oscar Montelius, »die Chro- 
nologie der ältesten Bronzezeit in Nord-Deutschland und Skandinavien. Braunschweig, 
Friedr. Vieweg u. Sohn 1900c diesen Nachweis geführt. *) Voges a. a. 0. S. 5. 

*) Die Abbild, auf Taf. 1 u. 2 haben durch Retusche leider stark gelitten. 



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DER GALGENBERG BEI KLEIN VAHLBERG 11 

lieh ZU erkennende unregelmässige durch Erdschichten unterbrochene Lage- 
rung. 

In der Kammer selbst fand sich nur noch das untere Ende eines starken 
menschlichen rechten Schienbeines, das untere Ende des linken Oberann- 
knochens von einem Schwein*), wenige rote und sehr starke gelbgraue Ton- 
scherben, zwischen den Steinen ein Stückchen Bronzeblech und das Skelett 
eines Hundes. Letzteres gehört nach den Untersuchungen des Herrn Pro- 
fessors Noack (auch Herr Knoop ist zu gleichem Ergebnisse gelangt) dem 
Bronzehunde (canis matris optimae Jeit) an, und Herr Noack hält es für 
sehr wahrscheinlich, dass das Tier durch Einschlagen der Nasenbeine getötet 
wurde. Der Hund würde also mit zu der Grabausstattung der Steinkammer 
gehören und seinem Herrn als Wächter und Gehülfe mitgegeben sein. 

Ober dieser Grabkammer ist der Hügel in folgender Weise geschichtet 
worden (Abb. i). Zunächst deckte sie eine 35 cm starke Lehmschicht, über 
der eine 2— 5 cm dicke Sandschicht folgte. Dann kam eine steinlose sehr 
feste Schicht von 60 cm Stärke, die lagenweise aus Lehm und Gräsern sich 
aufbaute. Jede einzelne Lehmlage war 10 — 1 5 cm stark. Ober sie ist jedes- 
mal eine Schicht von Gräsern gebreitet, deren rote Fasern und Abdrücke 
noch vollkommen deutlich zu erkennen waren. Die Untersuchung des Herrn 
Dr Paul Nehring hat die Richtigkeit dieser Beobachtung bestätigt. Ich erwähne 
ausdrücklich, dass wir es nicht mit aufeinander geschichteten Rasenplaggen 
zu tun haben. Diese feste Schicht, die mit dem Spaten nicht zu durchstechen 
war, schloss nach oben eine c. 2,60 m mächtige Mutterbodenschicht ab. 

In dem Mantel des Hügels, meist auf der Oberfläche der Lehm-Gräser- 
schicht, fanden sich an mehreren Stellen Steine mit Holzkohle untermischt, 
auch Knochen und wenige Topfscherben. Sie rühren offenbar von Opfer- 
bränden her, die man zu Ehren des Bestatteten veranstaltete. Einmal fand 
sich auch ein ganzes Nest von Pferdezähnen. 

Dieses Steinkammergrab muss, wie wir gesehen haben, jünger sein, als 
das Hockergrab i, das in die Obergangszeit vom Stein- zum Bronzealter ge- 
hört. Wir glaubten auch annehmen zu dürfen, dass der Altersunterschied 
zwischen den beiden Grabanlagen kein sehr grosser sei. Nach dem ganzen 
Befunde handelt es sich hier um ein Skelettgrab, da nicht die Spur eines 
calcinierten Knochens gefunden wurde. Die nordische Altertumskunde kennt 
in der vorchristlichen Zeit Skelettgräber nur aus der Stein- und älteren Bron- 
zezeit. Schon gegen Ende der letztgenannten Epoche tritt eine völlige Ände- 
rung im Bestattungsbrauch ein: man beerdigt die Toten nicht mehr, sondern 

*) »Sus scrofa. Geringe Grösse, älteres Tier, daher vielleicht domestiziert.« L. Knoop. 



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12 F. FUHSE 

verbrennt sie und vertraut die Reste der caicinierten Knochen mit oder ohne 
Umhüllung, meist in einem Tongefäss, der Erde an. Aus diesen Gründen 
schon kann unser Grab nur der älteren Bronzezeit angehören, und seine An- 
lage bestätigt dies. 

Wie wir sahen, klangen die Steinzeitgräber in fast hügellose Flachgräber 
ohne wesentliche Steinsetzung aus. Mit dem neuen Kulturelemente, der 
Bronze, verbreitet sich nun über Ungarn, Österreich, Böhmen, Schlesien, 
Süddeutschland bis nach Skandinavien hin die Sitte, die Leichen in einer 
Steinkammer, über die ein Hügel gewölbt wird, beizusetzen. Besonderheiten 
bilden wohl die einzelnen Gegenden heraus, aber die Grundidee der Anlage 
ist überall dieselbe. 

Ich gebe zum Vergleich die Beschreibung der Aufschichtung der Grab- 
hügel der älteren Bronzezeit in Mecklenburg, da gerade sie viel Ähnlichkeit 
mit dem Kl. Vahlbergs zeigen: »Die Auftragung geschieht gewöhnlich durch 
den Boden des benachbarten Ackers, doch wird gelegentlich auch die Erde 
weiter hergeholt; so lag über den Steinhäufungen in einem Grabe von 
Radelübbe eine festgestampfte Lehmschicht, deren Material sich in 
der Nähe nicht findet; auch ist beobachtet, dass das eigentliche Grab vor der 
Erdauftragung erst mit einer Sanddecke überzogen wurde ... In dem Mantel 
des Hügels finden sich als Überbleibsel von Bestattungsceremonien Brand- 
stellen, Kohlen, auch Gefässscherben...« (Beltz). 

Da die Grabkammer uns keine Beigaben bewahrt hat, so ist eine genauere 
zeitliche Bestimmung nicht möglich. Die bronzezeitliche Sitte, die Leichen 
unverbrannt beizusetzen, reicht ungefähr bis ins 13. Jahrhundert. Das wäre 
für uns also der jüngste in Frage kommende Termin. Ich glaube aber, dass 
wir aus den oben angeführten Gründen, nach denen der Zeitunterschied 
zwischen dem Hockergrabe und der Steinkammer kein sehr grosser sein kann, 
letztere noch in die erste Hälfte des zweiten vorchristlichen Jahrtausends zu 
setzen haben. 

4. 1,40 m über der Steinkammer, 2,20 m unter der Oberfläche des Hügels 
fand sich ein Skelett (D), Kopf im Süden, Füsse nach Norden (Tafel i und 
Abb. i). Es lag auf der linken Seite, sodass das Gesicht nach Westen blickte. 
Der linke Arm war vorgestreckt, der rechte lag parallel zum Körper. Das 
rechte Bein war gestreckt, das linke etwas angezogen und im Knie wenig 
eingebogen. Becken und Oberschenkel bedeckte ein grosser Stein, sodass 
diese Partie eingedrückt war und der rechte Unterschenkel etwas nach oben 
stand. Auch auf der Kopfseite befanden sich einige Steine und unter einem 
schrägstehenden lag, jo cm vom Schädel entfernt, ein Gefäss von schwarzem 
Ton mit kurzem Halse und kugeligem Leibe. H. 16 cm, oberer Durch- 



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DER GALGENBERG BEI KL. VAHLBERG 



n 





(Abb. 5). Ve 




7). V. 




messer lo cm. Der grösste Durchmesser von 16 cm liegt auf halber Höhe 
(Abb. 5). Um den oberen Teil des Gefässes laufen 4 wagerechte Rillen, von 
denen aus nach unten 4mal je 3 Rillen nicht ganz bis 
auf den Boden gehen. 

Ober dem Schädel lagen die Reste eines kreisförmigen 
Beschlages aus vergoldetem Bronzeblech, in dem Holz- 
reste sich befanden, die durch Bronzeniete festgehalten 
wurden (Abb. 6). Ferner 
zwei rechteckige Eisen- 
plättchen 3 X 2,5 X 1,5 
cm, durch Niete mit ein- (Abb. 6). 

ander verbunden, zwischen ihnen Holzreste (Abb. 7). Dann 2 Eisenplättchen 
und 2 kleine zungenförmige Beschläge, deren Umrandung aus Bronze, deren 
Füllung aus sehr dünnem, ornamen- 
tiertem, leider stark defektem Gold- 
blech besteht (Abb. 8). Nach der Lage 
unmittelbar über dem Schädel können 
diese Reste nur von einer Kopfbe- 
deckung herrühren. Ich vermag we- 
nigstens keine andere Deutung zu geben und denke mir 
die Zusammengehörigkeit der Teile folgendermassen: Die (Abb. 8). % 

Kopfbedeckung bestand aus dünnen Holz- 
dauben und war kegelförmig oder halb- 
kugelig. Oben liefen die Holzdauben zwi- 
schen den beiden durch Niete verbunde- 
nen Eisenplättchen zusammen und wurden 
durch sie gehalten. Unten wurden sie ein- 
gefasst und zusammengehalten durch den 
vergoldeten Bronzebeschlag (Abb. 9). Den 
(^^^' 9-) übrigen Teilchen kann ich keinen bestimm- 

ten Platz anweisen. Kopfbedeckungen sind im frühen Mittelalter noch selten 
und meist ein Abzeichen der Vornehmen, ein Hoheitszeichen^). Unsere Kennt- 
nis von ihnen ist nur gering, die wenigen literarischen Nachrichten geben 
kein klares Bild, ebensowenig die seltenen Abbildungen, und die Bodenfunde 
lassen uns fast ganz im Stiche. Soviel aber geht wenigstens aus den von Lin- 
denschmit beispielsweise S. 255, 271, 288 gebrachten Darstellungen und aus 
der Reiterfigur auf der Vase des Goldschatzes von Nagy-Szent-Miklos*), wie 

*) Vergl. Lindenschmit, Handbuch der deutschen Altertumskunde I S. 250 fF. — Fuhse, 
Die deutschen Altertümer. 2. Aufl. S. 161. 




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14 



F. FUHSE 



auch aus den Funden von Benty Orange und Cheltenham, von Wendel, 
Gammertingen, Vöceronce u. a. hervor, dass bei den Heimen dieser Zeit 
Kegel- und Halbkugelform vorherrschten. 

In der Brustgegend lag eine Perlenkette. Eine Perle bestand aus blauem 
Glase (Bohnenform, Abb. lo), die anderen aus bern- 
steingelbem Schmelzfluss (Abb. 1 1)*). Dazu eine O 
kleine Melonenperle (Abb. 12). In der Hüftgegend ^^j^j^ ^^ 
fand sich ein Ring von 2,7 cm Durchmesser (Abb. 

1 3), ein hakenartiger Gegenstand von 20 
cm Länge (vielleicht ein Schlüssel Abb. 
14), eine Kugel von c. 2,5 cm Durch- 
messer und eine Gürtelschliesse (i^) (Abb. 
1 5), alles aus Eisen und stark verrostet, 
der Gürtelschliesse 



<S> 



12. 



10). 





(Abb. I}). 




Auf der Rückseite 
zeigt sich 
deutlich 
der Ab- ' 
druck des 

Stoffes, auf dem sie gelegen hat. 
Unmittelbar unterhalb der Knie 
lag je eine Schnalle und eine Rie- 
menzunge aus vergoldeter Bronze, die Riemenzungen mit 
Flechtwerk ornamentiert. Ihre Form geht aus Abb. 1 aufTaf. 3 
hervor. Der Zweck dieser Schnallen und Riemenzungen ist 
uns weniger durch Abbildungen als durch das literarische 
(Abb. 14). Vs Zeugnis des Mönches von St. Gallen (I, 34) bekannt. Er 

*) Hampel, Altertümer des frühen Mittelalters in Ungarn III. Taf. 292. vergl. auch die 
Zusammenstellung in »die Altertümer unserer heidnischen Vorzeitc Bd. V, S. 191 ff. Taf. 35 
(Lindenschmit, Germanischer Helm). 

^) Herr Oberlehrer Lühmann hat eine dieser Perlen untersucht. Sein Urteil lautet: 
»Die Perle stellt eine Art Schmelzfluss (Email) dar, der nicht besonders hart ist und auch 
der Verwitterung und Säuren nicht besonders standgehalten hat (jedenfalls wegen zu ge- 
ringen Gehalts an Kieselsäure), auch nicht sehr strengflüssig ist. Unter der Lupe zeigt 
der frische, muschelige Bruch lebhaften Glasglanz und etwas blasige Beschaffenheit (wie 
Schlacke). Die ganze Masse ist lebhaft dottergelb. Dem Anschein nach enthält die Masse 
etwas Cadmium, vielleicht als Cadmium-haltige Zinkblende zugesetzt, ausserdem Zink. Dass 
der Zink- bezw. Cadmiumgehalt von dem Draht herrühren könnte, auf den die Perie ge- 
zogen war, ist unwahrscheinlich, da der Draht dann Messingdraht gewesen sein und dem- 
zufolge auch eine Kupferreaktion auftreten müsste. — Die rauhe, graurötliche Kruste 
scheint nicht von einer Bemalung herzurühren, sondern Verwitterungskruste zu sein; sie 
setzt sich wenigstens auch in die kleinen blasigen Hohlräume fort, wo diese nach aussen 
gehen.« 



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DER GALGENBERG BEI KLEIN VAHLBERG 1$ 

schreibt: »Kleidung und Ausrüstung der alten Franken bestand in von aussen 
mit Gold geschmückten Schuhen, die durch 3 Ellen lange Riemen merk- 
würdig waren, femer aus bunten (vermiculatae) Bändern um die Schienbeine, 
und (unter diesen) aus Leinenstrümpfen oder -Hosen (tibialia vel coxalia linea), 
zwar an Farbe gleich, aber durch kunstreiche Arbeit verschieden. Ober diese 
und die Bänder wurden kreuzweis einwärts und auswärts, vorn und hinten 
jene langen Riemen geschnürt (super quae et faxiolas in crucis modum in- 
trinsecus et extrinsecus ante et retro longissimae illae corrigiae tendebantur).« 
Die Schilderung wäre ohne weiteres verständlich, wenn von der Schnürung 
nicht ausdrücklich betont würde in crucis modum intrinsecus et extrin- 
secus ante et retro. Es ist mir nicht klar, wie eine so komplizierte Schnü- 
rung mit 2 Riemen ausgeführt werden soll. Gegen die Verwendung von 4 
Riemen aber spricht, dass wir nur eine Schnalle und eine Riemenzunge für 
jedes Bein haben. 

I , I o m über dem Skelett befand sich eine aus zahlreichen calcinierten Tier- 
knochen, Holzkohle, einigen Bronzeschmitzchen und etwas Eisenschlacke zu- 
sammengesetzte Brandschicht von c. 2,20 m Durchmesser und einer Stärke 
von 3—6 cm (Abb. i). Diese Schicht steht zweifellos mit dem letzterwähn- 
ten Skelett in Beziehung. Wir haben in ihr die Reste eines grossen Toten- 
schmauses zu erblicken, das sacrificium super defunctum^), das von der christ- 
lichen Kirche als sacrilegium verdammt wurde. 

Von dem letzten Abschnitt der älteren Bronzezeit an bis in die römische 
Zeit hinein, also bis in die ersten nachchristlichen Jahrhunderte kennt die 
nordische Vorgeschichte fast ausschliesslich Brandgräber. Erst dann kom- 
men vereinzelt Skelettbestattungen vor, die in der Völkerwanderungszeit zahl- 
reicher werden, aber erst unter dem Druck der christlichen Kirche allgemeine 
Verbreitung erlangen. Noch im 4. Jahrhundert sind germanische Skelett- 
gräber selten*) und auch für die nächsten Jahrhunderte ist das Material aus 
unserer Gegend sehr spärlich'). Aus der Grabanlage allein können wir daher 
zu einer sicheren Zeitstellung nicht gelangen, sondern müssen versuchen, ob 
die Beigaben uns weiter führen. Wenig Anhalt für chronologische Bestim- 
mung gewährt auch das Tongefäss (Abb. 5), denn seine Form findet sich zu 
verschiedenen Zeiten. Eine in der Form ganz gleiche topfartige Vase, aber 
ohne Ornamente, wurde in einem Grabe bei Helmsdorf gefunden, das mit 
dem unsrigen grösste Ähnlichkeit aufweist*). Auch dort handelt es sich um 
eine Nachbestattung in dem Fürstengrabe des grossen Galgenhügels am 

^) Lindenschmit a. a. O. *) Kossinna in Nachrichten über deutsche Altertumsfunde 
1903 S. 5} fF. *) s. Voges a. a. 0. S. 40. *) Jahresschrift für d. Vorgesch. d. 

sächs.-thüring. Länder Bd. VI, 1907. S. 6. 



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l6 F. FÜHSE 

Paulsschachte bei Helmsdorf (Mansfelder Seekreis). Das Skelett lag 1,70 m 
unter der Oberfläche des Hügelscheitels gestreckt auf der linken Seite, Kopf 
im Süden, Füsse im Norden, also genau so, wie im Galgenberg bei Kl. Vahl- 
berg. Auch dort wurde eine Steinsetzung nicht wahrgenommen. Hinter dem 
Nacken lag das erwähnte Gefäss. Weitere Beigaben werden nicht genannt. 
Eine ähnliche Vase, aber mit stärker eingezogenem und längerem Halse wurde 
in einem Skelettgrabe bei Eisleben^) zusammen mit einer 5knöpfigen Tier- 
kopffibel, die noch in das 5. Jahrh. gehört, gefunden. 

Genauere Datierung gestatten von den Beigaben allein die Riemenzungen 
(die Ornamente auf den Goldplättchen der Beschläge, die oberhalb des Schä- 
dels lagen, sind nicht mehr zu erkennen), welche auf der Vorder- und Rück- 
seite mit dem sog. Geriemsel überzogen sind. In der Anordnung dieser flecht- 
werkartigen Verschlingungen vermisst man noch die Übersichtlichkeit, durch 
welche die Ornamente auf Gegenständen des von Salin (die altgermanische 
Tierornamentik 1904) sogenannten II. Stils sich auszeichnen. Wir dürfen die 
Riemenzungen daher wohl noch dem ersten Stil zuteilen, und damit würden 
sie dem 6. Jahrhundert tu Chr. angehören. 

Die Skelette. 

a. Die Zähne. Untersucht und beschrieben von Dr Gieselberg. 

Von den Knochen des Gesichtsschädels sind bei Schädel A nur Ober- und 
Unterkiefer in je 2 gleich grossen Bruchstücken vorhanden. Bei Schädel B 
ist dieser Teil des Kopfskeletts abgesehen von einigen Beschädigungen in 
der Gegend des Jochbogens und der Augenhöhle gut erhalten. 

Der Oberkiefer des Schädels C ist in seinen 3 Bruchstücken in seinem 
unteren Abschnitte vollständig, der Unterkiefer in seinen 5 Teilen unvoll- 
ständig. 

Die nicht ganz vollständigen Bruchstücke des Ober- und Unterkiefers von 
Schädel D geben ziemlich sicheren Aufschluss über den Bau dieser Skelett- 
teile. 

Dieses Material vermag Aufschluss über die Gesichtsform jener Personen 
zu geben, denen die Knochen gehört haben. Die Knochen sind Stützapparate, 
an denen sich die darüber liegenden Weichteile anheften. Letztere sind wohl 
in der Lage, die Form des Knochens mehr oder weniger zu verwischen, aber 
verdecken können sie dieselbe nicht. An der Gesichtsbildung beteiligt sich 
der Oberkiefer in erster Linie. Mit seinem oberen Teile schliesst derselbe die 
Augenhöhle nach unten ab, die der Mittellinie zu gelegene Partie hat Ein- 
fluss auf die Grösse der Nasenhöhle, und der untere Teil ist von Bedeutung 

^) Jahresschrift für d. Vorgesch. d. sächs.-thüring. Lander Bd. I. S. 146. 



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DER GALGENBERG BEI KLEIN VAHLBERG I7 

für Oberlippe und Mundhöhle. Der Unterkiefer wirkt ebenfalls in hervor- 
ragender Weise an der Gesichtsbildung mit durch seine Beziehungen zur 
Unterlippe, Kaumuskulatur und zum Jochbogen. 

Der Oberkiefer ist bei A, C und D in seinem unteren Abschnitte, dem 
Zahn- und Gaumenfortsatze erhalten, während bei B auch die anderen Par- 
tien dieses Knochens grösstenteils vorhanden sind. Der Zahnfortsatz bei A 
weist ein ausgezeichnetes Längenwachstum auf, sodass der harte Gaumen 
hoch und schmal erscheint. Am deutlichsten lässt sich dies durch Zusammen- 
fügen der beiden Bruchstücke zeigen. Hierbei fällt auch eine leichte Neigung 
des Oberkiefers in der Gegend des 3. Molaren nach der Mundhöhle zu auf. 
— Bei B bietet der Zahnfortsatz ein ganz anderes Bild. Hier hat namentlich 
ein Wachstum in die Breite stattgefunden, während das Längenwachstum 
viel geringer als bei A ist. Der Zahnfortsatz ist bei B kurz, der Gaumen er- 
scheint daher niedrig und breit. — Der Kieferbogen nähert sich in seinem 
unteren Ende des Zahnfortsatzes bei B mehr der Form eines Halbkreises als 
bei A. — Der Zahnfortsatz von C ähnelt mehr dem von B als von A. Seine 
Längenausdehnung bleibt erheblich hinter der von A zurück, übertrifft A 
dafür aber an Breite. Die Länge des Zahnfortsatzes von C ist etwas grösser 
als bei B, die Breite kommt der von B etwa gleich. — Der Oberkiefer von 
D zeigt in seinen Bruchstücken dasselbe Bild wie A, bei langem Zahnfortsatz 
ist ein hoher Gaumen vorhanden. 

Der Unterkiefer von A, C und D zeichnet sich durch Längenwachstum 
aus. B zeigt ein stärkeres Wachstum in die Breite, während dem Oberkiefer 
entsprechend auch hier die Ausdehnung in die Länge zurücktritt. Der Unter- 
kiefer von C hat neben der Längenausdehnung auch eine stärkere in die 
Breite aufzuweisen. Die Zahnfächer deuten bei B auf das Nahen des Alters 
hin. Die Bruchstücke des Unterkiefers von D lassen einen dem Oberkiefer 
gleichenden Bau erkennen. Der Kieferkörper mit Zahnfortsatz ist lang und 
schmal. Noch deutlicher als beim Oberkiefer treten an diesem Knochen Alters- 
erscheinungen auf. 

Der aufsteigende Ast des Unterkiefers nähert sich bei A und C in seinem 
Abstände vom Kieferkörper stark einem rechten Winkel, bei C ist dies noch 
mehr der Fall, als bei A. Bei B steigt der Kieferast nicht so steil an, sodass 
der Abstand desselben von seinem Kieferkörper mehr beträgt, als bei A und 
C. Bei D ist der Abstand des Kieferastes vom Kieferkörper scheinbar grösser, 
als bei B, in diesem Falle ebenfalls eine Erscheinung, die auf ein höheres 
Alter schliessen lässt. 

Mit dem Bau der Unterkiefer wird auch die Kaumuskulatur in Einklang 
gestanden haben. A, B und C werden eine kräftige Kaumuskulatur besessen 

Braiioschw. Jahrbuch YII. 2 



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l8 F. FUHSE 

haben, während der Unterkiefer von D eine seinem Bau entsprechende 
schwächere aufzuweisen gehabt haben wird. B und C werden wieder eine 
stärkere Kaumuskuiatur besessen haben, als A, da ihre Unterkiefer breiter 
sind und somit der Muskulatur grössere Ansatzflächen bieten. Der Jochbogen 
wird bei A weniger hervorgeragt haben, als dies bei B der Fall ist. Der Joch- 
bogen von C wird stärker als bei A ausgebildet gewesen sein, ohne die Grösse 
von B ganz erreicht zu haben. D wird den schwächsten Jochbogen besessen 
haben. 

Da die bei B vorhandenen Nasenbeine breit sind, hat die Person eine 
breite Nase gehabt; eine leichte Senkung des Rückens der Nasenbeine deutet 
auf eine Sattelnase hin. 

A besitzt alle Zähne bis auf den verloren gegangenen mittleren Schneide- 
zahn rechts unten; der 2. Molar rechts unten ist hohl. Bei B fehlen im Ober- 
kiefer die Schneidezähne, die }. Molaren und links der 2. Bicuspis. Der 
Unterkiefer hat links nur noch den i. Molaren, rechts den 2. Bicuspis und 
die I. und 2. Molaren. Bei C sind vorhanden links der 2. Bicuspis und der 
1. Molar, rechts der 2. Bicuspis und der 2. Molar. Von den Zähnen des 
Unterkiefers sind links die 3 Molaren und rechts der i . Molar da. Von den 
in grosser Zahl bei D vorhandenen Zähnen sitzen in Bruchstücken noch fest 
rechts oben Molar i und 2, links der Eckzahn, Molar i und 3, im Unterkiefer 
links unten Molar i und 3. 

Die Artikulation zeigt bei A eine Abnormität, den geraden Biss. 

Die Zähne sind bei A, C und D sehr abgenutzt, während dies bei B 
nicht der Fall ist. Die Abnutzung ist im Oberkiefer grösser, als im Unterkiefer. 

Die erhebliche Abnutzung der Zähne gibt uns bei A und C ein Mittel, das 
Alter der Personen ungefähr bestimmen zu können. Hierzu eignen sich am 
besten die Molaren, da sie gleichartige Zähne sind. Wir wissen, dass der i . 
Molar im 6., der 2. Molar im 12. und der 3. Molar frühestens im 18. Lebens- 
jahr erscheint. Zwischen dem Durchbruch des i. und 2. Molaren liegt ein 
Zeitraum von 6 Jahren. Der Unterschied in der Abnutzung von Molar i und 
2 ist in einem Zeiträume von 6 Jahren entstanden. Der Differenz in der Ab- 
nutzung zwischen Molar i und 2 von Schädel A gleicht aber auch die zwi- 
schen 2 und 3; dies beweist, dass der 3. Molar, dessen Durchbruchszeit 
zwischen dem 18. und 40. Lebensjahre liegt, frühzeitig, etwa im 18. Lebens- 
jahre, in der Mundhöhle erschienen ist. Die Kaufläche des 3. Molaren weist 
aber kaum eine so bedeutende Abnutzung auf, wie die Differenz zwischen 
Molar I und 2 beträgt. Hieraus geht hervor, dass der 3. Molar seine Funktion 
noch keine 6 Jahr ausgeübt hat. Noch zuverlässiger sind für die Altersbe- 
stimmung die beiden anderen Molaren, denn bei einem Alter von 24 Jahren 



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DER GALGENBERG BEI KLEIN VAHLBERG I9 

muss bei dem im 6. Jahre durchgebrochenen Molar die abgenutzte Substanz 
das Dreifache der Differenz zwischen Molar i und 2 und bei Molar 2 das 
Doppelte betragen, da dieser Zahn im 12. Jahre erscheint. Der Vergleich 
zeigt aber, dass soviel Substanz schwerlich abgenutzt ist. Demnach hat die 
Person kaum das 24. Lebensjahr erreicht. — Bei C sind die Differenzen 
in der Abnutzung in ähnlicher Weise vorhanden, wie bei A, nur ist die Summe 
der abgenutzten Substanz grösser. Hieraus geht hervor, dass C ein höheres 
Alter erreicht hat, als A. Es wird auf etwa 3 o Jahre zu schätzen sein. Wahr- 
scheinlich hat C wie A den geraden Biss gehabt. — Die Zähne von B ge- 
statten bei ihrer geringen Abnutzung keine Schlüsse auf das Alter der Per- 
son. — Bei D lassen die Zähne auf eine lange Tätigkeit schliessen, mehr ist 
aus ihnen nicht herauszulesen. 

Schädel A und D haben bei langem Zahnfortsatz des Oberkiefers mit hohem 
Gaumen und einem durch Längenwachstum ausgezeichneten Unterkiefer die 
Merkmale der Langgesichter. 

B gehört bei breitem Ober- und Unterkiefer in die Gruppe der Breitge- 
sichter. 

C weist die Merkmale beider Gruppen auf, wird daher eine Obergangs- 
form sein. 

b. Die Schädel, (s. Tafel 3) Gemessen von Sanitätsrat Dr Berkhan. 





A 


B 


C 


D 


Grösste Länge 


192,5 


180 


197.5 


192.5 


Grösste Breite 


IJO 


155 


152.5 


130 


Längen-Breiten-Index 


67.5 


86 


76.7 


67.5 


Höhe 




»30 






Kleinste Stirnbreite 




100 






Sagittalbogen 




390 






Stimhöhe 




75 






Horizontalumfang 




545 




530 


Wölbung 




345 






Pfeilnaht 




130 






Länge der Hinterhauptschuppe 




125 






Breite „ 




125 






Orbita Höhe 




35 






„ Breite 




37.5 






Gaumen-Breite 




40 







Aus der Zusammenstellung ergibt sich, dass von den beiden spätneo- 
lithischen Hockern A und B, die in demselben Grabe ruhten, einer ein aus- 



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20 F. FUHSE 

gesprochener Dolichocephale, der andere ein Brachycephale war. C, der 
wahrscheinlich der gleichen Zeit angehört, ist als Subdolichocephale zu be- 
zeichnen. In Schweden und Dänemark sind die bisher gefundenen neoli- 
thischen Schädel im allgemeinen dolichocephal, eine kleine Anzahl nur ist 
brachycephal. In der älteren nordischen Bronzezeit sind nach Montelius die 
bekannten Schädel dolichocephal und mesocephal, die wirklich brachyce- 
phalen scheinen damals sehr selten gewesen zu sein. Die 6 von Schumann 
gemessenen Schädel von Neolithikem der Uckermark sind ebenfalls dolichoce- 
phal und mesocephal. 

Auffallend ist die geringe Grösse, die aus den Massen einiger Skelettteile 
sich ergibt. A weist eine Anormalität auf. Der Oberarm misst 285 mm, die 
Elle 243, die Speiche 222 mm, was einer Grösse von 1,44 m entspräche. 
Der Oberschenkel hat 424 mm, die resultierende Grösse würde danach 1,5 j m 
sein. — Der Oberarm von B ist 281 mm, der Oberschenkel 395 mm, resul- 
tierende Grösse 1,42 m. — Der Oberarm von C ist nicht mehr genau zu 
messen, ist aber länger als der von A. Der Oberschenkel misst 427 mm, die 
entsprechende Grösse wäre demnach 1,54 m. — Von diesen 3 Neolithikern 
hat A den zartesten, C den stärksten Knochenbau. 

Auch das Skelett D aus dem 6. Jahrhundert n. Chr. ist klein. Der Ober- 
arm war länger, als bei A, der Oberschenkel 435 mm lang, die Grösse hat 
ungefähr 1,57 m betragen. D war, genau wie A, ausgesprochener Dolichoce- 
phale. 

Zusammenfassung. 

Gegen das Jahr 2000 v. Chr. befand sich auf der Höhe nördlich von Kl. 
Vahlberg ein Begräbnisplatz, auf dem die Leichen unverbrannt, ohne Stein- 
setzung, in Flachgräbern als liegende Hocker oder gestreckt bestattet wurden. 
Aus den Schädeln dieser Gräber geht hervor, dass um jene Zeit in unsrer 
Gegend ausgesprochene Dolychocephalen, Subdolichocephalen und Brachyce- 
phalen lebten. Vielleicht gehörte der Vertreter der ersten Klasse dem Indo- 
germanischen Volke an, das vom Norden erobernd nach Süden vorgestossen 
und auch unser Gebiet in Besitz genommen hatte. Und wenn wir unsrer 
Phantasie Spielraum lassen wollen, dann können wir aus dem Umstände, 
dass der Dolychocephale in dem Hockergrabe mit Speise und Trank bedacht 
war, der Brachycephale aber scheinbar nichts mitbekommen hat, schliessen, 
dass letzterer der Sklave jenes gewesen sei, der mit ihm bestattet wurde, um 
auch nach dem Tode noch ihm zu dienen. 

Diese Gräber waren zerfallen, die Leichname vermodert, als abermals 
jener Platz für eine letzte Ruhestätte ausgesucht wurde. Es muss eine ange- 
sehene Person gewesen sein, der man jetzt dort oben das Grab baute. Viele 



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DER OALGENBERG BEI KLEIN VAHLBERC 21 

Hände waren geschäftig, die Steinblöcke und die Erdmassen herbeizuschaffen, 
die zum Bau der Kammer, zum Türmen des Hügels dienten, der ein Wahr- 
zeichen der Gegend wurde und an den mehr als 2 Jahrtausende hindurch 
niemand die Hand legte. Dann wird er, im 6. Jahrhundert n. Chr., wieder 
von oben her geöffnet, um einen Leichnam aufzunehmen. Wars ein Ein- 
heimischer oder Fremder? Mann oder Weib? Die Skelettteile geben uns keine 
Auskunft mehr. Aus der Statur würde man eher auf eine Frau schliessen. 
Die Beigaben sprechen — vielleicht mit Ausnahme der Kopfbedeckung, wenn 
diese richtig gedeutet ist — eher dafür als dagegen, zumal nicht die Spur von 
Waffen sich fand. Hochbetagt war der Mensch bereits, und wenn wir nun 
annehmen, dass es sich um eine Frau handelt, so dürfte wohl auch sicher 
sein, dass es eine Einheimische gewesen ist. 




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DIE HERRSCHAFT HOHENBÜCHEN UND IHRE 

BESITZER. 

Eine geschichtliche und familiengeschichtliche Studie. 

Von Georg Bode. 

(Schluss). 

VIII. Die Familie von Rössing: hat keinen agrnatischen 

Zusammenhang mit den Edelherren von Hohenbüchen. Sie gehört 

dem Stande nach nicht dem Stande der Edelherren an. 

Der von den Herren v. Scheele und v. Rössing in den bezeichneten Ab- 
handlungen behaupteten Annahme der Stammeseinheit der Familie der Edel- 
herren von Hohenbüchen und der Familie von Rössing, welche als zwei früh 
getrennte Zweige eines und desselben Geschlechts anzuzusehen seien, steht 
zunächst die zweifellose Verschiedenheit der Standesverhältnisse beider Fa- 
milien hindernd entgegen. 

Die Edelherren von Hohenbüchen waren Dynasten, dem hohen Adel an- 
gehörig, dagegen waren die von Rössing von ihrem ersten urkundlichen Er- 
scheinen an ein dem niederen Adel angehöriges Geschlecht, Ministerialen der 
Bischöfe von Hildesheim. In den Zeiten, in welchen die in den Urkunden 
mitwirkenden Zeugen nach ihrer Standeseigenschaft, je nachdem sie dem 
höheren Adel als Uberi, nobiles, laici beneficiati, barones, oder aber dem nie- 
deren Adel als ministeriales zugehörten, getrennt zur Anschauung gebracht 
wurden, stehen die Edelherren von Delligsen und von Hohenbüchen stets in 
der ersteren Klasse, während andererseits die von Rössing, so lange die er- 
wähnten Unterschiede urkundlich festgehalten wurden, stets und ständig ihren 
Platz unter den ministeriales einnahmen. Dies Verhältnis waltet ob nicht 
allein etwa für bestimmte Mitglieder des Geschlechts, ist vielmehr für alle 
Mitglieder bis zu den Zeiten hinab, bis zu welchen das Verhältnis der Mini- 
sterialität überhaupt urkundlich erwähnt wird, ein unabänderlich feststehen- 
des und ständiges. 

So wird der erste Ahnherr der Familie Ernst von Rössing schon bei seinem 
ersten Auftreten etwa 1 1 3 2 als Hildesheimer Ministerial bezeichnet, ebenso 
1143*). In gleicher Weise wird Dietrich von Rössing, wahrscheinlich sein 

*) Janicke ÜB. der Bischöfe von Hildesheim I Nr. 200, 231. 



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DIE HERRSCHAFT HOHENBÜCHEN UND IHRE BESITZER 2^ 

Grosssohn, 1225 und 1235 unter den Hildesheimer Ministerialen aufgezählt^), 
1 343 er selbst mit seinen beiden Söhnen Dietrich und Lippold so genannt*), 
1258 Dietrich abermals nebst seinem Sohne Dietrich*). Der älteste Lippold, 
der spätere Schlossbesitzer von Hohenbüchen, erscheint zuerst 1 290 als bischöf- 
licher Ministerial mit seinem Bruder Dietrich, dann 1291*), wiederum 1302^) 
und ferner 1308®). Seit dieser Zeit verliert sich die Bezeichnung der Zeugen 
nach ihrem etwaigen Charakter als Ministerialen in den Urkunden der Herren. 
Die Standesunterschiede im Adel verwischen sich mehr und mehr und ver- 
lieren sich unter den Rangunterschieden des Rittertums, das nur Ritter und 
Knechte kannte. Der Wert der Ritterehre stieg und galt als ein Vorrecht, das 
auch den Ritter aus einem Geschlechte von niederem Adel den Vortritt vor 
einem nicht ritterlichen Manne des Herrenstandes gewährte. Bis zu dieser 
Zeit sind aber regelmässig die Unterscheidungen der freien Herren von den 
Dienstmannen unter den Zeugen der Urkunden auch da zu erkennen, wo 
dieselben nicht nach ausgesprochenen Rubriken (liberi — ministeriales) unter- 
schieden sind, indem jene den letzteren stets vorgehen. Eine Urkunde dieser 
Art, die für die hier besprochenen Verhältnisse von Erheblichkeit ist, bildet 
diejenige des Bischofs Sigfrid von Hildesheim für das Kloster Amelunxborn, 
welche undatiert ist, aber in das Jahr 1 2 1 7 gehört"^). In dieser Urkunde sind 
ein Angehöriger der Familie der Edelherren von Hohenbüchen, Conradus de 
AltafagOy und ein Angehöriger der Familie von Rössing, Tidericus de Rot- 
finge, zugleich als Zeugen benannt. Der Edelherr folgt unmittelbar auf den 
ersten Zeugen der Urkunde, den Grafen Friedrich von Poppenburg, während 
der Dienstmann Dietrich von Rössing in der Zeugenreihe hinter ihm weit 
zurücksteht. 

Nun ist gegen eine durch die Verschiedenheit der Standesverhältnisse zwi- 
schen den beiden Familien, den Edelherren von Hohenbüchen und den von 
Rössing, begründete Unwahrscheinlichkeit eines gemeinsamen Ursprungs aus- 
geführt, dass die Geschichte Fälle kenne, in welchen freie Herren in die 
Ministerialität der Kirche getreten, und in welchen Grafen und freie Herren 
unter Vorbehalt gewisser Geburtsrechte in die Dienstmannschaft eines andern 
Herrn eingetreten seien. Solche Fälle gibt es allerdings; sie sind in einigen 
Ländern nicht gerade selten, in anderen dagegen nur vereinzelte Ausnahme- 
fälle. Regelmässig sind sie aber urkundlich nachweisbar. Ich erlaube mir, in 

*) Sudendorf ÜB. der Herzöge von Braunschweig I Nr. 577, 3 und 13. *) Vater- 
land. Archiv für Nieders. 1843 S. 124 f. Hoogeweg ÜB. des Hochstifts Hildesheim II 
Nr. 689. ■) Hoogeweg daselbst II Nr. 1042. *) daselbst III Nr. 904. *) Ma- 
rienroder ÜB. S. 145. ^ daselbst S. 177 und Baring a. a. 0. Beil. S. 263. ') Janicke 
a. a. O. I Nr. 703. 



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^4 ÖEÖRG fiODK 

dieser Beziehung auf die lehrreichen Zusammenstellungen des Absteigens von 
Edelherrengeschlechtern in die Ministerialität und Dienstmannschaft hinzu- 
weisen, welche von Zallinger in seiner Schrift: »Die Schöffenbarfreien des 
Sachsenspiegels« (i 887) gegeben hat. Diese Zusammenstellungen betreffen aber 
ausschliesslich Familien des östlichen Sachsens, vorzugsweise der alten Graf- 
schaften Seehausen, Aschersleben, Wörbzig und Mühlingen, in welchen gegen- 
über anderen Ländern eine auffallend grosse Menge von Edelherrengeschlech- 
tern angesiedelt war. Inbezug auf diese hat v. Zallinger den Obergang einer 
grösseren Anzahl in die Dienstmannschaft nachgewiesen. Im vollen Gegen- 
satze zu diesem Befunde steht das gleichartige Verhältnis im Ostfalenlande, 
welchem die hier in Betracht kommenden beiden Familien angehören. Hier 
gab es nach Ausweis der jetzt in den Urkundenbüchern der Bischöfe von 
Hildesheim veröffentlichten reichen Urkundenbestände verhältnismässig we- 
nige edelfreie Geschlechter, und von diesen sind wiederum nur sehr wenige 
in die Dienstmannschaft übergetreten. Dieser Sachverhalt ist auf Grund der 
Urkunden mit voller Sicherheit nachzuweisen. Die allgemeinen Betrach- 
tungen, welche v. Scheele in seiner Abhandlung über das Vorhandensein 
einer grossen Anzahl von Familien des niederen Adels, welche aus dem Her- 
renstande hervorgegangen sein können, anstellt, können schon nach den vor- 
stehenden Ausführungen für den von ihm verfolgten Zweck, die Herkunft 
der von Rössing aus dem Herrenstande nachzuweisen, überhaupt nicht ver- 
wertet werden. Dass einzelne Fälle des Obergangs von edelfreien Familien 
in die Ministerialität auch in dem Heimatlande der von Rössing vorgekommen 
sind, muss anerkannt werden. Herr v. Scheele überschätzt aber ohne Zweifel 
die Zahl dieser Fälle. Die reichere Bekanntgebung der früher verschlossenen 
Geschichtsquellen setzt uns in den Stand, auch über die Frage, welche Fa- 
milien von ursprünglich höherem Adel in den niederen Adel herabgestiegen 
sind, leichter als früher zu entscheiden. Fast alle Familien früher dynastischer 
Stellung haben bei ihrer durch Besitz und Macht gewichtigeren Stellung, als 
solche bei Familien des niederen Adels vorhanden war, ein reicheres Ur- 
kundenmaterial hinterlassen, das die Familie auch noch bei ihrem Nieder- 
gange regelmässig leicht erkennen lässt. Ein lehrreiches Beispiel in dieser 
Hinsicht gibt die Geschichte der früheren Edelherren von Hodenberg, deren 
Geschichtsquellen mit grösster Sicherheit dartun, dass die jetzige Familie von 
Hodenberg als ihre Nachkommenschaft anzusehen ist. Ich könnte mehrere 
gleichartige Fälle jetzt ausgestorbener Familien des niederen Adels aus der- 
selben Provinz, der auch die Familie v. Rössing angehört, hier anführen, bei 
welcher die frühere Eigenschaft der Zugehörigkeit zum Herrenstande zweifel- 
los erscheint. Ich will mich hier aber genügen lassen an einem derartigen 



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DIE HERRSCHAFT HOHENBOCHEN UND IHRE BESITZER 2^ 

Beispiele. Die Dynasten von Dahlum, welchen der Bischof Hartbert von 
Hildesheim entstammte, traten mit den Brudersöhnen des Bischofs in die Hil- 
desheimer Dienstmannschaft über. Das Geschlecht blühte Jahrhunderte hin- 
durch im niederen Adel weiter. Ich möchte aber nochmals behaupten, dass 
solche Fälle, soweit sie das Land des alten Bistums Hildesheim betreffen, bei 
der vorzüglichen Erhaltung der bezüglichen Geschichtsquellen ohne Schwie- 
rigkeit nachgewiesen werden können. Bezüglich der Familie von Rössing aber 
fehlt, obgleich auch über sie Geschichtsquellen in Menge vorhanden sind, 
jeder begründete Anhalt für die Annahme, sie entstamme einem dynastischen 
Geschlechte. 

Von den Verfechtern dieser Ansicht wird nun freilich darauf hingewiesen, 
dass auch in früherer Zeit gelehrte Geschichtsforscher, ein Scheidt und ein 
von Spilcker, die dynastische Herkunft der v. Rössing behauptet und für 
zweifellos angesehen haben. Diese Behauptung ist, was Scheidt betrifft, aller- 
dings richtig, wie aus den kurzen Bemerkungen in seinem Buche: »Vom 
hohen und niedern Adel« S. 6i zu entnehmen ist. Doch ist in keiner Weise 
bekannt, dass dieser gelehrte Herr mit der Geschichte der Edelherren von 
Hohenbüchen und der von Rössing sich eingehender beschäftigt hat, um seine 
wenigen Worte als ein zutreffendes Urteil in dieser Frage ansehen zu können. 
Herr von Spilcker hat sich dagegen im Vaterländischen Archiv Jahrg. 183} 
S. 30 nur kurz dahin geäussert, die Herren von Hohenbüchen hätten seit dem 
Ende des 13. Jahrhunderts den Namen von Rössing geführt, eine Behaup- 
tung, deren Unrichtigkeit nach Ausweis der über die Edelherren von Hohen- 
büchen vorliegenden urkundlichen Nachrichten ganz offenbar ist, sodass sie 
nicht dazu verwertet werden kann, die Autorität von Spilckers für die Be- 
jahung der dynastischen Herkunft der Herren von Rössing in Rechnung zu 
stellen. 

Wären die von Rössing aus dem Herrenstande hervorgegangen, so wäre 
zu erwarten gewesen, dass sie, nachdem das Dienstmannschaftsverhältnis in 
der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts zurückgetreten war und sich in ein 
einfaches Lehenverhältnis aufgelöst hatte, zumal seit der Zeit, als die von 
Rössing schlossgesessene Vasallen geworden waren, die Prädikate des Herren- 
standes selbst wieder aufgegriffen haben würden oder mit diesen Prädikaten 
von anderen Personen bedacht worden wären. Aber hiervon ist weder in der 
einen noch in der anderen Richtung etwas bemerkbar geworden. Zwar ver- 
meint Herr von Scheele, das negative Verhalten in dieser Hinsicht entbehre 
jeder Auffälligkeit, da ja auch bei anderen Familien von zweifellos dyna- 
stischer Herkunft, wie z. B. bei den Edelherren von Rossdorf, die Bezeichnung 
als nobiles erst seit dem Jahre 1263 hervortrete. Ob diese letztere Behaup- 



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26 GEORG BODE ^ 

tung richtig ist, kann man ganz und gar dahingestellt sein lassen, weil v. Scheele 
bei seiner Behauptung übersehen hat, dass in dem Falle der Edelherren von 
Rossdorf ja ein Fall vorliegen würde, der dem Falle der von Rössing ganz 
und gar nicht gleichsteht, da ja von ihm selbst zugegeben wird, dass die Edel- 
herren von Rossdorf seit 1 263 als Edelherren prädiziert werden, während die 
von Rössing weder vor noch nach 1263 sich als Edelherren an irgend einer 
Stelle bezeichnet finden. 

Die dynastische Herkunft der von Rössing wird auch nicht durch den Um- 
stand unterstützt, wie die Verfechter dieser Ansicht vermeinen, dass ritter- 
bürtige Vasallen der von Rössing nachgewiesen sind, wie die Knigge und 
die von Barnsen. Fälle der Art, dass Ritterbürtige von Ritterbürtigen Lehen 
genommen haben, gibt es im 1 4. Jahrhundert in Menge, ohne dass aus diesem 
Umstände auf einen höhern Stand des Lehnherrn ein berechtigter Schluss ge- 
zogen werden kann und darf. Fälle dieser Art treten unter den begüterteren 
Familien des niederen Adels im 1 4. Jahrhundert so häufig in die Erscheinung, 
dass sie nahezu regelmässig, jedenfalls sehr häufig beobachtet werden können. 

Die Verfechter der gegenteiligen Ansicht berufen sich ja so häufig auf äl- 
tere Autoritäten, wie Scheidt u. a., sodass es wirklich auffallen muss, wenn 
sie von diesen Autoritäten schweigen, sobald sie eine Ansicht aussprechen, 
die ihren Ansichten geradezu entgegensteht. Der gelehrte Scheidt hat ja in 
der mantissa documentorum S. 421 fg. unter anderem auch Beispiele ge- 
gegeben, in welchen Ritterbürtige von Ritterbürtigen Lehen genommen haben, 
ohne dass aus diesem Umstände für den Lehnherrn ein höherer Stand gel- 
tend gemacht werden könnte. Er nennt da aus dem Jahre 1275 den Ritter 
Hermann von Holzhausen genannt Berkule, sowie den Ritter Johann von 
Kaienberg und seinen Bruder Hermann, welche den Ritter Heinemann Truch- 
sess und seinen Bruder gemeinsam mit Gütern zu Mengershausen belehnt 
hatten; er nennt ferner zum J. 1 305 den Ritter Heinrich Schenk von Emers- 
leben, welcher die Söhne des Ritters Bertold von Neindorf mit Gütern zu 
Gross Brandesleben belehnt hatte. Die Familien der genannten Lehnsherren 
sind bekannt als Angehörige einfacher adeliger Ministerialenfamilien. 

Keine Spur weist darauf hin, dass sie irgendwie dynastischer Herkunft 
gewesen seien, und doch hatten sie Ritterbürtige zu Vasallen. Fast jede Ur- 
kundensammlung liefert gleichartige Beispiele; man braucht nur die Augen 
aufzumachen. Schlagen wir einmal das Walkenrieder Urkundenbuch Teil II 
auf; da verkünden in Nr. 576 in einer Urkunde von 1306 Ritter Johann und 
Konrad von Romsleben, dass sie die Vogtei über das Kirchengut zu Bruch- 
schauen von dem Ritter Anno von Heimburg zu Lehn hatten, weiter in Nr. 
682 von 1306 vermelden die Ritter Heinrich Bok von Regenstein und Diet- 



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DIE HERRSCHAFT HOHENBÜCHEN UND IHRE BESITZER 2J 

rieh Rese von Heimburg, wie sie Güter zu Bruchschauen von dem Herrn 
Lippold von Heimburg zu Lehn tragen; ferner erklären in Nr. 776 vom Jahre 
1 317 die Knappen Johann und Bertold Kotze, dass sie an demselben Orte 
von dem Knappen Bernhard von Wehre Güter zu Lehn haben, und in Nr. 
780 aus demselben Jahre bekundet der Knappe Engelbert von Lochtem, dass 
er gleichfalls in Bruchschauen ein Lehngut von Jordan von Lere besitze; 
weiter ist in Nr. 874 aus dem Jahre 1554 zu erfahren, dass die Knappen 
Christian und Johann von Sondershausen den Ritter Friedrich und den Knap- 
pen Sigfrid, Gebrüder Beier, mit Lehen zu Riethof belehnt hatten. 

Ferner lesen wir im Calenberger Urkundenbuche Abt. 4 (Kloster Marien- 
rode) in Nr. 146 aus dem Jahre 1305, dass die Brüder Ludwig, Johann und 
Ludolf von Bardeleben an den Ritter Heinrich von Herbergen Güter zu 
Jeinsen verlehnt hatten. 

Weitere Fälle gleicher Art liefert auch das Urkundenbuch der Stadt Goslar; 
so im Teil 11 Nr. 345 vom Jahre 1286, in welcher das Lehnverzeichnis des 
Ritters Dietrich von Walmoden mitgeteilt ist. Unter den Belehnten sind die 
Brüder Konrad und Arnold von Kniestedt sowie die Brüder Hartbert und 
Ulrich von Bledeln benannt, beide genannten Brüderpaare ritterbürtige Va- 
sallen. Auch der Teil III dieses Urkundenbuchs liefert sein Beispiel in Nr. 
867 zum Jahre 1 3 3 1 . Da wird Dietrich von Bothmer als Vasall der von Knie- 
stedt genannt. 

Zur Hand liegen mir noch, ohne dass ich in Urkundensammlungen weitere 
Suche anstelle, folgende Fälle: 

Nach Originalurkunde des Staatsarchivs zu Magdeburg s. r. S. Johannis 
Halberstadt Nr. 164 vom 21. Dezember 1365 bekennt sich Hinze vanme 
Dale zu Gerstorf als Lehnmann des Ritters Jordan von Neindorf wegen Güter 
zu Neindorf. 

Ferner ergeben Originalurkunden des Landeshauptarchivs zu Wolfenbüttel : 
im Jahre 1 294 war der Ritter Heinrich von Schöningen von dem Ritter Lu- 
dolf von Esbeck mit 3 Hufen Land zu Barneberg belehnt. 

Johann Truchsess von Alvensleben, Burgmann zu Schlanstedt, begabte 
nach Urkunde vom 14. Mai 1297 das Kloster Marienberg bei Helmstedt mit 
Gütern zu Warsleben, welche der Ritter Wasmod von Hornhausen ihm auf- 
gelassen hatte. 

Am 27. Oktober 1 306 statteten die Ritter Heinrich und Balduin von Wen- 
den dasselbe Kloster Marienberg mit Gütern zu Wackersieben aus, welche 
bis dahin der Ritter Otto von Jerxheim von ihm zu Lehn gehabt hatte. 

Die Brüder Ritter Konrad und die Knappen Konrad, Johann und Hein- 
rich von Geringen, Burgmänner in Wegeleben, begabten am n. Juli 13 1 1 



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28 GEORG BODE 

dasselbe Kloster Marienberg mit Gütern in Wackersieben, welche Eberhard 
von Jerxheim bis zu dieser Zeit von ihnen als Lehn besessen hatte. 

An diesen Beispielen mag es zunächst genügen. Ich könnte die Zahl ohne 
grosse Mühe nach Dutzenden vermehren. In allen diesen Fällen gehören die 
Lehnherren Familien des einfachen Ministerialadels an, ohne dass irgend ein 
Umstand bekannt wäre, der zu der Annahme berechtigen könnte, die betr. 
Familie sei von dynastischer Herkunft. 

Nun ist allerdings neuerlich von Albr. Heine in seiner Inauguraldissertation: 
»Grundzüge der Verfassungsgeschichte des Harzgaues im 12. und 13. Jahr- 
hundert«, bei Besprechung der Reste der alten Gerichtsverfassung S. 27 
Anm. 4 die Bemerkung hingeworfen: »Die meisten dieser ministeriales, 
die ein aktives und passives Lehnsrecht besassen, werden jedenfalls in die 
Unfreiheit übergetretene Edele sein. « Durch welche näheren Untersuchungen 
der Verfasser zu dieser meiner Überzeugung nach fehlsamen Behauptung 
gelangt ist, ist aus seiner Arbeit nicht zu ersehen. Ich möchte aber die auf- 
gestellte irrige Ansicht um so weniger unwidersprochen lassen, als die von 
ihm bekundeten Anschauungen über die Ministerialen in mehrfacher Hin- 
sicht leicht irre führen können und dadurch in einem gewissen Gegensatz zu 
seinen sonstigen, voller Anerkennung werten wissenschaftlichen Untersuchun- 
gen stehen. Es ist zweifellos eine sehr unglückliche Idee des Verfassers ge- 
wesen, unter den Ministerialen zwei verschiedene Gruppen unterscheiden zu 
wollen, deren eine als nobiles ministeriales zu bezeichnen er für berechtigt 
sich ansieht. Und die andere Gruppe, die hätte dann wohl die ignobiles mini- 
steriales zum Inhalte? Wodurch gelangt denn der Verfasser zu dieser eigen- 
artigen Unterscheidung? Sind denn in den Geschichtsquellen diese beiden 
angeblich gesonderten Gruppen, wo Ministerialen in langen Reihen als Zeugen 
ihrer Herren aufgeführt werden, erkenntlich ausgezeichnet oder gar von ein- 
ander geschieden? Das findet niemals statt, unter dem einfachen Ausdrucke 
ministeriales stehen stets die gesamten zu dieser Kategorie gehörigen Per- 
sonen ungetrennt verzeichnet. Die Unterscheidung, welche der Herr Ver- 
fasser einführen zu sollen für gut befindet, ist auffallend schwach begründet. 
Er hat zunächst als die anscheinend gewichtigste Unteriage für seine An- 
nahme eine undatierte, der Zeit von 1 180 — 1 1 90 angehörige Urkunde des Dom- 
propstes Anselm von Halberstadt herangezogen, laut welcher der von einer 
alten Dame Elisabet von Badersleben und ihren drei Söhnen vorgenommene 
Verkauf von Grundstücken an das Kloster Ilsenburg bestätigt ward. In dieser 
im Usenburger U. B. I Nr. 34 abgedruckten Urkunde wird die Verkäuferin: 
nobilis quedam matrona Elisabet nomine de Badeslove genannt und bei der 
Aufführung der Zeugen heisst es am Schlüsse: Sub testimonio nostrorum no- 



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DIE HERRSCHAFT HOHENBÜGHEN UND IHRE BESITZER 29 

bilium: Liudolfi advocati, Friderici de Quenstede, Heinrici de Eilenstede, 
Danielis de Aspenstede, Gevehardi de Holtemne, Tiederici de Sumerigge. Mit 
Recht hebt der Verfasser hervor, dass von den gesamten in der Urkunde ver- 
zeichneten Personen nur ein einziger Zeuge, der Domvogt Ludolf, ein nobilis, 
ein Edelherr, ist, während, gleichwie die 3 Söhne der matrona Elisabet aus- 
drücWich in der Urk. als ministeriales des Dompropstes bezeichnet werden, 
ebenso der Charakter der Ministerialität auch den gesamten übrigen Zeugen 
beiwohnt, indem sie sämtlich als bischöflich halberstädtische Ministerialen 
nachgewiesen werden. Sie werden also sämtlich mit der Ausnahme des Dom- 
vogts Ludolf unrichtig als nobiles in der Urkunde prädiziert, wenn dieser Aus- 
druck überhaupt den Rechtssinn haben soll, der sonst mit diesem Ausdrucke 
regelmässig verbunden ist. Dies ist aber zu verneinen. Die in ihrem Stil sehr 
einfach, kurz und unbeholfen erscheinende Urkunde entstammt keineswegs 
der bischöflichen Kanzlei, in welcher der Rechtssinn des mehrfach gebrauch- 
ten Ausdrucks nobilis im Gegensatz zu ministerialis geläufig und bekannt 
war, rührt vielmehr augenscheinlich von einem nicht unterrichteten Schreiber 
her, der sich des gebrauchten Ausdrucks nobilis im Rechtssinne nicht voll 
bewusst war. Die in dieser Richtung gar nicht massgebende Urkunde kann 
dieserhalb nicht zur Unterlage für eine wissenschaftliche Unterscheidung zwi- 
schen nobiles und nicht nobiles ministeriales benutzt werden. Es ist hier eben 
weiter nichts als ein nicht zutreffender Ausdruck gebraucht, der in Unge- 
schick oder einer gewissen Kurtoisie begründet ist. Eine Kanzlei von der 
Bedeutung der Kanzlei des Bischofs von Halberstadt würde weder eine 
einfache Ministerialenfrau, wie Elisabet von Badersleben, noch die wenig 
hervortretenden Ministerialen von Quenstedt, von Aspenstedt usw. als nobiles 
bezeichnet haben. Diese Rüge würde allerdings nicht zutreffen, wenn aus 
den übrigen Ausführungen des Verfassers, wie er anscheinend annimmt, 
erweislich wäre, dass auch der Bischof von Halberstadt und seine Kanzlei 
in gewissen Fällen einzelne der Halberstädter Ministerialen durch das Prä- 
dikat nobiUs wirklich ausgezeichnet hätte. Der Verfasser nimmt in dieser Hin- 
sicht Bezug auf die Zeugenreihen verschiedener Urkunden der Bischöfe von 
Halberstadt, in welchen Ministeriale mit nobiles prädiziert sein sollen. 

I . In der Urkunde des Bischofs Dietrich von Halberstadt für Kloster Rid- 
dagshausen vom 17. März 1 192^) lautet die Zeugenreihe: 

Geistliche; nobiles comes Otto de Valcensten, Marcwart de Banendorp, 
Halt de Biwende, Heinric de Neendorp, Rodolfde Gatersleve, Heric de Wans- 
cleve; ministeriales Albric marscalcus, Heinric de Eilenstede pincerna, Thege- 
nard II pincerna, Thederic de Sumeringe, Wedego dapifer, Baldwinus de 
Lücenhem, 

G. Schmidt ÜB. Hochstift Halberstadt I Nr. 335. 



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30 GEORG BODE 

2. In der Urkunde des Bischofs Meinhard von Halberstadt für Kloster 
St. Johann daselbst vom Jahre 1242^) werden als Personen, welche eine 
Bürgschaft entgegennehmen, genannt : 

Gevehardi de Wernigroth, Henrici de Sladen comitum; et nobilium Vol- 
radi de Hesnem, Sifridi de Lichtenberge, Helmoldi de Bywende, Theoderici 
de Hartisroth; et ministerialium Ecberti de Wolfirbütle, Henrici de Cerigge, 
Johannis de Gatersleve, Johannis dapiferi de Alvensleve, Frederici de Hers- 
leve; et burgensium de Horneborch . 

3. Als Bischof Volrad von Halberstadt dem Kloster Marienberg den Zehn- 
ten zu Runstedt laut Urkunde vom 7. Dezember 1257 übereignet, lautet die 
Zeugenreihe*): 

— Geistliche — ; laici vero Fredericus comes de Kercberg, Volradus de 
Cranichfelt f rater noster, Wernerus de Scherembeke, Everhardus de Suseliz, 
Nicolaus de Heimburch nobiles; ministeriales vero Heinricas de Hordorp, Ja- 
cobus de Severthusen, Cesarius de Serchstede, Heinricus cognomento Ysem- 
borde. 

Dr Heine meint nun, in der Urk. i seien nun zwar die drei zuerst ge- 
nannten unter den nobiles: Otto von Valkenstein, Marquard von Behndorf 
und Halt von Biwende wirkliche Edelherren, dagegen seien die von Nein- 
dorf und von Gatersleben Ministerialen. Ober Erich von Wanzleben äussert 
er sich überhaupt nicht. 

Hierauf ist zu entgegnen, dass alle drei unter den nobiles genannten Per- 
sonen: Heinrich von Neindorf, Rudolf von Gatersleben und Erich von Wanz- 
leben bischöflich Halberstädtische Ministerialen nicht waren, und dieser Um- 
stand ist hier bei ihrer Aufführung in einer Urkunde eines Bischofs von Hal- 
berstadt der wesentliche Grund für ihre Nichtanführung in der Rubrik, in 
welcher die Halberstädtischen Ministerialen verzeichnet wurden. Denn da 
sie Halberstädtische Ministerialen nicht waren, so konnten sie nach dem 
Kanzleigebrauch in der Rubrik ministeriales nicht aufgenommen werden, 
weil in ihr nur die Ministerialen des Bischofs von Halberstadt aufge- 
nommen wurden. Diese drei Herren mussten dieserhalb in der Rubrik auf- 
geführt werden, die keine Halberstädtische Ministerialen enthielt. Da es nun 
keine besondere Rubrik für fremder Herren Ministerialen in der Urkunde 
gab, so wurden sie in die der der Halberstädtischen Ministerialen vorher- 
gehende Rubrik eingetragen. Sie wurden nach den nobiles aufgeführt: 

Heinrich von Neindorf ist nie Halberstädtischer Ministerial gewesen, er 
war Reichsministerial wie sein Ahn des gleichen Namens*). Rudolf von Gaters- 

*) G. Schmidt a. a. O. II Nr. 719. •) das. II Nr. 947. «) G. Schmidt ÜB. a. 
a. O. I Nr. 186. 



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DIE HERRSCHAFT HOHENBÜCHEN UND IHRE BESITZER JI 

leben und Erich von Wanzleben sind ebenfalls niemals Ministerialen des Bi- 
schofs von Halberstadt gewesen, sie waren vielmehr beide Dienstmänner des 
Erzbischofs von Magdeburg und sehr angesehene Persönlichkeiten^). 

Wenn Dr Heine die Aufführung des in der Urk. 2 unter den nobiles ver- 
zeichneten Dietrich von Hasserode in dieser Rubrik, weil er ein freier Herr 
nicht gewesen sei, beanstandet, so ist er im Irrtum begriffen. 

Tidericüs de Hartesrode, Herzingerod (1236—1257) wird als Ritter (miles) 
in einer grossen Zahl von Urkunden der Bischöfe von Halberstadt genannt, 
niemals aber als einer ihrer Ministerialen. Nahezu regelmässig wird er an 
nächster Stelle hinter den nobiles in der Zeugenreihe, also an bevorzugter 
Stelle genannt. Dass er zu den bischöflichen Ministerialen nicht gehörte, geht 
ausdrücklich aus der Urkunde des Bischofs Ludolf für das Stift U. L. Fr. 
vom 30. November 1238*) hervor. In ihr werden als Zeugen zuerst der Edel- 
herr Wernerus de Schirnbeke, dann eine Anzahl von Personen unter der Ru- 
brik rrünisteriales ecclesie nostre und hinter diesen eine Anzahl (freier) milites 
genannt, an erster Stelle Tidericüs de Herzhingerode. Er war also ein freier 
Ritter und konnte dieserhalb von Bischof Meinhard in der Urkunde von 
1 242') sehr wohl unter den nobiles aufgeführt werden. 

Dagegen beruht die Anführung des Nicolaus de Heimburch in der Urk. 3 
lediglich auf einem Versehen in der Kanzlei. Er war ein Halberstädtischer 
Ministerial und kein freier Herr. Dass betreffs seiner Anführung in der Rubrik 
der nobiles in dieser Urkunde lediglich ein Irrtum des Urkundenschreibers 
vorliegt, geht aus dem Umstände hervor, dass derselbe Nicolaas de Heym- 
borch in einer von demselben Bischöfe Volrad an demselben Tage (7. De- 
zember 1257) und an demselben Orte (Langenstein) ausgestellten Urkunde 
für das Kloster Huysburg*) ausdrücklich unter den ministeriales aufgeführt 
steht, und dass er auch später in ebenso bestimmter Weise als bischöflicher 
Ministerial bezeichnet ist^). 

Wenn hiernach die Anführung wirklicher und vermeintlicher Ministerialen 
in Urkunden der Bischöfe von Halberstadt ihre ausreichende Erklärung und 
Erläuterung findet, so kann diese Tatsache nicht für Folgerungen, wie solche 
Dr Heine gezogen hat, Verwendung finden. Und da auch der Inhalt der von 
ihm angezogenen Urkunde des Dompropsts Anselm von Halberstadt gleich- 
falls, wie hervorgehoben ist, völlig ungeeignet erscheint, solche Folgerungen 
zu begründen, so bricht der auf diese Umstände gestützte Aufbau der Heine- 

*) Vgl. über Rudolf von Gatersleben v. Mülverstedt in regesta archiep, Magdeburg I 
S. 711, II S. 154, 333, 335, 341, 378, 382, 387, 405 usw., über Erich von Wanzleben 
das. III S. 704, G. Schmidt ÜB. a. a. O. I Nr. 461, 631. «) G. Schmidt ÜB. a. a. 
0. II Nr. 678. ") Das. Nr. 719. *) G. Schmidt a. a. 0. II Nr. 948. ^ Das. 
II Nr. 997. 



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32 GEORG BODE 

sehen Theorie von ministeriales nobiles als unbegründet in sich zusammen. 
Es ist hiermit auch nicht der Umstand zu verquicken, dass Reichsministeriale 
im 12. und ij. Jahrhundert vielfach unter den Edelherren aufgeführt und 
für solche gehalten werden. Einerseits bietet die Rechtsentwicklung des In- 
stituts der Reichsministerialen Besonderheiten, welche auf die übrige Mini- 
sterialität nicht zutreffen, andererseits ist es erweislich, dass sie in manchen 
Fällen aus dem höheren Adelstande hervorgegangen sind, endlich trifft auf 
sie der Umstand zu, dass ihr Reichslehen, auf welches ihre Ministerialität sich 
gründete, von solchem Umfange und solcher Bedeutung war, dass sie von 
frühester Zeit her an Macht und Ansehen nicht allein mit angesehenen Edel- 
herrenfamilien gleichgestellt erscheinen, sondern viele derselben auch über- 
trafen. So ist z. B. die Familie der Reichsministerialen von Burgdorf, die im 
1 2. und zu' Anfang des i }. Jahrhunderts stets als Edelherren bezeichnet wur- 
den, aus dem Stande der Edelherren, der Uberi et nobiles hervorgegangen. 
Sie entstammten der Familie der Edelherren von Dornten. 

Die Brüder Arnold und Lüdiger nannten sich noch um 1133 von dem 
alten Stammsitze de Thornthunen}), Lüdiger auch noch 1142 de Dornede*) 
und bald darauf in Folge der Belehnung mit dem Reichslehn zu Burgdorf 
de Burchdorp. Dass auch die Reichsministerialen von Hessen, welche seit 
Mitte des 12. Jahrhunderts stets unter den Edelherren aufgeführt werden, 
denselben Entwickelungsgang durchgemacht haben, dürfte auf Grund der 
gleichartigen Verhältnisse mit einiger Sicherheit anzunehmen sein. 

Kehren wir wieder zurück zum Ausgange unserer Betrachtungen über die 
auffälligen Auslassungen Dr Heines über die Entwickelung der Ministerialität, 
so müssen wir, bevor wir die Besprechung schliessen, noch auf einige Be- 
merkungen dieses Autors in der Anmerkung 4 ?u S. 27 eingehen. Er meint, 
der Obertritt von Edelherren in die Unfreiheit der Ministerialität sei eine 
ziemlich häufige Erscheinung gewesen. Er glaubt das aus dem Inhalte der 
von ihm angezogenen Urkunde des Domkapitels von Halberstadt vom 27. 
August 1 281') schliessen zu sollen. Was sagt denn diese Urkunde eigentlich? 
Das Halberstädter Domkapitel macht in ihr die Zusage, dass, wer auch immer 
von dem Bischof Volrad zum Dienste für ihn selbst oder für die Halberstädter 
Kirche angenommen werde, sei er nun nobilis oder sei er Ritter oder Knecht, 
mit Ausnahme von Fürsten, falls er in diesem Dienste Verluste erleiden 
sollte, von dem Nachfolger des Bischofs stets wegen solcher Schäden ent- 
schädigt werden solle (quicunque assumptas fuerit a domino nostro 

Volrado episcopo ad serviendum sibi et ecclesie nostre, sive fuerit nobilis sive 

*) Bode ÜB. Sudt Goslar I Nr. 184. «) Das. I Nr. 196. «) G. Schmidt ÜB. 
Hochstift Halberstadt II Nr. 1378. 



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DIE HERRSCHAFT HOHENBÜCHEN UND IHRE BESITZER 3} 

milites sivefamuU, preter principem vel principeSj si in servitio nostre ecclesie 
dampna receperint, successor predicti domini nostri Volradi episcopi manebit 
ad solvendum illa dampna plenarie obligatus et reddet eos indempnes,) 

Es ist unerfindlich, aus dem Wortlaute und Sinne dieser Zusage des Dom- 
kapitels die letztere auf den Eintritt von Edelherren in die Ministerialität der 
Halberstädter Kirche überhaupt zu beziehen. Hiervon ist ja in der Urkunde 
überhaupt nicht die Rede; der klare Wortlaut und Sinn geht vielmehr dahin, 
den Nachfolger des Bischofs Volrad zu verpflichten, diejenigen Schäden zu 
erstatten, welche Edelherren oder Rittern oder Knappen, die für den Dienst, 
d. i. den Kriegsdienst des Bischofs Volrad oder des Stifts Halberstadt, 
von dem Bischof angenommen waren, in diesem Waffendienste erwachsen 
waren. Um weiteres handelt es sich in dieser Urkunde nicht. Es ist dieser- 
halb völlig untunlich, diese Anerkennung des Domkapitels auf das Ministeri- 
alentum zu beziehen, das mit keinem Worte erwähnt ist, — und ferner un- 
zutreffend, aus dieser Auslassung den Schluss zu wagen, es sei eine ziemlich 
häufige Erscheinung gewesen, dass Edelherren in die Ministerialität der Bi- 
schöfe von Halberstadt getreten seien. Wenn diese Erscheinung in dem Ge- 
biet des Bistums Halberstadt auch öfter als in anderen Gebieten zu beob- 
achten ist, so liegen doch in den durch die grossen Urkundenwerke G. 
Schmidts veröffentlichten Geschichtsquellen der Bischöfe von Halberstadt 
und ihres Gebiets die Geschehnisse in dem letzteren offen vor. Die Hülle und 
Fülle dieses Urkundentums seit der Mitte des 12. Jahrhunderts lässt den 
Forscher klar erblicken, welche Geschlechter des freien Adels zu bestimmten 
Zeiten noch vorhanden waren und lässt bestimmt verfolgen, welche Ge- 
schlechter im Laufe des 12. und 13. Jahrhunderts ausgestorben, und welche 
von ihnen heruntergekommen sind, sodass sie in dem Dienstadel der Bischöfe 
von Halberstadt in unfreier Stellung hinterher wiedergefunden werden. Geht 
man bei dieser Forschung mit voller Objektivität zu Werke, so wird man 
finden, dass dieses Hinabsinken von freien Familien in die Dienstmannschaft 
auch selbst in dem Gebiete von Halberstadt nicht, wie vielfach behauptet ist, 
in massenhafter Weise erfolgt ist, dass vielmehr der Kreis von ursprünglich 
freien Familien, auf welche diese Erscheinung zutrifft, immer noch ein be- 
schränkter gewesen ist. 

Auch für den Sprengel von Hildesheim ist dieselbe Erscheinung jetzt, nach- 
dem das urkundliche Material über dieses Bistum durch die umfassenden ur- 
kundlichen Veröffentlichungen von Janicke und Hoogeweg vorgelegt ist, 
deutlich zu beobachten. Die Forschung kommt hier zu dem Ergebnisse, dass 
ein Hinabsteigen freier Familien in die Ministerialität in diesem Gebiete nur 
in wenigen Fällen bestimmt zu beobachten ist, obgleich auch hier das urkund- 

Braanschw. Jahrbuch VII. j 



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34 GEORG BODE 

liehe Material seit der Mitte des 12. Jahrhunderts in grossen Beständen er- 
halten ist. In diesem Gebiete gelten Fälle dieser Art als seltene Ausnahmen. 
Auch hier erscheinen die bischöflichen Ministerialen als eine einzige gleich- 
gestellte Kaste, ohne dass Unterscheidungen nach irgend welchen Erken- 
nungszeichen zwischen ihnen gemacht werden können. 

Für das von Dr Heine aufgestellte Institut der nobiles ministeriales ist in 
den Geschichtsquellen kein Anhalt zu finden; und sein für diese besondere 
Art von Ministerialen aufgestelltes Kriterium des Besitzes des aktiven und 
passiven Lehnrechts trifft nicht auf diese von ihm aufgestellte Pseudo-Gruppe, 
sondern auf die Ministerialen überhaupt zu, wie die von mir bezeichneten 
vielen Beispiele und andere, mit welchen ich leicht noch aufwarten könnte, 
beweisen. Es gab danach keine gesonderte Gruppe von nobiles ministeriales, 
wohl aber gab es begüterte und weniger begüterte Ministerialen, ohne dass 
dieser Umstand eine Gruppenscheidung bewirkt hätte. Weniger begüterte 
Ministerialen mochten keine Lehnsmannen haben, begüterte die einen mehr, 
die anderen weniger. Das Anwachsen von Gut und Besitz bei manchen Mi- 
nisterialfamilien, der Erwerb von Schlössern und Burgen durch viele von 
ihnen, Verhältnisse, welche sie in die Lage setzten, mit Fürsten und Herren 
zu wetteifern, haben allerdings dazu beigetragen, die alten Verbände der 
Dienstmannschaften zu lösen, ohne dass es erforderiich ist, ein niemals vor- 
handen gewesenes Sonderglied von nobiles ministeriales als diese Wirkung 
äusserndes Gebilde hierfür verantwortlich zu machen. 

Kehren wir nunmehr zu unserer besonderen Aufgabe, der Würdigung der 
Gründe für die gemeinsame Abstammung und den Ursprung der beiden Fa- 
milien der Edelherren von Hohenbüchen und der von Rössing zurück. 

Als solche Gründe sind hervorgehoben: 

1. »beide Familien besassen vereint corveysche Lehnstücke zu Holten- 
sen und Eldagsen«; 

2. »sie entsagten vereint gemeinschaftlichen Vorteilen«. 

3. »beide Familien führten von jeher dasselbe Wappen«. 

4. »Lippold (von Rössing) und auch sein Sohn bezeichnen sich in ihrem 
Siegel als Lippold de Honboken*. 

Hier wollen wir zunächst einmal anhalten. Wären die drei ersten Behaup- 
tungen wahr, dann würde allerdings für die Annahme eines gemeinsamen Ur- 
sprungs der Edelherren von Hohenbüchen und der von Rössing eine wich- 
tige Grundlage gewonnen sein. Aber bei näherer Betrachtung sind alle drei 
Behauptungen unrichtig. 

Inbezug auf den ersten Punkt hat allerdings Havemann in seinem Auf- 
satze über die Herrschaft Hohenbüchen a. a. 0. S. 132 behauptet, es spreche 



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DIE HERRSCHAFT HOHENBÜCHEN UND IHRE BESITZER 35 

für eine Verwandtschaft, dass beide Familien im Besitze corveyscher Lehn 
stücke zu Holtensen und Eldagsen sich befunden haben. Nun ist aber in dem 
gesamten die betr. Familien angehenden Urkundenmaterial kein Anhalt dafür 
zu finden, dass sie oder eine der Familien corveysches Lehngut zu Eldagsen 
besessen haben. Die Angabe Havemanns steht in dieser Richtung unbewiesen 
in der Luft. Unrichtig ist femer die Behauptung, dass sowohl die Edelherren 
von Hohenbüchen als auch die von Rössing corveysche Lehngüter in Holt- 
husen hatten. ImJ. 1 248 verpachtete allerdingsderEdelherrUlrich von Hohen- 
büchen auch die Vogtei über gewisse Güter zu Holthusen, welche von Corvey 
zu Lehen ging^), und vor i joi übereignete der Ritter Lippold von Rottinghe 
der Kirche des h. Martin zu Holthusen 3 Hufen und einen Hof daselbst mit 
der Vogtei*), aber das Holthusen aus dem J. 1 248 ist Holthusen bei Eldagsen, 
das Holthusen, in welchem Lippold von Rössing vor 1301 Eigengut, und 
nicht corveysches Lehengut vergabte, ist nach Lüntzel a. a. 0. Wrisberg- 
holzen, früher Diderichholthusen oder Holthusen genannt. 

Wäre nun aber auch erfindlich, dass der Edelherr Ulrich von Hohenbüchen 
und der Ritter Lippold von Rössing ein jeder corveysches Lehengut in Holt- 
husen bei Eldagsen besessen hätten, so wäre doch hieraus für die Stammes- 
genossenschaft beider zu verschiedenen Zeiten lebender Herren rein gar nichts 
zu schliessen. Lehngut ist kein AUodialgut, und Allode in beiden Familien 
an derselben Stelle sind nicht zu finden. Im übrigen ist auch die Behauptung 
V. Scheeles, beide Familien haben vereint corveysche Lehnstücke besessen, 
überhaupt unwahr, da die von Rössing erst nach dem Aussterben der Edel- 
herren von Hohenbüchen von der Abtei Corvey Lehen erhalten haben. 

Und gerade so unrichtig und unwahr ist die fernere Behauptung dieses 
Schriftstellers, wenn er unter Verweisung auf Havemanns Abhandlung a. a. 0. 
S. 1 3 3 vermeint, beide Familien haben vereint gemeinschaftlichen Vorteilen 
entsagt. Davon steht ja nichts in der Urkunde von 1 264, auf welche Havemann 
verweist. Der Edelherr Ulrich von Hohenbüchen, der Aussteller dieser Ur- 
kunde"), verzichtet da auf alle Anrechte an dem halben Zehnten zu KL Nauen, 
der ihm gehört hatte, zu Gunsten des Klosters Frankenberg. Vereint mit ihm 
entsagt kein Mensch, auch kein Herr von Rössing. Aber unter den Zeugen 
der Urkunde steht der Capellanus in Wincenborch, und der ist allerdings ein 
Herr von Rössing. Dies geht aus einer zweiten Urkunde hervor, welche un- 
datiert ist und dem Jahre 1263 angehört. In dieser Urkunde entsagen die 
Herren von Dahlum auch zu Gunsten des Klosters Frankenberg auf Rechte 
an Gütern zu wüst Sceninge*), Auch in dieser Urkunde verzichtet weiter nie- 

^) Calenberger ÜB. YIII Nr. 26. *) Lüntzel, ältere Diöcese Hildesheim S. 284. 

") Bode ÜB. Stadt Goslar II Nr. loi. *) Bode a. a. 0. II Nr. 93. 

3* 



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36 GEORG BODE 

mand als die von Dahlum, während unter den Zeugen stehen: Olricus nobi- 
lis de Altafago, Conradus plebanus in Winzeborch dictus de Rottinge, Her- 
mannus miles de Gandersem et Hermannas filius suus, Aswinus et Conradus 
deStenberchfratreSj Tydericus deStocheim. Alle diese Herren verzichten nicht 
etwa gemeinsam mit den die Urkunde ausstellenden Brüdern von Dahlum, 
sondern bezeugen nur den Verzicht der letzteren. Die gesamten Personen 
haben nur insofern nähere Beziehungen zu einander, als die Urkunde zweifel- 
los auf der Winzenburg ausgestellt wurde. Hier waren der Edelherr Ulrich von 
Hohenbüchen Herr der Burg als Pfandbesitzer, der Priester Konrad von Rös- 
sing der Burgkaplan, die übrigen Herren gleichwie die Aussteller der Urkunde 
die Burgmannen, wie anderweit urkundlich festzustellen ist. Wie man darauf 
verfallen kann, ein solches Verhältnis als ein vereintes Entsagen auf gemein- 
schaftliche Vorteile zu bezeichnen, dürfte schwer verständlich sein. 

Endlich ist auch die Behauptung, beide Familien haben von jeher das- 
selbe Wappen geführt, unrichtig. Das Wappen der Edelherren von Hohen- 
büchen ist bekannt. Die bei Harenberg hist. eccl. Gandersheim. Tafel XXXVI 
abgebildeten beiden Siegel sind allerdings sehr fehlerhaft und unvollkommen 
gezeichnet. Das dort abgebildete Siegel mit der Umschrift: +S. OTTONIS 
DE ALTIVAGO soll ohne Zweifel das Siegel des Edelherrn Ulrich von Hohen- 
büchen, das andere mit der Umschrift: + S. HOGERE DE ALTIVAGO 
versehene Siegel das des Domherrn zu Hildesheim Hoyer von Hohenbüchen 
zur Darstellung bringen. Denn das richtige Siegel des Edelherrn Ulrich zeigt 
im Siegelfelde einen allerdings erheblich kleineren Schild mit einem nach 
rechts steigenden, gekrönten Löwen, darüber einen Baum, welcher mit 2 klei- 
nen Schilden behängt ist, rechts einen Schild mit 3 Paaren Rauten, links einen 
solchen mit emem Querbalken, welcher mit zwei fünf blätterigen Rosen be- 
legt ist. Die Abweichung in der Darstellung der Wappenbilder in den beiden 
kleinen Schilden bei Harenberg ist hiernach unrichtig; und in gleicher Weise 
ist auch die bei Harenberg dargestellte Umschrift des Siegels unrichtig, die 
Umschrift des Siegels lautet vielmehr: + SIGILL(VM OJLRICI DE (AL- 
TA FJAHO, Das geht aus dem Siegel einer Urkunde von 1 266 im Stadt- 
archive zu Hildesheim (Dominikanerkloster) hervor. Dieses stimmt mit der 
Abbildung bei Erath (Codex diplom. Quedlinb. Taf. XXV Nr. i) im allge- 
meinen überein; nur das Wappenbild in dem links hängenden kleinen Neben- 
schilde auf dem Querbalken zeigt zwei Kreuzen ähnliche Verzierungen, wäh- 
rend das mir vorliegende Originalsiegel zweifellos 2 fünfblätterige Rosen ent- 
hält. Die teilweis fehlende Umschrift ist nach Eraths Abbildung zu ergänzen. 
Das H in dem Worte Alta faho beruht auf einem Versehen des Stempel- 
schneiders, der diesen Buchstaben H statt des richtigen Buchstaben G in die 
Umschrift einfügte. 



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DIE HERRSCHAFT HOHENBÜCHEN UND IHRE BESITZER }J 

Die Verbindung der 3 Wappenbilder in dem Siegel Ulrichs von Hohen- 
büchen ist von besonderem Interesse. Es kann zunächst keinem Zweifel unter- 
liegen, dass der unten stehende Schild mit dem steigenden, gekrönten Löwen 
das eigentliche Geschlechtswappen Ulrichs von Hohenbüchen war, da das- 
selbe Wappenbild, wie wir noch sehen werden, auch, und zwar hier allein, 
im Siegel seines Bruders, des Domherrn Hoyer von Hohenbüchen, vorkommt. 
In beider Siegeln wird der Schild mit dem steigenden, gekrönten Löwen 
überhöht von einem hoch aufragenden Baume, einem Beizeichen, welches 
in redender Weise Bezug auf den Namen hat, indem es als hohe Buche an- 
zusprechen ist. Dieses redende Beizeichen findet sich, wenn auch in anderer 
Form, auch in den Siegeln der Schwestern Ulrichs und Hoyers von Hohen- 
büchen, wie aus den bei Erath a. a. 0. abgebildeten Siegeln der Äbtissin 
Mechtilde zu St. Marien in Gandersheim (Tafel XXV Nr. 1 2 und Tafel XXVII 
Nr. 4), der Pröpstin Sophie zu Quedlinburg (Tafel XXIV Nr. 5), der Pröp- 
stin Kunigunde zu Wenthusen (Taf. XXVIII Nr. 7) und der Gräfin Oda von 
Poppenburg (Tafel XXV Nr. 13) angenommen werden muss, wenn diese 
Darstellungen auch nicht in dem Masse wie in den Siegeln der beiden Brüder 
die Eigenschaft der hoch ragenden Buche zur Anschauung bringen. 

Während sonach der steigende, gekrönte Löwe als das Geschlechtswappen 
der Edelherren von Hohenbüchen anzusprechen ist, haben die Wappenbilder 
in den beiden anderen kleineren Schilden in dem Siegel des Edelherrn Ulrich 
von Hohenbüchen bisher keine richtige Deutung erhalten. Herr von Alten 
hat in der Zeitschr. des hist. Ver. f. Niedersachsen Jahrg. 1864 die Wappen- 
bilder der beiden Nebenschilde in der Weise zu deuten versucht, dass der 
Querbalken in dem einen als das mütteriiche Wappen des Siegelführers, also 
als das der Edelherren von Mehringen, anzusprechen sei, während er den 
Rautenschild mit dem Wappen der Grafen von Lüchow in Verbindung bringt. 
Diese Deutung ist fehlsam. Allerdings wird man nach heraldischen Grund- 
sätzen in einem dieser Wappenbilder der Nebenschilde das Wappen der 
Mutter des Siegelführers mit Fug und Recht zu suchen haben. Dieses Wappen 
ist auch vorhanden, aber nicht in dem Schilde mit dem verzierten Querbalken, 
sondern in dem Rautenschilde. Denn die Edelherren von Vriedeburg und 
Mehringen, deren Geschlechte die Mutter Ulrichs von Hohenbüchen entspros- 
sen ist, waren ein Zweig der Grafen von Mansfeld^), und das Wappen dieses 
Geschlechts bestand in dem Rautenschilde. Dieserhalb ist der rechts stehende 
Nebenschild als der Schild mit dem Wappen der Mutter Ulrichs, der Oda 
von Vriedeburg und Mehringen, anzusprechen. Ich glaube aber auch das Wap- 
penbild im links hängenden Nebenschilde ohne Schwierigkeiten deuten zu 

') V. Ledebur, die Grafen v. Yalkenstein S. 104 fg. 



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38 GEORG BODE 

können. Das dort erscheinende Wappenbild wird auf das Geschlecht hin- 
weisen, dem die Grossmutter des Siegelführers von väterlicher Seite ent- 
stammte. Die Ehefrau des Grossvaters Ulrichs ist zwar nicht bekannt, allein 
seine innigen Beziehungen zu den Grafen von Poppenburg, welchen er in 
der schweren Fehde gegen die Edelherren von Homburg Beistand leistete, 
lassen nähere Verhältnisse, welche in Verwandtschaft oder Schwägerschaft 
begründet sein konnten, mit Recht vermuten. 

Diese Annahme wird durch das Wappenbild im links hängenden Neben- 
schilde im Siegel Ulrichs erheblich unterstützt, da wir den Querbalken mit 
2 fünfblätterigen Rosen als das Wappenbild der älteren Linie der Grafen von 
Poppenburg, der späteren Grafen von Spiegelberg, ansprechen dürfen und 
müssen. Diese ältere Linie führte einen mit Rosen belegten Querbalken als 
Wappenbild, während die jüngere Linie zwei mit Rosen belegte Querbalken 
führte. Auf den bekannten Siegeln der Grafen von Poppenburg älterer Linie 
ist allerdings der Querbalken mit drei Rosen belegt^), im vorliegenden Falle 
nur mit zwei, doch halte ich diese Abweichung für bedeutungslos und viel- 
leicht durch Raummangel für die Anbringung einer dritten Rose herbeige- 
führt. Wenn hiernach anzunehmen ist, dass der Grossvater des Edelherrn 
Ulrich von Hohenbüchen mit einer Gräfin von Poppenburg verheiratet war, 
welcher Ehe Ulrichs Vater, der Edelherr Konrad, entsprossen ist, so könnte 
man versucht sein, auch den Vornamen des letztern als aus der Familie der 
Grafen von Poppenburg entnommen anzusehen. Es dürfte die Annahme nicht 
unwahrscheinlich sein, dass die Mutter Konrads die Tochter des in der Zeit 
von 1 175— 1 195 vorkommenden Grafen Konrad von Poppenburg war, wel- 
cher zwar anscheinend männliche Erben nicht, vielleicht aber Töchter hinter- 
lassen hat'). Sein Vorname ist dann auf seinen Grosssohn, Konrad von Hohen- 
büchen, vererbt. 

Es ist bereits vorhin bemerkt, dass auch der Bruder Ulrichs, der Domherr 
Hoyer von Hohenbüchen, das gleiche Wappen wie jener führte. Sein gleich- 
falls spitzovales Siegel ist in richtiger Weise gleichfalls bei Erath a. a. 0. 
Tafel XXV Nr. 10 abgebildet, wie v. Alten a. a. 0. S. 371 ausgeführt hat. 
Das Siegel enthält einen einzigen Schild mit einem (im Gegensatz zu dem 
Löwen in Ulrichs Siegel) links steigenden, gekrönten Löwen, über dem 
Schilde herauswachsend die hohe Buche^ Von der Umschrift ist erhalten: 
(-^ S.; HOGERI D CAN. HILDESEM, Zu beiden Seiten des Stam- 
mes der Buche ist auf dem freien Siegelfelde je eine fünfblätterige Rose an- 
gebracht. Dieser Umstand ist von den Verfechtern der Stammeseinheit der 

*) V. Hodenberg im Calenberger ÜB. IX S. 19. *) Urk. vom 21. M« 1198 bei 

Janicke ÜB. a. a. 0. I Nr. 534. 



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DIE HERRSCHAFT HOHENBÜCHEN UND IHRE BESITZER 39 

Familie von Rössing und der Edelherren von Hohenbüchen als erheblicher 
Beweisgrund für diese Annahme benutzt, indem sie vorgeben, auch die Edel- 
herren von Hohenbüchen haben neben ihrem Stammwappen, dem steigenden, 
gekrönten Löwen, Rosen als Wappen geführt, gleichwie auch die von Rös- 
sing, bevor sie den steigenden, gekrönten Löwen als Wappen angenommen 
haben, gleichfalls 3 Rosen (j) als Wappenbild geführt hätten. 

Die von Rössing haben nun allerdings vor dem Wappen mit dem Löwen 
3 Rosen (j) zum Wappenbilde gehabt. So führen Dietrich und Lippold von 
Rössing noch im Jahre 1282 jeder ein Siegel mit diesem Wappenbilde ^). Seit 
dem Erwerbe von Hohenbüchen nehmen sie den steigenden gekrönten Löwen 
als Wappenbild an, welches sie zuerst im Jahre 1298') und seither nahezu 
beständig führen. Dagegen haben die Edelherren von Hohenbüchen Rosen 
als Wappenbild niemals geführt. In Ulrichs Siegel ist von Rosen nichts zu 
sehen, die beiden Rosen in dem Siegel des Domherrn Hoyer bedeuten kein 
Wappenbild; sie dienen lediglich zur Ausfüllung der leeren Flächen des 
Siegelfeldes und sind lediglich aus künstlerischen Rücksichten hinzugefügt. 
Beispiele gleichartiger Herrichtung und Verzierung von Siegeln gibt es in 
Menge. Man braucht nur Urkundenwerke mit Siegelabbildungen einzusehen, 
um ähnliche und gleiche Darstellungen zu finden. Man vergleiche im Ur- 
kundenbuche der Stadt Goslar B. II Taf. VIII Nr. 35 das Siegel des Grafen 
Heinrich des Altern von Blankenburg aus dem J. 1298. Der Schild mit der 
Hirschstange, dem Wappenbilde der Grafen von Blankenburg, wird an jeder 
Seite von einer sechsblätterigen Rose begleitet, nicht etwa weil die Grafen 
von Blankenburg auch Rosen neben der Hirschstange im Wappen führten, 
wovon nichts bekannt ist, sondern weil das leere Siegelfeld dadurch in an- 
sprechender Weise ausgefüllt werden sollte. Das dort Taf. XI Nr. 44 abge- 
bildete Siegel des Grafen Hermann von Woldenberg aus den J. 1 269 u. 1271 
lässt den gezackten Kragen der Grafen von Woldenberg als Wappenbild er- 
sehen. Um die Leere des Siegelfeldes zu beseitigen, ist der leere Raum unter 
und über dem Wappenbilde wieder mit je 3 Rosen belegt. Ähnlich ist im 
Siegel Ritter Ludolfs von Winnigstedt (B. III Taf. V Nr. 31) der ganze leere 
Raum des Siegelfeldes zum Schmuck mit Blumenzweigen belegt. Rosen um- 
ranken in gleicher Weise die Wappenschilde der Grafen Konrad II, Konrad IV 
und Konrad VI von Wernigerode aus den J. 1282, 1325 und 1398 (Urkb. 
der Commende Langein. Taf. VI Fig. 45, 47, 48). Es sind ferner zu ver- 
gleichen die Siegel der Grafen Albrecht und Bernhard von Regenstein, (das. 
Tafel IX Fig. 63 und 64). Die Reihe dieser Beispiele könnte ohne grosse 
Schwierigkeit in erheblicher Zahl vermehrt werden. Es genüge an den vor- 

V. Hodenberg im Calenberger ÜB. VIII S. 39. *) Marienroder ÜB. Nn iio. 



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40 GEORG BOÖE 

Stehenden Beispielen, welche fraglos stellen, dass die beiden den Wappen- 
schild Hoyers von Hohenbüchen begleitenden Rosen lediglich als schmücken- 
der Zierrat des Siegels in Betracht kommen können. 

Wenn v. Scheele als fernere Gründe für den einstigen Herrenstand der 
von Rössing auf die Bezeichnung mehrerer Personen dieser Familie als miles 
de Rottingen hinweist und die gegen das Kloster Marienrode bewiesene Frei- 
gebigkeit hierfür heranzieht, so hätte er billigerweise mit solchen völlig nich- 
tigen Beweisgründen zurückhalten sollen. Denn der Ausdruck miles de Hat- 
tingen bedeutet keineswegs, wie v. Scheele meint, (edler) Herr von Rössing, 
sondern bekundet lediglich nur, dass der betreffende Egehardus oder Up- 
poldus de Rottinge die Ritterwürde erworben hatte, welche für jeden vom 
Adel, mochte erEdelherr oder einfacher Adeliger sein, zugänglich war. Wenn 
daher der Edelherr Olricus de Homboken sich Olricus miles de Homboken 
nannte, so konnte dieser Ausdruck auch hier nur bedeuten, dass diesem Edel- 
herrn Ulrich von Hohenbüchen die Ritterwürde zuteil geworden war. Ein 
Schluss dahin, dass, weil dieser Edelherr und andere Edelherren sich gelegent- 
lich miles, also Ritter, nannten, auch Egehardus und Lippoldus de Rottinge, die 
ebenfalls miles genannt wurden, dieserhalb Edelherren seien, ist gänzlich 
verfehlt und unrichtig. Und ebenso verfehlt ist die Verwertung der angeb- 
lichen Freigebigkeit der von Rössing gegen das Kloster Marienrode für ihre 
vermeintliche Edelherren-Eigenschaft. Die betreffenden Urkunden der von 
Rössing für Kloster Marienrode lassen ersehen, dass sie im Jahre 1 305 zu 
Gunsten des Klosters auf Ansprüche hinsichtlich der Gebäude einer Mühle 
zu Jeinsen und einige andere unbedeutende Rechte verzichteten, und dass 
sie dem Kloster zu ihrem Seelenheil eine Hufe Landes zu Jeinsen schenkten. 
Ob der erstere Verzicht eine Freigebigkeit oder eine Rechtsnotwendigkeit 
war, mag dahingestellt bleiben. Wäre jenes der Fall, so würde auch der Hin- 
zutritt der Schenkung von einer Hufe Land noch immer nicht als eine solche 
Freigebigkeit anzusehen sein, wie sie sich damals nur Mitglieder des Herren- 
standes zu leisten pflegten. So etwas taten in Hunderten von Fällen auch 
Mitglieder von Familien des niederen Adels. Und wenn dann auch noch 
im Jahre 1 3 1 1 hinzutritt, dass die von Rössing den Grafen von Hallermund 
3 Hufen Land mit einem Hofe und einer HaussteHe zu Lazen aufsenden, 
welche an das Kloster Marienrode verkauft sind, so ist hieraus auf eine be- 
sondere Freigebigkeit der von Rössing für Kloster Marienrode überall nicht 
zu schliessen. Denn diese Güter waren den von Rössing von ihren Vasallen, 
den von Grasdorf, aufgelassen, welche dieses Gut an das Kloster verkauft 
hatten, bei welchem Geschäfte, wie solches regelmässig der Fall, auch die 
von Rössing als Lehnsherren an den Kaufgeldern Anteil genommen hatten. 



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DIE HERRSCHAFT HOHENBOCHEN UND IHRE BESITZER 4I 

Ebensowenig ist es zulässig, aus dem Umstände, dass die von Rössing 1 398, 
als sie vom Bischof von Halberstadt mit dem Marschallamte und Gütern be- 
lehnt wurden, die Zusicherung erhielten, dass der Bischof von ihnen kein 
Hofrecht fordern, sie vielmehr bei den Rechten und Freiheiten ihrer Vor- 
fahren lassen wolle, für den ursprünglichen Herrenstand der Familie Schlüsse 
zu ziehen, wie das v. Scheele tut. Es liegt ja klar zu Tage, was hier zuge- 
sagt wird. Sie sollen wegen des Hofamtes des Marschalls nicht unter dem 
Hofrechtc stehen, welches als ärgeres Recht galt als dasjenige Recht, 
welches der vom Hofrecht freie adelige Vasall genoss. Dieserhalb wurde 
der letztere noch nicht Edelherr und konnte es nicht werden, wenn er es 
nicht von Geburt her schon war. 

Triftigeren Anlass für die Annahme des Herrenstandes der von Rössing 
scheint die wahre Tatsache zu gewähren, dass eine Anzahl von Mitgliedern 
dieser Familie Ehen mit Frauen aus hochadeligen Geschlechtem eingingen. 
Durch drei Generationen lässt sich diese Tatsache verfolgen. Zunächst ging 
der ältere Lippold von Rössing, welcher Hohenbüchen erwarb, nach Verlust 
seiner ersten Gemahlin eine zweite Ehe ein mit Gertrud, der Tochter des 
Edelherrn Johann von Adensen, welche vorher mit dem Grafen Engelbert 
von Everstein zu Ösen vermählt gewesen war. 

Sein Sohn Beseke (Basil) war mit Ermgard, einer Tochter des Grafen Hein- 
rich V von Woldenberg, verheiratet. 

Auch der wahrscheinliche Sohn dieses älteren Beseke, Johann, hatte eine 
Heirat mit einer Frau aus einem Geschlechte des hohen Adels geschlossen, 
indem er Lutgard, die Tochter des Grafen Heinrich von Schiaden, heimführte. 

Darüber kann kein Zweifel sein, die Verheiratungen der verschiedenen 
Mitglieder der Familie von Rössing mit Töchtern aus Familien des hohen 
Adels bedeuten eine in hervorragender Weise angesehene Stellung dieser 
Herren von Rössing, welche ihnen ermöglichte, eheliche Verbindungen mit 
höher gestellten Familien des Adels einzugehen, Verbindungen, welche regel- 
mässig Angehörigen von Familien des niederen Adels nicht zuteil wurden. 
Diese Ausnahmestellung muss daher in irgend einer Weise auf der erhöhten 
Stellung der betreffenden Herren von Rössing beruhen; sie gab den Anlass 
und die Vorbedingung hierzu ab. Sehen wir uns aber unter dem Adel des 
Landes um, so nehmen wir wahr, dass gleichartige Ausnahmsfälle auch bei 
anderen Familien statthatten, welche mit den von Rössing auf derselben Adels- 
stufe standen, gleichfalls dem niederen Adel angehörten und doch Heiraten 
mit Töchtern des hohen Adels schlössen. Da sind zunächst die von Steinberg, 
ein gleichfalls hoch angesehenes Geschlecht des niederen Adels, welches in 
Grafen- und Herrengeschlechter einheiratete, ein Geschlecht, das gleichwie 



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42 GEORG BODE 

die von Rössing dadurch ausgezeichnet ist, dass es seine Herkunft bis in die 
frühen Zeiten des 12. Jahrhunderts von Generation zu Generation nach- 
weisen kann. Ohne Zweifel gehört auch dieses Geschlecht nicht dem hohen 
Adel an, ist vielmehr ursprünglich ein Dienstmannengeschlecht, das jedoch 
durch eigenen Besitz und zahlreiche Pfandschaften von festen Burgen und 
Schlössern eine vorwiegende Stellung unter den Standesgenossen einzu- 
nehmen und dauernd zu behaupten verstand. Im Anfang des 14. Jahrhunderts, 
in dem die bevorzugte Stellung der von Steinberg sich zunächst geltend 
machte, gaben diese Verhältnisse Anlass zu einer Heirat des Ritters Aschwin 
von Steinberg mit Elisabeth, der Tochter des Grafen Heinrich von Schwalen- 
berg, sowie ferner des Ritters Hermann von Steinberg mit Elisabeth, einer 
Tochter des Grafen Johann von Woldenberg. Beispiele dieser Art gehören 
nicht zu den Seltenheiten. Da sind ferner die Bock von Wülfingen, ein zwei- 
fellos dem niederen Adel angehöriges Geschlecht, das aber gleichwie die von 
Rössing und die von Steinberg lange Zeit eine durch Pfandbesitz von Schlös- 
sern bevorzugte Stellung im Hochstifte Hildesheim einnahm. Es ist allerdings 
neuerdings der Versuch gemacht, die Herkunft dieses Geschlechts von einer 
dem hohen Adel angehörigen Familie nachzuweisen; die ganz verfehlte und 
verunglückte Beweisführung dieses Unternehmens soll an einer anderen 
Stelle dargelegt werden. Auch dieses Geschlecht kann in zwei seiner Mit- 
glieder zur Zeit des Besitzes von Schlössern die Einheirat in Dynastenge- 
schlechter nachweisen, indem Albert Ordenberg II Bock von Wülfingen 1 344 
— 1383 mit der Gräfin Adelheid von Hallermund und sein Sohn Albrecht 
Ordenberg III mit einem Edelfräulein von dem Berge verheiratet war. 

Auch die Familien von der Asseburg, von Amelunxen, von Neindorf, von 
Gramm, von Hardenberg und Bock von Northolz, um bei Familien Nieder- 
sachsens stehen zu bleiben, können gleichartige Verhältnisse aufweisen. Sie 
alle haben die gleiche Adelsstellung, indem sie sämtlich dem niederen Adel 
angehören; sie treten als niederadelige Dienstmannenfamilien sogleich bei 
ihrem ersten Auftreten in die Erscheinung, ohne dass irgend ein begründeter 
Anlass zu der Annahme vorliegt, dass sie aus einem Geschlechte höherer 
Adelsstellung ihre Abkunft herleiten können. Daneben tritt aber als eine allen 
diesen Familien gemeinschaftliche Eigenschaft deutlich hervor, dass sie zur 
Zeit ihrer Versippung mit Familien des hohen Adels in einem bevorzugten 
Verhältnisse der Macht und des Ansehens den Familien der gleichen Adels- 
stellung gegenüber insofern standen, als sie durch den Besitz eigener Burgen 
oder durch den Pfandbesitz von Schlössern ihrer Herren, Fürsten oder Bi- 
schöfe, an Macht und Ansehen ausgezeichnet waren. Es war die Eigenschaft 
von schlossgesessenen Familien, welche seit dem Ende des 1 3. Jahrhun- 



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DIE HERRSCHAFT HOHENBÜCHEN UND IHRE BESITZER 43 

derts bis in die Zeiten des 1 6. Jahrhunderts hinein diese tatsächliche Erhö- 
hung ihrer Adelsstufe vor anderen Familien geschaffen hatte, wodurch sie 
befähigt erschienen, in Machtentwickelung und Lebensweise den an sich 
mächtigeren Familien des eigentlichen Herrenstandes sich zu nähern, es diesen 
in mancher Beziehung gleich zu tun. Wie die von Steinberg die festen Schlösser 
Bodenburg, Winzenburg u. a., die Bock von Wülfingen Poppenberg, Hal- 
lermund u. a. zu Eigenbesitz oder Pfandbesitz in jener Zeit besassen, so war 
jener erste Lippold von Rössing Besitzer des Schlosses Hohenbüchen und des 
Schlosses Calenberg, welche Umstände ihn befähigten, die verwitwete Gräfm 
von Everstein und Ösen zu freien. Auch sein Sohn Beseke konnte der Gräfin 
Ermgard von Woldenberg, als er sie heimführte, das Schloss Calenberg zum 
Wohnsitze darbieten und sie später auf die Liebenburg führen. Dieses Schloss 
diente auch seinem Sohne Johann und seiner Ehefrau, der Tochter des Gra- 
fen von Schiaden, zum Wohnsitze. Diese Schlossgesessenheit der Herren von 
Rössing war also die Veranlassung, dass Töchter des hohen Adels ihnen die 
Hand zur Ehe boten. Dieser Umstand kann mithin nicht dafür den Beweis 
erbringen, dass die Familie ihrem Ursprung nach ein Geschlecht von hohem 
Adel sei. 

Wenn hiermit diejenigen angeblichen Beweistatsachen ihre gebührende 
Zurückweisung gefunden haben, welche Scheidt, v. Spilcker, teilweise auch 
Havemann, endlich aber in umfassenderer Weise v. Scheele für die dyna- 
stische Herkunft der Familie von Rössing geltend gemacht haben, Tatsachen, 
deren Unhaltbarkeit der Verfasser der Familiengeschichte der von Rössing 
teilweise selbst zugibt, so hat letzterer doch von vier weiteren Tatsachen die 
absolute Beweiskraft für die höhere Adelsherkunft der von Rössing behauptet. 
In die Würdigung dieser Tatsachen ist jetzt, soweit es nicht schon früher ge- 
schehen ist, einzutreten. 
Er behauptet, der gewünschte Beweis werde dadurch erbracht, 
i) dass, als im Jahre 117; Dietrich von Rössing an den Propst zu Steter- 
burg Grundstücke verkaufte, dieser Verkauf vor dem Grafen Ludolf von 
Peine im Grafengerichte unter Königsbann erfolgt und bestätigt worden sei, 
also in einem Gerichte, welchem die Freien, also die Edelen für sich und ihre 
Güter unterworfen gewesen seien, sodass dieser Ahn der Familie als ein Edel- 
herr anzuerkennen sei; 

2) dass Dietrich und Bertold von Rössing im J. 1235 im Schöffengerichte 
als freie Schöffen handeln und als liberij freie Männer, ausdrücklich bezeich- 
net werden ; 

3) dass der ältere Lippold, seine Söhne und Enkel bis zum Jahre 1355 
nachweislich Inhaber des Grafengerichts zu Hohenbüchen seien, weshalb 



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44 GEORG BODE 

»ihnen als den Gerichtsherren diejenige Eigenschaft, welche die Verwaltung 
des Grafenamts nach deutscher Gerichtsverfassung voraussetzte, der edle Stand, 
nicht abgesprochen werden« könne. 

4) dass »jeden Zweifel endlich der Besitz der Herrschaft Hohenbüchen 
hebe, weil nur der hohe Adel reichsunmittelbares Gut zu haben, Land und 
Leute zu regieren berechtigt war, Standeserhöhungen, die den Erwerb er- 
möglichen können, noch nicht vorkommen« . 

Diese sämtlichen als Gründe für die höhere Adelsherkunft der Familie von 
Rössing bezeichneten Behauptungen sind aber nicht beweiskräftig, die tat- 
sächlichen Annahmen ebenso wie die Rechtsausführungen unrichtig. Die in 
den Punkten j und 4 hervorgetretenen Behauptungen haben wir in ihrer völ- 
ligen Unrichtigkeit bereits in den Abschnitten VI und VII in ausreichender 
Weise gewürdigt und völlig abgetan, sodass auf sie hier nicht weiter einge- 
gangen zu werden braucht. 

Die angeblichen Beweisgründe unter i und 2 hat v. Alten in seinem frü- 
her besprochenen Aufsatze über die Edelherren von Hohenbüchen einer be- 
rechtigten und zutreffenden Kritik unterzogen, deren Beweiskraft und Schlüs- 
sigkeit auch durch die letzte von dem Herrn v. Rössing in der Zeitschr. d. 
hist. Ver. für Niedersachsen {1866 S. 1 17 ff.) veröffentlichte Entgegnung in 
keiner Weise Abbruch erfahren hat. 

Was den angeblichen Beweisgrund unter i zunächst betrifft, so stellt er 
sich nur als ein nichtiges Phantom dar. 

Was wird denn nun hier behauptet ? Ein Dietrich von Rössing soll im Jahre 
1 175 an den Propst zu Steterburg Grundstücke verkauft haben, dieser Ver- 
kauf soll vordem Grafen Ludolf von Peine im Grafengerichte unter Königsbann 
erfolgt und bestätigt sein; — und, so wird alsdann nach der rechtlichen Seite 
ausgeführt, weil diese Handlung in einem Gerichte erfolgt ist, welchem die 
Freien, also die Edelen, für sich und ihre Güter unterworfen waren, so ist 
dieser Ahn der Familie von Rössing als ein Edelherr anzuerkennen! 

Aber schon diese behauptete Tatsache ist ja unrichtig. Vielleicht beruht 
diese unrichtige Behauptung allerdings auf einer missverständlichen Auffas- 
sung in Lüntzels Geschichte des Bistums Hildesheim II S. 119 und 205 über 
die betreffenden Angaben der Annaks Stederbargenses, welche benutzt sein 
wird; aber von demjenigen, welcher so gewichtige Behauptungen aufstellt, 
ist doch zum mindesten zu verfangen, dass er sich von dem Vorhandensein 
einer Tatsache dadurch überzeugt, dass er auf die Geschichtsquelle selbst 
zurückgeht. Dass diese für die Lüntzelsche Angabe die Annales Stederbur- 
genses sind, liegt offen zu Tage, und dass diese Geschichtsquelle in dem zu- 
veriässigsten Texte in dem grossen Deutschen Geschichtswerke von Pertz: 



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DIE HERRSCHAFT HOHENBÜCHEN UND IHRE BESITZER 45 

Monumenta Germaniae historica, scriptores Bd. 1 6 herausgegeben ist, weiss 
doch wohl jeder, der mit der Geschichte Niedersachsens sich befasst. Hätte 
der Verfasser in diesem Werke Umschau gehalten, insbesondere den Inhalt 
der Seite 2 1 3 angesehen, wo die Ereignisse des Jahres 1 1 75 verzeichnet sind, 
so würde er gefunden haben, dass die Annalen zum J. 11 75 von einem Die- 
trich von Rössing nichts vermelden. Freilich von einem Dietrich erzählen die 
Annalen zum Jahre 1 176 etwas, aber er heisst nicht Dietrich von Rössing. 
Sie erzählen nämlich: ujf Imperator cum Mediolanensibus dimicans vincitur. 
Sequenti anno praepositus Gerhardus, datis una minus quam triginta marcis, 

aquodam Thiderico de et patruo suo Gerhardo, qui legitimus ipsius 

heresfuit, patrimonii sui quinque mansos cum areis et cum omnibus utiUtaäbus 
suis in Lefvorde emit. Es wird dann erzählt, dass der Kauf zunächst im Klo- 
ster Steterburg geschlossen, hinterher aber (postea), als der Kaiser mit seinem 
Heere bei Senstide gelagert habe, in Gegenwart einer Menge von Fürsten, 
Edlen und Ministerialen anerkannt wurde. Es erfolgt dann der Zusatz: UbiLu- 
dolfus comes de Peine, quia imperium comitiae jurisdictione hoc quod diximus 
praedium continebatur, judiciali dictante sententia regio banno in ius ecclesiae 
nostrae absque omni contradictionis inpedimento addixit — Diese Erzählung 
im Urtexte ist es doch wohl, welche der Behauptung, der Verkäufer der 
Grundstücke sei Dietrich von Rössing gewesen, und auf diesen Kauf durch 
diesen Verkäufer habe die Auflassung im Grafengerichte vor dem Grafen Ludolf 
von Peine sich bezogen, unterstellt ist. Aber für dieses Mal ist es nur ein 
Dietrich gewesen, dessen Zuname nicht festzustellen ist, weil der Urtext der 
Vortage an dieser Stelle gerade eine Lücke hat. Verkäufer mit dem Vor- 
namen Dietrich gab es auch schon im Jahre 1 1 76 eine grössere Menge, so- 
dass ein Zwang, auf Dietrich von Rössing zu schliessen, nicht voriiegt; dies 
um so weniger, als neben dem Verkäufer Dietrich auch noch sein Vetter 
(patruus) Gerhard erwähnt wird, und dieser Vorname in der Familie von 
Rössing nicht bekannt ist. Wenn man Schlüsse auf den Zunamen des Verkäufers 
machen wollte, so würde man auf Familien angewiesen sein, bei welchen 
beide Vornamen Dietrich und Gerhard in jener frühen Zeit gehört werden. 
Man würde vielleicht auf die Familie von Wähle (de Welede, Wolede) raten 
können, in der wenigstens zu Anfang des i }. Jahrhunderts beide Vornamen 
gängig waren. Doch lassen wir lieber das Raten. Aber mit dem Dietrich von 
Rössing vom Jahre 1175 ist es hiernach nichts; er verkaufte, so weit uns 
bekannt ist, weder Güter in Leiferde, noch trat er im Grafengerichte des 
Grafen Ludolf von Peine auf, indem er die Güter aufliess. Also die Tatsache, 
aus welcher heraus die Schlüsse gezogen sind, ist nicht vorhanden. Daran 
könnten wir uns eigentlich genügen lassen, da durch dieses Manko ja der Bau 
der gewagten Schlüsse allein schon zusammenbricht. 



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46 GEORG BODE 

Aber selbst für den Fall, wenn eine Tatsache der behaupteten Art wirk- 
lich vorhanden wäre, wenn also — was nicht ist — im Jahre 1 175 ein Die- 
trich von Rössing wirklich verkauftes Gut im Grafengerichte vor einem Gra- 
fen aufgelassen hätte, auch dann stände die Sache doch so, dass der Herr 
Urheber der Schlüsse eine durch nichts berechtigte, unrichtige Folgerung sich 
geleistet haben würde. Er will ja dadurch als nachgewiesen angesehen wissen, 
dass der freies Gut verkaufende Dietrich von Rössing dann nicht allein ein 
freier Mann, nein dass er sogar ein Edelfreier, ein Edelherr, ein Dynast, ein 
Mitglied des hohen Adels gewesen sei. Zunächst scheint der Herr Verfechter 
dieser Ansicht keine richtige Vorstellung von der Zuständigkeit des Grafen- 
gerichts sich gemacht zu haben. Denn wenn er meint, dieses Gericht sei das 
gewesen, welchem die Freien, »also die Edelen«, für sich und ihre Güter 
unterstellt gewesen seien, so scheint er doch anzunehmen, dass unter den 
Freien nur die Edelen, mithin Edelherren, Dynasten, Grafen und Fürsten 
zu verstehen seien. Diese Ansicht würde sehr irrig sein, da dem Grafenge- 
richte alle Freien, also Gemeinfreie und Edelfreie, hinsichtlich ihrer Person 
und ihrer Güter unterstellt waren. 

Sodann aberscheint der Begründer der gegenteiligen Ansichtsich auch nicht 
klar darüber gewesen zu sein, was der von ihm in Rede gestellte Herr Die- 
trich von Rössing gewesen sein könnte, wenn er wirklich im J. 11 75 Freigut 
an den Propst zu Steterburg verkaufte, und wirklich diesen Verkauf als ein 
freier Mann abgeschlossen hätte. Der Verfasser macht, indem er behauptet, 
Dietrich von Rössing sei dann als ein freier Herr, als Mitglied eines Dynasten- 
geschlechts anzusehen, sofort einen Sprung ins Ungemessene, den wir nicht 
mitspringen können. Denn, soweit unsere Kenntnisse dazu ausreichen, würde 
durch diesen Verkauf von Freigut seitens Dietrichs von Rössing, wenn er 
wirklich ein freier Mann war und das fragliche Freigut als solcher im Gra- 
fengerichte aufliess, nur festgestellt werden können, dass in diesem Falle Die- 
trich von Rössing ein einfacher freier Mann, ein Gemeinfreier, gewesen sei. 
Weshalb soll denn nun dieser angeblich ein Grundstück von keiner grossen 
Erheblichkeit verkaufende und im Grafengerichte auflassende Dietrich von 
Rössing, vorausgesetzt immer dass er überhaupt ein freier Mann war, nun 
auch noch ein Edelherr, ein Dynast, ein Mitglied des hohen Adels sein? 
Heisst er denn etwa in der Urkunde nobilis, Über baro, oder wurde ihm 
sonst ein Prädikat beigelegt, welches auf seine Eigenschaft als Herren-, Gra- 
fen- oder Fürstengenoss einen Schluss zulässt? Das müsste aber doch nach 
meinem einfachen Rechtssinne vorliegen, um ihn als Mitglied des hohen Adels 
zu erkennen; um so mehr als Freigut von jedem freien Manne, dem Gemein- 
freien gleichwie dem Edelfreien, im Grafengerichte aufgelassen werden konnte 



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——i 



DIE HERRSCHAFT HOHENBÜCHEN UND IHRE BESITZER 47 

und musste. Nichts, rein gar nichts liegt für diese Annahme vor; die Verkauf 
und Verlass betreibende Person heisst doch nach Angabe des Herrn Refe- 
renten dieser unrichtigen Nachricht einfach und kurz Dietrich von Rössing! 
Genug hiervon! 

Doch wir unterstellten ja nur, Dietrich von Rössing sei überhaupt ein 
freier Mann gewesen. — Aber hat denn der Herr Verfasser der Geschlechts- 
geschichte gar nicht daran gedacht, dass der Dietrich von Rössing des Jahres 
1175, der das Gut verkaufte und im Grafengerichte aufgelassen haben soll, 
auch selbst nach der Annahme seiner eigenen Familie der Sohn des ersten 
Ernst von Rössing gewesen ist? Wer war denn dieser? Er war doch sicher 
kein Edelherr, kein Dynast, er war auch überhaupt kein freier Mann, son- 
dern nach Massgabe der bereits herangezogenen Urkunden ein nicht freier 
Mann, ein Ministerial des Bischofs von Hildesheim. Wenn er aber diese 
Eigenschaft besass, dann konnte doch sein Sohn Dietrich kein Edelherr, kein 
Dynast und gleichfalls auch kein freier Mann sein, er war dann vielmehr ge- 
rade so wie sein Vater ein nicht freier Ministerial des Bischofs von Hildes- 
heim. Und selbst wenn seine Mutter etwa eine Freie gewesen wäre, würde 
er doch immer nach der allbekannten Regel der ärgeren Hand gefolgt sein. 
Wo bleibt denn da die Eigenschaft des Edelherrn? 

Vermeint man etwa, der Ministerial Dietrich von Rössing habe, wenn er 
dies war, überhaupt freies Gut nicht erwerben, auch nicht verkaufen und im 
Grafengerichte auflassen können, und dieserhalb sei anzunehmen, Dietrich 
von Rössing könne doch nur ein freier Mann gewesen sein, so ist dies wieder 
ein Verstoss gegen bekannte Normen der deutschen Rechts- und Verfassungs- 
geschichte. 

Auch ein unfreier Ministerial konnte freies Gut erwerben, er konnte es für 
sich behalten oder veräussern, ganz nach Belieben, und wenn er es ver- 
äusserte, konnte er es und, wenn es mit Rechtserfolg geschehen sollte, musste 
er es im Grafengerichte auflassen. Fälle dieser Art sind durch urkundliche 
Festlegung in Menge bekannt. Ja, wenn auch nicht der apokryphe Dietrich 
von Rössing vom Jahre 1175, den es ja nicht gegeben hat, wohl aber der 
geschichtlich nachweisbare Dietrich von Rössing vom Jahre 11 82 dürfte Frei- 
gut als Heiratsgut seiner Gemahlin besessen haben. Denn die Annales Steder- 
burgenses berichten zum Jahre 1 182^), dass in diesem Jahre am i j. Juni der 
Propst Gerhard von Steterburg 8 Hufen zu Adersheim für sein Kloster ge- 
kauft habe. Von diesen Hufen gehörten je 2 Konrad und Ernst von Kemme, 
4 Hufen ihrer Schwester, welche Thidericus de Rothginghe geheiratet hatte. 
Als letztere ihre 4 Hufen verkaufte, stimmte Dietrich von Rössing jure ma- 

>) Pertz Mon. Germ. SSa XVI. p. 215. 



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48 GEORG BODE 

riti ZU. Das Kaufgeschäft wurde hinterher in magno placito episcopi in Boden- 
borch vor einer grossen Anzahl von benannten Edelherren und^ wie die Auf- 
zeichnung sagt, eifere omnes Hildensemenses nünisteriales feierh'ch bestätigt. 
Da das verkaufte Gut als praedia, quae jure hereditario possidebant, bezeich- 
net wird, so wird dasselbe Freigut gewesen sein. Dass aber Ministeriale in 
ihrem Besitz befindliches Freigut selbsthandelnd bei vorgenommenem Ver- 
kaufe im Grafengerichte aufliessen, war Regel, zu deren Nachweise ich auf 
eine Urkunde der Brüder Ritter Ludolf und Burchard von Gramm vom 1 7. 
März 1285^) verweise, zufolge welcher sie bekunden, ihr Erbgut in Mahlum 
an das Stift St. Georgenberg bei Goslar verkauft und y,coram judicio quod 
vülgariter dicitur grevedinck" aufgelassen zu haben. Auch diese Herren von 
Gramm waren Ministeriale, und zwar solche der Herzöge von Braunschweig. 
Dadurch dass sie Freigut vor dem Grafengerichte aufliessen. waren sie weder 
noch wurden sie Freie oder gar Edelherren. Auch sie blieben, was sie waren, 
dem niederen Adel angehörige Herren. Und diesem Stande blieb auch Die- 
trich von Rössing angehörig; die Eigenschaft eines Edelherrn hat er niemals 
besessen. 

Treten wir hiernach in die Besprechung des angeblichen Beweisgrundes 
2 ein. Wie schon von Alten a. a. 0. S. 52 ausführlich dargelegt hat, befindet 
sich Herr v. Rössing bei der Annahme, die bei der Übertragung von Freigut 
zu Giesen im Grafendinge als beisitzende Schöffen im Freiengerichte mit- 
wirkenden Theodericus et Bertoldus de Rothinge seien Mitglieder der ade- 
ligen Familie v. Rössing, in einem nachweisbaren Irrtume. Denn als am 
4. Juli 1235 der Edelherr Dietrich von Depenau an das Godehardikloster 
zu Hildesheim seinen ganzen Erbbesitz zu Giesen bei Hildesheim verkaufte, 
wurden nach der in der Zeitschrift des bist. Ver. Jahrg. 1868 S. 116 f. 
mitgeteilten, von dem Edelherrn Dietrich von Depenau selbst ausgestellten 
Urkunde diese Freigut bildenden Güter dem kaufenden Kloster in comicio, 
quod Vülgariter dicitur greveding, aufgelassen. Diesem Grafendinge sass Ber- 
toldus advocatus Montis vor, also der Vogt von Moritzberg, der zugleich Stadt- 
vogt von Hildesheim war, ein Herr, der als bischöflicher Ministerial in den 
Urkunden dieser Zeit vielfach als solcher vorkommt. Dann werden in der 
Urkunde die Richter dieses Gerichts aufgeführt und zum Schluss die Zeugen, 
indem die Urkunde ausführt: Huic placito preerant liberi Widoldus de Em- 
berekey Theodericus et Bertoldus de Rothinge, Theodericus de Civitate; presen- 

tibus clericis militibus: , servis . Hiernach waren 

freie, d. h. nicht edele sondern gemeinfreie Leute aus der Nachbarschaft: 
ein Widold aus Emmerke, Dietrich und Bertold aus Rössing und ein freier 

*) Bode ÜB. Goslar II Nr. 322. 



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DIE HERRSCHAFT HOHENBÜCHEN UND IHRE BESITZER 49 

Mann Dietrich aus der Stadt Hildesheim als Schöffenrichter im Gerichte tätig 
und zugezogen. Im Gegensatz zu ihnen werden als Zeugen gegenwärtig 
mehrere Geistliche (clerici), eine Anzahl von Rittern, unter welchen wieder 
Bertoldus advocatus Montis, der Gerichtsvorsitzende, aufgeführt, wird, und 
Knappen bezeichnet. Wie in Emmerke, in Hildesheim, in dem wüsten Co- 
vingen bei Eldagsen, in Barnten Gemeinfreie lebten und als Schöffen zu den 
Grafengerichten, in welchen allein Freigut aufgelassen wurde, wirkten, so 
lebten auch in der Heimat der Familie von Rössing, in dem Dorfe Rössing, 
gleichfalls noch Gemeinfreie, welche diese Dienste im Grafengerichte ver- 
richten konnten. Als in demselben Jahre der Sohn des obengenannten Ver- 
käufers, der Edelherr Volrad von Depenau, dem eben besprochenen Verkaufe 
des von seinem Vater dem Godehardikloster verkauften Freiguts zu Giesen 
zustimmte und hierüber eine Urkunde ausstellte*), tat er dies in commitio, 
quod vulgariter dicitur greveding. Er führt hierbei als Zeugen an: Bertoldus 
advocatus^ qui eidem presedit placito; dann folgen eine grössere Menge Hil- 
desheimer Dienstmannen, zum Schluss sind angeführt: liberi et eiasdempla- 
citi procuratores: Hermannus et Godescalcus de Covinge, Tidericus et Johannes 
et Eilardüs de Rotdinge, Jordanus, Jodolfus et Thetmarus de Bartfienem. Hier 
sind also noch mehr gemeinfreie Bauern aus Rössing wie in der früheren 
Urkunde als teilnehmende Schöffen bei der Gerichtsverhandlung aufgeführt. 
Es leuchtet hier wohl ohne weiteres ein, dass man diese gemeinfreien Bauern 
aus Rössing als Angehörige der adeligen Familie von Rössing nicht ansehen 
kann und darf. Man wird mithin darauf verzichten müssen, diese urkundlich 
feststehende Gemeinfreiheit Rössingscher Bauern für die hochadelige Her- 
kunft der Familie von Rössing als Beweis heranzuziehen. Wenn Herr v. 
Rössing diese von ihrem Heimatorte Rössing benannten freien Bauern glei- 
chen Namens zu Mitgliedern seiner Familie vindizieren will, so übersieht er 
dabei gänzlich, dass der freie Bauersmann Dietrich von Rössing doch ganz 
unmöglich die gleiche Persönlichkeit mit seinem Ahnen Ritter Dietrich von 
Rössing sein kann, der zu derselben Zeit lebte. Denn der letztere war eben 
kein freier Mann, vielmehr, wie ganz zweifellos feststeht, ein unfreier Mini- 
sterial des Bischofs Konrad von Hildesheim. Zu allem Überfluss will ich in 
dieser Beziehung hier nochmals hervorheben, dass der Ritter Dietrich von 
Rössing im Jahre 1225 und dann wieder 1235 und endlich nochmals nebst 
seinen Söhnen Dietrich und Lippold oder mit dem ersteren 1243 und 1258 
ausdrücklich als Ministerial des Bischofs Konrad von Hildesheim urkundlich 
bezeichnet ist*). Dadurch ist doch ein für alle mal festgestellt, dass dieser zu 

*) Zeitschrift des hist. Ver. für Nieders. a. a. O. S. 118. •) Sudendorf U. B. I 

Bnvnschw. Jahrbnch YU. 4 



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50 GEORG BODE 

der adeligen Familie gehörige Ritter Dietrich von Rössing, der Stammvater 
der gesamten folgenden Familienglieder, sein ganzes Leben lang ein nicht 
freier Mann gewesen ist, und dass er nicht als dieselbe Person mit dem zu dieser 
selben Zeit, im Jahre 1255, im Schöffengerichte tätigen freien Manne Die- 
trich aus Rössing, einem gemeinfreien Bauern, identifiziert werden kann. 
Aber auch die anderen zu derselben Zeit genannten freien Bauern aus Rös- 
sing: Bertold, Johann und Eilard können nicht Mitglieder der adeligen Fa- 
milie von Rössing gewesen sein, da die letztere Familie seit ihrem ersten 
geschichtlichen Auftreten mit Ernst I um 1 1 3 2 als eine nicht freie Ministerialen- 
familie urkundlich beglaubigt ist, und dieses Verhältnis auch auf die Nach- 
kommen des ersten Stammvaters urkundlich nachweislich bis in den Anfang 
des 14. Jahrhunderts übergegangen und bestehen geblieben ist. Diese Ver- 
hältnisse sind auffälliger Weise von dem Verteidiger der freien Herkunft der 
Familie gänzlich übersehen. 

Diese für objektive Beurteiler sehr befremdliche Sucht, freie Leute in die 
Reihen einer nicht freien Dienstmannenfamilie als Familienmitglieder unbe- 
rechtigt einzuführen, ist schwer zu verstehen. Die Schöffen der Grafenge- 
richte Ostfalens in der Mitte des 13. Jahrhunderts waren durchweg Gemein- 
freie, freie bäuerliche Grundbesitzer, die nicht über grosse Latifundien, son- 
dern über einige freie Hufen als Eigen verfügten. Was waren denn solche 
Leute gegenüber einem Rittersmann, einem Ritter Dietrich von Rössing aus 
derselben Zeit, der freilich nicht über viel freies Gut, aber über vielleicht 20, 
30 oder auch 50 mal grösseren Besitz an Lehngut verfügte? Was waren jene 
kleinen, wenn auch freien Bauern einem Schlossherrn Ritter Lippold von 
Rössing gegenüber, der mit Fürsten, Bischöfen und Dynasten in die Schran- 
ken zum Kampfe trat? Diese Herren standen nach Beschaffenheit der Zeit- 
ideen und nach ihrer eigenen Ansicht an Standeswert turmhoch über jenen 
kleinen Freien. Sie würden sich schier verwundert haben, wenn die Bauern 
Dietrich und Bertold, Johann und Eilhard aus Rössing sich erdreistet hätten 
mit der Behauptung hervorzukommen, sie gehörten als Mitglieder zu derritter- 
bürtigen Familie der von Rössing. Die Zeiten waren ja längst dahin, in wel- 
chen der freie Mann, wenn er auch ein ganz kleines freies Besitztum hatte, 
höher bewertet wurde als der nicht freie Mann. Als das Lehnrecht die Bahn 
für den Ministerialen brach, sich reiches Gut im unfreien Dienste seines Herrn 
zu verschaffen, als dann der Wert der Ritterehre die mindere Wertschätzung 
des Ministerialen dem Freien gegenüber gänzlich bei Seite schob, da galt ein 
solcher kleiner Gemeinfreier für einen Ritter oder Schlossherrn doch rein 

Nr. 577, 3 und 13; Vaterland. Archiv 1843 S. 124 f; Hoogeweg ÜB. a. a. O. II Nr. 
689, 1042, III Nr. 904. 



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DIE HERRSCHAFT HOHENBÜCHEN UND IHRE BESITZER 5I 

gar nichts! Es ist dieserhalb gar nicht zu verstehen, welchen Wert es für die 
Famih'e von Rössing hätte haben können, wenn nun diese gemeinfreien 
Bauern aus Rössing wirklich Angehörige ihrer adeligen Familie gewesen 
wären. Es ist dies um so weniger einzusehen, als, wenn diese Sachlage auch 
wirklich vorgelegen hätte, ein Schluss auf die Eigenschaft der Familie von 
Rössing als einer edel freien doch nicht gerechtfertigt sein würde. Denn die 
gemeinfreien Bauern Dietrich aus Rössing usw. waren eben keine edel- 
freien Leute. Als schöffenbare Gemeinfreie standen sie nach der lehnrecht- 
lichen Ständegliederung des sächsischen Rechts nur auf der Rangstufe des 
5. Heerschildes, auf derselben Stufe, auf welcher auch die Dienstmannen 
der Herren standen. Von den edelfreien Herren trennte auch sie noch die 
Spanne eines ganzen Heerschildes. 

Somit sind alle für diese Ansicht aufgestellten Behauptungen als unbegrün- 
det nachgewiesen. Die Geschichtsquellen lassen vielmehr nicht den gering- 
sten Zweifel darüber, dass agnatische Beziehungen der Familie von Rössing 
zu den Edelherren von Hohenbüchen überhaupt nicht vorhanden gewesen 
sind. Die von Rössing gehörten vielmehr nicht dem Herrenstande, sondern 
dem niederen Adel an. Von ihrem ersten Auftreten an sind sie in dieser 
Eigenschaft kenntlich als Ministerialen der Bischöfe von Hildesheim. 

Erst nach Beendigung meiner Ausführungen kam mir das Buch des Pro- 
fessors Dr Werner Wittich: »Altfreiheit und Dienstbarkeit des Uradels in 
Niedersachsen« (1906) in die Hände. Die Ergebnisse dieser Forschung be- 
rühren meine Arbeit vorzugsweise in der Abteilung VIII über den verneinten 
agnatischen Zusammenhang der Familie von Rössing mit den Edelherren von 
Hohenbüchen. Wären die Forschungen Wittichs richtig, so würde der ur- 
sprünglich freie Stand der Familie von Rössing nachgewiesen sein. Es würde 
dann kein Hindernis voriiegen, in dieser Familie einen abgeteilten Zweig 
eines freien Herrengeschlechts zu befinden. Man würde mithin den Um- 
ständen nach die von Rössing als eine abgeteilte Linie der Edelherren von 
Hohenbüchen ansehen können, nach deren Aussterben im Mannesstamme 
die überlebende Linie der von Rössing das Stammerbe, die Burg Hohen- 
büchen und ihr Zubehör, ererbt haben könnte. Ich kann es mir versagen, in 
Rücksicht auf die Forschung Wittichs meine Ausführungen einer Umarbei- 
tung zu unterziehen, weil ihre Ergebnisse als unbegründet angesehen werden 
müssen. Indem ich mir vorbehalte, jene Forschung an einem anderen Orte 
einer eingehenden Kritik zu unterziehen und ihre Unbegründetheit näher 
nachzuweisen, bescheide ich mich hier, in kurzer Form ihre Ergebnisse zu 
beleuchten. Wittich hat die in den Urkundenbüchern von Janicke, Hoogeweg 
und Döbner jetzt in grosser Reichhaltigkeit voriiegenden Hildesheimischen 

4* 



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52 GEORG BODE 

Urkunden zur Grundlage seiner Studie genommen. So behauptet er wenig- 
stens. Da aber diese Geschichtsquellen ein ausreichendes Material zur Beur- 
teilung der Frage, in welchem Zahlenverhältnis die beiden Gruppen, aus 
welchen die Dienstmannschaft sich zusammensetzte, die althörigen und die 
altfreien Ministerialen, zu einander stehen, und wie sie zahlenmässig einzu- 
schätzen sind, nicht im entferntesten, sondern so viel wie nichts darbieten, 
so sucht er diesen quellmässigen Defekt durch wissenschaftliche Annahmen 
auszufüllen. Er will darlegen und behauptet, die grosse Masse der dienst- 
männischen Geschlechter im Bistum Hildesheim sei altfreien Ursprungs. Zum 
Nachweise dieser Grundtheorie stellt er verschiedene wissenschaftliche Merk- 
male auf. Das erste derselben bildet die Grundhypothese, in der Zeit, welche 
er die Frühzeit nennt (bis zum ersten Viertel des 12. Jahrh.), sei die Zahl 
der althörigen Ministerialen auch in Hildesheim besonders gering gewesen : 
es lasse sich das zahlreiche Erscheinen der Hildesheimischen Ministerialen 
im 1 2. und 1 3. Jahrhundert daher nur durch ein massenhaftes Ergeben freier 
Geschlechter in die bischöfliche Ministerialität erklären. Die zum Nachweise 
dieser ersten Hypothese unternommenen Ausführungen sind in ihrer Dürftig- 
keit überall nicht imstande, die betreffende Behauptung auch nur im gering- 
sten zu stützen und müssen ais ein völlig gescheiterter Versuch des Nachweises 
des behaupteten Zustandes betrachtet werden. Die zweite Grundhypothese 
stützt Wittich auf den Besitz von Eigengut. Er behauptet, dass die Ministerialen- 
geschlechter, welche sich von bestimmten Orten nennen, regelmässig an die- 
sen Orten ein erhebliches Mass von Eigengut besitzen, das als altes Familien- 
gut anzusehen sei. Dagegen hatten, wie Wittich behauptet, die Ministerialen 
der Frühzeit vor Entstehung der Familiennamen lediglich Dienstlehen und 
kein Eigengut, sodass das in eine frühe Zeit hineinreichende Eigengut not- 
wendig als ein Nachweis für die Altfreiheit des betr. Geschlechts anzusehen 
sei. Diese Anschauung ist gänzlich rechtsirrtümlich. Das Eigengut von Mini- 
sterialen ist auch für die Wittichsche sog. Frühzeit vielfach quellenmässig 
bezeugt. Er geht also auch mit dieser Grundhypothese völlig fehl. Er kann 
derselben auch nicht durch die an sie sich anschliessende dritte Grundhypo- 
these wieder aufhelfen, in welcher er das rechtsgeschichtliche Institut des 
Hantgemais als Beweisumstand heranzieht. Er will aus dem Vorhandensein 
eines altererbten Familienguts, selbst in den kleinsten Partikelchen, ein Stan- 
desmerkmal für die altfreie Herkunft eines Dienstmannengeschlechts herleiten. 
Herr Wittich schiesst in der Bewertung dieses Merkmals als eines untrüg- 
lichen Nachweises für frühere Altfreiheit gänzlich fehl. Wenn man ihm auch 
dahin folgen kann, dass jeder Vollfreie bei Meidung des Standesverlustes ein 
gewisses Mass von Stammgut (hantgemal) zu Eigentum haben und behalten 



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DIE HERRSCHAFT HOHENBOCHEN UND IHRE BESITZER 53 

musste, so wird man seinen Weg nicht weiter mitgehen, wenn er in jeder 
Parzelle von in der Familie befindlichem Eigengut, die im Besitze eines Dienst- 
mannen angetroffen wird, ein mit der Rechtseigenschaft des hantgemal be- 
haftetes Stück alten Erbguts erblicken will, das auf die altfreie Herkunft des 
Geschlechts notwendig hinweisen soll. Wenn es richtig ist, und es ist unfrag- 
lich richtig, dass wie der altfreie, so auch der althörige Ministerial schon in 
der Frühzeit Eigentum haben konnte, so können auch später hervortretende 
particulae proprietatis im Besitze eines Ministerialen keine Beweiskraft in der 
Richtung haben, dass sie Zeichen einer altfreien Herkunft sind. 

Die wissenschaftliche Unhaltbarkeit der Wittichschen Theorie ist neuer- 
dings in sehr klarer Weise durch den Aufsatz des Professors Philipp Heck: 
»Zur Genealogie des niedersächsischen Uradels« in der Zeitschrift des Histo- 
rischen Vereins für Niedersachsen Jahrg. 1906 S. 235 fg. dargelegt. Ich 
werde in nächster Zeit in einer eingehenden Kritik ausführen, dass der Schrift 
Wittichs noch andere schwere Mängel anhaften, die ihre angeblichen Ergeb- 
nisse in den wesentlichen Hinsichten als verfehlt kennzeichnen. 

Schlusswort. 

Am Schlüsse meiner Arbeit möchte ich einige Worte auf die Äusserungen 
des Herrn Oberforstmeisters Freiherrn von Rössing in der Zeitschrift des 
Harz- Vereins für Geschichte Jahrg. 1 902 S. 448 ff erwidern, welche als Ent- 
gegnung auf die von mir im Jahrg. 1902 S. 268 ff. veröffentlichte Rezension 
der von Rössingschen Schrift: die Stammtafeln des Geschlechts derer von 
Rössing, Hildesheim 1901, gelten sollen. 

An dieser verdienstlichen Arbeit hatte ich nur zwei wesentliche Mängel 
beanstandet, als ersten die Aufnahme von 3 Personen als angebliche Mit- 
glieder der Familie von Rössing, nämlich Jahns I und Diedrichs I aus dem 
J. 1039 und Ernsts I aus dem J. 1083, als zweiten die Einbeziehung aller 
Mitglieder der Familie Wulfgrove in die Familie von Rössing und in ihre 
Stammtafel. 

Die letztere Bemängelung erkennt v. Rössing als zutreffend an, weshalb 
es hierbei sein Bewenden haben kann. Anders stellt er sich zu der ersteren 
Beanstandung. Er vermeint, zur Aufnahme der 3 genannten angeblichen Mit- 
glieder der Familie von Rössing in die Stammtafeln habe er sich für berech- 
tigt, ja verpflichtet gehalten, weil im Familienarchive alte Aufzeichnungen 
auf ein nicht mehr vorhandenes Familienstammbuch bezugnehmend bekunden, 
dassnachaltenKlosterurkunden Jahn und Dietrich 1039 und Ernst 1083 
gelebt haben, mithin auf früher vorhandene Urkunden Bezug genommen 
werde. 



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54 GEORG BODE 

Der Verfasser glaubt ferner, die Zuverlässigkeit dieser Angaben aus dem 
Familienarchiv durch eine Angabe bei Behrens »Genealogie derer von Stein- 
berg und mehrerer adelicher Häuserc 1697 weiter unterstützen zu können. 
Dieser ältere Schriftsteller gebe nämlich bei der Besprechung der Stammtafel 
der Herren von Wrisberg an, Ernst von Wrisberg sei 1028 aus Oberdeutsch- 
land mit Bischof Godehard von Hildesheim gekommen, habe von ihm ein 
Burglehn auf dem Hause Winzenburg und andere Güter in selbiger Graf- 
schaft erhalten, sein Sohn Hans sei ohne Erben gestorben, sein Sohn Ernst 
dagegegen sei Konventual in Corvey geworden und 1070 gestorben, während 
sein Sohn Hermann von dem Bischof Hezilo die Lehen im Jahre 107} emp- 
fangen habe; seine Frau sei eine von Rössing gewesen. 

Herr v. Rössing glaubt aus diesen Behrens'schen Angaben schliessen zu 
können, diese Stammutter des Wrisbergschen Geschlechts müsse der Zeit 
nach eine Tochter von Jahn oder Diedrich von Rössing gewesen sein »und 
damit ein weiterer Beweis für deren Vorhandensein vorliegen 
möchte.« Er glaubt auch in dem schon im Jahre 1070 nachgewiesenen Vor- 
kommen des Ortes Rössing als Rottingum, dass die Annahme, dass Jahn und 
Diedrich von Rössing im Jahre 1039 gelebt haben, auch noch in etwas unter- 
stützt werde, Er gibt aber schliesslich zu, dass in diesen Umständen ein voll- 
gültiger Beweis nicht vorliege. 

Dieser Ansicht gegenüber muss ich bei der von mir schon früher vertre- 
tenen Anschauung verharren, dass von einem Beweise des Vorhandenseins 
der angeblichen Familienmitglieder Jahn 1 und Dietrich I zum Jahre 1039 
und von Ernst 1 zum Jahre 1083 durch die angezogenen Beweismittel über- 
haupt nicht die Rede sein kann, und dass dieserhalb die in den »Stammtafeln« 
durch diese geschichtlich nicht nachgewiesenen Personen dargestellten Gene- 
rationen I und II der von Rössingschen Familie im Interesse der wissenschaft- 
lichen Brauchbarkeit der »Stammtafeln« zu streichen sind. 

Die ganze Anlage jener »Stammtafeln des Geschlechts derer von Rössing« 
lässt durchweg das anerkennenswerte Bestreben hervortreten, ein auch wis- 
senschaftlich brauchbares genealogisches Werk über die eigene Familie vor- 
zulegen. Diesem Bestreben sucht die Schrift in vielen Hinsichten gerecht zu 
werden, und bin ich dieserhalb bestrebt gewesen, die hierdurch hervortreten- 
den guten Eigenschaften in meiner Besprechung gebührend hervorzuheben. 
Ich konnte aber hierbei die beiden wesentlich gerügten in der Schrift enthal- 
tenen Missgriife um so weniger unberücksichtigt lassen, als in beiden ein 
wesentlicher Mangel an wissenschaftlicher Kritik enthalten war. Eine den For- 
derungen der Wissenschaftlichkeit entsprechende Arbeit genealogischer Fa- 
miliengeschichte erfordert in erster Linie, dass die in ihr enthaltenen familien- 



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DIE HERRSCHAFT HOHENBOCHEN UND IHRE BESITZER 55 

geschichtlichen Daten und Angaben auf Grund beweisfähiger geschicht- 
licher Belagstücke als geschichtlich wahre Tatumstände nachgewiesen 
werden. Weshalb die Angaben über Jahn I und Diedrich I von 1039 und von 
Ernst I von 1083 >" ^^" Stammtafeln die Eigenschaft solcher geschichtlich 
wahren Tatumstände nicht haben und nicht haben können, ist von mir in 
meiner Besprechung der Schrift a. a. 0. S. 269 fg. bereits in ausführlicher 
Weise zum Ausdruck gebracht. Jedes Wort dieser Besprechung muss ich der 
Entgegnung v. Rössings gegenüber aufrecht erhalten. Ja, ich kann meine 
früheren Ausführungen nach eingehender Beschäftigung mit dem Stoffe noch 
in der bestimmteren Form ergänzen, dass die Aufführung der drei genannten 
Personen als Mitglieder der Familie von Rössing in einer wissenschaftlichen 
Schrift unzulässig ist. Das zu unserer Zeit übersehbare wissenschaftliche 
Quellenmaterial bringt auf das bestimmteste zum Ausdruck, dass gleichzeitige 
echte Geschichtsquellen über bestimmte Personen einer dem niederen Adel 
angehörigen Familie in dem Gebiete der vormaligen Diözese Hildesheim aus 
dem 1 1 . Jahrhundert überhaupt nicht vorhanden sind, dass vielmehr die 
ersten sehr knappen Bezeichnungen von Angehörigen solcher Familien mit 
dem Zunamen der betr. Familien erst in den ersten Dezennien des 12. Jahr- 
hundert gefunden werden. Vor dieser Zeit ist von solchen Familienzunamen 
überhaupt nicht die Rede. Kommen vor dieser Zeit Personennamen vor, so 
sind es lediglich Vornamen, aus deren Vorkommen, da sie regelmässig nur 
bei dem Auftreten der betr. Personen als Zeugen vorkommen, auf die Zu- 
gehörigkeit zu einer bestimmten Familie ein berechtigter Schluss nicht ge- 
stattet ist. 

Weshalb sollte nun die dieser allgemeinen Regel entgegenstehende Ab- 
weichung für die Familie von Rössing bestehen, dass für sie ein Jahn und ein 
Diedrich von Rössing schon im Jahre 1039 und ein Ernst von Rössing be- 
reits im Jahre 1083 geschichtlich nachweisbar sein könnte.^ Dass zum Nach- 
weise einer solchen ganz einzigen und unserer ganzen Kenntnis der Bezeich- 
nung von Familiennamen im 1 1 . Jahrhundert entgegenstehende Benennung 
eine alte Familientradition nicht ausreichen kann, liegt doch auf der Hand. 
Der wissenschaftliche Wert dieser Geschichtsquelle wird auch durch die von 
dem Herrn Referenten neuerdings zur Unterstützung herangezogenen Um- 
stände nicht gekräftigt. Die im Familienarchive befindlichen alten Aufzeich- 
nungen, welche auf ein nicht mehr vorhandenes Familienstammbuch Bezug 
nehmen und bekunden, dass Jahn und Diedrich im Jahre 1039, Ernst im 
Jahre 1083 nach alten Klosterurkunden gelebt haben, sind doch als Beweis- 
mittel für diese Tatsachen ohne jeden Wert. Das alte verioren gegangene 
Familienstammbuch kann doch unmöglich aus dem 1 1 . Jahrhundert herge- 



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56 GEORG BODE 

rührt haben, da dergleichen Stammbücher vor dem 1 5. Jahrhundert mir nicht 
bekannt geworden sind. Und was mögen das wohl für alte Klosterurkunden 
gewesen sein, welche über Geschehnisse aus dem 1 1 . Jahrhundert Beweis 
erbringen sollen? Die gesamten Klöster um den Stammsitz des Geschlechts 
herum sind ja überhaupt erst frühestens im 1 2. und 13. Jahrhundert gegrün- 
det? Was können denn ihre Urkunden von einem Jahn oder Diedrich von 
Rössing im Jahre 1039 o^^r von einem Ernst von Rössing im Jahre 1083 
berichten? Selbst in Hildesheim war ja im Jahre 1039 neben dem Domstifte 
erst ein einziges Kloster, das St. Michaeliskloster, vorhanden. Seine Urkunden 
sind erhalten, auch veröffentlicht; sie enthalten nichts über diese beiden 
angeblichen ersten Herren von Rössing. Es gebricht mithin dem für diese 
Tatsachen herangezogenen Beweismittel an jedem wissenschaftlichen Werte. 
An dieser Festlegung wird auch nichts geändert durch die Heranziehung 
des alten Behrens von 1 696 sozusagen als Nothelfers. Es tut mir wirklich leid, 
dass dies geschehen ist, da ich daraus entnehmen muss, dass der Referent 
keine Ahnung von dem gänzlichen Unwerte dieser »Quelle« gehabt hat. 
Behrens gehört zu der Sorte älterer Skribenten, deren Geschreibsel für ernste 
wissenschaftliche Zwecke im allgemeinen ohne Wert und nur insoweit 
brauchbar ist, als er an einzelnen Stellen zweifellos urkundlichen Stoff dar- 
bietet. Seine genealogischen Träumereien sind nicht ernst zu nehmen, sie 
entstammen entweder der freien Erfindung oder der Mache von Vordermän- 
nern gleichen oder noch bedenklicheren Schlages. Es ist schwer ernsthaft zu 
bleiben, wenn man da hört von einem Ernst von Wrisberg vom Jahre 1028 
als Begleiter des Bischofs Godehard, der ihm ein Burglehn auf dem Hause 
Winzenburg und Güter in selbiger Grafschaft zu Lehn gegeben haben soll. 
Eigentümlich berührt es, wenn dem Leser der Steinbergschen Genealogie 
zugemutet wird, zu glauben, es sei wahr, dass dieser älteste Ahn der Familie 
von Wrisberg 3 bestimmt bezeichnete Söhne gehabt habe, dass für einen 
seine Todeszeit auf das Jahr 1070, für den andern seine Belehnung auf das 
bestimmte Jahr 1073 und für den jüngsten Sohn Hermann gar festgestellt 
wird, seine Frau sei eine von Rössing gewesen. Wo steht denn das und wo 
kann das denn stehen? Nirgends — denn kein Mensch wurde anno 1028, 
wenn er nicht ein grosser Fürst oder Bischof war, nach seinem Stammgute 
Herr von so und so bezeichnet, auch kein Ernst von Wrisberg. Kein Bischof 
Godehard von Hildesheim konnte jemand, also auch keinem Ernst, ein 
Burglehn auf der Winzenburg erteilen, weil der Bischof Godehard dazu gar 
nicht in der Lage war. Die Winzenburg war ja erst viel später unter dem 
Bischof Udo (1079—1 1 14) an das Hochstift Hildesheim gelangt. Von einem 
Fräulein von Rössing und von einem Hermann von Wrisberg können, wie 



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DIE HERRSCHAFT HOHENBOCHEN UND IHRE BESITZER 57 

wir nach dem Stande der wissenschaftlichen Genealogie und der Geschichts- 
wissenschaft überhaupt jetzt sagen können, echte, wahrhafte Geschichtsquel- 
len nichts melden. Also fort mit dem täuschenden Lügengewebe alter Chro- 
nisten und gleich unwerter Skribenten, weg mit den Fabeln und den aussichts- 
losen Versuchen, Stammbäume von Familien bis nahezu an die Zeiten Karls 
des Grossen oder in etwas bescheidenerer Form bis an die Grenze des lo. Jahr- 
hunderts aufzubauen. Für die Wissenschaft hat das keinen Wert, nein, im 
Gegenteil, durch die Verwendung von solchem brüchigen, unwerten Material 
wird auch ein sonst gut und mit gesundem, wahren Material ausgerüsteter 
genealogischer Aufbau in seinem Werte leicht diskreditiert. 

So wenig, wie ein Ernst von Wrisberg zum Jahre 1028 wissenschaftlich 
nachzuweisen ist, ebensowenig können Jahn I, Diedrich I und Ernst I von 
Rössing für die Jahre 1039 und 1083 als geschichtlich beglaubigte Existenzen 
ernstlich in Frage kommen. Auch selbst wenn der Ort Rössing bereits im 
Jahre 1070 als Rottingum durch eine wirkliche geschichtliche Nachricht nach- 
gewiesen ist, gebricht es doch für jene an einem durch eine anzuerkennende 
Geschichtsquelle gesicherten Nachweise. 

Meiner Überzeugung nach sind die beiden ersten Generationen der in die 
Stammtafeln aufgenommenen Mitglieder der Familie von Rössing: Jahn ! 
und Diedrich I 1039 sowie Ernst I 1083 als nicht beglaubigt zu streichen. 
Die Geschichte der Familie von Rössing in wissenschaftlich beglaubigter 
Form beginnt mit 

Ernst von Rössing 1 1 32— 1 143. 

Anhang. 

I. Regesten zur Geschichte des Geschlechts der Edelherren von 

Delligsen und von Hohenbüchen. 

1. Haold 1 140— 1147. 

i) 1 140 November 22. Haoldus de Dislessem. Zeuge in Urkunde des 
Bischofs Bernhard von Hildesheim über die Errichtung einer Kapelle zu 

Hasekenhusen. — Hü testes affuerunt : capellani ; Waltherus eiusdem loci 

advocatus, Theodericus de Machtigeshusen, Conradus de Harlesse, Haoldus 
de Dislessem. — Janicke ÜB. Höchst. Hildesheim I Nr. 221 und a. a. 0. 

2) 1 146. Halt de Diselissem. Zeuge unter den liberi in Urkunde des 
Bischofs Bernhard von Hildesheim, wonach der freie Mann Ekbert seine Erb- 
güter der Hildesheimer Kirche übergab pp. — laici et liberi: Bernhardus vice- 
dominus, Theodericus de Riclinge, Wirnherus de Hachen, Halt de Bumem, 
Hamoldus de Cantelesheim, Halt de Diselissem, Halt de Rüden; ministeri- 
ales quoque — Janicke a. a. 0. 1 Nr. 242 u. a. a. 0. 



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58 GEORG BODE 

3) 1147 Oktober i3- Haoldus de Deseldessem (Diseldesim). Zeuge 
unter den nobiles in Urkunde des Bischofs Bernhard von Hildesheim für 
das Bartholomäusstift daselbst. — laici vero nobiles: Cuno deArberge, Haol- 
dus de Burnen, Haoldus de Diseldesim (Deseldessem), Haoldus de Rüden; 

ministeriales vero: — Janicke a. a. 0. I Nr. 243 (nach 2 Vorlagen) u. 

a. a. 0. 

2. u. 3. Johann 1182— 1204 und Aschwin 1182 — 1214. 

4) 1 182. Johan, Escwin de Diseldeshem. In magno placito episcopi 
in Bodenburch. Zeugen in Urk. Bischof Adelogs von Hildesheim, durch 

welche derselbe dem Kloster Steterburg Gütererwerb bestätigt Fri- 

deric de Poppenburch, Johan, Escwin de Diseldeshem, Adolf et filius suus 

de Nihenkerken — Annal. Stederburg in Monum. Germ. SS. XVI 

S. 215. 

5) 1183 April 21. Eschwinus de Disildesheim. Zeuge in Urkunde 
des Bischofs Adelog von Hildesheim über die Belehnung der Edelherren von 
Dassel und von Homburg mit der Homburg. — laici beneficiati comites de Pop- 
penborch Fridericus, Albertus; Conradus, Kono de Depenauwe et ejus filius, 
comes Bernardus de Plesse, Ludolfus de Halremunt, Arnoldus de Dorstat, 
Unargus de Volkersen, Fredericus de Novali et ejus frater Egelmarus, Esch- 
winus de Disildesheim, Gerhardus de Rimesdde et ejus frater Ekgerius; 
ministeriales — Janicke a. a. 0. I Nr. 422 u. a. a. 0. 

6) 0. J. (1184— 1185). Johannes de Diseldissen. Zeuge in Urk. des 
Bischofs Adelog von Hildesheim, in welcher dem Kloster Amelunxborn der 
Zehnte zu Baimissen u. a. übereignet wird. — Widekindus senior de Swalen- 
berg, comes Adelbertus de Eversten, comes Theodericus de Emne, Liudolfus 
de Dassele, Johannes de Diseldissen, Boto et Bertoldus fratres de Hamnburg; 
Lippoldus advocatus — Janicke a. a. 0. I Nr. 434 u. a. a. 0. 

7) 1188 Mai 12. Hildesheim. Johannes de Deselesseim. Zeuge in 
Urk. Bischof Adelogs, in welcher er dem Stifte Riechenberg Güter zu Lesse 
übereignet. — layci Bodo de Honburch, Burgardus de Heymisseim, Fride- 
ricus de Rothen, Tidericus de Ordenberch, Gerardus cognatus episcopi, Lyp- 
poldus de Esscherthe, Johannes de Deselesseim; Tidericus de Golthorn, Hen- 

ricus filius ejus, Hugo de Insula, Conradus de Lindethe -— Bode 

ÜB. von Goslar I Nr. 312. — Janicke a. a. 0. I N. 460. 

8) 1 188 August 28. Nordhausen. Johannes de Diselesheim et frater 
ejus Eskwinus. Zeugen in Urk. Kaiser Friedrichs I für Kloster Neu- 
werk — item nobiles viri Albertus de Hiltinburch, Albertus de 

Grombach, Heinricus de Wida, Waltherus de Arnestein, Ludolfus de Peine, 



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DIE HERRSCHAFT HOHENBOCHEN UND IHRE BESITZER 59 

Luppoldus de Hertesberg et frater ejus Heinricus, Erkenbertus de Heimen- 
burch et frater ejus Anno, Ekebertus de Wolferbutle, Gerhardus cognatus 
episcopi Hildensemensis, Ulricus dapifer ejus et Conradus pincerna, Johan- 
nes de Diselesheim et frater ejus Eskwinus, Ulricus de Thingeistat, Sifridus 
de Heimstede; burgenses — Bode ÜB. der Stadt Goslar I Nr. 320. 

9) 1 189. Johannes et Escwinus de Diseldesem. Zeugen in der Urk. 
Bischof Adelogs von Hildesheim, in welcher er die Gründung des Klosters Dor- 
stadt bestätigt. — laici Conradus de Rothem, Heinricus de Sladem, Fride- 
ricus, Albertus et Conradus de Poppenburg, Tidericus de Insula, Cöno et 
Conradus de Depenowe, Ludolfus de Peine, Johannes et Bernardus filii ejus- 
dem Arnoldi (de Dorstat). Presentes erant et Ludegerus frater eorum, Sibodo 
et Bertoldus de Scartvelde, Ludegerus et Ludolfus, Hogerus et Burchardus 
de Waidenberge, Burchardus de Eimesseim et frater ejus Hermannus de Bur- 
nem, Gerhardus et frater ejus Amoldus de Cantelsem, Johannes et Thio- 
dericus de Ordenberg, Thiodericus de Vlothe, Fridericus de Rothe, Ludolfus 
de Indagine, Gerhardus et Ekgericus, Johannes et Escwinus de Diseldesem ; 

ministeriales Luppoldus advocatus, Luppoldus deEscherte, — Janicke 

a. a. 0. I Nr. 473 u. a. a. 0. 

10) 1 190 März 26. Lamspringe. Johannes et Eschwinus fratres de 
Diseldessem. Zeugen in Urk. Bischof Adelogs, in welcher er dem Kloster 
Lammspringe den Erwerb von Gütern bestätigt. — laici Burchardus, Johan- 
nes et Haoldus filii ejus de Eimessem, Fridericus comes et filius ejus Fride- 
ricus de Poppenburg, Johannes et Eschwinus fratres de Diseldessem, Rodol- 
fus de Dalem; ministeriales hi: -— Janicke a. a. 0. I Nr. 475. 

!i) 1190. Eskewinus de Diseldessen. Zeuge in Urkunde des Abtes 
Wedekind von Corvey. — laici liberi Eskewinus de Diseldessen, Everhardus 
de Brochusen, Gerhardus frater ejus — Falcke tradit. Corbej. S. 701. 

12) 1204. Hildesheim. Johannes de Dyselessen. Bischof Hartbert von 
Hildesheim beurkundet, dass Heinrich Grubo dem Domkapitel die Vogtei 
über die Meierdinge Müllingen und Algermissen verpfändet habe. Die Bürg- 
schaft der Bürgen desselben nehmen neben dem Bischof entgegen Johannes 

de Dyselessen, Gerhardus de Reinstede, Hugo advocatus Unter 

den Zeugen aus niederem Adel Johannes de Kemme, Sifridus de 

Elze, Conradus filius marscalci, Thidericus de Vorden, Conradus de sancta 
Cruce, Sifridus et Heinricus de Diselessen, Hermannus pincerna, Rein- 
noldus de Wackenstede, Johannes de Senede. — Janicke ÜB. a. a. 0. 1 
Nr. 592. 

13)1205. Winzenburg. Aschwinus de Disledissem. Zeuge in Urk. 
des Bischofs Hartbert über die Gründung einer Kapelle in Sack — sa- 



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6o 



GEORG BODE 



cerdotes; Rodolfus de Dalem et filii ejus Engelbertus et Lippoldus, Aschwi- 
Rus de Disledissem, Theodericus de Vlotede; Luppoldus de Esschert, Eg- 
bertus de Vreden, Egbertus camerarius, Luppoldus de Stockem, Johannes 
de Gandersem. — Janicke a. a. 0. I Nr. 605. 

14) 1 206 Oktober 2 1 . Hildesheim. Eschewinus de Diseldesem. Zeuge 

in Urk. des Bischofs Hartbert für Kloster Wöltingerode — comes Lu- 

degerus de Waldenbroch, comes Fridericus de Poppenburc, Eschewinus de 
Diseldesem, Thidericus de Holthusen, Rodolfus de Dalem et filii ejus Engel- 
bertus et Luppoldus, Thidericus de Flothede, Gerhardus de Remstede, Esche- 
winus de Luthere — Janicke a. a. 0. I Nr. 614. ' 

15) 121 3 April 30. Lammspringe. Eschewinus deDisselsem. Zeugein 
Urkunde des Bischofs Hartbert von Hildesheim für Kloster Lammspringe bei 
Erwerb von Gütern. — Gerhardus de Remstede, Eschewinus de Disselsem, 

Hermannus de Verdelsem, Henricus de Grene, und an zweiter Stelle: 

laici Eschewinus de Disselsem, Gerhardus de Remstede, Henricus 

de Grene — Janicke a. a. 0. I Nr. 664. 

16) 12 14 Novembers. Escvinus de Diselesem. Zeuge in Urkunde des 
Bischofs Hartbert für das Andreasstift zu Hildesheim, den Erwerb des Zehn- 
ten zu Einum betreffend. — laici Escvinus de Diselesem, Conradus de 
Altafago, Hermannus de Verdegelsem, Heinricus de Grene, Rodolfus de 
Dalem frater episcopi et III filii sui Eggelbertus, Liuppoldus, Rodolfus, Jo- 
hannes dapifer episcopi, Liuppoldus de Stokkem et filius suus Thidericus, 

Conradus marscalcus et frater suus Heinricus, Ekbertus camerarius, 

— Janicke a. a. 0. I Nr. 63 1. 

1 7) ( 1 2 1 6 — 1220). Als etwaige Gemahlin von Eschewin kommt in Betracht 
domina R. de Homboken. — Illustri viro et amico suo G. comiti de Wernin- 

gerothe H.(ermannus) dei gratia Hamburgensis preppsitus Mortua 

matertera nostra bone memorie domina R. de Homboken, ea non habente 
pueros, cum hereditas ipsius ad nos et coheredes nostros hereditario jure de- 
venisset, nos de communi consensu et sano consilio mansum unum in Witsene 

situm ad predictam hereditatem pertinentem, ob memoriam predicte 

R . def uncte ecclesie in Walesrode contulimus Scituri pro certo, quod (Bern- 

hardus) de Wilpia cognatus noster in bonis domine R. de Homboken nee 
advocatiam nee aliquod juris unquam habuit, donec ea mortua a nobis et 
coheredihus nostris pecunia condigna comparuit, ipso tamen manso in Witsene 
excepto, quem ante venditionem bonorum ecclesie liberum contulimus. — 
Gedr. von Hodenberg Lüneburger ÜB. Abth. 15 Walsrode Urk. Nr. 12. — 
Die domina R. de Homboken wird, wie Krüger in der Abhandlung: die 
Grafen von Warpke-Lüchow in der Zeitschr. des hist. Ver. für Nieders. 



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DIE HERRSCHAFT HOHENBÜCHEN UND IHRE BESITZER 6l 

Jahrg. 1874/1875. S. 286 fg. glaubhaft nachweist, eine geborene Gräfin von 
Lüchow sein, eine Tochter des Grafen Hermann I von Lüchow und eine 
Schwester einer anderen Tochter desselben, Oda, der Gemahlin des Grafen 
Gunzelin von Schwerin, während eine dritte Tochter bezw. Schwester, Adel- 
heid, die Gattin des Grafen Adalbert II von Wernigerode gewesen sein wird. 

4. Konrad 

von Delligsen c. 1 196 — 1203, 

von Hohenbüchen 1209 — 1228. 

18) 0. J. (i 196—1 198). Dominus Conradus de Disildissen. Zeuge 
in Urkunde des Abtes Widekind von Corvey für Kloster Amelunxbom. — 
dominus Fredericus de Bocbere, dominus Everhardus de Godenbergk, do- 
minus Conradus de Disildissen; Wastmodus marscaicus, Ludolfus dapifer, 

Arnoldus pincema, — Falke trad. Corbej. S. 889 mit der unrichtigen 

Jahreszahl 1 186; Copialbuch von Amelungsborn p. 43 Nr. 16, Altes Copialb. 
f. 4 und Cop. Vll S. 1 1 2 p. 5 haben die Urkunde undatiert. 

19) 1203. Conradus de Disseltessen. Zeuge in Urkunde des Abtes 
Widekind von Corvey. — laici Frithericus de Perremont, Conradus de Dissel- 
tessen, — Falke a. a. 0. S. 408. 

20) 1209 Juli 24. Dominus Conradus de Alta fago. Bürge in einer 
Urkunde Bischof Hartberts von Hildesheim für das Andreasstift zu Hildes- 
heim über den Zehnten in Eime u. a. ... per heredes, familiäres vel amicos 
eorum fidejussores dederunt comitem Bernhardum de Poppenburg, dominum 
Conradum de Alta fago, Thidericum de Adenoys, Thidericum de Orden- 
berg. — Janicke ÜB. a. a. 0. I Nr. 63 1. 

21) 121 1 Mai 28. Conradus de Alta fago. Zeuge in Urk. des Bischofs 
Hartbert für das Andreasstift, den Erwerb des halben Zehnten zu Rhene betr. 
— Fredericus de Poppenborck, Conradus de Alta fago, Hermannus de Hoies- 
sem, Olricus de Stemne, — Janicke a. a. 0. I, 646. 

22) 12 14 Nov. 8. Conradus de Alta fago. Zeuge in Urk. des Bischofs 
Hartbert über den Erwerb des Zehnten durch das Andreasstift, als die Ge- 
mahlin und die Tochter Bodos des Altem von Homburg auf ihre Rechte an 
dem fr. Gute verzichteten. — laici: Escwinus de Diselesem, Conradus 
de Alta fago, Hermannus de Verdegelsem, Heinricus de Grene, Rodolfus 
de Dalem frater episcopi et III filii sui — Janicke ÜB. a. a. 0. 1 Nr. 63 1. 

23)0. J. (1216 — 1217). dominus Conradus de Honbochen. Zeuge 
in Urk. des Propstes Ludolf des Moritzstiftes zu Hildesheim für das Johannis- 
hospital daselbst. — layci nobiles comes Fridericus de Poppenburch, dominus 

Conradus de Honbochen; ministeriales Conradus marscaicus, — Janicke 

a. a. 0. 1 Nr. 691. 



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62 



GEORG BODE 



24) 12 17. Conrad US de Alta fago. Zeuge in Urk. des Bischofs Sigfrid 
von Hildesheim für Kloster Dorstadt, den Erwerb einer Hufe in Seinstedt 
betr. — Ludolfus notarius; Conradus de Alta fago, Hugo de Insula prope 
Hildenseim, — Janicke a. a. 0. I Nr. 700. 

25) 1217. Conradus de Alta fago. Zeuge in Urkunde dess. Bischofs für 
Kloster Wöltingerode, den Erwerb des Zehnten in Alvessem betr. — comes 
Hermannus et comes Henricus fratres de Waldenberh, comes Fridericus de 

Poppenborch, Conradus de Alta fago, Lippoldus de Antiquo foro, — 

Janicke a. a. 0. 1 Nr. 701. 

26) 0. J. (1217). dominus Conradus de Alta fago. Bischof Sigfrid 
von Hildesheim beurkundet, dass der Graf Bernhard von Spiegelberg zu- 
gunsten des Klosters Amelunxborn auf alle Rechte an die Saline zu Hem- 
mendorf verzichtet habe. — mediantibus domino Conrado de Alta fago et 
domino Bodone de Homborch. Unter den Zeugen: comes Fridericus de Pop- 
penborch, Conradus de Alta fago, Heinricus de Golborn, Justacius miles, 
Hugo de Insula, Bodo de Homborch, Ludegerus de Hakenbeche, Johannes 
de Kemme, Johannes de Berningeroth, Tidericus de Rothinge, Nandwicus 
pincerna, Herebordus dapifer, Engelbertus Print, Denkerus camerarius, 
Heinricus, Ludolfus filius eius, Ludolfus Rose, Justacius frater Hugonis de 
Insula. — Janicke ÜB. a. a. 0. I Nr. 70 j. 

27) 12 19. Conradus de Honboke. Zeuge in der Urk. des Abts Hugold 
von Corvey für Kloster Kemnade — laici: Fridericus de Pirremunt, Con- 
radus de Honboke, Conradus de Amelungessen et filius ejus Herboldus. — 
Westfäl. ÜB. IV Nr. 82. 

28) 1220. Conradus de Alta fago. Zeuge in Urk. des Bischofs Sigfrid 
von Hildesheim für Kloster Heiningen, den Erwerb von Gütern in Flöthe betr. 

— Conradus de Alta fago; Johannes dapifer — Janicke a. a. 0. I 

Nr. 743. 

29) 1 220. Conradus de Honboke. Die Edelherren Bodo der Ältere und 
Bodo der Jüngere verkaufen dem Kloster Amelunxborn Güter zu Reileifzen; 
unter den Zeugen: — nobilibus Conrado de Honboke, Thiderico de Orden- 
bergk, Thiderico de Adenoys; ministerialibus — Copialb. v. Amelunx- 
born I f. 16, II f. 108. Regest bei v. Spilcker Gesch. der Grafen von Ever- 
stein S. 261 Anm. 

30) 0. J. (Um 1220). Conradus de Honboke. Zeuge in der Urk. Bi- 
schof Sigfrids über die Beilegung eines Streits zwischen dem Domkapitel u. 
dem Moritzstifte einerseits und den Söhnen des Arnold Covot. — laici comes 
Adolfus de Scowenborch, Conradus de Honboke, Burchardus dapifer comitis 
Adolfi, — Janicke a. a. 0. I Nr. 751. 



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DIE HERRSCHAFT HOHENBÜCHEN UND IHRE BESITZER 63 

}i) 1222. Conradus deHomboke. Zeuge in Urk. des Abts Hugold von 
Corvey für Kloster Marsberg. — Conradus de Homboke, Conradus et Her- 
boldus filius ejus de Amelungessen, — Westfälisches ÜB. IV Nr. 107. 

32) 1222 März 15. Bischof Konrad von Hildesheim beurkundet die 
Beilegung des Streits zwischen den Edelen von Hagen und dem Kloster Steter- 
burg über den Vogtei und die Resignation der ersteren auch über die Güter 
des Klosters im Bistum Halberstadt. Unter den Zeugen dieser Resignation: 

presentibus Geistliche; Conrado de Altafago, Ludolfo camerario, 

Johanne de Kemme, — Orig. im L. H. Arch. Wolfenb. Steterburg Nr. i . 

Regest bei Hoogeweg ÜB. der Bischöfe von Hildesh. II Nr. 40. 

33) 121 3. Bischof Konrad von Hildesheim bekundet, dass Konrad von 
Hohenbüchen (Conradus de Honboke) den vor 25 Jahren erfolgten Verkauf 
von vier Hufen in Nauen durch seinen Vater an das Kloster Ringelheim 
anerkennt. — Hoogeweg IIB. II Nr. 91. 

34) i226Juli 6. BorgoS. Donino. Kaiser Friedrich II gebietet den Grafen 
Hermanno et Henrico comitibus de Woldenbergh ac universis aliis imperii 
fidelibus per Saxoniam constitutis wegen des Krieges (propter gwerras, que 
vertuntur inter Bodonen de Homborch ex parte una et comitem Bernardum 
de Speigelberge, Conradum de Alta fago et Ghiselerum de Ethsem ex altera), 
welcher schwere Nachteile für die Sache des Kreuzzuges und das Stift Hil- 
desheim herbeiführte, den Herzog von Braunschweig, den er beauftragt habe, 
Frieden zu schaffen, Beistand zu leisten. — Sudendorf Registr. 1 S. 92; Orig. 
Guelf III 687; Huillard Br^hoUes II 657; Hoogeweg ÜB. II Nr. 179. Vgl. 
Böhmer-Ficker Reg. imp. V. Nr. 1649. 

35) 1226 Juli 6. Borgo s. Donino. Kaiser Friedrich II befiehlt dem Bodo 
von Homburg mit seinen Gegnern, dem Grafen Bernhard von Spiegelberg, 
Konrad von Hohenbüchen und Gieseler von Ethsem, Frieden zu schliessen 
und sich dem Urteilspruche des Herzogs von Braunschweig zu unterwerfen, 
da seine Streitsache der Angelegenheit des heil. Landes und den Gütern des 

um den Kreuzzug hochverdienten Bischofs schade Sudendorf Registr. I 

S. 94; Huillard-BrehoUes II 639 nur der Anfang. — Vgl. Böhmer-Ficker reg. 
imp. V. Nr. 1648. 

36) 1 226 Juli 6. Borgo s. Donino. Kaiser Friedrich II richtet den gleichen 
Befehl an den Grafen Bernhard von Spiegelberg, Konrad von Hohenbüchen 

und Giseler von Ethsem — Orig. Guelf. III 687; Sudendorf Registr. I 

S. 93 ; Huillard Br6holleslI 638. —Vgl. Böhmer-Ficker reg. imp. V. Nr. 1 647. 

37) 1227. Conradus de Hoenboke. Zeuge in Urkunde des Abts Her- 
mann von Corvey, in welcher derselbe seinem Kapitel 2 Fuder Wein über- 
trägt. — Testes hujus rei sunt nobiles Conradus de Hoenboke, Adolfus de 



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64 GEORG BODE 

Holle, Amelungus de Lippia; ministeriales — Westfälisches ÜB. IV 

Nr. 166. 

38) 1228 August 20 (Winzenburg?). Bischof Konrad von Hildesheim gibt 
erledigte Güter in Wrisbergholzen den Brüdern Johann und Hermann von 

Wallenstedt zu Lehen. Zeugen clerici nostri, Werno capellanus in 

Winzenburch ; laici vero Cunradus de Alta phago, Heynricus de Grene, Den- 
kerus, Johannes de Gerenroth, Gothschalcus de Hadenstede et Emestus de 
Wolvingen. — Hoogeweg ÜB. 11 Nr. 262. 

39) 1230. Bernardus de Diseldissem. Zeuge in.Urkunde des Bischofs 

Konrad von Hildesheim für das Kreuzstift in folgender Reihenfolge: 

Geistliche; Theodericus liber (de Depenowe?), Ludegerus de Hakenbeke, 
Bernardus de Diseldissem, Sifridus de Borsem, Conradus marscalcus, Ludol- 
fus camerarius, Theodericus de Tossem, Bertoldus de Holle, Everardus de 
Borsem, ministeriales ecclesie nostre. — Hoogeweg ÜB. 11 Nr. 291. 

4a. Konrads Gemahlin Sophia von Friedeburg und Mehringen 

Witwe 1256 — 1262. 

Konrads I Kinder: 

5. Konrad II, Domherr zu Hildesheim 1231, 

Scholasticus des Domstifts 1245— 1255. 

6. Ulrich, 123 1 — 1277 Edelherr. 

7. Hoyer, weltlich 1231 — 1240, 

Domherr zu Hildesheim 1244, Scholasticus des Domstifts 1264 — 1282. 

8. Sophie, Domfrau zu Quedlinburg 1237, 

Pröpstin zu Wenethusen 1 264. 

9. Kunigunde, Domfrau zu Quedlinburg 1264, 

Pröpstin zu Wenethusen 1273 — 1276, Äbtissin zu Mehringen 1278. 

10. Mechtild 1262, 
Äbtissin s. Mariae zu Gandersheim 1263 — 1274. 

II. Oda, Gemahlin des Grafen Wedekind von Poppenburg 1243 — 1270, 

f vor 1276 Juni 23. 

12. Bertold, Mönch zu Groningen 1273. 

13. Ulrichs Tochter: Name unbekannt, minderjährig 1274. 

? Etwa Hildegardis, erste Gemahlin Lippolds von Rössing 1289, 

t vor 1 294. 

40) 1231 August 31. Conradus canonicus majoris ecclesie Hildesemensis, 
Olricus et Hoierus laici, fratres de Honboke. — Bischof Bernhard IV von 
Paderborn überträgt dem Kloster Steterburg das Eigentum an 4V8 Hufen zu 



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DIE HERRSCHAFT HOHENBOCHEN UND IHRE BESITZER 65 

Stedere, welche nobiles viri Conradus (etc. wie oben) von ihm zu Lehn ge- 
habt und aufgelassen hatten, nachdem sie dafOr 5 Hufen von je 30 Morgen, 
5 agtwort und 4 Höfe zu Bennenhusen prope Enbyke, ihr Eigentum, an 
Paderborn gegeben hatten. — Westfälisches ÜB. IV Nr. 206. Hoogeweg 
ÜB. Hildesheim II Nr. 324. ^ 

41) 1232 Mai 18 Cunradus de Alta fago canonici. Zeuge in Urk. 

Bischof Konrads von Hildesheim für Kloster Dorstadt. — Hoogeweg ÜB. 
Hildesheim II Nr. 332. 

42) 1232 Juli 16. Detfurt Conradus de Fago Zeuge unter 

den clerici in Urk. desselben Bischofs fOr das Domkapital zu Hildesheim. — 
Hoogeweg a. a. 0. II Nr. 337. 

43) (1232) Vor Ende Dezember. Conradus de Homboken einer der 6 
Schiedsrichter in der Streitsache der Stiftsherren zu St. Petersberg gegen den 
Propst Burchard. — Bode ÜB. Goslar I Nr. 524. 

44) 1233 April 24 Conradus de Alta fago, ......... subdiaconi. 

Zeuge in Urk. desselben Bischofs für Kloster Wienhausen. — Vaterland. 
Archiv IS. 291. 

45) 1234 Juni 9 Conradus de Fago, unter den subdiaconi 

als Zeuge in Urk. Bischof Konrads von Hildesheim für das Moritzbergstift. — 
Hoogeweg ÜB. II Nr. 390. 

46) 1235 März 6 Conradus de Fago, unter den sub- 
diaconi in Urk. des Grafen Heinrich von Woldenberg für das Domstift zu 
Hildesheim. — Hoogeweg a. a. 0. II Nr. 410. 

47) 1235 Juni I. C[onradus] de Alta fago canonici. Zeuge in Urk. 

des Bischofs Konrad von Hildesheim über die kleine Grafschaft. — Suden- 
dorf ÜB. der Herzöge von Braunschw. I Nr. 13. 

48) 1236 März 10 Conradus de Alta fago canonici. Zeuge in 

Urk. desselben Bischofs für Klost. Dorstadt. — Hoogeweg a. a. 0. II Nr. 447. 

49) 1236 Juli 17. Conradus de Alta fago unter Geistlichen. Zeuge in Urk. 
desselben Bischofs für Kloster Demeburg. — Hoogeweg a. a. 0. II Nr. 458. 

50) 1236. Conradus de Alta fago, clerici. Zeuge in zwei Urk. des- 
selben Bischofs für Kloster Escherde. — Hoogeweg a. a. 0. II Nr. 467, 469. 

51) 1237. Sophia de Homboken, canonissa in Quedelingeborg. Zeuge nach 
Urk. im Staatsarchiv zu Magdeburg. — Geschlechtsgeschichte der von Rös- 
singS. 115. 

52) (1238) Olricus de Honboken, Zeuge im Grafenge- 
richt zu Seehausen in Urk. Bischof Ludolfs von Halberstadt für Kloster Ma- 
rienthal. — G. Schmidt ÜB. Hochstift Halberstadt II Nr. 681. 

53) 1239 März. Bischof Konrad von Hildesheim beurkundet, dass Olricus 

BMonschw. Jahrbach VII. 5 



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66 GEORG BODE 

de Alta fago den halben Zehnten in Nowen (Nauen bei Lutter a./B.), mit 
welchem er von ihm belehnt war, aufgelassen, und dass er den Zehnten den 
büssenden Schwestern der h. Maria Magdalena in Goslar übereignet habe. 
Unter den Zeugen: Conradus de Alta fago, frater dicti Olrici, cano- 
nici nostri. — Bode IIB. Goslar I Nr. 567. 

54) 1240 März IG Conradus de Alta fago, unter Geist- 
lichen. Zeuge in Urk. Bischof Konrads von Hildesheim für Klost. Escherde. 
— Hoogeweg a. a. 0. II Nr. 556. 

55) 1240 März 28 Conradus de Alta fago canonici. Zeuge 

in 2 Urk. desselben Bischofs für das Johannisstift und das Bartholomäistift. — 
Döbner ÜB. Hildesheim I Nr. 156 u. a. a. 0. Beiträge zur Hildesh. Gesch. I 
S. 78. 

56) 1240 Juni 20 Halle a./S. Magister Leonius et Conradus de Alta fago 
canonici. Zeugen bei Beilegung des Streits zwischen den Klöstern Nienburg 
und Marienthal. — v. Heinemann codex dipl. Anhalt. II Nr. 147. 

57) 1240 Juni 21 Hildesheim. Bischof Konrad von Hildesheim überträgt 

dem Kloster Demeburg den Zehnten zu Heersum. Zeugenreihe: cle- 

rici; comes Burchardus de Waldenberch, Conradus marscalcus et Heino filius 
suus, Bodo de Saldere, Heinricus de Lapideo monte, Thidericus de Levedhe, 
Heinricus Trobe milites; Olricus de Alta fago, Johannes de Branden- 
burch, Ludingerus de Holle, Burchardus de Haringhe, Giseko de Bodenburch, 
Johannes et Emestus de Netthe, Ecbertus filius camerarii servi. — Hooge- 
weg a. a. 0. II Nr. 570. 

58) 1 240 October 23. Bischof Konrad von Hildesheim bekundet, dass Bodo 
de Saldere dem Kloster Steterburg 3 Hufen, i Hof und i Hofstelle in Bed- 
dinge (Beddingen, Amt Salder), quos a nobili viro Olrico dicto de Alta 
fago in feudo tenuit, verkauft habe, und dass auch der letztere, ipse cum 
fratre suo ecclesie nostre canonico, dieses Gut gegen Entgelt dem Kloster 

übertragen habe. Unter den Zeugen: clerici Conradus de Alta fago, 

— Scheidt, mantissa document. S. 266, 

59) 1240 November 22. Conradus de Honboken canonicus Hilden- 
semensis. Recognosco, me et fratres meosOlricum et Hogerum vendi- 
disse ecclesiae b. Jacobi in Stederborch V mansos in Getlede (Geitelde bei 
Braunschweig) sitos cum suis pertinentiis pro XVIII marcis Halberstad. ar- 
genti. — Diplomatar. Stederburg p. 122 im L. H. Archiv Wolfenbüttel; vgl. 
Lüntzel, Gesch. der Diöcese Hildesheim II S. 211. 

60) 1243. Wedekincdus comes de Poppenburg begabt das Kloster Wül- 

finghausen. Presentibus et testibus hiis: Uda uxore nostra, — Calen- 

berger ÜB., Abth. Wülfinghausen Nr. 1 7. 



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DIE HERRSCHAFT HOHENBOCHEK UND IHRE BESITZER 67 

61) 1244. Ulricus de Alta fago entsagt seinen Rechten an dem halben 
Zehnten zu Nauen und willigt in die Schenkung desselben an das Kloster 
Frankenberg durch Bischof Konrad von Hildesheim. Unter den Zeugen: 
Hojerus de Alta fago, canonicus Hildensemensis. — Chronicon montis 
Francorum (Kotzebue) p. i6. 

62)1245 scolasticusConradus de Alta fago. Zeuge in Urk. 

Bischof Konrads von Hildesheim. — Würdtwein nova subsidia I p. 307. 

63) 1248. Abt Hermann zu Corvey und der Konvent des Klosters da- 
selbst beurkunden, dass sie das officium nostrum in Holthusen (bei Eldagsen) 
distraximus, ita quod eis (dem Kloster Wülfinghausen) proprietatem ipsius 

cum Omnibus attinentiis contulimus. Preter hec advocatiam omnium 

predictorum bonorum, quam a nobis dominus Olricus de Honboken 

tenuerat et resignavit, contradidimus. — Calenberger IIB. Abth. 

Wülfinghausen Nr. 26. 

64) 1249. Olricus nobilis dictus de Alta fago. Zeuge in Urk. des 
Ritters Rudolf von Dahlum für das Kloster Frankenberg bei Goslar. — Bode 
ÜB. Goslar I Nr. 640. 

65) 1250 Juli 29 Conradus de Alta fago, canonici. Zeuge 

in Urk. des Bischofs Heinrich von Hildesheim für Kloster Loccum. — Orig. 
Guelf. IV p. 491 ; Calenberger ÜB. Abth. 3 Loccum Nr. 181. 

66) 1252 Februar 27 Braunschweig Conradus scolasticus et frater 

suus Hoyerus dicti de Alta fago canonici Hildensemenses, 

Zeugen in Urk. des Bischofs Heinrich von Hildesh. für das Blasiusstift zu 
Braunschweig. — von Campe, Regesten u. Urkunden 1 Nr. 526. 

67) 1252 Februar 28. Conradus scholasticus, Hojerus frater ejus de Alta 
fago canonici. Zeugen in Urk. desselben für dasselbe Stift. — Orig. Guelf. IV 
p. 242. 

68) 1252 Deccmber 6 Hildesheim. C(onradus) et H(oyerus) fratres, 
Hildensemensis ecciesie canonici ac nobilis vir Odelricus de Homboken. 
Nos renunciavimus omni juri rationis proprietatis in bonis Stedere, in bonis 
Getlede ac III mansis Beddinghe, quos tenuit a nobis dominus Bodo de Sal- 
dere miles jure feodali, ita quod homines et bona illa dedimus ministeriales 
beato Jacobo in Stederborch. — Diplomatar. Stederburg. im L. H. Arch. 
Wolfenbüttel p. 132, 311, 335. 

69) 1252 December 20. Bischof H(einrich), Dompropst L(udolf), Dom- 
dechant G(erwich) und das Domkapitel zu Hildesheim beurkunden, einen 
Brief der vorstehend angeführten Brüder von Hohenbüchen, dessen Inhalt 
wiedergegeben wird, gesehen zu haben. — daselbst p. 132; Regest bei 
Hoogeweg a. a. 0. II Nr. 911. 

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68 GEORG BODE 

70) 1253 April '9 Conradus de Alta fago scolasticus, 

subdyaconi, omnes canonici nostri. Zeuge in Urk. Bischof Heinrichs von Hil- 
desheim für das Domkapitel. — Zeitschr. des hist. Ver. für Nieders. 1859 
S. 72. 

71) 1253 August 24. Conradus dei gratia Hildensemensis sco- 
lasticus et Hogerus canonici majoris ecclesie ibidem beurkunden, dass 
sie auf alle Ansprüche in medietate decime Nowen zu Gunsten des Klosters 
Frankenberg verzichtet haben. — Bode ÜB. Goslar 11 Nr. 19. 

72) (i 253). Nobilibus viris et discretisC(onrado) scolastico et H(oiero) 
fratri suo dictis de Alta fago> canonicis Hildensemensibus, G(uncelinus) 
de Wolfebotele, imperialis aule dapifer. — Accedens ad nos Olricus de 
Bilsten nobis retulit, quod dimidiam decimam in Nowen minore, quam a 

nobis tenet in feodo et jam diu tenuit, vestram esse diceritis. Quare 

scire volumus, quod predicto Olrico de dicta decima plenam warandiam 
prestamus — Bode a. a. 0. 11 Nr. 20. 

73) 1254 August I Conradus de Alta fago, canonici 

Hildensemenses. Zeuge in Urk. des Bischofs Heinrich von Hildesheim für 
Kloster Loccum. — Calenberger ÜB. Abth. Loccum Nr. 181. 

74) 1255 April 9 Conradus de Alta fago scolasticus, ca- 
nonici. Zeuge in Urk. desselben Bischofs für Klost. Riddagshausen. — Asse- 
burger ÜB. I Nr. 284. (Letzte Erwähnung Konrads als scholasticus zu 
Hildesheim ; schon 1 2 5 5 Mai 2 1 . folgt als solcher Hartmannus de Minda. Vgl. 
Hoogeweg a. a. 0. 11 Nr. 972). 

75) (1256). Sophia dicta de Alta fago beurkundet, dass dilectamater 
mea bone memorie Oda de Meringen den Nonnen daselbst die Kapelle 
s. Nicolai dort mit anderen benannten Gütern mit Zustimmung aller ihrer 
Erben, fratrum videlicet et sororum mearum, geschenkt habe. — v. Heine- 
mann cod. dipl. Anhalt. II Nr. 226. 

76) 1261. Cono Abt zu Corvey bezeugt, dass er einverstanden sei, dass 
sein Vorgänger Abt Hermann die ihm von den Brüdern Ulrich und Konrad 
von Hohenbüchen aufgelassene Vogtei über Holthusen (bei Eldagsen) dem 
Kloster Wülfinghausen beigelegt habe. — Zeitschr. des hist. Ver. für Nieder- 
sachsen 1861 S. 127. 

77) 1262 April 13. Sophia dicta de Alta fago schenkt dem Nonnen- 
kloster zu Mehringen, wo ihre Vorfahren begraben liegen, u. a. den Haupt- 
hof zu Mehringen nebst Zubehör, excepta curia pie recordationis fratris mei 
domini O(ttonis) episcopi, quam Hogero filio meo specialiter contuli. 
— V. Heinemann cod. dipl. Anhalt, II Nr. 269 nach dem Original in Zerbst 
mit 3 Siegeln nämlich: i. der Ausstellerin (Leg.: Sigillum Sophie De Alta 



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DIE HERRSCHAFT HOHENBÜCHEN UND. IHRE BESITZER 69 

Fago), 2. der Pröbstin Sophie von Quedlinburg (Leg. : S. Sophie D. Honboke 
PPositisse In Quedlingeburg) 3. Hoyers von Hohenbüchen (Leg.: S'Hogeri 
De Alta Fago Can. Hildeseffi.) — Der Bischof Otto ist wohl Bischof Otto 
von Brandenburg, der demnach ein Edelherr von Mehringen ist. 

78) 1262 April 13 Sophia dicta de Alta fago stellt für Kloster 

Mehringen eine der vorigen im Wesentlichen gleiche Urkunde aus cum con- 
sensu filiorum filiarumque mearum, Hoieri videlicet et Olrici, 

Mechtildis et Sophie, Conegundis et Ode — v. Heinemann cod. 

1. c. II Nr. 270. 

79) 1262 Juni 27. Sophia Pröpstin zu Quedlinburg entlässt die Hörige 
Conegunde de Mekelenvelde aus der Hörigkeit — ab Erath cod. dipl. p. 2 16. 

80) 1262 Octob. 18. Bischof Volrad von Halberstadt bestätigt die Schen- 
kung, welche domina Sophia de Alta fago, patrona ecclesie in Nendorp 
trans paludem, consentientibus heredibus dem cenobio sanctimonialium in 
Meringe gemacht hat. — v. Heinemann cod. 1. c. II Nr. 275, 

81) 0. J. (2262). Odadeigratiacomitissa de Poppenborch bestätigt 
die Schenkung, die ihre Mutter, mater mea Sophia de Alta fago, für das 
Kloster Mehringen gemacht hat. — v. Heinemann cod. 1. c. II Nr. 279. 

82) 1263. Winzenburg. Mechtildis dei gratia abbatissa sancte 
Marie in Gandersem, O(lricus) dictus miles de Alta fago, Ho(gerus) 
dictus de eodem loco canon. eccl. Hild. verkaufen zwei Hufen zu Mehrin- 
gen an das dortige Kloster. — v. Heinemann Cod. Anh. II Nr. 287. 

83) (1263) (Winzenburg) Olricus nobilis de Alta fago. Zeuge in e. Urk. 
der Brüder von Dahlum, den Verzicht auf Güter zu wüst Sceninge für Kloster 
Frankenberg betr. — Olricus nobilis de Alta fago, Conradus plebanus in 
Winzeborch dictus de Rotthinge, Hermannus miles de Gandersem et Her- 
mannus suus filius, Aswinus et Conradus de Stenberch fratres, Tydericus de 
Stocheim. — Bode ÜB. Goslar II Nr. 93. 

84) 1264 April I. Es vertragen sich in Leipzig die nobilis domina vidua 
Ulrici domini de Vredeberch einerseits und der canonicus Hildensemensis 
Hoierus de Alta fago für sich, seinen Bruder, den Ritter Ulrich, und seine 
Schwestern andererseits über ihre Ansprüche an den Nachlass des verstor- 
benen Ulrich von Vredeberch. — Neue Mittheilungen Bd. 6 Hft. 4. S. 160. 

Die Verwandtschaft beruht unter Benutzung der Angaben bei von Ledebur, 
die Grafen von Valkenstein S. 80, 105 f. auf folgender Tabelle: 



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70 


GEORG BODE 

Hoierus 

de Vredeberch 

Gemahlin: 

Oda de Merlngen 






Hoienis Olricus 


Otto 


Sophia = 


Conradus 


fratres 


eplscopus 


f vor 1267 


de 


de Vredeberch 


Brandenburg 




Honboken 


1242 


t 1261 






t 1264 








vidua 








1264 




. 





Hoierus 



Conradus Olricus 



Hoierus Sophie Cunigunde 
Mechtildis Oda Bertold 
de Homboken 



Hoierus 

senior junior 

de Vredeberch 

1255— 1272 

85) 1264 August Eisleben, dominus Hogerus canonicus Hildensemensis 
de Alta fago. Zeuge in Urk. der Edelherren Hoyerus senior et Hoyerus jun. 
de Vredeberch beim Verkaufe von Erbgütern zu Polleben usw. an Kloster 
Wiederstedt. — v. Heinemann a. a. 0. II Nr. 291a, Mansfelder ÜB., Kloster 
Wiederstedt Nr. 10. 

86) 1 264 (Januar-September). Die Äbtissin Gertrud von Quedlinburg be- 
urkundet, dominam Sophiam de Alta fago prepositam in Wenet- 
husen et Concgundim sororem ejus, ecclesie nostre canonicas, 
haben 7V2 Hufen in Meringe ihrer Kirche übereignet. — v. Heinemann a. 
a. 0. 11 Nr. 293, Zeitschr. des hist. Ver. für Nieders. 1864 S. 372. 

87) 1264. Nos Mechtildis abbatissa ecclesie Marie virginis in 
Gandersheim et Oda soror ejusdem de Poppenburg et Hoier ca- 
nonicus Hildeshemensis et Olricus fratres dicti de Honboken er- 
klären, dass sie die Verfügungen, welche sorores nostre Sophia prepo- 
sita et Conegundis canonissa in Quidelingeburg in Ansehung ihres 
Erbguts getroffen haben, genehm halten. — Harenberg hist. eccl. Gandersh. 
p. 781 ; abErath cod. dipl. Quedlinburg p. 223. 

88) 1264 (Winzenburg). Olricus dictus de Alta fago verzichtet zu 
Gunsten des Klosters Frankenberg bei Goslar auf alle Anrechte an den halben 
Zehnten parvae villae Nowen. Unter den Zeugen: Hoyerus de Alta fago 

Hildenshemensis canonicus, Conradus capellanus in Wincenburch, 

Hermannus miles dictus de Gandersem et filius suus, Johannes filius Rodolphi 
de Dalem, Arnoldus de Gowische et filius suus Anno. — Bode ÜB. Goslar 
II Nr. 101. 

89) (i 264). Hoyerus scolasticus einer der Schiedsrichter im Streite zwischen 
Propst und Kapitel des Moritzbergstifts. — Hoogeweg ÜB. Höchst. Hildes- 
heim III Nr. 80. 



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DIE HERRSCHAFT HOHENBÜCHEN UND IHRE BESITZER 7I 

90) 1265 März 23. HogerusHildensemensisscolasticusetOIricus 
de Alta fago f rat res beurkunden, dass sie advocatiam bonorum in Holt- 
husen, quam ab ecclesia Corbeyensi tenuimus jure pheodali, dem Propst und 
Konvente zu Wülfinghausen verkauft haben. — Calenberger ÜB., Abth. 
Wülfmghausen Nr. 33. 

91) 1265 Juni 1 3. Hogerus scolasticus. Zeuge in Urk. Heinrichs von Burg- 
dorf über den Zehnten zu Flöthe. — Hoogeweg a. a. 0, III Nr. 92. 

92) 1265 September 9. Hogerus scolasticus Hildensemensis ecclesie. Z. in 
Urk. des Erwählten Otto für Kloster Wienhausen. — Hoogeweg a. a. 0. III 
Nr. 95. 

93) 1 265 October 7. Hogerus scolasticus Hildensemensis. Z. in Urk. des Er- 
wählten Otto für Kloster Maria Magdalena. — Hoogeweg a. a. 0. III Nr. 97. 

94) 1265 October 21. Hogerus scolasticus Hildensemensis. Z. in Urk. des- 
selben für Kloster Riddagshausen. — Hoogeweg a. a. 0. III Nr. 99. 

95) 1 265 October 3 1 . Hogerus scolasticus Hildensemensis. Z. in Urk. des- 
selben für das Kreuzkloster vor Braunschweig. — Hoogeweg a. a. 0. III 
Nr. 100. 

96) 1 265. Hoygerus scolasticus de Alta fago. Z. in Urk. desselben für Kloster 
Marienrode. — Calenberger ÜB., Abth. Marienrode Nr. 32. 

97) 1266 Januar 13 Sarstedt. Hogerus scolasticus Hildensemensis. Z. in 
Urk. desselben für Kloster Marienthal. — Hoogeweg a. a. 0. III Nr. 112. 

98) 1266 Februar 27 Hildesheim. Domdechant und Domkapitel zu Hil- 
desheim übertragen dem Kreuzstift daselbst aream, que fuerat domine Ode. 
— Hoogeweg a. a. 0. III Nr. 1 14. 

99) 1266 März 25. Hogerus scolasticus Hildesheimensis. Z. in Urk. des 
Erwählten Otto für Kloster Loccum. — Calenberger ÜB. Abth. Loccum 
Nr. 270. 

100) 1266 (vor Juni 8.). Z. in Urk. des Grafen Ludolf von Hallermund bei 

Auflassung von Gütern zu Heinde laici vero dominus Olricus de 

Alta fago, Conradus marscalcus, Döbner ÜB. Hildesheim I Nr. 304. 

loi) 1266 Juni 8 Hildesheim Henricus plebanus de Eschers- 

husen; Olricus nobilis de Alta fago, Hermannus de Gandersem, mi- 

lites. Z. in Urk. des Erwählten Otto von Hildesheim für das Andreasstift. — 
Döbner a. a. 0. 1 Nr. 299. 

102) i266Septemb. 17. Hogerus scolasticus Hildensemensis. Z. in Urk. 
dess. für Stift S. Blasii zu Braunschweig. — Hoogeweg ÜB. III Nr. 136. 

103) 1266. Hogerus dei gratia scolasticus majoris ecclesie in 
Hildensem beurkundet, dass, da Sophia pie memorie mater nostra 
den Predigerbrüdern von S. Paulo in Hildesheim ihre Kurie bei dem Kloster, 



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72 GEORG BODE 

welche sie bewohnt hatte, geschenkt habe, igitur tarn Olricus frater noster 
quam nos una cum sororibus nostris, videlicetMechtilde abbatissa 
superioris claustri in Gandersem, Sophia preposita in Went- 
husen, Conegunde in Quedelingeborch canonica seculari et Oda 
uxore comitis Wedekindi de Poppenborch sie nunmehr sämtlich diese 
Kurie mit Hofstelle und Gebäuden zum Seelenheil ihrer Mutter dem Kloster 
darreichen und auf das Gut verzichten. — Döbner ÜB. Hildesheim 1 Nr. 303. 

104) 1267 April IG. Bischof Volrad von Halberstadt vergleicht discretum 
et honestum dominum Hogerum Hildensemensem scolasticum mit den Ge- 
brüdern von Westorf über einen Hof und 1 V« Hufen zu Meringe (Mehringen). 
— V. Heinemann cod. dipl. Anhalt. 11 Nr. 328. 

105) 1267. Oda dei gratia comitissa dePopenburch beurkundet, 
dass sie dem Klosterkonvente in Meringen de consensu heredum et coheredum 
nostrorum ^/2 Hufe Litenland daselbst zu Eigentum verkauft habe. — v. 
Heinemann a. a. 0. 11 Nr. 340. 

106) 1267 Juli 26. Hogerus scolasticus. Z. in Urk. des Erwählten Otto für 
Klost. Wienhausen. — Hoogeweg a. a. 0. 111 Nr. 162. 

107) 1267 November 11. Öesgl. Z. in Urk. desselben für dasselbe. — 
Hoogeweg a. a. 0. III Nr. 171. 

108) 1267 Winzenburg. Hogerus scolasticus. Z. in Urk. desselben für 
Kloster Maria Magd. — Hoogeweg a. a. 0. 111 Nr. 1 78. 

109) 1267. Desgl. Z. in Urk. desselben für das Moritzbergstift. — Hooge- 
weg a. a. 0. 111 Nr. 180. 

iio) 1268 October 2 Hildesheim. H(ogerus) dei gratia Hildense- 
mensis ecclesie scolasticus dictus de Alta fago verbürgt sich una 
cum comite WedeTcindo dafür, dass sein Bruder Ulrich (frater suus do- 
minus Olricus de Alta fago) das Kloster Steterburg wegen der von Bodo 
von Salder gekauften Güter zu Beddingen nicht belästigen werde. — Diplo- 
matar. Stederburg. p. 337 in L. H. Archiv Wolfenbüttel. Vgl. Hoogeweg a. 
a. 0. III Nr. 208. 

1 1 1) 1268. Hogero scolastico. Z. in Urk. des Erwählten Otto für Klost. 
Marienrode. — Calenberger ÜB., Abth. Marienrode Nr. 38. 

112) 1269 Januar 9. Hogerus scolasticus. Z. in Urk. desselben für das 
Michaeliskloster. — Hoogeweg a. a. 0. 111 Nr. 223. 

113) 1 269 Januar 1 1 . Hogerus scolasticus Hildensemensis. Z. in Urk. des- 
selben für Kloster Heiningen. — - Hoogeweg a. a. 0. 111 Nr. 225. 

1 1 4) 1 269 Februar 1 4. Hogerus scolasticus. Z. in Urk. desselben für Kloster 
Escherde. -- Hoogeweg a. a. 0. III Nr. 226. 



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DIE HERRSCHAFT HOHENBÜCHEN UND IHRE BESITZER 73 

115) 1 269 Mai 8. Hoierus scolasticus. Berather des Pfarrers von S. Niclaus 
in Göttingen in seiner Processsache. — Orig. Guelf. VI praef. p. 14. 

116) 1269 Juli 17. Hogerus scolasticus. Z. in Urk. des Erwählten Otto 
für Kloster Neuwerk. — Bode ÜB. Goslar II Nr. 1 50. 

117) 1269. Desgl. Z. in Urk. desselben für Kloster Maria Magdal. — 
Hoogeweg a. a. O. 111 Nr. 240. 

1 18) 1270 März 24. Hogerus scolasticus. Z. in Urk. des Erwählten Otto 
für das Katharinenhospital vor Hildesheim. — Hoogeweg a. a. 0. III Nr. 245. 

119) 1270 Juli 20. Hogerus scolasticus Hildensemensis. Z. desselben für 
Kloster Derneburg. — Hoogeweg a. a. 0. III Nr. 250. 

120) 1270 August 30. Hogerus scolasticus. Z. desselben für das Stift St. 
Petersberg. — Bode ÜB. Goslar II Nr. 161. 

121) 1270 November 27. Dei gratia Mechtildis abbatissa ecclesie in Gan- 
derseym, Hoyerus scolasticus majoris ecclesie in Hildemseym, Oda comitissa 
de Poppenborch, nobilis vir Ulricus de Alta fago beurkunden, das Eigenthum 
einer Hufe zu Meringe der Kirche S. Wieberti in Quidelingeburch gemeinsam 
geschenkt zu haben. — v. Heinemann a. a. 0. II Nr. 382. 

122) 1270. Poppenburg. Hogerus scolasticus. Z. in Urk. des Erwählten 
Otto für das Johannisstift. — Hoogeweg a. a, 0. III Nr. 261. 

123) 1271 März 27 Poppenburg. Hogerus scolasticus. Z. in Urk. des- 
selben für das Hospital in Goslar. — Bode ÜB. Goslar II Nr. 1 67. 

124) 1271 Mai 8 Hildesheim. Hogerus scolasticus. Z. in Urk. dess. für 
die Edelherren von Dorstadt. — Hoogeweg a. a. 0. III Nr. 280. 

125) 1271 (vor August). Hogerus scolasticus. Z. in Urk. dess. für die Ma- 
rienkirche in Gandersheim. — Hoogeweg a. a. 0. III Nr. 286. 

1 26) 1 271 September 8. Mechtildis abbatissa sancte Marie. Zeugin in Urk. 
der Äbtissin Margareta von Gandersheim über die Nutzniessung von Gütern 
zu Wanzleben. — Harenberg histor. ecciesiae Gandersheim p. 783. 

127) 1271 October 21 Mehringen. H(ogerus) dei gratia Hildense- 
mensis ecclesie scolasticus beurkundet, dass die Herren von Drondorf 
eine Hufe Land zu Meringen von ihm erkauft und dieselbe dem dortigen 
Kloster übereignet haben. — v. Heinemann a. a. 0. II Nr. 396. 

128) 1271 November 22. Mathildis abbatissa in Gandersheim, 
Hoyerusscolasticusin Hildesheim, Odacomitissa dePoppenburg 
schenken dem Wipertikloster zu Quedlinburg i Hufe in Meringe. — Kettner 
antiquit. Quedlinburg, p. 357. 

129) 1272 Juli 12. Hoyerus scolasticus. Zeuge in Urkunde des Erwählten 
Otto für Kloster Amelunxbom. — Hoogeweg a. a. 0. III Nr. 304. 

1 30) 1 27 j Mai 20. Borchardus dei gratia prepositus, Fridericus prior, Ar- 



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74 GEORG BODE 

noidus hospitalarius, Albero, Bertoldus de Altafago, Conradus 

monachi in Groninge verkaufen an das Stift U. L. Frauen in Halberstadt Gü- 
ter in Schwanebeck. — G. Schmidt ÜB. Höchst. Halberstadt II Nr. 1273. 

131) 1273 Juni 3, Hogerus scolasticus. Z. in Uric. des Erwählten von Hil- 
desheim für das Michaeliskloster. — Hoogeweg a. a. 0. III Nr. 331. 

132) 1273 October4. Die Äbtissin Bertradis zu Quedlinburg willigt in 
den Verkauf von iV« Hufen Land zu Mehringen durch Conegundis prepo- 
sita in Wenethusen an das Kloster Mehringen. — v. Heinemann a. a. 0. II 
Nr. 419. 

133) 1273 November 27 Gandersheim. M(echtildis) dei gratia s. 
Marie in Gandersem abbatissa preposito et conventui in Stederburch. 
Venditionem hereditatis nostre cum jure patronatus in Beddinge vobis a fra- 
tribus nostris nunc factam ratam habemus et gratam. — Diplomatar. Steder- 
burg. p. 156 im L. H. Archiv in Wolfenbüttel. 

134) 1273 December 8 Hildesheim. Der Erwählte Otto zu Hildesheim 
genehmigt, dass dominus Hogerus scolasticus ecclesie nostre et do- 
minus Olricus nobilis de Alta fago fratres Güter und das Patronats- 
recht in Beddingen dem Kloster Steterburg übertragen. — Diplomatar. Steder- 
bürg p. 160. Regest bei Hoogeweg ÜB. III Nr. 348. 

135) 1273 December 28. Domdechant Johann und das Domkapitel zu 
Hildesheim genehmigen die Übertragung des Pratronatrechts der Kirche in 
Beddingen durch die Brüder Hoier und Ulrich von Hohenbüchen an das Kloster 
Steterburg. — Diplomatar. Stederburg. p. 161. Regest bei Hoogeweg a. a. 
0. III Nr. 353. 

136) 1273 Hildesheim. Olricus nobilis de Alta fago gelobt, wegen 
der seitens des Klosters Steterburg von dem domino Bodone de Saldere er- 
kauften Güter in Beddinge dem Kloster keine Anfechtung zu bereiten, indem 
er genehm hält, was per fratrem nostrum, dominum Hoyerum Hil- 
densemensis ecclesie scolasticum, bestimmt ist. — Diplomatar. Ste- 
derburg p. 336. Regest bei Hoogeweg a. a. 0. III Nr. 354. 

137) 1274 Januar 23 Hildesheim, magister Hogerus summe ecclesie sco- 
lasticus. Z. in Urk. des Erwählten Otto von Hildesheim für Kloster Steter- 
burg. — Hoogeweg a. a. 0. III Nr. 361. 

138) 1274 Februar 14. Conegundis dei gratia preposita in Went- 
husen erklärt dem Propste und Konvente zu Stederburch, dass sie den a 
fratribus nostris vorgenommenen Verkauf des patronatus in Beddinge ge- 
nehm halte. — Diplomatar. Stederburg. p. 168. 

1 39) 1 274 Mai 28. Mechtildis abbatissa sanctae Mariae. Zeuge in Urk. der 
Äbtissin Margarete von Gandersheim für Kloster Lamspringe. — Harenberg 
a. a. 0. p- 785. 



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DIE HERRSCHAFT HOHENBOCHEN UND IHRE BESITZER 75 

140) 1 274 November 1 2. Herzog Albrecht von Braunschweig beurkundet, 
dass der Propst Johann von Steterburg cum nobilibus viris, dominis vi- 
delicet Hoyero Hildensemensis ecclesie*scolastico et fratresuo 
domino Olrico milite dicto de Homboken über den Verkauf von Gütern 
übereingekommen sei. Die genannten nobiles Hoyerus et Olricus haben der 
Kirche zu Steterburg unam curiam in Beddinge> que sedelhof dicitur, mit 
ihrem ganzen Zubehör und patronatum ecciesie in ipsa villa Beddinge über- 
tragen. — Scheidt mant. document. S. 270 fg. 

141) 1274 November 12 Braunschweig. Hogerus dei gratia Hilden- 
semensis ecciesie scolasticus ac nobilis vir Olricus dicti de Hom- 
boken beurkunden, dem Kloster Steterburg unam curiam in Beddinge, que 
sedelhof dicitur, et patronatum ecciesie ejusdem ville vor dem Herzog Albert 
von Braunschweig übereignet zu haben. — Diplomatar. Stederburg p. 1 66 sq. 
Regest bei Hoogeweg a. a. 0. 111 Nr. 383. 

142) 1274 Burg Werder. Dem Propste Johann und dem Konvent zu 
Steterburg teilt Ludolfus comes de Waldenberch mit, dass er pro nobilibus 
viris Olrico etHogero fratribus dictis de Alta fago, sororiis nostris, 
zugleich cum comite Ludolfo de Dasle secundum quod bone memorie nepos 
noster, comes Henricus de Waldenberch, vobis pro ipsis promiserat super ven- 
ditione bonorum in Beddinge cum jure patronatus, als Bürgen sich verpflich- 
ten wollen dafür, dass die genannten Brüder ihnen erforderlichen Falls wegen 
jener Güter die schuldige Gewähr leisten müssen, et quod filia dicti do- 
mini Olrici ad etatem legitimam pervenerit, den Verkauf dieses Eigen- 
guts genehm halten solle. Datum in Insula anno domini m^ cc^ LXX^ 1 1 11 ^. 
— Chronic. Stederburg S. 168 im L. H. Arch. zu WolfenbütteL 

143) 1274. Die Äbtissin Bertradis zu QuedUnburg beurkundet, dass die 
Conegundispreposita in Wenethusen dicta de Alta fago iV« Hufen 
Eigengut in Meringe dem Frauenkloster zu Aschersleben verkauft habe. — 
V. Heinemann a. a. 0. II Nr. 445. 

144) 1274 Hildesheim. Das Domkapital zu Hildesheim bekundet, dass 
Hoyerus scolasticus ecciesie nostre nunc in Netheiegen archidiaconus dem 
Propste des Maria Magdalenenklosters den Patronat der Kirche zu Ottbergen 
übertragen habe. — Hoogeweg a. a. 0. 111 Nr. 387. 

145) 1275 Januar 1 1 . Hoyerus de Alta fago scolasticus. Z. in Urkunde des 
Bischofs Otto für das Michaeliskloster. — Hoogeweg a. a. 0. III Nr. 393. 

146) 1275 April 6. H(ogerus) scolasticus. Z. in Urk. des Domkapitels zu 
Hildesheim für die Stephans-Kapelle. — Hoogeweg ÜB. a. a. 0. III Nr. 405. 

147) 1275 April 21. Hogerus scolasticus Zeuge in Urkunde der 

Grafen Sigfried und Heinrich von Blankenburg, laut welcher sie dem Bischof 



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76 GEORG BODE 

Otto von Hildesheim das halbe Dorf Selkenvelde und Güter zu Grasdorf zur 

Entschädigung für Güter in Holtempnedetvorde überlassen. — canonici 

Hildensemenses; Gevehardus de Eversten canonicus Magdeburgensis; Her- 
mannus et Henricus comites, filii comitis Henrici de Woldenberge, Borchardus 
et Hermannus filii comitis de Woldenberge, dominus Olricus de Hon- 

boken, Hermannus de Gandersem, milites. — v. Heinemann a. a. 

0. Nr. 456. G. Schmidt ÜB. H. Stift Halberst. II Nr. 1298. Hoogeweg a. a. 
0. III Nr. 408. 

148) 1275 April 23. Hogerus scolasticus canonici Hildensemenses; 

dominus Olricus de Honboken, milites. Zeuge in Urk. des 

Bischofs Otto von Hildesheim für das Johannisstift zu Halberstadt in dersel- 
ben Stellung unter denselben Zeugen. — G. Schmidt ÜB. Stadt Halberstadt I. 
Nr. 144a. Hoogeweg a. a. 0. III Nr. 409. 

149) 1275 April 24. Hogeri scolastici in Urk. Bischof Ottos über den Pa- 
rochialstreit in Bokenem. — Hoogeweg a. a. 0. III Nr. 410. 

150) 1275 Hojerus scolasticus Zeuge in Urk. des Bi- 
schofs Otto von Hildesheim. — Würdtwein a. a. 0. I p. 338. 

151) 1275 November 26 Hildesheim. Hogerus scolasticus. Z. in Urk. Bi- 
schof Ottos für das Johannisstift. — Hoogeweg ÜB. a. a. 0. III Nr. 422. 

152) 1275 December 2 1 . Das Domstift in Goslar meldet dem Bischof Otto 
von Hildesheim, dem Dompropst Volquin und dem Hogero scolastico sowie 
den delegierten Richtern die Beilegung seines Streits mit dem Pfarrer zu 
St. Thomas. — Bode ÜB. Goslar II Nr. 222. 

153) 1276 Februar 24. Hoyerus scolasticus. Z. in Urk. des Bischofs Otto 
über die Begabung einer Vikarie am Dome. — Hoogeweg a. a. 0. III Nr. 430. 

154) 1276 März 16 Hildesheim. H(ogerus) dei gracia archidyaconus in 
Netelengen erklärt einen Tausch von Gütern zwischen dem Kloster Wien- 
hausen und dem Pfarrer zu Hoheneggelsen für unstatthaft. — Calenberger 
ÜB., Abth. Loccum 3 Nr. 352. 

155) 1276 Juni I. Nos Conegundis dei gratia canonica Quidelingeburgen- 
sis ecclesie et preposita in Wenethusen schenkt dem Kloster Mehringen aus 
ihren dortigen Gütern einen Verding Rente. — v. Heinemann a. a. 0. II 
Nr. 475. 

1 56) 1 276 Juni 23. Conegundis dei gratia preposita in Winethusen 
schenkt dem Wipertikloster vor Quedlinburg das Eigentum einer Hufe in 
Meringe, quem Fridericus ecclesiasticus pro XX marcis ab Oda sorore 
nostra pie recordationis comparaverat et a nobis, — v. Heine- 
mann a. a. 0. II Nr. 481. 

157) 1277 März 9. L(ippoldus) decanus, H(ogerus) scolasticus ecclesie Hil- 



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DIE HERRSCHAFT HOHENBOCHEN UND IHRE BESITZER ^^ 

densemensis zitieren im Auftrage des Bischofs den Propst zu Heiningen zur 
Rechtfertigung in der Klagesache mit dem Kloster Wöltingerode. — Hooge- 
weg a. a. 0. III Nr. 464. 

1 58) 1 277 April 8. L(ippoldus) decanus, H(ogerus) scolasticus dei gratia 
fordern im Auftrage des Bischofs die Pröpste zu Heiningen und Wöltinge- 
rode zu verschiedenen Processhandlungen auf. — Hoogeweg a. a. 0. III 
Nr. 465. 

159) 1277 September 23. Das Kloster Heiningen zeigt den vom Bischof 
verordneten Richtern L(ippoldo) decano, H(ogero) scolastico an, dass sein 
Propst den ihm vom Kloster Wöltingerode zugefügten Schaden beschwören 
solle. — Vgl. die sonst hierher gehörigen Stücke, in welchen aber der Name 
des Scholasters nicht genannt ist, insbes. Hoogeweg a. a. 0. III Nr. 480. 

160) i277December 9 Braunschweig clerici, comes Henricus 

de Blankenburg, Olricus de Alta fago nobilis, Ludolfus de Weverlinge, 

Z. in Urkunde Burchards von der Asseburg für Kloster Wienhausen. — v. 
Campe, Urkunden des Geschlechts von Campe I Nr. 436. 

161) 1278 December 4. Die Äbtissin Bertradis und der Konvent zu Qued- 
linburg beurkunden, dass Conegundis quondam preposita in Wenet- 
husen, Quidelingeburgensis canonica, Patrimonium quoddam in 
Nendorp et in Meringe besessen habe und aus demselben gewisse Einkünfte 
dem Kloster s. Wiperti vor Quedlinburg verkauft habe. — v. Heinemann a. 
a. 0. II Nr. 502. 

1 62) 1 278. Conegundis abbatissa cum omni capitulo in Meringen ermässigt 
die Abgaben einiger dortiger Bauern. — v. Heinemann a. a. 0. II Nr. 503. 

1 63) 1 279 Juli 1 7 Hildesheim. Lippoldus dei gratia Hildensemensis ecclesie 
decanus, Hogerus scolasticus et Johannes cantor des Domstifts zu Hildesheim 
gewähren dem Johannisstifte ein zweites Gnadenjahr. — Döbner ÜB. Hildesh. 
I Nr. 367. 

1 64) 1 280 October 10. Hogerus scolasticus Bittsteller für das Johannisstift 
in Hildesheim. — Hoogeweg a. a. 0. III Nr. 530. 

165) 1281 Juni 6. Die Ritter Ludolf und Burchard v. Cramme verkaufen 
dem Stifte St. Georgenberg bei Goslar die Hälfte des Zehnten zu Hachem 
und stellen Bürgen, welche ihr Versprechen in manus honorabilis viri domini 
Hogeri de Alta fago, scolastici Hildensemensis, ablegen. — Bode ÜB. Gos- 
lar II Nr. 283. 

166) 128 1 Juni 7. Hoygerus scolasticus. Z. in Urk. Bischof Sigfrids von 
Hildesheim in derselben Sache. — Bode a. a. 0. II Nr. 286. 

167) 1281 Juni 15. Hogerus scolasticus. Z. in Urk. desselben für Kloster 
Escherde. — Hoogeweg a. a. 0. III Nr. 567. 



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78 GEORG BODE 

168) 1281 October 22. Hoyerus scolasticus. Z. in Urk. desselben für Klo- 
ster Steterburg. — Hoogeweg a. a. 0. III Nr. 579. 

169) 1 282 März 7. Hoygerus scolasticus. Z. in Urk. desselben für das Dom- 
kapitel. — Hoogeweg a. a. 0. III Nr. 594. 

170) 1282 März 9. Hogerus scolasticus. Z. in Urk. Bischof Sigfrids für 
das Domstift in Goslar. — Bode ÜB. Goslar II Nr. 295. 

171) 1282 März 23. Hoygerus scolasticus. Z. in Urk. desselben Bischofs 
für das Domkapital. — Hoogeweg a. a. 0. III Nr. 597. 

172) 1282 April 19. Hogerus scolasticus. Z. in Urk. desselben Bischofs 
für Kloster Steterburg. — Hoogeweg a. a. 0. III Nr. 599. 



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BRAUNSCHWEIGER BÜRGERSÖHNE 

AUF DEUTSCHEN UNIVERSITÄTEN VOR ERRICHTUNG 
DER JULIUS-UNIVERSITÄT ZU HELMSTEDT. 

Von Heinrich Meier. 

Es war im Jahre 1576, dass den Braunschweigern eine eigene Landes- 
universität entstand. Damals waren bereits 277 Jahre verflossen, seitdem von 
einem Studenten aus der Stadt Braunschweig Kunde gegeben worden ist. 
Denn schon 1 299 findet sich ein solcher in der Matrikel zu Bologna^). 

Das war zu einer Zeit, da es deutsche Universitäten noch nicht gab. Erst 
49 Jahre später, 1348, wurde deren erste am Sitze des Kaiserlichen Hofes 
zu Prag aufgetan. Es folgten 1365 Wien, 1386 Heidelberg, i388Koeln, 
1392 Erfurt, 1409 Leipzig, 1419 Rostock, 1456 Greifswald*), 1459 Basel, 
1460 Freiburg, 1472 Ingolstadt, 1473 Trier, 1476 Mainz, 1477 Tübingen, 
1502 Wittenberg, 1506 Frankfurt a. 0., 1527 Marburg, 1544 Königsberg 
und 1558 Jena. Von diesen 19 deutschen Universitäten sind leider acht, 
nämlich Wien, Basel, Freiburg, Ingolstadt, Trier, Mainz, Königsberg und Jena 
mit der Veröffentlichung ihrer Matrikel im Rückstande. Die von Wien ist für 
den kurzen Zeitraum der ersten 5 5 Jahre zwar bearbeitet aber nicht veröffient- 
licht, sondern nur als Manuskript gedruckt worden'). Die von Basel, Frei- 
burg, Ingolstadt und Jena sind bisher ungedruckt geblieben, die von Trier 
und Mainz sogar im Manuskripte völlig verschollen, und in Königsberg hat 
man die Drucklegung von hinten begonnen, so dass sie etwa die Regierungs- 
zeit Friedrich Wilhelms III*) umfasst, was für unsere Zwecke ohne Bedeutung 
ist. Wenn es uns demnach unmöglich ist, zu sagen, ob jemals ein Braun- 
schweiger dahin gezogen ist, solange er der Universität im eigenen Lande 
hoch entbehrte, so können wir uns ja allerdings damit trösten, dass die Wahr- 

^) Friedländer und Malagola, Acta nationis germanicae universitatis Bononiensis. Berlin 
1887. Zeitschrift des historischen Vereins für Niedersachsen 1889. S. 199 ff.: »1299 Ever- 
hardus de Brunswichc. Die Matrikel beginnt erst 1289, 200 Jahre nach Gründung der 
Universität. Es ist also sehr wohl möglich, dass schon vor 1299 Braunschweiger dort studiert 
haben. *) Loewen 1426 wird hier nicht mitgezählt. Dr Ulrich hat in der sub i zitierten 
Zeitschrift festgestellt, dass daselbst keine Niedersachsen studiert haben. *) Wenzel 
Hart und Karl Schrauf, die Matrikel der Wiener Universität. Band i. Von den ältesten 
Zeiten (1365) bis inkl. Sommersemesters 1420. Als Manuskript gedruckt. Wien 1892. 
Selbstverlag der Herausgeber. *) Einige Jahre vorher und nachher. 1787 bis 1844. 



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BRAUNSCHWEIGER AUF UNIVERSITÄTEN 8l 

scheinlichkeit eines regeren Besuches dieser zum Teil recht entfernt liegen- 
den Bildungsstätten nicht allzugross ist, und dass Jena nicht länger als i8 
Jahre vor Helmstedt bestanden hat. Von den übrigen 1 1 Universitäten sind 
gedruckte Matrikeln veröffentlicht worden; aber bei zweien von ihnen ist 
dies leider in unzulänglicher Weise geschehen, bei Prag^), wo nur die Gra- 
duirten aufgenommen worden sind, und bei Koeln*), wo die Drucklegung 
mit dem Jahre 1466 einen Stillstand erlebt hat. Letzteres bedeutet vielleicht 
für die braunschweigische Forschung nur einen geringen Verlust. In 67 Jahren 
sind nur 7 Braunschweiger dort gewesen, die meist schon andere Universi- 
täten besucht hatten. Die demnächst in Koeln herrschenden Dunkelmänner 
werden noch weniger Anziehungskraft auf die Braunschweiger ausgeübt 
haben. Dagegen ist die UnvoUständigkeit der Prager Matrikel gerade vom 
Standpunkte der Braunschweiger recht sehr zu beklagen. In 41 Jahren®) er- 
scheinen daselbst 1 3 Braunschweiger unter den Baccalarien. Demnach ist 
kaum zu ermessen, wie gross die Zahl der Studenten aus Braunschweig in 
Prag gewesen sein mag. Von den 9 Universitäten Heidelberg*), Erfurt^), 
Leipzig«), Rostock'), Greifswald«), Tübingen»), Wittenbergs^), Frankfurt") und 
Marburg") besitzen wir in den gedruckten Matrikeln einigermassen vollstän- 
diges Material zur Beurteilung der Frage, wo die Braunschweiger vor 1576 
studiert haben. Die Zahl der Immatrikulationen Braunschweigischer Studen- 
ten auf diesen 9 Universitäten beträgt von 1 367 bis 1576, also in einem Zeit- 
räume von rund 200 Jahren, 1 1 12. Davon entfallen 340 auf Erfurt, 276 auf 
Wittenberg, 248 auf Leipzig, 177 auf Rostock, 46 auf Frankfurt, 10 auf 
Marburg, 7 auf Heidelberg, 6 auf Greifswald und 2 auf Tübingen. In der Zeit 

^) Monumenta Historica Universitatis Carolo-Ferdinandeae Pragensis. Registnim ordinis 
graduatorum in artibus und Liber Decanonim. Prag 1830 und 1832. J. N. Gerzabeck. 
') Dr Hermann Keussen, die Matrikel der Universität Koeln. Band I. 1399— 1466. Bonn 
1892. *) Die Matrikel beginnt erst 1367. *) G. Töpke 1886 bis 1893, woraus 

ein Auszug der Norddeutschen Studenten in der Harzzeitschrift XIII, 139. ^ Ge- 
schichtsquelien der Provinz Sachsen, herausgegeben von der historischen Kommission der 
Pr. S. Band 8, i. 2. 3. Dr J. C. Hermann Weissenbom. *) Georg Erier, Matrikel 

der Universität Leipzig 1896. Cod. dipl. Sax. Reg. XVI. ^ Dr Adolf Hofmeister, 

Matrikel der Universität Rostock. Rostock 1889. *^9<^* i^95* ^ Publikationen aus 

den Königl. Preuss. Staatsarchiven LH (1893) und LVII (1894). Dr Ernst Friedländer. 
Leipzig bei Hirzel. ®) Urkunden zur Geschichte der Universität Tübingen. 1877. Roth. 
Matricula almae universitatis Tuwingensis 1477— 1545. Tüb., H. Laup. 1877. ") K. E. 
Förstemann, Album Academiae Vitenbergensis. Lipsiae 1841 mit Fortsetzung Halle 1894. 
^0 Publikationen aus den Königl. Preuss. Staatsarchiven XXXII (1887) XXXVI (1888) 
und XXXXIX (1891). **) Caesar, Index lectionum in academia Marburgensi. Pro- 

gramme zum 22. März. Marburg 1874. Niedersächsische Studenten auf fremden Uni- 
versitäten von Dr A. Ulrich in Zeitschr. d. hist. Vereins für Niedersachsen. 1889. S. 199 ff. 
Auch für Frankfurt, Heidelberg und Wittenberg. 

Bnonschw. Jahrbach VII. ^ 



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82 H. IIEIER 

vor 1500 kommen von 444 Immatrikulationen 234 auf Erfurt, 135 auf Leip- 
zig, 71 auf Rostock, 2 auf Heidelberg und 2 aujf Greifswald. Nach 1500 
kommen von 668 Immatrikulationen 276 auf Wittenberg, 113 auf Leipzig, 
je 106 auf Erfurt und Rostock, 46 auf Frankfurt, 10 auf Marburg, 5 auf 
Heidelberg, 4 auf Greifswald und 2 auf Ttlbingen. 

Erfurt also war die beliebteste Universität der Braunschweiger. Dass sie 
im 16. Jahrhundert trotz des Verfalls, über dessen Ursachen wir uns noch 
Rechenschaft geben wollen, immer noch den dritten Rang trotz Wittenbergs 
behauptet und Leipzig nur wenig nachgibt, ist besonders geeignet, dies zu 
bestätigen. Rostock, dessen Besuchsziffer im 16. Jahrhundert der von Erfurt 
genau gleich ist, war neben den drei genannten die beliebteste Universität der 
Braunschweiger, Von den tlbrigen hatte eigendich nur noch Frankfurt eine 
gewisse Anziehungskraft. Wenn die Luft klar ist, erblickt das Auge in Erfurt 
den heimischen Gipfel des Brocken. Man kann sich daher vorstellen, wie 
freudig die Braunschweiger im Jahre 1392 die Eröffnung der dortigen Uni- 
versität begrüsst haben. Gleich im Jahre 1392 zogen fünf Studenten aus 
Braunschweig dahin. Prag war lange Zeit die einzige Universität gewesen. 
Es ist schon gesagt, dass wir dort den Spuren der Braunschweiger in reichem 
Masse begegnen. Aber dem Besuche von Prag durch die Braunschweiger tat 
nicht nur die neue Erfurter Universität Abbruch. Im Jahre 1409 nahm die 
ganze Prager Herrlichkeit ein jähes Ende. Alle deutschen Studenten wand- 
ten dieser alten Bildungsstätte den Rücken, »studentes extranei una cum 
magistris suis Pragam deseruere«, sagt die Matrikel. Sie zogen nach Leipzig, 
was bekanndich den Anlass zur Errichtung der dortigen Universität gab. Aber 
Erfurt behielt einstweilen die Oberhand. Um die Mitte des 1 5. Jahrhunderts 
stand es in vollster Blüte. Die Reformation, der sie sich früh zuneigte, schien 
ihren Glanz noch erhöhen zu sollen. Beim Einzüge Luthers auf seiner Reise 
nach Worms eriebte sie den grössten Festtag. Aber nach kurzem Glänze ver- 
lor sie schon bald nach dem Jahre 1521 infolge innerer Wirren und des 
Bauernkrieges ihr reformatorisches Gepräge*) und ging dem Verfalle entgegen. 
Während in den vier Jahren von 1515 bis 1 5 1 8 vierundzwanzig Braun- 
schweiger in Erfurt studierten, kamen in den folgenden sechzehn Jahren nur 
10 dahin. Leipzig, bei dessen Gründung auch ein von Prag ausgewanderter 
Braunschweiger zugegen war, eriebte, wie Erfurt, zu Anfang des 16. Jahr- 
hunderts einen Höhepunkt seiner Blüte und bald darauf, schon 1520, einen 
Rückgang. Aber mit dem rapiden Verfalle von Erfurt war der nicht zu ver- 
gleichen. In jenen 14 Jahren von 1 519 bis 1532, wo in Erfurt nur 7 Braun- 
schweiger erschienen, kamen deren 22 nach Leipzig; obgleich die Refor- 

^) Paulsen, Geschichte des gelehrten Unterrichts. Leipzig 1885. 



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BRAUNSGHWEIGER AUE UNIVERSITÄTEN 83 

mation in Leipzig erst 1539 Eingang fand. Stärker prägen sich die Folgen 
später Einführung der Reformation in Rostock aus. Zwischen 1 524 und 1 541 
kam kein Braunschweiger auf die Mecklenburgische Hochschule, die sonst 
so beliebt war trotz ihrer nicht geringen Entfernung. Wittenberg zog die 
Braunschweiger durch seine Lehrer und seine Nähe an. Nicht erst durch 
die Reformation ist diese Universität bei ihnen beliebt geworden. Vor dem 
Jahre 15 17 sind bereits 38 dort gewesen. Luther kam 1508, Melanchthon 
1518. 

Der Besuch dieser Universität von Seiten der Braunschweiger blieb sich 
von 1502 bis 1575 ziemlich gleich mit Ausnahme etwa des Pestjahres von 
1527. Mit 16 Studenten erreichte die^esuchszifFer der Braunschweiger in 
Wittenberg einen Höhepunkt im Jahre 1554. Während diese Universität, 
von der das grosse Werk der Reformation seinen Ausgang nahm, durch 
Melanchthons Persönlichkeit ihre Anziehungskraft behalten konnte, erlebte 
Frankfurt durch seinen Widerstand gegen die Reformation einen völligen Still- 
stand. Vor der Reformation hatte Frankfurt in den 8 Jahren von 1506 bis 
1 5 1 3 neun Studenten aus Braunschweig gehabt. In den nächsten 1 3 Jahren 
kam keiner, in den dann folgenden 17 Jahren nur 4. Erst als KurJFürst Jo- 
achim II im Jahre 1537 den Rat des Melanchthon eingeholt hatte, erholte 
sich die Brandenburgische Hochschule an der Oder. Von 1544 bis 1576 zo- 
gen 3 3 Braunschweiger dahin. 

Ziemlich zahlreich sind die Fälle, dass die Studenten hintereinander ver- 
schiedene Universitäten besucht haben. Während wir an Immatrikulationen 
einschliesslich Prag und Koeln 1 1 32 gezählt haben, beträgt die Zahl der Stu- 
denten nur 963. 

Deren Personalien, so viel es anging, festzustellen, haben wir als unsere 
Aufgabe betrachtet. 

Die Matrikeln selbst berichten über die Personalien der Studenten sehr 
wenig. Man erfährt aus ihnen noch nicht einmal die Fakultät, und ob das 
Studium auf den geistlichen oder den weltlichen Beruf gerichtet war. In ein- 
zelnen Fällen erschweren sogar die Matrikeln die Feststellung der Persönlich- 
keit. Einmal entstellen sie häufig die Namen durch falsche Orthographie. 
Man muss erst erraten, dass hinter einem Bretzen ein Broitzem, hinter einem 
Enensen ein Evessen, einem Türcke ein Durigke, einem Wulstitte ein Vel- 
stede, einem Wincop ein Wittekop sich verbirgt. Sodann bildet die Sucht der 
Obersetzung der Namen ins Lateinische oder Halbgriechische einen recht 
erschwerenden Umstand, der sich seit der Mitte des 16. Jahrhunderts beson- 
ders empfindlich bemerkbar macht. Erst nach eingehender Prüfung findet 
sich, dass der Vater des Artopaeus Becker, des Doleatoris Bodeker, des Gale- 



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84 H. MEIER 

atoris Helmsleger, des Regius König, des Sartoris Schrader und des Neofonius, 
Neophanus oder Neofunius Neukirch geheissen hatte. Unter Berücksichtigung 
dieser erschwerenden Umstände wird man es nicht allzu auffallend fmden, 
wenn von 963 Studenten nur etwa 354 ihrer Abstammung und Familienzu- 
gehörigkeit nach und nur etwa 273 ihrer ferneren Lebensstellung nach mit 
Sicherheit festgestellt und verfolgt werden konnten. Hierzu sind die reichen 
Hilfsquellen des Stadtarchivs und der städtischen Bibliothek herangezogen 
worden. Am ergiebigsten waren die Testamentbücher des Archivs, über 70 
Testamente ehemaliger Studenten sind vorhanden^ mehr als 140 ihrer Väter 
und noch etwa 1 5 Testamente anderer Anverwandten derselben. Von den 
273 Studenten, die sich in Bezug auf ihre ferneren Lebensschicksale verfol- 
gen Hessen, sind 100 als Geistliche, 173 als Weltliche festgestellt worden. 
Unter den Geistlichen waren vor Einführnng der Reformation ein Bischof, 
zwei Äbte, zwei Pröpste, siebenundzwanzig Canoniker, darunter achtzehn 
des Stiftes St. Blasii, ferner zehn Pfarrherrn. Nach Einführung der Refor- 
mation zählten wir dreissig Pastoren und zwei Schulrektoren. Unter den Pa- 
storen haben 19 als Stadtgeistliche in der Stadt Braunschweig gewirkt. Von 
den Weltlichen haben sich 150 in der Stadt Braunschweig, 23 an anderen 
z. T. entfernten Orten niedergelassen und hervorgetan. In Braunschweig 
wurden davon 44 Ratleute, 3 Syndici, 3 Ratsschreiber. Andere sieben waren 
Juristen, darunter fünf Doktoren der Rechte. Unter den an anderen Orten 
berühmt gewordenen befinden sich 1 5 Universitätslehrer, von denen mehrere 
die Würde des Rektors eriangt haben, femer sieben Staatsdiener, darunter 
vier Doktoren der Rechte. 

Die Einzelergebnisse dieser Ermittelungen sind in zwei Tabellen zusam- 
mengestellt. Nachweisung I enthält alle Namen alphabetisch geordnet, Nach- 
weisung II ebenso die Mitglieder der Ratsfamilien im besondem. Diese Tren- 
nung ist erfolgt, um das für die Ratsfamilien reichlicher vorhandene Nach- 
richtenmaterial übersichtlicher und kürzer verwerten zu können. Der Begriff 
der Ratsfamilien ist in dem Sinne verstanden, wie es in Nr. 4 des Braun- 
schweigischen Magazins vom Jahre 1905 dargelegt worden ist. Nachweisung II 
bildet demnach gewissermassen eine Ergänzung zu der 1 905 gegebenen Ta- 
belle über die Verhältnisse der Ratsfamilien. Zum Schluss enthält Nachwei- 
sung III ein Verzeichnis der immatrikulierten Studenten, von 1367 bis 1576 
jahrgangsweise geordnet. 

Sollte es durch diese Zusammenstellungen gelungen sein, einiges Licht 
über die Universitätsbildung der Braunschweiger vor dem Jahre 1576 zu 
verschaffen, dann würde der Wunsch um so lebhafter werden müssen, nun 
auch vergleichen zu können, welchen Schritt wir vorwärts getan haben, seit- 



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BRAUNSGHWEIGER AUF UNIVERSITÄTEN 85 

dem das Land seine eigene Universität hatte. Damit das aber geschehen kann, 
ist es notwendig, dass zunächst ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gehe. 
Das ist die Veröffentlichung der Matrikel der Universität Helmstedt. 

Wie sehr wir damit im Rückstande sind, geht daraus hervor, dass Leyden*), 
Herborn*), Giessen'), Strassburg*), Dorpat*), Cassel®) und Erlangen'') der be- 
rühmten Juliusuniversität bereits den Rang abgelaufen haben, indem sie ihre 
Matrikel früher als diese in Druck gegeben haben. Auch die Matrikel der 
älteren Universitäten sind z. T. bis weit in die Helmstedter Zeit hinein fort- 
gesetzt worden: Wittenberg bis 1602, Erfurt bis 1625, Heidelberg bis 1654, 
Rostock bis 1684, Greifswald bis 1694, Marburg bis 1720 und Frankfurt 
bis 181 1. 

Und die Juliusuniversität ist nach der Zeit ihrer Gründung von allen deut- 
schen Universitäten die 20., von den protestantischen die vierte. Ihre Ma- 
trikel ist, Gott sei Dank, nicht verschollen wie die von Mainz und Trier*). 
Sie bildet einen der wertvollsten Schätze des Landes-Hauptarchivs und harrt 
der Herausgabe. Möge bald das eriösende Wort gesprochen werden! 

I. Allgemeines alphabetisches Verzeichnis. 

Achem Nachweisung II Apelersiett, Zacharias. Wittenberg 
Adenstede Nachweisung II '555®) 

Adelem, Conradus. Leipzig 1427 Apotecarii, Ulricus. Leipzig 1413*®) 

Aderkas, Nicolaus. Erfurt 1535 Arndes I Theodericus. Erfurt 1 46 1 ") 
Aleman Nachweisung II \ Johannes. Erfurt 1489 

Alexander siehe Sander Arnesti, Johannes. Leipzig 141 7") 

Algermissen Nachweisung II Artopalus s. Becker Nachweisung II 

^) Album Studiosorum Lugdano Bataviae 1575 — 1875. Hagae comitum 1875. *) Nas- 
sauer Drucke der Bibliothek in Wiesbaden. Matricula studiosorum scholae Herbornensis 
1584 — 1726. •) Die Matrikel der Universität Giessen 1608 — 1707. Herausgegeben von 
Ernst Klewitz und Karl Ebel. Giessen, J. Ricker 1898. *) 1621—1687 Gustav C. 

Knod, Strassburg 1897. *) Beise, Beitrag zur Geschichte der Universität Dorpat, in 
Mitteilungen aus der livländischen Geschichte. Bd. 8 1855. ^ Die Annalen und Ma- 
trikel der Universität Kassel, seit 1633, herausgegeben von Falkenheiner. Zeitschr. des 
Vereins für hessische Geschichte. Kassel 1893. Gedruckt für den Zeitraum von 

1743 — 1842. ^ Neuerdings auch die von Rinteln. ^ Zacharias Apelersiett lässt 

sich erkennen als Sohn eines Bürgers im Hagen Bartold Apelenstedt, dessen Bruder 1569 
im Hagen sein Testament machte. ^°) Ulricus Apotecarii ist der Sohn des Olricus 

apoteker, der 1403 das Haus Nr. 1324 an der Ecke der Höhe und Hagenbrücke besass 
und 1435 in der Neustadt sein Testament machte. ^^) Bei Theodoricus Arndes bemerkt 
die Matrikel »1492 — 1501 Episcopus Lubicensis«. Wahrscheinlich war er der Sohn eines 
Bürgers der Altenwik Hinrick Arndes, der 1450 testierte. Ein Theodoricus Arndes war 
1427 Decan St. Biasii. ^') Johannes Arnesti ist wahrscheinlich der Sohn des Hans 

Ernstes, der 1418 das Haus Nr. 745 in der Altstadt auf der Scharmstrasse besass. 



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86 



H. MEIER 



Aurifaber 



Beckman 



Bessel 



Binder 



Berfeld, Fredericus. Erfurt 1 446 

IConradus. Erfurt 1489 
Nicolaus. Wittenberg 1 546*) 
Mathias. Wittenberg 1555*) 
Bergher, Johannes. Rostock 1520 
Berkling, Conradus. Erfurt 1456 
n^^^A^ I Lodewicus. Erfurt 1457 
^^'^"^^MJoannes. Erfurt 15 16 
Bernhart, Johannes. Wittenberg 1 5 1 2 
Bertlyng, Ecklevus, pedellis. Leipzig 

1509 
Bertram, fr. Tilemannus. Erfurt 1 506 
Besseken, Bertoldus. Erfurt 1497 
Andreas. Erfurt 1 5 1 7 
Anthonius. Wittenberg 1545 
Andreas. Rostock 1554 
Conradus. Wittenberg 1564 
Andreas. Erfurt 1573 
Heinricus. Erfurt 1479 

Bertoldus. Marbui^ 1548 
Byenrod, Ulricus. Erfurt 1435*) 
Binrodt, Andreas. Wittenberg 1 5 1 1 
Bynru, Johannes. Rostock 1475 
Byntsco, Henningus. Rostock 1465 
Bissendorp.Udalricus^g°Jj;=';;49« 

Block, Theodoricus. Erturt 1478 
Bock, Theodericus. Leipzig 1473 
Bockerode, Johannes. Erfurt 1406 

^) Die Matrikel zu Heidelberg nennt ihn Auri fater und bezeichnet ihn als Canonicus 
St. Blasii. In der Matrikel zu Erfurt wird er Dominus Johannes Goldsmet genannt. 
*) Statt BaJchausche ist jedenfalls Balchansche, Balchhandsche zu lesen. Ein Cord Balch- 
hansche testierte 1445 in der Altstadt. *) Vielleicht ist statt Beyn zu lesen Peyne. 
') Wahrscheinlich ein Sohn des Magisters Conradus Berg^ der 1550 als Pastor St. Blasii 
starb. Mathias, geboren 1556, gestorben 1592, 1566 Magister zu Wittenberg, wurde 
Rector am Katharineum. Vergl. Jöcher und Beste, Kirchengeschichte 30. 58. ^) Sohn 
des Hennig, der 15 18 im Hagen testierte. 1571 testierte ein Bartold Binder im Hagen und 
wird erwähnt, dass der Grossvater Bartold Binder ein Lehn bei St. Aegidien gestiftet hat 
Der Testator von 1571 wird identisch sein mit dem Berchtoldus Binder, der 1548 zu 
Marburg immatrikuliert worden ist. ') Tile Bygenrode testiert 1437 ^^^ erwähnt seinen 
Vetter Olricus als Geistlichen: wan he dar tho dyget, dat he syne erste missen singet. 
^ Sohn eines Bürgers Hennig Bissendorp, der 1469 im Sacke testierte. 



Astyr, Conradus. Wittenberg 1549 

I Heidelberg 
1387*) 
Erfurt 1397 
l Tydericus. Erfurt 1426 
Bade, Hinricus. Rostock 1453 
Bakenhower. Nachweisung II 
Balchausche, Henningus. Leipzig 

1460*) 
Bansleve. Nachweisung II 
Barbeke. Nachweisung II 
Bardenwerper, Johannes. Erfurt 1 5 1 1 
Bardenwerper. Nachweisung II 
Barmannus, Johannes. Frankfurt 1575 
Bartoldi, Sanderus. Erfurt 1 5 1 2 
Becker. Nachweisung II 

Ulricus. Erfurt 1485 

{Rostock 1552 
Wittenberg 
1552 
IBaltzer. Rostock 1566 
Beddinghen, Henningus. Leipzig 

'473 
Beierstede. Nachweisung II 

Beyn, Ebertus. Erfurt 1435') 
Benen, Ludolphus. Rostock 1453 
Benum, Hermannus. Erfurt 1405 
Berchmann, Johannes. Wittenberg 
1543 



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BRAUNSCHWEIGER AUF UNIVERSITÄTEN 



87 



IHenningus. Leipzig 1492 
Johannes. Erfurt 1 5 1 3 
Johannes. Wittenberg 1 5 5 1 
(Bodeker) Doliatoris, Heyninghus. 

Erfurt 1402 
Doleatoris, Bernardus. Rostock 141 9 
RnHAtpr I Johannes. Rostock 1 509 
boaeker | Qerhardus^). Leipzig 1 5 10 
(Erfurt 
fr. Her- 
mannus*)' 



Boeckheister 



1503 
Wittenberg 

1521 
Ludolphus. Witten- 
, bergi559 
Boleman, Johannes. Rostock 1574 
Bolten, Luthgerus. Rostock 1558 
Bomhawer, Johannes. Erfurt 1490') 
Borchdorp, Thydericus. Prag 1407 
Borchholte. Nachweisung II 
Borgentrick, Bertoldus. Erfurt 1494 
Borstveit, Hermannus. Rostock 1462 
aBortfeld, Antonius. Wittenberg 1 546 
Boseman, Conradus. Rostock 1465 
B<>ss \ %M^t^uir.^ f Erfurt 1 5 1 6 
Bossen JM^'^^^'^M Wittenberg 1525 
Brackel. Nachweisung II 



Bramerus, David. Wittenberg 1 558*) 
Brandis, Hennigus. Erfurt 1466 
Brandes, Joannes. Wittenberg 1503 
p^^„ j. I Petrus. Erfurt 1 507 
^'""^'^ i Cunradus. Erfurt 1 508 
Brandes, Georgius. Wittenberg 1569 
Breier. Nachweisung II 
Bremis, Johannes. Erfurt 1403 
Brendis, Ludwicus. Erfurt 1460 
Breugerus, Johannes. Wittenberg 

1565 
Breunig,Leonhartus. Wittenberg 1 564 
Brockhofius, Joannes. Rostock 1552^) 
Broke \ 

Broitzem | Nachweisung II 
Brostede I 

Budeman, frater Albertus. Witten- 
berg 1 503 

Henningus*). 



Bungenstede 



Leipzig { \ll 



Bernhardus^). 
Rostock 1570 
Frankfurt 1574 
Burgdorif, Theodericus. Frankfurt 
1558 



Buring[?^"'^^H?\¥"rt«487 



Brambergenius, Daniel. Wittenberg 

1 556 ^"'"'ö \ Joannes»). Erfurt 1518' 

^) Sohn des Gerd Bodecker, Bürgers der Altstadt. Er scheint nach Beendigung der 
Studien in Braunschweig Bürger geworden zu sein. Besass das Haus Nr. 464. *) Buch- 
heister, wahrscheinlich der Sohn eines Bürgers der Altenwik, war Mönch im Kloster St. 
Aegidien. Nachdem er in Wittenberg zum zweiten Male studiert hatte, entwich er aus dem 
Kloster, dann aber wurde er evangelischer Pastor zu St. Magni 1540 auf Veranlassung 
des Bürgermeisters der Altenwik Hans Ripe und starb 1551. Yergl. Beste, Album der 
evangelischen Geistlichen der Stadt Braunschweig (in der Folge Beste, Alb. bezeichnet) 
S. 65. Ludolphus, der 1551 studierte, war sein Sohn. ") Ober seinen Vater Hans 

Bomhawer vergl. Schichtbuch. ^) Sohn des Hans Bramer, Bürgers der Altenwik, der 
1570 testierte. David war Magister. ^) Die Matrikel nennt 1552 zuerst Joannes Brock- 
hofius, art. Mgr., dann Dominus Mgr. Johannes Bracovius. In Braunschweig kommt der 
Name Braccenhoff (1580) vor. ^ Wahrscheinlich derselbe, der als »Decanus, frater 

und calendar uppen Tempelhove« 1566 im Hagen testierte. Schon 1518 und 1540 finden 
wir daselbst ebenfalls einen Hennig Bungenstede als Testator. Einer besass 1 5 ^9 das Haus 
Nr. 1891. ^ Wurde Dr juris und war 1609 Syndicus des Rats. Er war vermählt mit 
Julia Chemnitz. *) Sohn eines Bürgers der Altstadt Hennig Buringh, der 1496 testierte. 
") Sein Sohn Tile war 1565 bis 1596 im Rate der Altstadt und Bürgermeister. Letzter 
hat eine Stiftung gegründet und ein Epitaph in der Martinikirche erhalten. 



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88 



H. MEIER 



Busmannus^) 



Andreas 



Wittenberg 

1551 
Frankfurt 

1553 



Theodorici 



Degener f i »d^-». | Erfurt 1 505 
Deigeneri ^"^^"^"^ | wjttenbergi 5 10 
Deleff, Ludericus. Erfurt 1503 
Dengell, Henricus. Rostock 1552 
Denicke, Jacobus. Erfurt 1498 
Detten. Nachweisung II 
Dickman, Johannes. Wittenberg 

'534 
Diderici, Weski. Leipzig 1456 

' Heinricus. Erfurt 1492 
Rostock 

Ludolphus JjJ^fg 

I 1504 
Dies, Johannes. Erfurt 1570 
Dymme, Joannes. Frankfurt 1 506 
Dinger, fr. Conradus ord. St. Bened. 

Wittenberg 1503 
Ditmarus, Andreas. Wittenberg 1558 
Doliatoris siehe Bodeker 
Döring. Nachweisung II 
Dracht, Conradus. Leipzig 1478 
Dransfeld) Ludolffus | Leipzig 1480 
Transfeld I baccal. (Erfurt 1483 
Dransfelt, Nicolaus. Erfurt 1489 
Drop, Henricus. Erfurt 1456 
Drope, Hermannus*). Leipzig 1470 
Ducis, Ernestus. Erfurt 1498 

^) Die Busman sind in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts nach Braunschweig 
eingewandert. Albert war der Sohn eines Bürgermeisters der Altenwik Hans Busman und 
starb 1613 ebenfalls als Bürgermeister dieses Weichbildes. Die übrigen lebten in der Alt- 
stadt. Andreas und Ditmar waren die Söhne eines Hans, der das Haus Nr. 824 besass. 
Daniel war der Sohn Meynes. Andreas erbte das väterliche Haus. Ditmarus wurde Pastor 
zu Bergen bei Celle. Sein Sohn, der Magister Anton, war Hofprediger und Superinten- 
dent zu Petershagen und Celle, Vater der Elisabeth, Conrads v. Mandelslohe Witwe, die 
1685 ein Stipendium stiftete. Daniel wurde Bürgermeister zu Stade. *) Wahrscheinlich 
Ludeke Dankword, der 1449 das Haus Nr. 2292 besass. *) Nach Jöcher Söhne eines 
Fleischers zu Neustadt am Rübenberg. Fridericus war Pastor zu Neustadt und wurde 
dann Inspektor der Kirchen im Bistum Lübeck. Er ist der Verfasser des Grobianus. Als 
sein Sohn Conradus 1583 zu Erfurt immatrikuliert wurde, bezeichnete ihn die Matrikel 
als »frater Grobiani. Ipsius enim pater hu jus author est.« Er und das Burh hatten den- 
selben Autor. Euritius war 1592 Cantor der Johanniskirche zu Lüneburg und Poet. 
*) Sohn des Olrick Drope, Bürgers im Sacke, der 1475 testierte. 



Bursem, Hinricus. Rostock 1 507 
Albertus. Rostock 

1546 
Andreas. Witten- 
berg 1546 
Ditmarus. Witten- 
berg 1554 
Daniel. Witten- 
berg 1557 
Cellarius, Thomas. Wittenberg 1 546 
Cerneman, Tilemannus. Frankfurt 

1559 
Chrystopus 

Chrystopius 

SamSl Nachweisung II 

Dhan, Heinricus. Wittenberg 1549 
Dangwardi, Ludolphus*). Erfurt 1440 
Dankwort, Brandanus. Rostock 1 467 
Dancjuart, Bernardus. Rostock 1471 
Darnus, Christophorus. Wittenberg 

1570 
Dassel, Sanderus, clericus. Heidel- 
berg 1426 
n^Af^\^f^ \ WedekindusI Rostock 
uedeke j Johannes | 1522 
Dedekindius, Antonius. Wittenberg 
1562 



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BRAUNSCHWEIGER AUF UNIVERSITÄTEN 



89 



Durigke*) 
Türcke 



Henricus. Wittenberg 

{Wittenberg 
1515 
Erfurt 15 18 
Duvel siehe Teinfel 
Ebberus*), Henricus. Wittenberg 1 569 
Bernhardus'). Erfurt 1481 
irkÄi,-t.,Ti, Henningus. Rostock 1500 
Ebelingk stephanus. Wittenberg 

1 1564 
Ebershausen, Joannes. Leipzig 1553 



Eggeling 



Lu 

dol- 

phus 



Rostock 1506 
Erfurt 152J*) 
^Wittenberg 1525 
Johannes: Rostock 1 507 
Hein- (Wittenberg 15 10 

Leipzig 1547 
Frankfurt 1551 
Bologna 1556. 
1557 Br. 
Eyzembuttele, Johannes. Rostock 

1459 
Eissenbuttel, Johannes. Leipzig 1522 



Eicheling, Gideon 



Eisenbeuttel, Andreas. Wittenberg 
1570 

iltee 1 Nachweisung IL 
Elerdes, Magister Wemerus. Frank- 
furt 1527 
de Emen, Tylemannus. Erfurt 1437 
Engelemstede. Nachweisung II 
Engliken, Bernardus. Wittenberg 

1560 
Erici, Ericus. Erfurt 1478 
Ernst siehe Arnesti aucn Yldehusin 
Esbek, Conradus*). Erfurt 1392 
Efirdiss, Heynricus. Leipzig 1 506 
Hevershagen, Autor. Leipzig 1528 
Evessen. Nachweisung II 
F siehe auch V 

Farnkampt, Henricus. Leipzig 1494 
Flist, Conradus. Rostock 1 5 1 3 
Fredeman, Martinus. Rostock 1575 
Fredenus, Theodericus. Wittenberg 

1544 
Frenss, Gisshardus. Leipzig 1 $04 
Fricken, Andreas. Wittenberg 1554 



') Söhne des Hinrick Dureken und der Anna Schrader. Der Bruder der letzteren, der 
Ratskämmerer Bertold Schrader in der Neustadt, erwähnt sie 1536 in seinem Testamente. 
*) Wahrscheinlich Ebbers. •) Bernhardus Ebelingk wurde 1517 Rector der Universität 
Erfurt. Das Album nennt ihn iphüosophus, juris utriusque, ut aiunt, iicentiatus et Severani 
tempii canonicus, vigilans tutor, fidelis moderator.t Dazu gibt das Album eine bildliche 
Darstellung folgender Art: In einer Kapelle kniet der heilige Bernhard vor einem Marien- 
bilde. Vor ihm steht das Wappen des Rectors Ebeling, nämlich ein blauer Schild mit 
goldenem Bischofsstabe, belegt mit einem Schrägbalken, der zwei Reihen Schachfelder (rot 
und weiss) zeigt. Ober dem Schilde eine weisse, innen blaue Bischofsmütze. *) Das 

Album nennt ihn sacerdos. •) Er war zweimal Rector der Universität Frankfurt. Die 
dortige Matrikel sagt 1526: Henricus Eggelingus, Brunsvicensis, majoris collegii Franco- 
phordianae ad Oderam academiae collega, absens in rectorem universitatis canonice 
electus est und 1536: Hinricus Eggelingus, artium liberalium et medicinae doctor, majoris 
collegii Francophordiani collega, secundo in rectorem canonice electus. Obiit canonicus 
Halberstadii anno 1556 circiter. Das Album zu Erfurt fuhrt ihn 1547 als Dr Heinricus 
Eggeligus, physicus auf. ^) Conradus Esbek besass 1406 das Haus Nr. 220 in der 

Altstadt. 



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90 



H. MEIER 



Fuer, Johannes. Wittenberg 1 5 1 6 
Furge, Johannes. Leipzig 1456 
Fuss, Bemardus. Frankfurt 1553 
Fuxs, Anthonius. Erfurt 1498 
Galeatoris siehe Helmsleger 
Gartz, Hermannus. Frankfurt 1574 
Geller, Johannes*). Erfurt 1484 
Gelerus, Andreas. Rostock 1561 
Genther, Conradus. Rostock 1481 
Gerberur, Dagobertus. Wittenberg 

1568 
Getelde, Johannes. Erfurt 1476 
Gheytelde, Luderus*). Erfurt 148} 
Gheverdes, 



fr. Richardus 
Gheverdes, 
Richardus 



Leipzig 1461 
Leipzig 1475 



•) 



Gewerdis, Thomas*). Leipzig 1 5 1 2 
Geffers, Henricus. Rostock 1563 
Gilsem. Nachweisung II 
Giseke, Hermannus. Rostock 1568 
Glandorpius, Ambrosius*). Witten- 
berg 1564 
Glumer. Nachweisung II 
Goldschmidt siehe Aurifaber 
Goltbeck, Andreas. Wittenberg 1533 
Goslar, Henningus. Erfurt 1455 
Gotel, Gotfridus. Leipzig 1456 
Gotlinck, Theodoricus. Rostock 1520 
Gralher, Guernerus®). Wittenberg 

Gran, Henricus. Erfurt 1501 



Gravenhorst 



Gravemueller, Joannes. Leipzig 

1530 
Grauenhaghen, Petrus. Rostock 

1475 

Johannes. Erfurt 1400 

{Rostock 
1456 
Erfurt 1558 
Jordanus. Rostock 
1466 
Gravestorp, Ck)nradus. Erfurt 1432 

I Rostock 1546 
Wittenberg 

Grisetop, Andreas, Marburg 1556 
SSehagen} Nachweisung II 
Groper, Bertoldus. Leipzig 1432 

Dominus Nicolaus. Frank- 
furt 1506 
Gruneberg, Ludolphus. Erfurt i486 
Grunemann, Bartolomeus. Witten- 
berg 1526 
r-m^t+^r / Ludolffiis. Leipzig 1465 
^'""^^ {Hinricus.Rostbcki5o6 

Gudenus^)|;l?^'''?^M^^^^^"''^'^ 
^iGeorgius I 1551 

Gustede, Joannes. Erfurt 1451 

Habberdis®), Johannes. Wittenberg 

1525 



Gross 



^) Sein Vater, Hans v. Gellern sagt in seinem Testamente 1489: > Herrn Johann van 
Gelleren, mynem sone to closter Groningen, gewe ek . . .c Er war also 1489 Mönch zu 
Groeningen. *) Ein Ludeke Geteldes besass 1492 bis 15^9 das Haus Nr. 1052 in der 
Neustadt. *) Sohn des Richard Geverdes, der 1482 in der Altstadt testierte. Mönch 
zu St. Aegidien. ^) Vielleicht ein Sohn des Hennig Geverdes, der 1471 bis 1520 das 
Haus Nr. 804 besass. *) Sohn des 1564 verstorbenen, aus Münster gebürtigen Rektors 
zu Braunschweig Johannes Glandorp. ^ Sohn des Werneke Gralher. Sein Vater und 
er besassen von 1497 bis 1573 das Haus Nr. 791. ^ Söhne des Johann Guden aus 
Hessen, Pastors zu St. Michaelis in Braunschweig von 1549 bis 1566. Vergl. Beste, Alb. 29. 
Johannes folgte seinem Vater in der Pfarre zu St. Michaelis und starb 1 598. Vergl. Beste 
Alb. 95. ^ Jedenfalls Hobberdes. 



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BRAUNSCHWEIGER AUF UNIVERSITÄTEN 



9« 



Hagen 



Hamel 



Henningus^). 



Bertoldus^). Erfurt 1436 
Andreas. Erfurt 1501 
, Tilemannus. Leipzig 1 504 
Hamelen. Nachweisung II 

Fridericus. Wittenberg 1 5 jo 
Wittenberg 

1552 
Frankfurt 
1558 
Tilemannus. Wittenberg 

1554 
Hamilius, Dr Tilemannus. Erfurt 

1581 

Baptista'). Wittenberg 

Leipzig 



Hamstet 



Maximilianus'). 



1554 
Witten- 
berg 

1554 
Witten- 



Christopherus*). 
bergi57i 
Handorf, Bernhardus. Leipzig 1477 
Hane, Bernhardus. Erfurt 1437 
Haneckesweg^), Henricus. Erfurt 
1485 



Hannerus, Henricus, sacerdos. Leip- 
zig 1523 
Hantelmann. Nachweisung II 
Hapken, Hinricus. Rostock 1465 
Hasenbaich, Ludolphus. Rostock 

1482 
Hasenfus, Eberhardus. Wittenberg 

1545 
Hasse, Conradus. Wittenberg 1521 
Hapferlandt, Tyllemannus*). Leipzig 

1514 
Haber, Henningus. Leipzig 1519 
Hafferlant, Joannes. Erfurt 1 547 
Habelangk, Johannes''). Wittenberg 

1566 
Hauerland, Albertus. Wittenberg 

1571 
Heydewer, Stephanus. Wittenberg 

1546 
Heier, Martinus. Erfurt 1515 
Heimsted, Bartolomeus. Wittenberg 

«549 
Heyne, Theodericus. Rostock 1 504 

Heyneborg, Conradus®). Leipzig 

1454 
Helen, Henricus. Erfurt 1501 



^) Bertoidus Hagen testierte 1460 im Sacke und war wahrscheinlich ein Sohn des 
Hennig v. d. Hagen, der von 1594 bis 1428 das Haus Nr. 175 in der Altstadt besass. 
*) Nach Notizen des Stadtdirektors Bode war Henningus Hamel, geboren 1535, Professor 
zu Frankfurt. In Frankfurt Dr jur. genannt. Nach Jöcher ist er Professor in Leipzig, 
Brandenb. und Pommerscher G. Rat und Magdeburgischer Canzler gewesen und starb 
1602. ') Baptista und Maximilian waren Söhne des Johann Hamstaedt, der nach dem 
Wesekenbuche der Stadtbibliothek 1501 geboren und 1564 gestorben ist. Baptista ist in 
der Matrikel als Nobilis bezeichnet. Er war Canonicus St. Blasii. Yergl. Rehtmeyer, 
Kirchengeschichte III, 1 56, der den Johann Hamstedt einen Braunschweigischen Edelmann 
nennt. *) Christoph, wohl der Sohn eines der beiden vorgenannten Brüder, hatte nach 
der Handschrift der Bibliothek zu Wolfenbüttel Nr. 773 Nov. einen Sohn Julius Hein- 
rich Hamstedt, der 1590 7. Juli geboren und 1590 19. Juli gestorben ist. ^) Für 
Haneckesweg ist vielleicht Havekesbeck zu lesen. Ein Hinrick Havekesbeck besass von 
1461 bis 1500 das Haus Nr. 2611 im Sacke. ") Sohn des Bürgers im Sacke Wilken 
Haverland, der seit 1500 das Haus Nr. 2657 t>csass und 1521 testierte. ^) Vielleicht ein 
Sohn des Hans Haverland, der 1566 das Haus Nr. 605 in der Altstadt besass. ^ Viel- 
leicht ein Sohn des Hans Heyneborg (Heymborg), der bis 1446 das Haiis Nr. 738 in der 
Altstadt besass. 



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92 



H. MEIER 



Heliman, Wasmodus*). Leipzig 1462 
Helmecken, Henricus. Wittenberg 

1518 
Helmold, Heinricus. Erfurt 1494 
Galeatoris, Hermannus. Erfurt 1426 
Helmesleger, Conradus*). Erfurt 

1448 
Helppchling, Heinricus. Leipzig 

1499 
Hemendorff, Arnoldus*). Wittenberg 

1504 
Hemestede, Bartoldus. Rostock 1552 
Wittenberg 

I Rostock 



(( 



iConradus 
Johannes 

Henkele, Henningus*^). Leipzig 1457 
Herbart, Henningus*). Wittenberg 

Herbordi, Fr. Johannes. Leipzig 1456 
Hermanni, Johannes. Rostock 1443 
Hertzegerus, Cunratus. Wittenberg 

1562 
Herwech, Henningus. Rostock 1478 
Heuptman, Joannes. Wittenberg 1 5 2 1 
Higenius, Osias. Wittenberg 1564 
Hildebrandt, Christophorus. Witten- 
berg 1532 



Hoyer 



Hilman, Johannes''). Erfurt 1392 
Hynstete, Heytwicus. Erfurt 1455 
Hobberdes, Johannes. Erfurt 1489 
Hock, Hermannus. Erfurt 1483 
Hofman, Johannes. Tübingen 1541 
Hoghewel, Petrus®). Leipzig 1452 
|01ricus. Rostock 1496 
Martinus. Erfurt 1 5 1 5 
Theodericus®). Wittenberg 
l 1563 
Holdthöder, Henningus. Wittenberg 

1528 
Hollant, Ludewicus. Erfurt 1560 
de Holle, Jonathan. Wittenberg 1552 
Rostock 
1460 
Leipzig 
1464 

Holtnicker. Nachweisung 11 
Holstenius, Johannes. Rostock 1552 
Rostock 



J.^^f Holtgreve, Borchardus 



Holstein 



E-""«^*"^ Wittenberg 



Theo- 



1565 
Rostock 
1561 



dericus "Wittenberg 
1565 



io\ 



^) Sein Vater Hinrick Heiingmann besass das Haus Nr. 880 in der Altstadt und testierte 
1473. *) Conradus besass bis 1478 das Haus Nr. 2159 in der Alten wik, das ihm und 
>oren kindernt von seiner Magd Lücke Roypers im Jahre 1459 übergeben worden war. 
*) Im 15. Jahrhundert kommen mehrere des Namens Amd Hemendorp in der Altstadt 
vor. Einer testierte 1454, einer 1473. *) In Wittenberg sind diese Brüder nicht als 

Braunschweiger, sondern als »Amoldenses« bezeichnet. ^) Nach dem Testamente seines 
Vaters Hinrick Henkel, Bürgers im Sacke, von i486 ein Geistlicher. ^ Ais Propst 

zu Derneburg hat er 1554 in der Altenwik sein Testament überreicht. ') Statt Hilman 
ist jedenfalls Hilmari oder Hilmers zu lesen. Wahrscheinlich ist Hans Hilmers gemeint, 
der das Haus Nr. 632 besass und 1403 testierte. Sein Vater war Johann Hilmari, der 
Bruder der Cye Strobeck. Dieser machte 1383 in der Altstadt sein Testament. ^ Lu- 
deke Hoghevel besass seit 1433 das Haus Nr. 149 der Altstadt. Er testierte 1476. Petrus 
besass 1477 ^^c" dieses Haus. ^) Ob dieser ein Sohn des Pastors zu St. Ulrici An- 
dreas Högerus (Hoyer) gewesen ist, lässt sich nicht nachweisen. Andreas wird von 1529 
bis 1540 genannt. ^^ Söhne des Dr jur. Nicolaus Hülsten, der 1545 bis 1559 Syndicus 
des Rates war. 



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BRAUNSCHWEIGER AUF UNIVERSITÄTEN 



9J 



de Homberg, Henricus. Wittenberg 

1552 
Homelen*), Hennyngus. Erfurt 1 508 
Homot, Henricus. Erfurt 1397 

{jjji^g"} Nachweisung II 

Hornbach, Ditmarnus. Leipzig 1464 
Hornnigborstel, Heinricus*). Leipzig 

1505 
Hubertus, Jordanus. Frankfurt 1575 
Huch, Everhardus. Leipzig 1547 
Huser^), Johannes. Erfurt 1 504 
Hustede, Conradus. Leipzig 1467 
Jacobi, Joannes. Erfurt 1 508 
Jacobus, Autor. Wittenberg 1541 
Yldehusin alias Ernesti, Henningus. 

Erfurt I4J5 
Illyricus, Mathias*) (Rostock 1578 

fiiius postea Dr { 

med. 1 Greifswald 1578 

Jordans, Heylmoldus. Erfurt 1474 
Irrenbeith, Georgius*). Leipzig 1 489 
Isensehe. Joannes») {L«P^'g; 557 

Jude''), Mathias. Wittenberg 1545 



Kaie. Nachweisung II 
Kalff, Tymmannus. Rostock 1471 
Calin, Conradus. Erfurt 1484 
Kalm. Nachweisung II 

(Wittenberg 

Henricus^) 



Kemmer 



Camerarius 



1566 

Rostock 

1566 

Kaneman, Hermannus. Rostock 1465 

Cappinberg, Hermannus. Erfurt 

1408 
Kerkhof. Nachweisung II 
Kesselhack, Henricus. Wittenberg 

1546 
Kissenbrugge. Nachweisung II 
Clauwen, Henricus. Erfurt 1458 

o™. Johannes! 5je^,^'7'^, 

Clodt, Henningus**^). Wittenberg 

1544 
Knokenhogir, Johannes. Erfurt 1405 
Knakenhower, Hinricus. Rostock 

1471 
Knochenhawer, Henricus"). Witten- 
berg 15 IG 

*) Vielleicht Hamelen. ') Vielleicht ein Sohn des Bürgers in der Altenwiek Henrick 
Horneborstel, der 1 5 1 7 testierte. ') Vielleicht Huxer. *) Wurde Professor in Rostock 
(1603). Sein Vater Mathias Flacius Illyricus aus Albona, geboren 1520, gestorben 1575, 
war 1544 Professor in Wittenberg. Vergl. Jöcher und die Leichpredigt von 1575. Mathias 
d. A. zog nach der Schlacht bei Mühlberg 1547 nach Braunschweig und von da wieder 
nach Wittenberg. 1549 reiste er über Magdeburg, Braunschweig und Lüneburg nach 
Hamburg, als seine Frau hochschwanger war. Vielleicht ist damals Mathias d. J. in Braun- 
schweig geboren. *) Wurde Pfarrer zu St. Ulrici in Braunschweig. An einem Schwell- 
balken des ehemaligen Pfarrhauses am Kohlmarkte, der sich jetzt im städtischen Museum 
befindet, ist sein Name verewigt. *) Ein Tile Isensee testierte 1557 in der Altenwiek 
und hinterliess einen Sohn Hans. ') Wohl Jute. *) Sohn des Ratmannes der Alten- 
wiek Ludeke Jutenn, der 1578 testierte. ') Sohn des Johannes Kemmer, Bürgers der 
Altstadt, der das Haus Nr. 104 besass und der Kunigunde Pelten. Er wurde in Rostock 
1570 Magister, 1595 Rektor, war Dr juris und Professor. Er ist geboren 1547, gestor- 
ben 1601. Vergl. Allgemeine deutsche Biographie und die Leichpredigt. *®) Sein Vater, 
Hennig Klot besass das Haus Nr. 458 in der Altstadt an der Klotstwete. '^) Sohn 

des Bürgers der Altstadt Bertold Knokenhawer, der das Haus Nr. 624 besass. 



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94 



H. MEIER 



Köniff ^ . MTübmgen 15 jj 

'^*^"'S Reinerus. Rostock 1 549 

Henricus'). Wittenberg 1558 
Conradi siehe Cordes 
Conradi, Jeorius. Erfurt i^io 

C««l«,Henricus^([:«p^,W,, 

Conradi, Osias. Wittenberg 1554 

Koneken, Mathias®). Wittenberg 1 566 
Köneken, Georgias. Wittenberg 1 567 

Kothe, Johannes. Rostock 1 5 1 1 
Kragen. Nachweisung II 
Kramer, Johannes®). Erfurt 1485 
Kreke, Dns. Otto. Rostock 1518 
Croelius, Joachimus. Wittenberg 
Kroger, Tilomannus**^). Erfurt 1 500 
Krogher, Nicolaus. Leipzig 15 17 
Kruger, Petrus. Erfurt 1 5 1 7 
Kroger Ipptrus"^/^^^^^'^ '546 
Krugerusr^^*^"^ Wittenberg 1559 

^) In Erfurt ist er als frater ordinis St. Benedict!, Mönch des Aegidienklosters^ in 
Wittenberg als Abbas St. Egidii, artium Baccalarius et Magister Erfordensis aufgeführt. 
1514 wurde er Abt. Nach der Reformation vermählte er sich mit Margarete Vischers. 
In seinem Testamente von 1549 nennt er sich »borger und ok eines borgers kindt.c 
Vergl. Hänselmann Gotschalk Kruse und Beste, Kirchengeschichte 9 ff. ') Sein Vater 
Noe Koler besass 1477 bis 1497 das Haus Nr 63 in der Altstadt. ") Söhne des Jo- 
hann Coloander aus Coeln, von 1549 bis 1566 Pastors zu St. Martini in Braunschweig. 
*) Sohn des Dr jur. Conradus König, 15 11 bis 1523 Syndicus des Rates. ') Wahr- 

scheinlich ein Sohn des Magisters Johann König aus Zerbst, der 1579 als Pastor zu St. 
Andreas in Braunschweig starb. ^ 1547 und 1559 Rektor der Universität zu Leipzig. 
Vielleicht ein Sohn des Jürgen Cordes, der 1535 bis 1545 das Haus zur Eule besass. 
^ Ein Sohn des Humanisten Euricius Cordus, über dessen Auftreten in Braunschweig 
Friedrich Cunze im Braunschweigischen Magazin 1904 Nr. 8 berichtet hat. ') Die 

Witwe eines Mathias Koneken testierte 1578 in der Altstadt. ®) Hans Kramer, Bürger 
der Neustadt testierte 1494 und nennt seinen Sohn Hans Bürger zu Magdeburg. ^'O 1 525 
Pfarrer zu St. Michaelis. ^^) Er testierte 1584 in der Altenwiek. In dem Testamente 
spricht er von einem Nachjahr, das er noch beim Stift St. Cyriaci hat. Seine deutschen 
Bücher sollen den Erben bleiben, sonderlich seiner Frau die deutsche Biblia. Die latei- 
nischen Bücher erhalten arme Schüler. Sohn des Petrus Kruger, der 1517 in Erfurt stu- 
diert hatte. 



Koechen, Heinricus. Leipzig 

1420 
Coci, Ludolphus. Leipzig 1462 
Kochen, Johannes. Rostock 1471 

{Erfurt 1498 
Wittenberg 
»533 
Coci, Johannes. Erfurt 1499 
Koch, Heynricus. Leipzig 1 509 
Coci, Johannes. Erfurt 1 5 1 7 
Koch, Henricus. Rostock 1541 
Cocus, Johanes. Wittenberg 1543 
Koch. Nachweisung 11 
Kogele. Nachweeisung II 
Kokemulier, Conradus. Wittenberg 

1535 
Koller, Noe"). Erfurt 1 492 
CoUeynk, Brandanus. Rostock 

1485 
Kolman, Conradus. Erfurt 1501 

Franciscus'). Wittenberg 

1559 
Bernhardus, Mgr. 
Rostock 1561 
Coner, Jordanus. Erfurt 1 45 3 



Coloander 



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BRAUNSCHWEIGER AUF UNIVERSITÄTEN 



95 



Crugerus, Henningus. Wittenbei^ 

1563 
Kruger, Antonius. Wittenberg 1572 
Kroger, Henningus. Rostock 1374 
Croser, Herwicus. Erfurt 1398 
Kruchenneke, Henningus. Rostock 

1498 
Knick, Johannes. Wittenberg 1545 
Cruczen, Andreas. Leipzig 1416 
Dethmarus. Erfurt 1490 
Barbardus. Erfurt 1497 

A'^^^"^'*^^ Wittenberg! 
inge. Nachweisung ii 
hayn*), Arnoldus. Wittenberg 



Kruse 



Lampe 
(Lam- 
padius) 



Lafferde. Nachweisung II 

rEddius. Erfurt 1535 

Lamberti { Albertus. Wittenberg 1 544 
ICyriacus. Leipzig 1551 

Lamme, Henningus^). Leipzig 1424 

Lam, Johannes. Rostock i486 

Arnoldus®). Leipzig 1420 
Arnoldus. Erfurt 1458 
Author®). Leipzig 1541 

{Rostock 1566 
Wittenberg 
1566 
( Wittenberg 

1567 
Frankfurt 
1570 
Langihemke"), Joannes. Wittenberg 

I55J 
Laos, Carolus"). Wittenberg 1565 
Lauromontanus,r Rostock 1546 

Justus (Frankfurt 1548 

Lauwe, Bertoldus"). Erfurt 1428 
Lauwenstein, Daniel. Marburg 1572 
de Leblein, Hermannus. Erfurt 

1427 
Leidenderb"), Tilemannus. Leipzig 

1496 



Antonius^®) 



Kubbe 
Kuckel 

1515 
Küken, Johannes^). Rostock 1 509 
Kunckelius, Tilemannus. Rostock 

1560 
Kuntz, Damianus^). Leipzig 1 542 
Cuntzman, Henningus. Wittenberg 

{Bodo. Leipzig 1474 
fr. Conradus^. Leipzig 
»479 

^) frater professione Benedict!, Mönch im Kloster St. Aegidien. Vergt. Hänselmann, 
Gottschaick Krusens Unterrichtung usw. Wolfenbüttel 1887, worin das über seine Betei- 
ligung an der Reformation Beizubringende enthalten ist, femer Beste, Kirchengeschichte 
9 ff 35. *) Wohl Kuckelhane. ') Sohn des Bürgers im Hagen Hennig Küken, dessen 
Witwe im Jahre 1512 im Weichbilde Hagen ihr Testament machte. ') Damianus Kuntz 
testierte 1550 im Sacke. ') Wohl Kusel. •) Mönch zu St. Aegidien. Sein Vater, 
Tile Lachendorp, Besitzer des Hauses Nr. 777, starb 1475, seine Mutter testierte 1491 
in der Altstadt. ^ Wahrscheinlich ein Sohn des Hennig Lamme, Bürgert der Alt- 

stadt, der 1407 das Haus Nr. 219 besass und 1435 sein Testament machte. ") Ar- 
noldus Lampen ist wahrscheinlich ein Sohn des Bürgers in der Altstadt Ludeke Lampen, 
der 1412 das Haus Nr. 447 besessen hat. ") Autor Lampe, Sohn des Hans. Vater 
und Sohn besassen 1537 ^^^ M73 ^^ Haus Nr. 204. ^^ Ein früh verstorbener Sohn 
des Henricus Lampadius aus Gronau, der 1503 geboren war und 1583 als Pastor zu 
St Magni in Braunschweig starb. Das Testament des letzteren ist 1583 in der Altenwik 
in das Testamentbuch eingetragen. **) Wohl Langehenen. *") Die Matrikel ver- 
merkt, dass er gratis aufgenommen ist. ^') Sohn des Bertold Lauwe. Vater und Sohn 
besassen 1426 bis 1447 ^^ ^^^s Nr. 87. '^) Der Name scheint verunstaltet zu 

sein. 1498 als Baccalarius wird er Beidenderp genannt. Einen Twedorp zu vermuten, 



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96 



H. MEIER 



Lentze 
(Lentzius) 



Leyne. Nachweisung II 
Leyneman, Johannes. Rostock 1 5 1 1 
Johannes^). Wittenberg 
1532 

{Wittenberg 
1563 
Rostock 15 69 
Leiten, Dydericus*). Erfurt 1440 
Lers, Joannes. Leipzig 1523 
Lerssnerus, Jacobus. Marburg 1575*) 
Lesebergius*^), Georgius, baccal Mgr. 

Rostock 1562 
Lesse. Nachweisung II 
Levenstede®), Johannes. Rostock 1463 
Linde. Nachweisung 11 

Theodoricus. Erfurt 1442 

mfn /Leipzig 1492 
S)i/^^"'^f»rt 1506 
Franciscus. Wittenberg 

, «525 
Lindeman < j Wittenberg 

Autor®)! 1541 

(Rostock 1547 
Erfurt. 1546 
Christo- 
phorus 



Leipzig 1549 
Wittenberg 



Lisegang 



Vuilkinus») 



Nicolaus. Wittenberg 
1558 

Heidelberg 

1568 
Witten- 
berg 15 69 
Locht, Casparus. Wittenberg 1543 
Lodemannus, Zacharias. Wittenberg 

1560 
Lodichman, Dns. Johannes*^). Erfurt 

'493 
Lösser, Johannes. Wittenberg 1525 
Loman, Sanderus. Rostock 1481 
Los, Johannes. Leipzig 1 5 1 1 
Lossius, Johannes. Wittenberg 1555 
Lücke. Nachweisung II 
Ludeke, Henricus. Erfurt 1498 
Ludken, Christianus"). Wittenberg 

^ 1545 

Luderus, Georgius"). Leipzig 1547 
Luederus, David"). Leipzig 1553 
Luter, Theodoricus. Erfurt 1443 
Lutteri**), fr. Wychmannus. Erfurt 
1517 

Lutherus, j Rostock (|55o 
Henningus")l^,,^Jj552^ 

Luther, Bartoldus. Wittenberg 1573 



erscheint indessen doch zu gewagt. Der Zeit nach könnte ein Sohn des Ratmannes im 
Hagen Tile Twedorp 1496 studiert haben. 

15J7 Collega am Martineum, Pastor zu St. Katharinen von 1545 bis 1579. Vergl. 
Beste, Alb. 44. *) Ein Sohn des Pastors zu St. Katharinen Johannes Lentz. Yergl. 
Bemerkung i. ") Ein Dietrich Lerte besass 1460 das Haus Nr. 1035 in der Neu- 

stadt. *) In der Matrikel steht: domini Christophori, syndici Brunsvicencis civitatis 

filius. ") Ein Ludolph Leseberg war 1 569 Prediger zu Wunstorf, dessen Sohn Jo- 

achim Generalsuperintendent zwischen Deister und Leine. ^) Ein Hinrick Levenstede 
erscheint 1448 als Besitzer des Hauses Nr. 238. Schon zu Anfang des 14. Jahrhunderts 
war ein Claus Levenstede Besitzer des Hauses Nr. 1 90 in der Altstadt. *) Sein Vater, 
Karsten Lindeman, besass die Häuser Nr. 86 und 623 in der Altstadt und machte 1504 
sein Testament. Es scheint, dass Hermannus zum Geistlichen bestimmt war. ^ Die 

Matrikel zu Rostock nennt ihn 1547 Mgr. art. et min. eccl. St. Jacob. *) Söhne des 
Ratkämmerers der Altstadt Hinrick Lisegang, der 1 545 das Haus Nr. 86 auf der Görde- 
lingerstrasse besass und 1569 sein Testament machte. Wilken wurde Canonicus zu Nord- 
hausen. Nicolaus starb vor 1569. ^^) In Braunschweig erscheint er 1497 als Herr 



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BRAUNSCHWEIGER AUF UNIVERSITÄTEN 



97 



Lutherdes. Nachweisung II 
Luetz, Johannes^). Leipzig 1411 
de Machtersem, Elerus*). Rostock 

1419 
Maler, Hermannns. Leipzig 1451 
Mancherus, Joannes. Frankfurt 1574 
Marenholt, Everhardus. Rostock 

1481 
Markenstet, Henricus. Wittenberg 

1512 
Marqwart, Tilemannus. Greifswald 

'573 , . . 

Meden, Johannes. Wittenberg 156} 
Bertoldus'). Leipzig 1432 
Fredericus*). Erfurt 1458 
Theodoricus*). Wittenberg 
1541 

(Frankfurt 1537 
Wittenberg 

Jonas. Leipzig 1547 
Henningus*). Wittenberg 

Johannes*). Wittenberg 1553 
Mathias*). Wittenberg 1554 



Meyer 
(MeierJ 
(Maier) 



Meyge, Tilemannus. Erfurt 1 5 1 1 
Meygenriis, Johannes. Erfurt 1395 

{Johannes. Frankfurt 1562 
Henningus^). Wittenberg 
1568 
Menghenten, Franciscus. Wittenberg 

1520 
Misner, Johannes®). Erfurt 1520 
Mittelrauff, Ludolffus. Wittenberg 
1511 

Johannes. Rostock 1436 
r Rostock 1546 

Henricus«)pfj^5"J^'« 

l Leipzig 1554 
Anchises. Wittenberg 1553 
Joannes. Erfurt 1556 
Christoph. Erfurt 1560 
(Erfurt 1561 
Daniel ^<>)| Wittenberg 1565 
(Frankfurt 1567 
fOlricus. Erfurt 1426 
I Odalricus. Leipzig 1 507 
Montensis, Melchior. Rostock 1541 
Moringk, Johannes. Erfurt 1535 
Morlinus, Hieremias"). Rostock 
1575 



Moller 
(Müller) 



Molitoris 



Lodewichmann und besass das Haus Nr. 622 in der Altstadt, das sein Vater Hermen 
Lodekman (Loddikman) von 1444 bis 1483 schon besessen hatte. ^') Christianus 

Ludken (Lütken) wurde Pastor zu St Ulrici in Braunschweig und starb daselbst 1566. 
Vergl. Beste, Aib. 73. ^') Sein Vater, der Ratkämmerer im Hagen Hans Luders, be- 
sass das Haus Nr. 16 18 auf der Fallersleberstrasse und machte 1537 sein Testament. 
Georgius war 1549 und 1555 Decan der philosophischen Fakultät zu Leipzig. ^') Ein 
Bruder des vorigen. ^^) Ein Märten Lutter war 1504 und 1507 Ratmann im Hagen. 
'*) Die Matrikel von Wittenberg nennt ihn 1554 bacc. Rost. In Rostock ist er 1552 als 
baclaureus artium verzeichnet 

^) Sein Vater, Hans Lutze, Hanses Sohn, besass das Haus Nr. 891 auf der Breiten- 
strasse und testierte 1407 in der Altstadt. *) Sein Vater, Eier van Machtersen, besass 
1386 das Haus Nr. 816 in der Altstadt *) Wurde 1450 Abt zu St Aegidien. Seine 
Legenden des heiligen Aegidius sind von Hänselmann herausgegeben. *) Wahrschein- 
lich der Sohn des Fricke Meyger, Bürgers im Hagen, der 1444 testierte und einen Sohn 
Fricke hinterliess. *) Wurde 1551 Pastor zu St Magni und starb 1586. Sein Vater, 
Dirick Meiger, Bürger der Altenwik, besass 1515 das Haus Nr. 2 377^und testierte 1542. 
Vergl. Beste, Alb. 29. •) Sohn des Ehren Hennig Meiger, Reymers Sohn, der 1537 

Brtonschw. J«hrtmch VU. 7 



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98 



H. MEIER 



Müden, Hermannus. Erfurt 1522 
Frankfurt 



Mulrodius, Wingoldus 



1574 
Heidelberg 
1580 
Musolphus, Conradus. Wittenberg 

I5J0 
Napp, Henricus. Leipzig 1546 
Nawe, Daniel. Wittenberg 1565 
Neofonius, Johannes^). Wittenberg 
1556 



Neophanus 
Neofunius 



Melchior*) 



Wittenberg 

>559 

Rostock 

1560 



Netzenius, Petrus'). Wittenberg 

1556 
Neukirch siehe Neofunius 
Nicolai'], Henningus. Leipzig 1 5 1 7 
Niffer/ "^''^^nnus. Marburg 1570*) 
^^'0^^ \ Johannes. Marburg 1572 
Nyding. Nachweisung II 
Nisenus, Samuel. Rostock 1 560 
Nordman, Henricus. Wittenberg 

1551 

{Melchior. Wittenberg 
1543 
^^P^^^i Rostock 1546 
Odelem, Albertus*). Rostock 1 506 
Oeding, Magnus*). Wittenberg 

154J 



bis 1545 das Haus Nr. 803 in der Altstadt besass. Vergl. Testament seines Bruders im 
Testamentbuche der Neustadt XI U, 158. *) Söhne des Cord Mente, Hinricks Sohn, 

der von 1531 bis 1550 Geschfitzgiesser in Braunschweig, auch Besitzer des Hauses Nr. 
102 in der Altstadt war und 1561 Zeugmeister des Herzogs Heinrich in Wolfenbüttel 
wurde. Vergl. die Artillerie der Stadt Braunschweig in der Harzzeitschrift 1897. ^ ^^^ 
Hans Missener (auch Miessner) ist er in Braunschweig bekannt. 1552 goss er eine Bronze- 
tafel, die Hieronimus v. Damm in die Martinikirche stiftete, 1555 eine Glocke für eben- 
diese Kirche. Als Geschützgiesser trat er besonders 1569 hervor. Seine damals gegossenen 
sechs langen Bronzegeschütze von etwa achtpfündigem Kaliber und 23 Zentner Gewicht 
nannte er die wilde Sau, den wilden Mann, den Narren, den feinen Hund, den wilden 
Wolf und den Specht. Er wohnte auf der Weberstrasse, wo er das Haus Nr. 1029 be- 
sass und 1582 sein Testament machte. Vergl. die Artillerie der Stadt Braunschweig in 
der Harzzeitschrift 1897. *) Canonicus St. Blasii, geboren 1527, gestorben 1592. 

Vergl. Leichpredigt seines Sohnes Valentin 1643 ^^^ seines Enkels Valentin 1682, femer 
Becks Notizen über St. Blasien im Stadtarchive. ^^ Geboren 1545, gestorben als 

Hof- und Appell-Rat zu Dresden 1600. Vergl, Jöcher. '^) Wurde 1580 Magister 

philos. zu Rostock, dann Prediger zu Königsberg. Sein Vater, Dr Joachimus Moerlinus 
aus Wittenberg, geboren 15 15, war Superintendent zu Braunschweig und starb 1571. 
Vergl. Beste, Kirchengeschichte 58 ff. 

^) Sein Vater, Johannes Neukirch aus Syburg, war Pastor zu St. Andreas in Braun- 
schweig und starb 1566. Er soll die Brüder Conrad und Gerhard v. Pawel in Deventer 
unterrichtet haben. Melchior wurde 1571 Pastor zu St. Petri und starb 1597. Vergl, 
Beste Alb. 89 und Kirchengesch. 102. *) Wurde Pastor zu St. Ulrici in Braun- 

schweig 1566 und starb 1580. Sein Vater, Peter Netzen, Peters Sohn, war Bürger der 
Altsudt und besass das Haus Nr. io8b. Die Witwe des Pastors hat in der Altstadt ihr 
Testament gemacht. (Testamentbuch IV, 17.) Vergl. Beste, Alb. 73. ■) Wahrscheinlich 
Claus oder Clawes. *) 1576 ist Hermannus Niger als Doctorand aufgefiihrt. ") Viel- 
leicht ein Sohn des Diderich Odelem, Bürgers im Hagen, der i486 das Haus Nr. 1597 



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BRAUNSCHWEIGER AUF UNIVERSITÄTEN 



99 



Oldendorpius, Conradus^). Witten- 
berg 1565 
Olrick siehe Ulrici 

oSrode{Na<:hweisungII 

OflFensem, Henricus. Wittenberg 1520 
Pamme, Gherwinus"). Rostock 14J4 
Papae, Abraham*). Wittenberg 1556 
Pathoff, Arnoldus*). Erfurt 1 5 1 5 
Pattiner, Burckardus*^). Erfurt 1 5 1 5 

PeiJe) Nachweisung II 

Pekedael®), Fridericus. Wittenberg 

1559 
Peper, Conradus^. Wittenberg 1574 
Petri, Johannes. Rostock 1 508 
Petreius, Johannes®). Leipzig 1547 
Petersinus, Hermannus^). Witten- 
berg 1554 



Petersen, Fridericus^^). Rostock 

1561 
Pfaifendorf"), Henningus. Witten 

berg 1570 



Philippus 



Johannes") 



Wittenberg 

r> *559 
Rostock 

1562 

Wittenberg 



1559 
ck 



Fridericus")) ^^^^^^^ 

1564 

Pigman, Heinricus. Leipzig 1458 
Pyl, Bartoldus. Rostock 1475 
Piscator, Johannes. Wittenberg 1551 
Plaggemeier. Nachweisung II 
Plau, Conradus**). Wittenberg 1536 
Porner. Nachweisung II 
PothoflF, Arnoldus"). Erfurt 1 502 



besass. Später war ein Autor Odelem (f 1652) Bürgermeister im Hagen. ®) Wurde 
Pastor zu Celle. Sein Sohn Georg (geboren 1559, gestorben 1625) war Pastor zu St. 
Magni in Braunschweig. Vergl. Leichpredigt von 1625 und Testament des Letztem von 
1622 in der Altenwik. 

') Wahrscheinlich ein Sohn des Johannes Oldendorp, der von 1527 bis 1542 Pastor 
zu St. Magni in Braunschweig war. *) Sein Vater, Gherwin Pamme besass 141 2 das 
Haus Nr. 758 an der Martinikirche. Er selbst besass demnächst ebendieses Haus. Seine 
Witwe testierte 1464 in der Altstadt. *) Wahrscheinlich ein Sohn des Hennig Pape, 
der von 1526 bis 1550 Pastor zu St. Katharinen in Braunschweig war. ^) Wohl 

Pothoff. Amoldus Pothoff kam 1502 nach Erfurt. *) Anna Pottiners, Witwe des Herrn 
Johann Pottiner, erwähnt im Testamente von 1534 den Bruder Borchard. *) Ein 

Ludeke Pekedoel besass 1520 das Haus Nr. 2845 im Sacke. Johann Pekedal testierte 
1559 in der Neustadt. ^ Conradus Pepper wurde Conrektor St. Blasii. Er testierte 
1609 im Sacke. Valentin Peppers Witwe machte 1580 in der Altstadt ihr Testament und 
setzte ihrem Schwager Conradus ein Legat aus. Conrads Sohn Johannes studierte 1594 
in Rostock, wo er Popperus genannt wird. ^ Ein Johann Peters, alias swarte Johann 
testierte 1553 in der Neustadt. ^ Ein 1533 geborener Sohn des Ludolph Petersen 

aus Neustadt am Rübenberge, der sich Petersinus nannte, geboren 1494, gestorben 1549, 
Pastors an der Martinikirche zu Braunschweig. ^^ Wurde Pastor zu St Ulrici in 

Braunschweig, geboren 1538, gestorben 1587. Er machte 1587 im Sacke sein Testament. 
Vergl. Beste, Alb. 73 und Kirchengeschichte 144. ^*) Wohl Papstorp. *•) War 

1582 Pfarrer zu Lübeck. Sein Vater, Hans Philipp, testierte 1582 in der Altstadt und 
erwähnt seinen Sohn Ehren Johann, Pfarrer zu Lübeck. ^') Bruder des vorigen. 

") Wurde Sekretarius des Rates, nannte sich Plaw. 1584 machte er sein Testament in 
der Altstadt. Vielleicht ist er ein Sohn des Joachim Blawe, der 1519 bis 1529 das Haus 
Nr. 919 in der Neustadt besass. **) Vergl. Bemerkung 4. 

7* 



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100 



H. MEIER 



Reychverdes, Christianus. Witten- 
berg 1520 
Reymars, Laurentius. Rostock 1 509 
Reinberti siehe Algermissen. 
Reinerdes. Nachweisunß II 
Reynwald, Johannes^). Leipzig 1492 
Rembolt, Henningus'). Rostock 1 506 
Remer, Reynerus. Erfurt 1454 
Remling | 

Repener Nachweisung II 
Rethen 

Riber, Johannes. Erfurt 1429 
Ricwardi, Rudolfus. Erfurt 1400 
Richardus, Johannes. Leipzig 1 504 
Richter®), Conradus. Frankfurt 1556 
Ridder, Johannes*^). Erfurt 1489 
Rydder, Johannes. Rostock 1 549 

[Rostock 1456 
Rintelen, Johannes^®) Greifswald 

l «456 
Ripcken, Berwardus. Leipzig 150} 
Rio, Johannes"). Leipzig 1526 
Ripe, Johanes**). Wittenberg 1554 
Rischmann, Johannes. Wittenberg 
1527 

^) Sohn des Andreas Pouchen aus Gardelegen, geboren 1526, der 1564 Pastor zu St. 
Martini in Braunschweig und 1576 Superintendent zu Lübeck wurde, wo er 1598 starb. 
Andreas d. J. ist in der Matrikel zu Heidelberg als Magister Andreas Bouchgenius auf- 
geführt. Er war 1552 geboren, wurde Professor der Theologie und starb in Königsberg 
161 3. Vergl. Jöcher. •) Sohn des Hennig Provest, Bürgers im Hagen, der das Haus 
Nr. 2002 am Bohlwege besass und 1512 testierte. Conradus scheint zum Geistlichen be- 
stimmt gewesen zu sein. *) Ein Cord Radeke, Ludekes Sohn, besass 15 17 das Haus 
Nr. 176 und 177 in der Schuhstrasse. *) Sohn des Herman Reddesem, Besitzer des 
Hauses Nr. 1310 in der Neustadt, der 1512 testierte. Detmar besass 1523 und 1536 
ebendieses Haus. ^ Sohn des Bertold Reddessem, der 1484 in der Neustadt testierte. 
*) Sohn des Hennig Reddessem, Besitzer des Hauses Nr. 1 3 1 o in der Neustadt. Herman 
besass ebendieses Haus 1555. ^ Vielleicht ein Sohn des Hennig Reinebold, der 1523 
im Hagen testierte. ») Nach anderer Lesart Ritter. ■) Sohn des Hennig Rydder, 
der 1483 in der Neustadt testierte. *^ Nach seinem Testamente von 1502, dessen 

Original sich im Sudtarchive befindet, war er Propst zu Steterburg. ") Johannes 

Ripen, wahrscheinlich der Sohn eines Kämmerers der Altenwik. Hans Ripen, der 1539 
testierte, wurde Bürgermeister der Altenwik und besass 1533 und 1548 das Haus Nr. 
2439. Er war ein eifriger Anhänger der Reformation. Vergl. Buchheister. *•) Sohn des 
vorigen. Er wurde 1567 Pastor zu St. Andreas und starb 1586. Vergl. Beste, Alb. 54. 



' Rostock 
Pouchenius, Andreas^) | „äelberg 

Praetorius, Henricus. Wittenberg 

>554 
Pralle. Nachweisung II 

Prawest, Johannes. Rostock 1564 

Probst, Conradus*). Leipzig 1512 

Propellen, Henningus. Leipzig 

1465 

Pruessin, Bernhardus. Leipzig 1455 

Radekel (Leipzig 1507 

rS^"''^^"'*)P*"^"'^^^ 

Rasoris, Eggeling. Leipzig 1416 
Reddesen, Martinus. Erfurt 1447 
Redesen, Dythmarus*). Erfurt 1494 
Reydessheym, Bartoldus*). Erfurt 

1503 
Rodeshein, Heinricus. Erfurt 1 506 
Reddessem, Hermannus®). Erfurt 

1506 
Redegerus, Levinus. Rostock 1 560 
Regius siehe König 



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lOI 



Ristenbeutel, Henricus. Leipzig 1526 
Roche, Gebehardus. Erfurt 1J92 
Rodeck, Johannes. Erfurt 1515 

Conradus. Leipzig 
1452 

Bernhardus. Leipzig 

'ranciscus. Wittenberg 

, 1534 
Johannes*). Wittenberg 

1543 
Ernestus. Wittenberg 



Rodenbeck 



Rodewald 



Rulssen, Bartoldus. Wittenberg 

1512 
Rumeyer, Gerhardus^). Leipzig 

1489 
Sander, Ludolifus. Erfurt 1451 
Alexander, Autor*). Leipzig 1520 
Sanderus, Henrichus. Wittenberg 

1536 
Sastede, Johannes. Rostock 1552 
Zauwigk, Hynricus. Leipzig 1471 
Sawing, Johannes. Leipzig 1482 
Schacht, Conradus. Rostock 1 506 

sä;Se) **«-"«" 
Schermer, Henricus. Erfurt 1428 
Schickelmann, Henricus. Erfurt 14J0 
Schyl, Johannes. Erfurt 1492 
Slachman. Nachweisung II 

I Autor l^^'P^'S *537 
Schlick p"^^MErfurt 1546 

(Ludolphus. Leipzig 1540 
Smalejan. Nachweisung II 

rBernardus. Rostock 1433 
Schmitt Nicolaus. Wittenberg 1541 

t Johannes. Wittenberg 1556 
Snell, Arnoldus»), Wittenberg 1 568 
Scholchmeier*^), Johannes. Witten- 
berg 1555 

^) Vielleicht der Vater des Johann Rodewald, Secretairs zu Celle, der 1592 Lucie v. 
Damm heiratete. *) i5»5 Rector der Universität Leipzig. 1538 machte er zu Braun- 
schweig im Hagen sein Testament. Vielleicht war sein Vater Andreas Rogge, der 1484 
in der Altstadt testierte. ■) Wahrscheinlich ein Sohn des Albert Rörhand, eines Haupt- 
manns bei der Schicht 1488. *) Sohn des Ratmannes der Altstadt Jacob Rosen, der 
von 1529 bis 1548 das Haus Nr. 802 besass. Er war 1581 Pfarrer zu Stöckheim, wie 
aus dem Testamente seiner Base Elisabeth Rosen, des Pastors Peter Netzen Witwe, 
Stifterin des Rosen-Netzischen Stipendiums, hervorgeht. ') Vielleicht ein Bruder des 

vorigen. *) Ein Geistlicher nach Inhalt des Testamentes seines Vaters Hinrick von 

Rüden vom Jahre 1422, dessen Original im Stadtarchive sich findet. ^ Sohn des 

Hennig Rumeyer, 1444 bis 1492 Besitzer des Hauses Nr. 553 in der Altstadt, der seines 
Sohnes Gerhardus als eines Geistlichen in seinem Testamente von 1492 Erwähnung tut. 
^ Autor Sander, der 1549 das Haus Nr. 2402 in der Altenwik besass. ^ wurde 

Ratkämmerer der Altstadt und war von 1600 bis 1623 Besitzer des Hauses Nr. 603. 
Sein Vater Hans Snelle war Ratmann der Altstadt und besass 1541 bis 1600 die Häuser 
Nr. 569 und 565. Arnds Witwe testierte 1626 in der Altstadt und stiftete ein Stipen- 
dium. ***) Wohl Scholkemeyer. 



Rodtman, 

1534 
Reuper, Johannes. Leipzig 1 ; 1 1 
Röper, Henningus. Wittenberg 1550 
Rogen, Johannes*). Leipzig 1501 
Roggenland, Johannes. Leipzig 1456 
Ro5a-hant, Jacobus'). Leipzig 1515 
Rokel, Johannes. Leipzig 1422 
Rormeyerus, Henningus. Wittenberg 

1560 
Rose, Autor*). Wittenberg 1541 
Rosa, Heinricus*). Wittenberg 1545 
Rotermunt, Henningus. Erfurt 1454 
Rover, Jordanus. Erfurt 1448 
Rudeman, Conradus. Erfurt 1448 
D, .^„ I Conradus®). Prag 1 396 
^"^^"iTilemannus. Erfurt 1457 



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102 



H. MEIER 



Schomann, Angelus. Wittenberg 

1554 
Schoppen, Andreas^). Rostock 1561 
Schorkop. Nachweisung II 
Schottel, Justus. Frankfurt 1 549 
Schrader. Nachweisung II 
Schräm, Johannes. Leipzig 1452 
Schriderus, Martinus. Wittenberg 

1559 
Scroder, Franciscus. Wittenberg 

1521 
Schult, Autor. Erfurt 1 5 1 6 
Schulte. Nachweisung II 
Schutte, Tylomannus. Erfurt 15 14 
Schwalenberg. Nachweisung II 
Schwellengrebel*), Joannes. Erfurt 

«535 

Szwarszell, Busso'). Rostock 1 509 

Swoller, Georgius. Wittenberg 1525 

Swoppen, Hinricus. Leipzig 1474 

Swulber 1 

Seesen | Nachweisung II 

Segemeier ) 

Sela, Georgius. Leipzig 1556 

Selberch, Wilhelmus. Erfurt 1 509 

Q^i j^„,„^„ / Johannes 1 Frankfurt 
Seidenwog j Lu^^,p^u3 [ ,508 

Sellenfoget, Tylemannus. Leipzig 

151} 
Sickte. Nachweisung II 
Sidelius, Valentinus. Heidelberg 

1541 

^) Die Matrikel nennt ihn theol. stud. 



Sigen, Magnus. Erfurt i ;o2 

Wittenberg 1545 
Leipzig I55J 
Wittenberg 



Leipzig 



515 
1545 



Simon, Joannes*) 

Singiberus, Heiso*' . 

1552 
Szosat, Henningus. 
Sosath, Hieronymus. Leipzig 
Spange. Nachweisung II 

{Ludolfus. Leipzig 1456 
Berchtoldus^). Leipzig 
1458 
Stagge, fr. Johannes. Leipzig 1451 

Stackman, Henricus IwÄ^tr'^ 
Magister Liptz {Wittenberg 

Stamken, Georgius^). Wittenberg 

«545 
Stappensen, Henricus®). Wittenberg 

1566 
de Stechou, Heinricus. Frankfurt 

1573 
Stecken, Jacobus, Wittenberg 15 14 
Georgius. Prag 1398 
Jeorius. Erfurt 1433 

Stegeman, Nicolaus. Erfurt 1432 
Steinmann, Johannes. Rostock 1563 
Steman, Nicolaus. Rostock 1553 
Stenger, Georgius. Wittenberg 1556 
Sternbergk, Henningus*^). Wittenberg 
1558 

Mgr. 1615 war er Pastor zu Erxleben. Vergl. 



Stein 



Jöcher. *) Wohl eine Entstellung des Namens. Vielleicht Schwalenberg? *) Sohn 
des Bosse Swarssel, der 1477 bis 1507 das Haus Nr. 178 in der Altstadt besass. 
*) Wahrscheinlich ein Sohn des Bürgermeisters der Neustadt Hans Simon, Besitzers des 
Hauses Nr. 1392. ') 1564 bis 1583 Pastor zu St. Andreas in Hildesheim. Vergl. 

Leichenpredigt auf seine Enkelin Catharine Sängebähr. ^ Söhne des Geschützgiessers 
Bertold Spranke, der 1476 im Sack testierte. Berchtoldus war Geistlicher. ^ ^557 

bis 1572 Pastor zu St. Katharinen, gestorben zu Hamburg 1600. Vergl. Jöther. Er war 
aus Braunschweig, vielleicht ein Sohn des Hinrick Stampken, dessen Witwe im Hagen 
testierte (IX, 189). Vergl. Beste Alb. 44. •) Wahrscheinlich ein Sohn des Heinrich 

V. Stappensen (1521 bis 1566), Pastors zu St. Petri und Dekans des Stifts St. Blasii. 
") Sohn des Andreas Stemberg, der 1551 das Haus Nr. 80 in der Altstadt besass. 



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103 



Stilkeman. Prag 1384 

Styckelmann, Joannes. Prag 1 387 

Stockbroed, Johannes^). Erfurt 1432 

c*^««,«« ( fr- Johannes \ Leipzig 
Stogman|p^^^^^^^^,jj H^ö 

Stofregen, Hermannus. Wittenberg 

1559 
Storing, Heinricus'). Wittenberg 

1545 
Stritberch, Johannes. Erfurt 1 505 
Strobeke. Nachweisung II 

( Erfurt 1 508 
Struve, Theodoricus*)! Wittenberg 

l 1515 
Stucke, Henningus. Erfurt 1 5 1 7 
Sturisius, Joannes. Leipzig; 1 546 

Vittenberg 



Sturwaldus 
Sturwold 



Johannes 



568 
Rostock 
1570 



Suring. Nachweisung II 
Tacke, LudolflFus. Leipzig 1457 

Barbardus*) | ™j 



Tafelmacher 



Christofferus«){ 



Erfurt 
1529 



Thannenbergk, Johannes. Leipzig 

1503 
van Tegel, Joannes''). Leipzig 1 527 
Tegentmeiger, fr. Henningus. Erfurt 

i;o6 
Teinfel, Thilemannus. Erfurt 1 5 1 5 
Textoris, Heinricus. Erfurt 1498 
Textor, Georgius. Wittenberg 1556 
Theodorici siehe Diderici 
Tilemannus, Hermannus. Rostock 

1556 
Tyling, Jodocus®). Leipzig 1 504 
Tymmern. Nachweisung II 
Thone, Johannes. Erfurt 145 1 
Topp, Ebeling»). Erfurt 1491 
TnhiWpn l (Leipzig 1550 

?htb"ker Autor Wittenberg 

f * '55* 

Türcke siehe Durigke 
Twedorp. Nachweisung II 
Ubermeier^^), Johannes. Wittenberg 

1545 
Uhlenhut, Stephanus. Leipzig 1527 
Ulrici, Henningus. Frankfurt 1555 
Utze, Henricus. Erfurt 1436 
Ursleve. Nachweisung II 



^) Sohn des Hans Stocbrod, der 1410 und 14 12 das Haus Nr. 8 in der Altstadt be- 
sass. Dr jur., 1448 und 1459 Rector der Universität Erfurt, 1416 bis 1434 Besitzer des 
Hauses Nr. 101 in Braunschweig, das er 1434 an Cord Aleman (vergl. Nachweisung II) 
verkaufte. In der Matrikel ward er 1448 arcium iiberalium magister et utriusque juris 
licentiatus, 1459 utriusque juris doctor ac canonicus ecclesiarum Halberstadensis et beate 
Marie virginis Erfordensis genannt. *) Wahrscheinlich Söhne des Hennig Stockeman, 
der 1425 bis 1455 das Haus Nr. 593 in der Altstadt besass. ") 1551 bis 1557 Pastor 
zu St. Katharinen, Sohn des Zehnmannes Dirick Storing, der 1529 bis 1538 das Haus 
Nr. 1 368 auf dem Meinhardshofe besass. Vergl. Beste, Alb. 44. *) Wurde Ratkämmerer 
der Altstadt. Testierte 1571. *) Der berühmte Erbauer der Wasserkünste und des 

Andreasturmes, Sohn des Hans Tafelmaker, Bürgers der Altstadt, der 1496 testierte. 
^ Sohn des vorigen. Barward bevorzugte ihn in seinem 1565 errichteten Testamente 
»darumme, dat he my hadt knechtwys hulpen buwen in der marke und im lande tho 
pommem und tho Gardelege und ok sunst an andern orden«. ^ Seine Witwe testierte 
1544 im Hagen. ^ Wohl ein Sohn des Hans Tyling, der 1507 bis iif37 das Haus 

Nr. 892 zum alten Schranke in der Altstadt besass. *) Hans Top testiert 1507 in der 
Altstadt. Er erwähnt einen Sohn im Kloster Riddagshausen, den er Herrn Eggeling nennt. 
^^ Wohl Overmeier. 



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104 



H. MEIER 



Vaders, Johannes*). Rostock 1550 

Valberg 1 

Vechelde | Nachweisung II 

Velhauer i 

Velkoper, Henricus*). Erfurt 1443 

Velstede. Nachweisung II 

I Casparus. Leipzig 1556 

Venator n;ivid|W'"^"^^'"S ''65 

^^^^i Rosteck 1568 
Vensleve. Nachweisung II 
Vilter, Conradus. Erfurt 1454 
Vismus, Joannes. Leipzig 1555 
Vissel, Johannes'). Rostock 1 504 
Vittoris, Gherwinus. Rostock 1462 
Vnitj, Joannes. Wittenberg 1523 
Voyt, Ludolfus. Leipzig 1454 
Volkmerod j 

Volzem I Nach Weisung II 
Vrige J 

Wachtel. Lucianus{Erfj2j554^ 

Wagen, Ludolfus. Leipzig 141 4 
Wagenfurer, Ludolphus*). Witten- 
berg 1555 
Walbeck. Nachweisung II 
Walke, Johannes. Erfurt 1483 
Walther, Michael. Frankfurt 1548 
Wartrider, Henningus. Leipzig 1509 
Wasmudi, Johannes. Erfurt 1 402 
Weber, Christopherus. Wittenberg 

1541 
Weber siehe auch Textoris. 



Weck, Conrad. Wittenberg 1554 
der Wedeben, Franciscus*). Witten- 
berg 1528 

Fredericus. Rostock 

1506 
Johannes. Rostock 



Wedemeyer 



1507 
Christophorus. Erfurt 

I5J5 
Nicolaus. Wittenberg 

1539 

Weistefelt, Tilomannus. Erfurt 1 500 
Wellendorp, Helmoldus. Rostock 

1524 
Welt, Joannes. Wittenberg 152a 
Wendi, Georgius. Erfurt 1535 
Werningerodt, Johannes. Erfurt 1 500 
Weuckman, Hermannus*). Leipzig 

«474 
Widela, Hermannus. Erfurt 1535 
Widelage, Christophorus. Erfurt 

1551 
Willichius, Theodorus. Wittenberg 

1570 
Wylnnck, Johannes. Leipzig 1 5 1 7 
Wirten, Henricus. Erfurt 1454 
Wissel, Wilkinus'). Erfurt 1518 
I Johannes. Leipzig 1428 
Witte,! Gerhardus. Leipzig 1445 

( Ludolfus. Erfurt 1505 
Wittehobt, Johannes®). Leipzig 1491 
Wittekop. Nachweisung II 



^) Sohn des Friedrich Vaders, Ratmannes im Hagen, der das Haus Nr. 15 18 von 
1530 bis 1541 besass, das er an seinen Sohn vererbte. Dessen Sohn Friedrich war Bür- 
germeister im Hagen (f 1618). *) Sohn des Gerke Velkoper, dessen gleichnamiger Sohn 
in seinem Testamente seinen Bruder als >Herr Hinrick Velkoper« bezeichnet. Henricus 
wird demnach ein Geistlicher gewesen sein. *) Pastor zu St. Katharinen. Testierte 

1542 im Hagen. Vergl. Beste, Alb. 44. Er nennt Wilken Wissel seinen Bruder. 
^) Pastor zu St. Leonhard. Vergl. Beste, Alb. iii. Hans Wagenfoer testierte 1542 im 
Hagen, Olrik Wagenforer war 1543 bis 1555 Ratmann im Hagen. ^) 1536 Pastor zu 
Lehndorf. Beste, Alb. 115 nennt ihn van der Wettwen. ^ Ein Eggherd Boykerman 
testierte 1467 im Sacke. ^ Ein Bruder des 1504 in Erfurt Vissel genannten. Vergi. 
Bemerkung 3. ^ Sohn des Hans Wittehovet^ der 1496 in der Altstadt testierte. 



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BRAUNSCHWEIGER AUF UNIVERSITÄTEN 



105 



Witman> Hermannus. Leipzig 1489 
Wlomensten, Henningus. Rostock 

1462 
u/^ifff Hermannus. Erfurt 1481 
^^*"\Andreas. Erfurt 15 15 
Wolfgangus, Christophorus. Marburg 

1564 
Woltman. Nachweisung II 
Wrede, Henningus. Rostock 1 560 
Johannes. Erfurt 1413 

(Erfurt 1476 
Rostock 



Wunstorp 



l 1479 
Wustovius^), Franciscus. Rostock 
1569 



Zabell, Simon. Greifswald 1 547 

Franciscus*). Frankfurt 1 569 

{Frankfurt 1575 
Heidelberg 1578 
Wittenberg 1581 
Leipzig 

Tilemannus 



Zanger 



Zerman 



von Zigel 



1558 
Frankfurt 

1559 
Tilemannus. Marburg 

. 1573*) 

, Jacobus. Leipzig 1 5 3 1 



Zisike, Johannes. Wittenberg 1575 



Studenten, deren Familiennamen nicht angegeben sind» 
nach ihren Vornamen alphabetisch geordnet 



Hermannus de monast. St. Eg, 

Leipzig 1477 
Ludolphus. Prag 1408 

TheodoricusjP^^ \ll\ 

Ulricus. Leipzig 1441 



Bemhardus. Leipzig 1438 
Bertoldus, presb. Coeln 1452 

Conradusl r-^ .'^oS 
l Leipzig 1409 

Eggelingus, clericus. Coeln 1453 

Henningus. Leipzig 1438 

Henricus. Prag 1367 

*) Wahrscheinlich Wosthoff, WoestehofF, Wcusthoff. *) Sohn des Johann Zanger 

aus Ungarn, geboren 1517, der 1548 Rector des Katharineums und 1572 Pastor zu St. 
Martini wurde. Er wurde Secretair des Rates, besass das Haus Nr. 888 in der Altstadt 
(1574) und starb 1592. *) Bruder des vorigen. Johannes Zanger wurde Dr jur. und 

Professor in Wittenberg. Er war 1557 geboren und starb 1607. Vergl. Jöciier und 
Leichpredigt. *) Zemneman in der Matrikel. 



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H. MEIER 





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BRAUNSCHWEIGER AUF UNIVERSITÄTEN 133 

Nachweisungr HI. 

Verzeichnis der immatrikulierten Studenten, 
jahrgangsweise geordnet, von 1367 bis 1576. 

Die Universitäten folgen nach alphabetischer Ordnung. Innerhalb der ein- 
zelnen Universitäten sind die Immatrikulierten alphabetisch geordnet. 

Die Orthographie der Matrikeln ist, wo es notwendig war, um Irrtümer 
zu vermeiden, beibehalten, im allgemeinen jedoch zu verbessern versucht 
worden. Bekanntere Familiennamen sind, wo die Identität festgestellt ist, in 
üblicher Schreibweise aufgeführt worden, auch wenn sie in der betreffenden 
Matrikel ganz anders lauten. 

1367, Prag: Henricus i 

1384. Prag: Stilkeman 1 

1385. Prag: Peine, Twedorp 2 

1386. Prag: Theodorus i 

1387. Heidelberg: Aurifaber. Prag: Styckelmann 2 
1392. Erfurt: Esbeck, Hilman, Kubeling, Roche, Ymmenrod. 

Prag: Hollege 6 

1395. Erfurt: Meygenriiss i 

1396. Prag: Rüden 1 

1397. Erfurt: Goldsmed, Homot 2 

1398. Erfurt: Croser. Prag: Steyn 2 

1399. Erfurt: Kerchoff i 

1400. Erfurt: Gravenhorst, Holtnicker, Ingeleve, Ricwardi 4 

1402. Erfurt: Adenstede, Doliatoris, Osterode, Wasmudi 4 

1403. Erfurt: Bansleve, Bremis, Brocke, Kissenbruge, Knokenhogir 5 

1404. Prag: Theodoricus 1 

1405. Erfurt: Benum, Coci 2 

1406. Erfurt: Bockerode, Gustede 2 

1407. Erfurt: Linde. Prag: Borchdorp 2 

1408. Erfurt: Cappinberg. Prag: Ludolphus, Conradus 3 

1409. Erfurt: Bockenhower, Evensen, Twedorp. Leipzig: Conradus 4 

141 1. Erfurt: Reppener. Leipzig: Lutz 2 

1412. Leipzig: Backenhower i 

141 3. Erfurt: Wunstorp. Leipzig: Apotecarii 2 

1414. Leipzig: Wagen i 

1416. Leipzig: Cruczen, Rasoris 2 

1417. Leipzig: Amesti i^ 

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I 34 H. MEIER 

Obertrag 

141 8. Leipzig: Calvi (Kaie), Twedorp 

1419. Rostock: Doleatoris. Machtersen, Scheninghe 

1420. Erfurt: Bansleve, Schwalenberg. Leipzig: Kochen, 
Lampen. Rostock: Kaie 

1422. Leipzig: Rockel 

1423. Leipzig: Kaie, Slachman, Velhauer 

1424. Leipzig: Kerkhof, Lamme 

1425. Erfurt: Kerkhof, Linde. Leipzig: Damm 

1426. Erfurt: Aurifaber, Galeatoris, Molitoris. Heidelberg: 
Dassel. Leipzig: Döring 

1427. Erfurt: Leblein. Leipzig: Adelem 

1428. Erfurt: Lauwe, Schermer. Leipzig: Witten 

1429. Erfurt: Broitzem, Kaie, Riber 

1430. Erfurt: Damm, Hornburg, Schickelman, Woltman. Leip- 
zig: Borchholte 

143 1. Erfurt: Hornburg 

1432. Erfurt: Beierstede, Gravestorp, Gustede, Kaie, Schey- 
ninghen, Stegman, Stockbrod, Ursleve. Leipzig: Groper, 
Meyer, Spange 

1433. Erfurt: Peine, Stein. Leipzig: Vensleve. Rostock: 
Smyd, Woltman 

1434. Erfurt: Borcholt. Leipzig: Strombeck. Rostock: Aden- 
stede, Hamelen, Pamme, Tymmer 6 

1435. Erfurt: Beyn, Byenrod, Gylzem, Hamelen, Hollege, Tim- 
bern, Yldehusin alias Ernesti. Leipzig: Achim, Strombeck. 
Rostock: Adenstede i o 

1436. Coeln:Tymbern. Erfurt: Hagen, Utze. Rostock: Moller 4 

1437. Erfurt: Adenstede, Emen, Hane, Luthardi, Spange, Twedorp 6 

1438. Coeln: Adenstede. Leipzig: Bernhardus, Henningus 3 

1439. Coeln: Adenstede. Erfurt: Borchtorp, Rudeman, Strom- 
beck. Leipzig: Brackel 5 

1440. Erfurt: Becker, Dangwardi, Lerten, Schwalenberg. Leip- 
zig: Bansleve, Tymmerla 6 

1441. Erfurt: Rodis. Leipzig: Ulricus 2 

1442. Erfurt: Adenstede, Broitzem, Lyndeman. Leipzig: 
Tymmerla 4 

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BRAUNSCHWEIGER AUF UNIVERSITÄTEN I35 

Obertrag 156 

1443. Erfurt: Bansleve, Becker, Luter, Remmerdes, Vechelde, Vel- 
koper. Rostock: Hermanni, Schwalenberg 8 

1444. Erfurt: Aleman i 

1445. Erfurt: Remmerdes. Leipzig: Velhower, Witte j 

1446. Erfurt: Berfeld, Peine. Leipzig: Schulte. Rostock: Vryge 4 

1447. Erfurt: Krage, Leine, Reddessen, Sesen, Vryge 5 

1448. Erfurt: Helmsleger, Niding, Rover 3 

1450. Coeln: Brocke i 

1451. Erfurt: Glumer, Glumer, Gustede, Sander, Thone. Leip- 
zig: Brackel, Maler, Stagge. Rostock: Porner 9 

1452. Coeln: Bertoldus. Leipzig: Hoghewel, Rodenbeck, Schep- 
penstede, Schramm 5 

1453. Coeln: Eggelingus. Erfurt: Coner. Rostock: Bade, 
Benen 4 

1454. Erfurt: Hameln, Kogelman, Remer, Rotermund, Slachman, 
Strombeck, Vechelde, Vilter, Wirten. Leipzig: Heyneborg, 
Voyt. Rostock: Hameln 12 

1455. Erfurt: Hynstede. Leipzig: Prussin, Stockman, Stockman 4 

1456. Coeln: Ursleve. Erfurt: Berkling, Drop. Greifsv^rald: 
Rintel. Leipzig: Diderici, Furge, Gotel, Herbordi, Peine, 
Roggenland, Sprank. Rostock: Gravenhorst. Rinteln 13 

1457. Erfurt: Adenstede, Berndes, Berners, Horneburg, Nydegen, 
Rüden. Leipzig: bitten. Henkele, Steyn, Tacke. Rostock: 
Schorkop 1 1 

1458. Erfurt: Clauwen, Gravenhorst, Lampen, Meyer, Vechelde. 
Leipzig: Pigmann, Sprank 7 

1459. Erfurt: Alman. Rostock: Eyzenbuttele 2 

1460. Erfurt: Brendis, Kaie. Leipzig: Balchansche. Rostock: 
Holtgreve, Schulte 5 

1461. Erfurt: Amdes, Gravenhorst, Griss. Leipzig: Geverdes, 
Horneburg 5 

1462. Leipzig: Coci, Griss, Heliman. Rostock: Borstveit, Vittoris, 
Wlomensten 6 

1463. Leipzig: Strombeck. Rostock: Levenstede, Schvsralenberg, 
Velstede 4 

1464. Erfurt: Schwalenberg, Vechelde. Leipzig: Holtgreve, 
Hornbach 4 

Seite 272 



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136 H. MEIER 

Obertrag 272 

1465. Leipzig: Grutter, Propellen. Rostock: Boseman, Byntsco, 
Hapken, Kaneman 6 

1466. Erfurt: Brandis. Leipzig: Peine. Rostock: Gravenhorst j 

1467. Greifswald: Sten. Leipzig: Broitzem,Hustede. Rostock: 
Dankwort 4 

1468. Erfurt: Woltman. Leipzig: Schorkop, Segemeier 3 

1470. Leipzig: Barbecke, Drope, Strombek. Rostock: Twedorp 4 

1471. Erfurt: Brocke. Leipzig: Porner, Sauwing. Rostock: 
Danquart, Kalif, Knakenhower, Kochen, Vechelde 8 

1472. Rostock: Homeburg i 

1473. Leipzig: Beddingen, Bock, Sesen, Velstede 4 

1474. Erfurt: Beierstede, Döring, Horneburg, Jordans, Strombeck, 
Volzem, Vechelde. Leipzig: Horneburg, Lachendorf, Swop- 

pen, Weukman. Rostock: Smalian, Woltman 13 

1475. Erfurt: Slachman. Leipzig: Geverdes. Rostock: Bynru, 
Döring, Grauenhagen, Horneburg, Pyl 7 

1476. Erfurt: Getelde, Sicte, Wunstorp. Leipzig: Peine. 
Rostock: Swulber 5 

1477. Erfurt: Elers, Hameln. Leipzig: Elssen, Handorp, Her- 
mannus. Krage, Twedorp 7 

1478. Erfurt: Block, Erici, Schrader. Leipzig: Dracht, Schep- 
penstede. Rostock: Herwech, Slachman 7 

1479. Erfurt: Binder, Schwalenberg, Strombeck, Vechelde. 

Leipzig: Breier, Lachendorp. Rostock: Porner, Wunstorp 8 

1480. Erfurt: Gruneberg. Leipzig: Dransfeld, Schrader 3 

1481. Erfurt: Ebeling, Wolff. Leipzig: Repener, Strombeck. 
Rostock: Genter, Loman, Marenholt 7 

1482. Leipzig: Plaggemeier, Sawing. Rostock: Hasenbaich 3 

1483. Erfurt: Breier, Broitzem, Geitelde, Hock, Kaie, Transfeld, 
Walke. Leipzig: Detten. Rostock: Barbeken, Repener, 
Vricken 1 1 

1484. Erfurt: Brackel, Broistede, Calin, Geller, Peine, Segemeier 6 

1485. Erfurt:Beckmann, Horneburg, Kramer, Swulber. Rostock: 
CoUynk, Sicte 6 

i486. Erfurt: Haneckesweg, Wittekop. Rostock: Lam 3 

1487. Erfurt: Porner, Volkmerod 2 

1489. Erfurt: Amdes, Bergen, Buring, Dransfeld, Glümer, Ho bber- 

Seite 393 



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BRAUNSCHWEIGER AUF UNIVERSITÄTEN I3; 

Obertrag 393 
des, Ridder, Seesen, Seesen. Leipzig: Broistede> Irrenberch, 
Rumeyer, Wittekop, Wittman 

1490. Erfurt: Bomhawer, Kruse. Leipzig: Broitzem, Gronhagen 

1491. Erfurt: Repener, Topp. Leipzig: Twedorp, Wittehobt. 
Rostock: Bissendorp 

1492. Erfurt: Koler, Schyl. Leipzig: Bode, Giltzen, Kaie, Linde- 
man, Reynwald 

1493. Erfurt: Bissendorp, Lodichman, Reinberti 

1494. Erfurt: Borgentrik, Helmold, Redessen, Schrader. Leipzig: 
Famkampt 

1496. Erfurt: Damm, Griss, Remling. Leipzig: Leidenderb. 
Rostock: Hoyer 

1497. Erfurt: Besseken, Kruse. Leipzig: Wittekop 

1498. Erfurt: Denicke, Ducis, Eltze, Fuchs, Koch, Kruchenneke, 
Lesse, Ludeke, Smalian, Textoris. Leipzig: Gronhagen, 
Horneburg, Vechelde. Rostock: Twedorp 

1499. Erfurt: Coci, Mornholt, Mornholt. Leipzig: Giltzen, Witte- 
kop. Rostock: Binder, Theodorici 

1500. Erfurt: Hollant, Kroger, Oman, Weistefelt, Werningerodt. 
Rostock: Ebeling, Koter 

1501. Erfurt: Gran, Hagen, Helen, Kolman. Leizig: Rogge 

1502. Erfurt: Pothoff, Sigen. Rostock: Papstorp 

1503. Erfurt: Binder, Bucheister, Deleff, Reddessem, Tafelmacher. 
Leipzig: Ripken, Smalian, Thannenberg. Wittenberg: 
Brandes, Budeman, Dinger 1 1 

1504. Erfurt: Huser, Krage. Leipzig: Bungenstede, Frenss, 
Gross, Hagen, Richardus, Stagman, Theodorici, Tyling. 
Rostock: Heyne, Vissel. Wittenberg: Hemendorp, Horne- 
burg 14 

1505. Erfurt: Broistede, Degener, Stritberg, Woltman, Wyte. 
Leipzig: Detten, Horneborstel 7 

1506. Erfurt: Bartram, Kalm, Reddessem, Rodesheim, Tegent- 
meyer. Frankfurt: Dymme, Gross, Gross, Hantelmann, 
Lindeman, Lossei. Leipzig: Bungenstede, Everdes. 
Rostock: Eggeling, Grutter, Odelem, Rembolt, Schacht, 
Scheppenstede, Strombeck, Wedemeiger 2 1 

1507. Erfurt: Brandis, Brock. Leipzig: Damm, Horne burg, 

Seite 528 



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138 H. MEIER 

Obertrag 528 
Kalm, Molitoris, Radeke. Rostock: Bursem, Eggeling, Elers, 
Wedemeyer. Wittenberg: Hantelmann 12 

508. Erfurt: Brandis, Homelen, Jacobi, Kaie, Schorkop, Struve. 
Frankfurt: Seidenwog, Szellenfoyt. Rostock: Lesse, Petri 10 

509. Erfurt: Bertling, Selberch. Leipzig: Detten, Kalm, Koch, 
Peine, Wartrider. Rostock: Boddeker, Küken, Reymars, 
Swarszell 1 1 

510. Erfurt: Conradi, Krage, Segemeyer. Leipzig: Bodecker. 
Wittenberg: Deigener, Eggerleyn, Hörn, Kalm, Kalm, 
Knochenhauer, Radeck 1 1 

511. Erfurt: Bardenwerper, Meyge, Porner. Leipzig: Los, 
Reuper, Schulte. Rostock: Gilsem, Kothe, Leyneman. 
Wittenberg: Binrodt, Damm, Mittelrauff, Reynhardus ij 

512. Erfurt: Bartoldi. Leipzig: Gewerdis, Probst. Witten- 
berg: Bern, Bernhart, Kaie, Lesse, Marckenstet, Peine, 
Pralle, Rulssen, Schulte, Stackmann 1 3 

513. Erfurt: Bode, Damm. Frankfurt: Eggelinck. Leipzig: 
Sellenfoget. Rostock: Flist. Wittenberg: Herbart, Hörn 7 

514. Erfurt: Schulte. Leipzig: Dalem, Elers, Haferland. Ro- 
stock: Surig. Wittenberg: Stecken 6 

515. Erfurt: Heier, Hoier, PathoflF, Pattiner, Rodeck, Teinfel, 
Vechelde, Wolff. Leipzig: Rodenbeck, Royrhant, Schulte, 
Sosat. Wittenberg: Brück, Durigke, Durigke, Kuckelhayn, 
Lafferde, Struve 18 

516. Erfurt: Boss, Damm, Kruse, Schulte. Greifswald: Koter. 
Wittenberg: Fuer, Gralher 7 

517. Erfurt: Ber, Berndes, Bessel, Coci, Krüger, Lafferde, Lut- 

teri, Stucke. Leipzig: Kroger, Nicolai, Schrader, Wylrink 12 

518. Erfurt: Buring, Schulte, Türke, Wissel. Rostock: Kreke. 
Wittenberg: Broitzem, Elers 7 

519. Leipzig: Haber. Wittenberg: Cuntzman, Helmeken, 
Kruse 4 

520. Erfurt: Misner. Leipzig: Sander. Rostock: Berger, 
Gotling. Wittenberg: Mergenten, Offensen, Reychverdes, 
Scheppenstede 8 

521. Leipzig: Vechelde. Wittenberg: Buchheister, Damm, 
Hasse, Heuptman, Schrader 6 

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BRAÜNSCHWEIGER AUF UNIVERSITÄTEN I39 

Obertrag 673 

1522. Erfurt: Müden. Leipzig: Eisenbüttel. Rostock: Dedeke, 
Dedecke. Wittenberg: Welt 5 

1523. Erfurt: Eggeling. Leipzig: Broitzem, Broitzem, Hannerus, 

Lers; Scheppenstede. Wittenberg: Vnity 7 

1524. Rostock: Wellendorp i 

1525. Wittenberg: Bossan. Eggeling, Habberdes, Löser, Lynde- 

man, Segemeyer, Segemeyer, Swoller 8 

1526. Leipzig: Rib, Ristenbeutel. Wittenberg: Gruneman 3 

1527. Erfurt: Peine. Frankfurt: Elers. Leipzig: Tegel, Ulen- 

hut, Vechelde. Wittenberg: Rischmann 6 

1528. Frankfurt: Leine. Leipzig: Hevershagen, Schwalenberg. 
Wittenberg: Holthoider, König, Wedeben 6 

1529. Erfurt: Tafelmacher. Leipzig: Pawel, Pawel. Witten- 
berg: Broitzem, Lafferde 5 

1530. Erfurt: Peine. Leipzig: Gravemüller. Wittenberg: 
Hamel, Musolphus 4 

1531. Erfurt: Peine. Leipzig: Damm, Vechelde. Wittenberg: 
Pawel, Pawel 5 

1532. Leipzig: Zigell. Wittenberg: Hildebrandt, Lentze, Schep- 
penstede, Strombeck, Vechelde 6 

1533. Erfurt: Damm, Vechelde. Tübingen: König. Witten- 
berg: Goltbeck, Koch 5 

1534. Erfurt: Döring. Heidelberg: Damm. Wittenberg: Dick- 

man, Rodewald, Rodtman 5 

1535. Erfurt: Aderkas, Engelmstede, Griss, Lamperti, Moring, 
Schwalenberg, Wedemeyer, Wendi, Widela. Frankfurt: 
Eggeling. Leipzig: Hornburg, Schwalenberg. Witten- 
berg: Kokemüller 13 

1536. Erfurt: Broitzem. Wittenberg: Plau, Sanderus, Schorkop, 
Wittekop 5 

1537. Frankfurt: Meyer. Leipzig: Coerdes, Schlieck, Twedorp 4 

1538. Erfurt: Broitzem. Wittenberg: Engelnstede 2 

1539. Wittenberg: Bardenwerper, Becker, Wedenmeier 3 

1540. Leipzig: Schlick. Wittenberg: Pralle 2 

1541. Heidelberg: Sidelius. Leipzig: Lampadius. Rostock: 
Kock, Montensis. Tübingen: Hofman, Wittenberg: Ja- 
cobus, Kaie, Lindeman, Maier, Rose, Schmit, Vechelde, Weber 1 3 

Seite 781 



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140 H. MEIER 

Obertrag 781 

1542. Leipzig: Kuntz i 

1543. Wittenberg: Berchman, Brostede, Cocus, Locht, Notwer, 
Oeding, Rodewald, Schrader 8 

1544. Frankfurt: Elers. Leipzig: Peine. Wittenberg: Fre- 
denus, Klodt, Lambert!, Notwer, Schwalenberg 7 

1545. Leipzig: Sosath. Wittenberg: Becker, Bessel, Cordus, 
Hasenfuss, Jude, Kruck, Ludken, Maior, Rosa, Schrader, 
Simon, Stamken, Storing, Ubermeier 1 5 

1546. Erfurt: Lindeman, Schlicke. Leipzig: Napp, Scheppen- 
stede, Sturisius. Rostock: Busman, Cordus, Gremmarius, 
Kroger, Lauromontanus, Moller, Notwer. Wittenberg: 
Bergen, Bortfelt, Busman, Cellarius, Heydewer, Kalm, Kessel- 
hack, Schorkop, Wittekop 2 1 

1547. Erfurt: Eggeling, Homburg. Frankfurt: Scheppenstede. 
Greifswald: Zabell. Leipzig: Becker, Eggeling, Huch, 
Luderus, Meier, Petreius, Schrader, Schrader. Rostock: 
Bardenwerper, Lindeman 14 

1548. Erfurt: Haferland, Homburg. Frankfurt: Kaie, Lauro- 
montanus, Walthen Greifswald: Bardenwerper. Leip- 
zig: Mass, Valberg. Marburg: Binder 9 

1549. Frankfurt: Schottel. Leipzig: Hom, Kaie, Koch, Linde- 
man. Rostock: Koning, Rydder. Wittenberg: Astyr, 
Dhan, Heimsted, Mass, Stofregen 1 2 

1550. Leipzig: Tubiken. Rostock: Lutherus, Vaders. Witten- 
berg: Koch, Röper 5 

1551. Erfurt: Widelage. Frankfurt: Eggeling, Homburg. Leip- 
zig: Hornburg, Lamberti. Wittenberg: Bode, Chrystopius, 
Guden, Guden, Hambstet, Leine, Lindeman, Meyer, Moller, 
Nordmann, Piscator, Tubbecker 1 7 

1552. Rostock: Becker, Beckmnn, Bracovius, Brockhofius, Dengell, 
Hemstede, Holstenius, Hom, Kaie, Kalm, Sastede. Witten- 
berg: Beckman, Holle, Homberg, Hom, Singiberus 16 

1553. Frankfurt: Chrystopius, Fuss, Peine. Leipzig: Eber- 
hausen, Luder, Simon. Rostock: Steman. Wittenberg: 
Damm, Gremarius, Langihemki, Mayr, Möller 1 2 

1554. Erfurt: Hombui^, Wachtel. Leipzig: Hamstet, Muller. 
Rostock: Bessel. Wittenberg: Busmann, Conradi, Fri cken, 

Seite 918 



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BRAUNSCHWEIGER AUF UNIVERSITÄTEN I4I 

Obertrag 918 
Hamel, Hamel> Hamstet, Kalm, Lück, Lutherus> Meier, Peter- 
sinus, Prätorius. Ripe, Schoman, Vechelde, Weck 2 1 

1555. Frankfurt: Ulrici. Leipzig: Vismus, Wittekop. Witten- 
berg: Apelersiett, Bergen, Broitzem, Lossius, Scholchmeier, 
Wagenfurer 9 

1556. Erfurt: Muller. Frankfurt: Richter (Ritter). Leipzig: 
Hörn, Sela, Venator, Wachtel. Marburg: Grisetop, Ro- 
stock: Tilemannus. Wittenberg: Bramer, Coloander, Neo- 
phonius, Netzenius, Pape, Schmidt, Stenger, Textor 16 

1557. Leipzig: Eisensehe, Rethen. Wittenberg: Busman, Laf- 
ferde, Pawel 5 

1558. Frankfurt: Burgdorff, Hamilius, Schrader. Heidelberg: 
Kaie, Vechelde. Leipzig^): Eysenbüttel, Eysenbuttel, Zer- 
man. Rostock: Bolten. Wittenberg: Bramer, Ditmarus, 
Laiferde, Lisegang, Regius, Scheppenstede, Sternberg 1 6 

1559. Frankfurt: Bessel, Cerneman. Wittenberg: Adenstede, 
Boickestrius, Coloander, Damm, Kruger, Neophanus, Peke- 

dael, Philippus, Philippus 1 1 

1560. Erfurt: Mollerus. Rostock: Beckman, Isensehe, Kuncke- 
lius, Neofunius, Nisenus, Redegerus, Wrede. Wittenberg: 
Engliken, Lodemannus, Rormeyerus 1 1 

1561. Erfurt: Muller. Rostock: Adenstede, Coloander, Damm, 
Gelerus, Holsten, Holsten, Petersen, Rethen, Schoppen 10 

i562.^Frankfurt: Mente. Rostock: Leseberg, Philippus. Wit- 
tenberg: Dedikingius, Hertzegerus 5 

1563. Rostock: Geifers, Steinman. Wittenberg: Crugerus, 
Hoier, Lenzius, Meden, Pawel 7 

1564. Frankfurt: Schrader. Marburg: Wolfgangus. Rostock: 
Philippus, Prawest. Wittenberg: Bessel, Breunig, Damm, 
Ebeling, Glandorp, Higenius 10 

1565. Wittenberg: Adenstede, Breugerus, Holstein, Holstein, 
Kuselius, Kuselius, Muller, Nawe, Oldendorp, Venator, 
Ziegenmeier (Segemeier) 1 1 

1566. Rostock: Camerarius, Lampe. Wittenberg: Haberland, 
Kemmer, Koncken, Lampe, Laos, Rethen, Stappensen 9 

Seite 1059 

') Die Matrikel ist nur bis zu diesem Jahre veröffentlicht. 



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142 H. MEIER 

Obertrag 1059 

1567. Frankfurt: MuUerus. Rostock: Borgholt. Wittenberg: 
Könnecken, Lampadius> Rethen 5 

1 568. Heidelberg: Lisegang. Rostock: Döring, Giseke, Venator. 
Wittenberg: Gerberur, Mente, Peine, Snelle, Sturwaldus 9 

1569. Frankfurt: Zanger. Rostock: Lentzius, Wustovius. Wit- 
tenberg: Brandes, Ebberus, Lisegang 6 

1570. Erfurt: Dies. Frankfurt: Lampadius. Marburg: Niger. 
Rostock: Bungenstede, Sturwold. Wittenberg: Darrius, 
Eisenbuttel, Pfaffendorf, Walbeck, Willichius lo 

1571. Erfurt: Hamilius. Rostock: Broitzem. Wittenberg: 
Hamstedt, Haverland 4 

1 572. Marburg: Lauwenstein, Niger. Rostock: Broke, Pouchen. 
Wittenberg: Kruger 5 

1573. Erfurt: Bessel. Frankfurt: Stechou. Greifswald: Mar- 
qwart. Marburg: Zerneman. Rostock: Illyricus. Wit- 
tenberg: Jute, Lutherus, Pawel 8 

1574. Frankfurt: Bungenstede, Clivius, Gartz, Hörn, Mancherus, 
Mulrodius. Marburg: Juten, Walbeck. Rostock: Bole- 
man, Hennemeier, Hennemeier, Kroger. Wittenberg: 
Croelius, Peper 14 

1575. Frankfurt: Barmannus, Hubertus, Zanger. Marburg: 
Lerssnerus. Rostock: Fredeman, Morlinus. Wittenberg: 
Zisike 7 

1576. Marburg: Niger. Rostock: Barenius, Zeddi. Witten- 
berg: Brock, Clivius 5 

Summe 1 1 3 2 




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DIE FINANZIELLE AUSBEUTUNG DES HERZOG- 
TUMS BRAUNSCHWEIG WÄHREND DER FRAN- 
ZÖSISCHEN OKKUPATION 1806/07. 

Von Heinrich Mack. 

Seit der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt ist ein Jahrhundert ver- 
flossen. Es ist für Deutschland eine Epoche beispielloser Entwicklung, ge- 
waltigen Aufschwungs auf allen Gebieten gewesen. Und diesen Aufschwung 
haben wir zum beträchtlichen Teile der Fremdherrschaft zu danken, die mit 
jenem dies ater über uns hereinbrach. Das furchtbare nationale Unglück hat 
sich in seinen Folgen als ein grosses nationales Glück für uns offenbart. Die 
wertvollen Errungenschaften der französischen Revolution sind erst seitdem 
auch bei uns recht wirksam geworden, viel wichtiger aber als diese freiwil- 
lige Gabe der Eroberer ist das Geschenk, das sie uns wider ihren Willen ge- 
macht haben: der unerträgliche Druck der fremden Gewalt hat — davon bin 
ich den neuerdings laut gewordenen Zweifeln zum Trotz fest überzeugt — die 
sittlichen Kräfte unseres Volkes neu belebt und insbesondere jenes begeisterte 
Nationalgefühl in ihm entflammt, das seinen Einheitsbestrebungen zu end- 
lichem Siege verhelfen sollte. Erwägt man dies, berücksichtigt ferner die gi- 
gantische Persönlichkeit des Mannes, der damals die Geissei über Deutsch- 
land schwang, und bringt endlich in Anschlag, dass die Fremdherrschaft an 
und für sich ein interessantes historisches Problem ist, so begreift man leicht, 
weshalb die Franzosenzeit mit grossem Eifer von zünftigen und nichtzünf- 
tigen Historikern behandelt worden ist. Nichtsdestoweniger bleibt hier noch 
viel zu tun. Denn ganz abgesehen davon, dass die einschlägigen Arbeiten 
gutenteils der nötigen Objektivität entbehren, so fehlt es noch sehr an zusam- 
menfassenden, quellenmässigen Darstellungen über die Einwirkung der fran- 
zösischen Invasion auf die einzelnen von ihr betroffenen deutschen Länder. 

Auch für Braunschweig gibt es derartiges noch nicht, und hier fällt die 
Lücke um so mehr in die Augen, als bekanntlich für unser Nachbarland 
schon lange Thimmes treffliches Werk »Die inneren Zustände des Kurfürsten- 
tums Hannover unter der Französisch- Westfälischen Herrschaft 1806 — 
1813« vorliegt, auf das immer und immer wieder hingewiesen werden muss. 
Freilich ein gleiches Buch für Braunschweig zu schreiben wird wohl nie 



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144 HEINRICH MACK 

unternommen werden können, denn dazu reicht, so weit wenigstens bis jetzt 
sich urteilen lässt, das nur trümmerhaft erhaltene Quellenmaterial längst nicht 
aus. Aber immerhin ist noch keineswegs geleistet, was doch auch mit diesem 
dürftigen Material geleistet werden kann. Namendich sind die dahingehorigen 
Akten des landschaftlichen Archives bisher noch fast ganz ungenutzt geblie- 
ben. Zwar sind ja solche nur für die Zeit vom Oktober 1 806 bis zur Voll- 
endung der Organisation des Königreichs Westfalen zu Anfang des Jahres 
1808 vorhanden, da in dem neuen Staatswesen für die landständische Ver- 
fassung des Herzogtums und ihre Organe kein Platz mehr war, und sie 
sind auch selbst für diese Zeit, die wir kurz, wenn auch nicht ganz genau, 
als die der französischen Okkupation bezeichnen können, nicht durchaus voll- 
ständig auf uns gekommen*). Dennoch vermögen wir uns nach ihnen in Ver- 
bindung mit den Briefen Gustav Antons v. Wolffradt, des bedeutendsten, wenn 
auch vielleicht nicht sympathischsten der damaligen braunschweigischen Mi- 
nister, — die betreffenden Akten des Ministeriums oder, wie es amtlich hiess, 
des Geheimratskoilegiums sind leider verloren gegangen — sehr wohl ein 
Bild vom Schalten und Walten der Franzosen im Lande zu machen. Ihr 
Hauptwert liegt darin, dass sie uns zuverlässige Auskunft geben über die 
pekuniären Lasten, die dem Lande als solchem von den Franzosen auferlegt 
wurden, und über die Massnahmen, durch die es gelang diese Anforderungen 
zu befriedigen. Deshalb werde ich bei meinem Versuche, die Erinnerung an 
die französische Okkupation, unter der unsere engere Heimat vor hundert 
Jahren geseufzt hat, aufzufrischen und zu vertiefen, die bisher sehr stief- 
mütterlich behandelten finanziellen Dinge durchaus in den Vordergrund stel- 
len, hingegen die zur Genüge bekannten äusseren Geschehnisse nur soweit 
berühren, als es zum Verständnisse jener nötig ist. Ehe ich aber an die Lösung 
meiner so gefassten Aufgabe herantrete, darf ich nicht unterfassen, Herrn Land- 
syndikus Rhamm nachdrücklichst dafür zu danken, dass er mich auf die land- 
schaftlichen Akten hingewiesen, mir sehr hilfreich seine eignen Auszüge über- 
geben und die eindringliche Benutzung der Akten selbst ermöglicht hat. 
Nach der rein finanziellen Seite hin finden sie einige Ergänzung durch die 
bedauerlich geringen Reste der gleichzeitigen Rechnungen und Etats der Zen- 
tralkassen des Landes'), die mir im Landeshauptarchive vorgelegt worden sind. 

*) Ihren Kern bilden die Protokolle über die Verhandlungen des engern Aasschusses 
vom 26. Okt. 1806 bis 23. Jan. 1808 nebst Anlagen (6 Voll.) und die Schatzprotokolle 
d. h. die Protokolle der vom Schatzkollegium vierteljährlich abgehaltenen Schatzkon- 
vente vom 22. Okt. 1806 bis 8. Febr. 1808 (2 Voll.); dazu kommen Spezialakten 
über die Abtragung der Kontribution, Leistung von Lieferungen u. a.; es fehlen vor 
allem die Rechnungen. •) Insbesondere der Kammer-, der Kloster- und der Amorti- 

sationskasse. 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 I45 

I. Die Landesverwaltung während der Okkupation. 

Nicht ganz zwei Wochen nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt, am 
26, Oktober 1806 gegen 10 Uhr Morgens, rückten etwa 250 Mann vom 15. 
französischen Dragonerregiment in die Stadt Braunschweig ein, geführt von 
dem kaiserlichen Kommissär Sousinspecteur aux revues Malraison und dem 
Colonel Barthelemy. Alsbald begaben sich die Minister und der engere Aus- 
schuss der Landstände aufs Schloss, wo Malraison und Barthelemy bereits 
von den besten Zimmern Besitz genommen hatten. Malraison erklärte, seine 
Instruktion setze die Anwesenheit des Herzogs voraus; da diese Vorausset- 
zung nicht zutreffe, so beschränke sich sein Auftrag auf die Okkupation der 
braunschweigischen Lande und die Entwaffnung des Militärs; es möge daher 
alles übrige vorerst in seinem esse bleiben. Die Entwaffnung der herzoglichen 
Truppen ging sofort vor sich, die Okkupation fand darin ihren Ausdruck, dass 
in den nächsten Tagen eine entsprechende Proklamation erfassen, die Ab- 
nahme der fürstlichen Wappen verfügt, die herrschaftlichen Kassen, vorüber- 
gehend auch die landschaftliche, versiegelt und beschlagnahmt und beträcht- 
liche Lieferungen für die französische Armee angeordnet wurden. Malraisons 
Regiment dauerte nur zwei Wochen. Am 9. November traf der Divisions- 
general Bisson ein, der zum Gouverneur der Lande Braunschweig, Halber- 
stadt, Hildesheim, des Eichsfeldes und der Städte Goslar und Mühlhausen 
ernannt worden war*); ihm zur Seite trat als Haupt der Finanzverwaltung 
der Intendant Martial Daru, Bruder des bekannten Pierre Daru, General- 
intendanten der Grossen Armee. Bisson, der sich einem üppigen und ziem- 
lich wüsten Lebenswandel ergab, wurde, vielleicht deshalb, schon im Fe- 
bruar 1807 zur Armee zurückberufen und durch den Divisionsgeneral Rivaud 
ersetzt, der am 22. Februar in Braunschweig anlangte; dagegen fand in der 
Besetzung des Intendantenpostens kein Wechsel statt. Die durch den Frieden 
von Tilsit ausgesprochene Gründung des Königreichs Westfalen hatte zu- 
nächst keine einschneidenden Änderungen in der Regierung des Landes im 
Gefolge: obgleich es nominell schon am i . September 1 807 der provisorischen 
Regierung zu Kassel unterstellt wurde, so walteten doch Gouverneur und 
Intendant noch Monate lang ihres Amtes. Erst als das neue Reich notdürftig 
unter Dach und Fach gebracht und demnach auf den i. Februar 1808 der 
bisherige Geheime Legationsrat Henneberg zum Präfekten des Okerdepar- 
tements ernannt worden war, gingen Rivaud und Daru von ihren Posten 

^) Das »ihm sehr beschwerlich gefallenec Gouvernement über das Eichsfeld ward Bisson 
schon gegen Ende November wieder abgenommen (Prot, über die Sitzung des engem 
Ausschusses vom 25. Nov. 1806). 

Braanschw. Jahrbuch YII. ( q 



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146 HEINRICH MACK 

ab, und etwa gleichzeitig verfielen das Ministerium und der engere Aus- 
schuss der Landstände der Auflösung^). 

Das Ministerium und die Landstände — diese beiden Faktoren erwähnend, 
kommen wir auf einen fQr die Geschicke Braunschweigs während der Okku- 
pation sehr wichtigen Punkt. Es liegt auf der Hand, dass die Franzosen die 
Hilfsmittel der von ihnen besetzten Länder am bequemsten und ausgiebigsten 
nutzen konnten, wenn die Organe der bisherigen Verwaltung im Einver- 
nehmen mit ihnen weiterarbeiteten und sie so der ungemein schwierigen und 
für den Augenblick geradezu unlösbaren Aufgabe überhoben, sich eine neue 
eigne Verwaltung zu schaffen. Aber was für die Franzosen am vorteilhafte- 
sten war, musste es auch für die Bevölkerung der unterworfenen Gebiete 
sein; waren die Franzosen darauf angewiesen, ihre Forderungen an Geld 
und Naturalien aller Art selber einzutreiben, weil die einheimischen Behörden 
sich ihnen versagten, so konnte das nicht ohne die ärgsten Bedrückungen 
und Gewalttätigkeiten vor sich gehen. In dieser Erkenntnis hatte Herzog Kari 
Wilhelm Ferdinand kurz vor seiner notgedrungenen Flucht aus Braun- 
schweig am 25. Oktober 1 806 die Bitte v. Wolffradts, ihn begleiten zu dürfen, 
mit den Worten abgelehnt: »Nein, mit mir ist es aus; sorgen Sie nicht 
weiter für mich! Aber versprechen Sie mir, unter allen Umständen mit 
meinem Lande zu bleiben!*)« Solcher Weisung gemäss führten die Minister, 
ausser v. Wolffradt die Geheimen Räte v. Praun und v. Bötticher, die ganze 
Okkupationszeit hindurch ihre Geschäfte mit bestem Rechte weiter. Aber auch 
dann dürfte man ihnen keinen Vorwurf daraus machen, wenn jene ausdrück- 
liche Weisung nicht erteilt worden wäre. Denn wer im Gegensatze zu ihrem 
Verhalten das der hannoverschen Minister rühmen wollte, die es nicht für 
schicklich hielten, unter den französischen Behörden im Amte zu bleiben, würde 
ausser acht lassen, dass auch sie durch Schaffung des aus den Geheimen 
Kabinettsräten und den Geheimen Kanzleisekretären zusammengesetzten Re- 
gierungskollegiums für Fortdauer der bisherigen Verwaltung sorgten; ihre 
Amtsniederiegung war also, so wenigstens wie sie ursprünglich gedacht war, 
kaum mehr als eine blosse Formsache, zumal sie sich starken Einfluss auf 
das RegierungdcoUegium sicherten"). 

In seinem Bestreben, die Staatsgeschäfte, so gut es gehen wollte, im ge- 
wohnten Geleise zu erhalten und zu dem Zwecke zwischen den Franzosen 

^) Im Protokoll über die Sitzung des Schatzkoliegiums vom 8. Febr. 1 808 wird erwähnt, 
dass das Ministeriam bereits aufgelöst sei. In der Sitzung vom 9. Febr. trug der Präfekt vor, dass 
es bedenklich sei, die Konferenzen des nach den Allerhöchsten Dekreten schon als aufgelöst zu 
betrachtenden engem Ausschusses noch fortdauern zu lassen, woraufhin dem Könige die Auf- 
lösung anzuzeigen beschlossen wurde und am 1 1 . Februar die letzte Sitzung stattfand. *) v. 
Wolffradt an v. Strombeck 1832 Aug. i4f., s. auch [Pockels], Carl Wilhelm Ferdinand . . ., 
S. 260 und Deutsche Rundschau Bd. 46, S. 56. *) Thimme a. a. 0. I, S. 188. 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 I47 

und den Landesuntertanen zu vermitteln, fand das Ministerium einen tätigen 
Bundesgenossen in dem engern Ausschusse der Landschaft. Vierzehn Jahre 
später*) schreibt v. Wolffradt darüber an Friedrich Kart v. Strombeck: »Noch 
segne ich die Stunde, wo ich am Abende des Tages, an dem unser unver- 
gesslicher Landes Vater uns verlassen musste, auf den Gedancken gerieth, 
dass sich das Ministerium fortan in der Mitte des engern Ausschusses oder 
Schatz Collegii versammlen mögte. Ich liess gleich den seel. Geh. Legat. Rath 
Henneberg hohlen, als Vorsitzender (!) des Schaz Collegii von der Prälaten 
Banck. Meine Herrn Collegen Hessen es sich gefallen, und so waren wir gleich 
am andern Morgen auf der Landschaft und gerade in dem Augenblick ver- 
sammlet, wie die Franzosen einrückten und ich abgehohlt ward. Der Aus- 
führung dieser Idee verdanckte man den ordentlichen Gang der Geschäfte, die 
leichte Communication mit der Landschaft, unter deren Augen und Beyseyn 
alles geschah und deren Credit das Land und Einzelne vor Misshandlungen 
und Erpressungen rettete, die unter andern hier mein Vateriand (d. h. Schwe- 
disch-Pommem, speziell Rügen) erfahren. Die Herrn Schatzräthe werden 
sich dessen noch erinnern; der Urheber davon aber ist vergessen.« Eine sich 
hiermit deckende Darstellung des Sachverhalts finden wir in einem Briefe v. 
Wolffradts an den Grafen Mellin vom 26. November 1823*). Insofern Wolff- 
radt in diesen Äusserungen sich als den eigentlichen Urheber des — in 
damaliger Zeit keineswegs selbstverständlichen — Zusammenwirkens von 
Ministerium und Landständen rühmt, begeht er mindestens eine Übertrei- 
bung. Denn was er seinen Amtsgenossen vorschlug, war im wesentlichen 
bereits von den Ständen gefordert worden. Am 2 1 . Oktober hatte der Schatz- 
konvent post Galli begonnen, d. h. die übliche Herbsttagung des Schatzkolle- 
giums, das, dem Herzoge wie der Landschaft verpflichtet, die von der Land- 
schaft bewilligten Steuern zu verwalten hatte'). Die Mitglieder des genannten 
Kollegiums, der Dechant des Stiftes St. Blasii, 1806 der Geh. Legationsrat 
Henneberg, als Vertreter der Prälaten, drei Vertreter der Ritterschaft, 1806 
die Herren v. Bötticher, v. Plessen und v. Gramm, und der erste Bürger- 
meister von Helmstedt, 1 806 der Hofrat Fein, als Vertreter der Städte, bil- 
deten zugleich den engern Ausschuss der Landschaft. Hierdurch war es ge- 
geben, dass weder Namen noch Geschäfte beider Kollegien irgendwie streng 
auseinandergehalten wurden. So eröffnete denn auch das Schatzkollegium 
den Herbstkonvent von 1 806 mit einer Beratung über die bedenkliche Lage, 
in die das Land durch den Krieg »zwischen dem Kgl. Preussischen und dem 
Französischen Staate« geraten, und beschlossam 22. Oktober, das Ministerium, 

*) Brief vom 10. u. 11. Jan. 1820, *) Deutsche Rundschau Bd. 46, S. 57. 

*) Rhamm, Die Verfassungsgesetze des Herzogt. Braunschweig, 2. Aufl., S. 19. 



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148 HEINRICH MACK 

das in früheren Kriegszeiten den Ständen vertrauliche Eröffnungen gemacht 
und nur unter ihrem Beirate die wichtigsten Beschlüsse gefasst, sie dagegen 
bei dem jetzigen alle früheren übersteigenden Notstande in gänzlicher Un- 
gewissheit gelassen habe, durch ein Promemoria auf diesen Widerspruch hin- 
zuweisen und dabei die Punkte herauszuheben, worüber, falls gemeinschaft- 
liche Beratung nicht beliebt werden sollte, Belehrung oder Erklärungen er- 
beten werden müssten. Das geschah, und man wird doch wohl annehmen 
dürfen, dass diese Vorstellung auf das Verhalten des Ministeriums nicht ohne 
Einfluss gewesen ist. Im übrigen aber werden v. Wolffradts Angaben über die 
Beziehungen zwischen Ministerium und Ständen während der Okkupation 
vollauf bestätigt. In dieser ganzen Zeit blieb von mehreren kurzen Ruhe- 
pausen abgesehen, deren längste vom i . bis zum 1 9. Oktober 1 807 dauerte, 
der engere Ausschuss in eifriger Tätigkeit und dabei in steter Fühlung mit 
dem Ministerium. In den ersten vollen vier Wochen erschienen die Minister 
und mit ihnen meist der Hofrat v. Schmidt-Phiseldeck täglich zu den Sit- 
zungen im landschaftlichen Hause, die nur Sonntags in der Regel ausfielen, 
dann bis Ende März 1 807 auch noch mehrmals in jeder Woche. Am 7. April 
wurde beschlossen, dass inskünftig nur zweimal wöchentlich, am Montag 
und Donnerstag, gemeinschaftliche Konferenzen abgehalten werden sollten, 
was bis Ende Juni geschah. Von da ab kamen die Minister dem Bedürf- 
nisse gemäss nur einmal wöchentlich und bald noch seltener in die Ausschuss- 
sitzungen, indem sie sich mehr und mehr auf den die ganze Zeit hindurch 
sehr regen schriftlichen Verkehr mit den Ständen und, wie wir annehmen 
dürfen, auf Besprechungen mit einzelnen Ausschussmitgliedern, insbesondere 
dem höchst rührigen Henneberg, der zugleich Beamter im Ministerium war, 
beschränkten. Übrigens muss man sagen, hätte das Ministerium sich nicht von 
vornherein auf die Stände gestützt, so wäre es durch die Forderungen der 
Franzosen sehr bald dazu gezwungen worden. Denn diese waren derart, 
dass es, wenn überhaupt, nur mit Hülfe der Stände gelingen konnte, sie zu 
befriedigen. Deshalb richtete auch der engere Ausschuss an die französischen 
Machthaber wiederholt den dringlichen Antrag, es möge ihm die Berufung 
des — aus vier Prälaten, neun Mitgliedern der Ritterschaft und vier Städten 
bestehenden — grösseren Ausschusses*) gestattet werden, indes wurde die 
Genehmigung dazu versagt. Vermutlich, weil die Franzosen befürchteten, 
mit den vereinigten beiden Ausschüssen nicht so rasch fertig werden zu kön- 
nen wie mit dem engern allein. 

^) Rhamm a. a. 0. S. 19. 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 I49 

II. Die finanzielle Belastung des Herzogtums durch die 

Okkupation. 

Es ist bekannt, dass Napoleon am 9. November 1806 dem Minister v. 
Wolffradt, der mit drei ständischen Vertretern, dem Hofrichter v. Münch- 
hausen, dem Schatzrate v. Plessen und Herrn v. Breymann, an den Kaiser 
nach Berlin entsandt worden war, sehr bestimmt erklärt hat. Braunschweig 
dem angestammten Fürstenhause nicht zurückgeben zu wollen. Das hat er 
sicherlich im vollen Ernste gesagt, obgleich später die Verhandlungen Herzog 
Friedrich Wilhelms mit Bourrienne, dem französischen Gesandten in Ham- 
burg, zeitweilig eine günstigere Lösung zu versprechen schienen^). Er hat 
auch wohl damals schon Braunschweig im wesentlichen dieselbe Stellung 
innerhalb seines Machtbereiches zugedacht, die jenem drei Vierteljahre nach- 
her die Einverleibung ins Königreich Westfalen wirklich bescherte. Aber das 
Vorgehen seiner Vertreter im Lande Hess keinerlei Rücksicht auf derartige 
Zukunftspläne erkennen, es zeigte vielmehr, dass die Besitznahme hier wie 
anderswo in erster Linie um zwei viel näher liegender Zwecke willen erfolgt 
war: der eine die völlig freie strategische Verfügung über das Land in dem 
ja noch lange nicht beendeten Kriege, der andre die möglichst intensive 
und rücksichtslose Ausbeutung seiner finanziellen Kräfte, zu welchem Be- 
hufe dem Gouverneur ein besonderer Beamter, eben der Intendant, beige- 
geben war. Indem der Kaiser sich als Rechtsnachfolger des flüchtigen Her- 
zogs ansah, wurde der gesamte herrschaftliche Besitz samt allen daraus 
fliessenden Einkünften für sein unmittelbares Eigentum erklärt und auch so 
behandelt, aber Napoleon war weit davon entfernt, sich hiermit zu begnügen. 
Er forderte, scharf zwischen dem herrschaftlichen und dem Landesvermögen 
scheidend, gewaltige ausserordentliche Leistungen aus dem letztern allein, 
wozu dann noch die eigenmächtigen Requisitionen und Erpressungen seiner 
Vertreter kamen, im Vergleich mit jenen freilich nur niedrige, für sich be- 
trachtet aber doch oft recht stattliche Summen darstellend. Und nun noch 
die von den Einwohnern unmittelbar getragenen Einquartierungslasten, die 
namentlich in den Monaten, in denen die grosse Militärstrasse mitten 
durch das Land führte, schwer ins Gewicht fielen. Alles das müsste be- 
rücksichtigt werden, wenn es sich darum handelte, die Gesamtsumme dessen 
ausfindig zu machen, was unserm Herzogtume die französische Okkupation 
gekostet hat. Ohne weiteres ist klar, dass die unmittelbaren Leistungen der 
Untertanen an die Franzosen sich jeder Berechnung entziehen, Dass wir aber 
auch nicht einmal den Gesamtbetrag der öffentlichen Leistungen mit irgend- 
welcher Sicherheit nachzuweisen imstande sind, wird sich bald zeigen, wenn 

*) Hänselmann, Treue Bauern in Nöten der Fremdherrschaft, S. VI. 



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150 HEINRICH MACK 

wir nun daran gehen, diese Leistungen, zuerst die der herrschaftlichen, dann 
die der Landeskassen, im einzelnen zu besprechen. 

I. Die Leistungen der herrschaftlichen Kassen. 
Wenn auch gleich in den ersten Tagen nach dem Einrücken der Franzosen, 
wie schon erwähnt, die Kassen beschlagnahmt wurden, so bedeutete doch 
diese Massregel selbst für die herrschaftlichen Kassen keineswegs deren ein- 
fachen Obergang in französische Verwaltung. Vielmehr wurden ihre Organi- 
sation und ihre Beamtenkörper ungeändert gelassen, nur beanspruchten aller- 
dings die Franzosen die jederzeitige unbeschränkte Verfügung über die Kassen- 
bestände. Jene erste Konfiskation ergab mit Einschluss von 5 9 7 5 Tlrn. landschaft- 
licher Gelder insgesamt 673 1 6 Tlr.*) Diese Summe wurde einstweilen bei der 
Kammerkasse deponiert, und es ist nicht recht ersichtlich, was aus ihr ge- 
worden ist, doch muss stark bezweifelt werden, dass sie, auch nur teilweise, 
zur Fortführung der Verwaltung zurückerstattet sei; wahrscheinlicher dünkt 
uns, dass sie schliesslich doch noch den Franzosen zum Opfer gefallen ist. 
Wenige Wochen später trat ein förmliches Konfiskationssystem ins Leben, 
indem die regelmässige Leerung der herrschaftlichen Kassen zugunsten der 
kaiserlichen angeordnet wurde. Am jo. November schreibt v. Wolffradt an 
seinen Freund, den Landdrosten v. Schrader in Wolfenbüttel: »Meine Ver- 
zweiflung steigt ... aufs höchste, da mir heute ein keyserliches Decret ange- 
kündigt ist, wonach die herrschaftlichen Gassen alle 5 Tage sollen versirt 
werden dans la caisse du Receveur Verlangt der Intendant dies auch nur alle 
8 Tage oder alle Monathe, so sind wir doch ruinirt, da man gewöhnlich 3 
Monathe auf die Ausgaben des 4. sammeln muss. Alle Vorstellungen, die ich 
und Teichs*) 3 Stunden lang gemacht haben, helffen nichts. Eben habe ich 
ein grosses Memoire darüber französisch dressirt. Aber ich weiss schon, dass 
es nichts hilfft.« Vorderhand jedenfalls half es in der Tat nichts, denn am 
4. Dezember ward in der gemeinsamen Sitzung des Ministeriums und des 
engern Ausschusses mitgeteilt, dass Tags zuvor die herrschaftlichen Kassen 
den abermals gehabten baren Geldvorrat von zusammen 1 8 000 Tlrn. auf Ver- 
ordnung des Intendanten hätten abliefern müssen, weshalb zu befürchten 
sei, dass die nächstfälligen Gehälter nicht völlig ausgezahlt werden könnten. 
In der Folge ging dann aber der Intendant milder zu Wege. Wenn er auch 
die festgesetzte fünftägige Frist zwischen den einzelnen Kassenstürzen inne- 

^) Daran waren beteiligt die Kammer-, Depositen-, Forstkultur-, Kammer- u. Kloster- 
bau-, Boutiquen- u. Dispositions-, Kloster-, Kriegs-, Berghandlungs-, Post- und Packhaus- 
Kasse, ausserdem, wie gesagt, die Landrenterei ; der grösste Posten, fast 20000 Tlr., 
entfiel auf die Kammerkasse. *) Geh. Finanzrat. 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 151 

gehalten oder mindestens nicht wesentlich verlängert zu haben scheint^), so 
Hess er es doch geschehen, dass die wichtigsten und dringlichsten der auf den 
Kassen lastenden Ausgaben zuvor daraus geleistet wurden. In Fortfall kamen 
hauptsächlich die Zahlungen zur Schuldentilgung'), femer vom i . Januar ab 
alle Ausgaben für das ehemalige braunschweigische Militär') abgesehen von 
den Invalidenpensionen, dagegen wurden die Beamtengehälter ruhig weiter- 
gezahlt, obwohl der Kaiser diese sämtlich vorerst nur für einen Monat be- 
willigt hatte*). Hin und wieder freilich setzte man französischerseits eine 
strengere Miene auf. Am 28. Januar zeigte das Ministerium den Ständen an, 
es seien nicht nur wiederum die öffentlichen Kassen in Beschlag genommen, 
sondern dabei sei auch erklärt worden, dass inskünftig die Zahlung der Ge- 
hälter durch den französischen Receveur geschehen solle, angeblich in der 
Absicht, die Gehaltszahlung solange zu sistieren, bis die Kontribution (d. h. 
die dem Lande auferlegte grosse Millionenkontribution, worüber unten Näh- 
reres) berichtigt sein werde. Diese Drohungen verwirklichten sich aber nicht, 
denn am 27. April schreibt v. Wolffradt seinem Freunde, der Intendant sei 
sehr erbost auf ihn, weil er so wenig in den Kassen Hesse und der Kaiser 
nichts bekäme. »Alle Einwendungen, heisst es weiter, dass die Gassen noch 
Besoldungen und ausserdem allen Menschen schuldig wären, helffen nichts 
und werden damit niedergeschlagen, dass er (d. i. Daru) nur aus Nachsicht 
und gegen ordres die Zahlungen fortgehen Hesse, dass keine unserer Zah- 
lungen approbiert wären und also gar nicht mahl allegirt werden dürften. 
Das ist freylich wahr.« Im Einklänge damit meldete am selben Tage das 
Ministerium den Ständen, dass Daru über den geringen Ertrag des letzten 
Kassensturzes sich sehr unzufrieden geäussert und hinzugefügt habe, der- 
artiges könne die Übertragung der ganzen Kassenverwaltung an die franzö- 
sische Autorität zur Folge haben; um das abzuwenden, wolle er nächsten 
Donnerstag wiederum die Kassen stürzen und das Ergebnis in sein Protokoll 
noch mit aufnehmen. Demgemäss solle den Kassenbeamten Anweisung er- 
teilt werden, soviel Barvorrat zu behalten, dass im ganzen etwa 1000 Tlr. 
zusammenkämen. Dies die letzte Nachricht ihrer Art, doch nicht etwa des- 
halb, weil das Verfahren der Franzosen sich geändert hätte. Nach wie vor 
flössen die Oberschüsse der herrschaftlichen Kassen in die des Receveurs 
Brichard und aus ihr in die Kasse der kaiseriichen Armee, und das nicht nur 
etwa bis zur Gründung des Königreichs Westfalen, sondern bis zum i. De- 
zember 1807, teilweise sogar noch bis zum Ende des Jahres und darüber 
hinaus. 

*) Vgl. aber das später über die Stürzungen der Kriegskasse Gesagte. ") v. Wolff- 
radt an V. Schrader 1807 März 16. *) Protokoll des eng. Ausschusses 1807 Jan. 5. 
*) V. Wolff-radt an v. Sclirader 1807 Mai 13. 



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t^2 HEINRICH MACK 

Zur Ergänzung des Dargelegten bedürften wir der Rechnungen der verschie- 
denen herrschaftlichen Kassen. Nur geringfügige Reste, wie gesagt, sind davon 
erhalten, die uns ein paar Einzelangaben ohne allzugrossen Wert bieten. Aus 
der wichtigsten dieser Kassen, der Kammerkasse*), wurden vom i . Juli bis 
einschliesslich den 8. August 1807 ^" Geldern, die sonst in die Amortisations- 
kasse geflössen sein würden, 4674 Tlr. in die Kasse des Receveurs abgeliefert, 
und es wird zu diesem Posten bemerkt, dass der Betrag bei Fortdauer der 
wöchentlichen Ablieferungen bis Ende August auf 7000 Tlr. steigen würde*). 
In der Rechnung derselben Kasse über die vier Monate vom i . Januar bis 
zum 30. April 1808 stehen noch als Ausgabe an die K. K. Französische 
Armee-Kasse 9700 Tlr. in Gold und 16658 Tlr. in Konv.-Münze, zusammen 
zu 105070 frcs. berechnet. Aus der Klosterkasse') nahmen die Franzosen 
vom Beginn der Okkupation bis zum 1 5. August 1 807 445 3 Tlr.*) und weiter 
bis zum 1 1. Dezember 463 Tlr. Am genausten sind wir über die Leistungen 
der Kriegskasse unterrichtet, weil bei deren Verwaltung der in sie fliessenden 
Steuergefälle, vornehmlich der Kontribution, halber ein landschaftlicher Neben- 
kommissar mitwirkte^); dieser reichte von Zeit zu Zeit dem Schatzkollegium 
Rechnungsextrakte ein, die einen gewissen Ersatz für die fehlenden Rech- 
nungen der Kasse bieten. Ihr von Malraison beschlagnahmter Barbestand be- 
lief sich auf 14 1 35 Tlr., wovon die gute Hälfte auf die extraordinäre Kriegs- 
kasse entfiel, an der die Stände besondere Rechte hatten. Ob die Kasse im 
Jahre 1806 noch einmal gestürzt wurde, ist sehr zweifelhaft: die landschaft- 
lichen Akten melden es nicht. Im Jahre 1 807 wurden ihr auf diese Weise 
insgesamt 25 588 Tlr. entzogen, und zwar fanden die Kassenstürze am 30. 
Januar, am 3 1 . März und vielleicht schon von da ab, spätestens aber seit 
Anfang Juli, wöchentlich statt. Ausserdem jedoch wurde die Kriegskasse, wie 
sie früher den braunschweigischen Truppen gedient hatte, jetzt zu direkten 
Leistungen für die französischen in Anspruch genommen: die Equipierung 
zweier zeitweilig in Braunschweig gamisonierender Detachements, Husaren 
und Infanterie, die Ende Januar 1 807 der von den Franzosen mitgebrachte 
jüdische Lieferant Rehns ausführte, erforderte 7929, nach andrer Angabe 

^) Obergangen werden hier die Ausgaben für Fortführung der Hofhaltungen, weil diese 
ja nicht lediglich im Interesse der Franzosen geschah; indes fiel natürlich der Aufwand, 
den der kostspielige Haushalt des Gouverneurs verursachte, der Kammerkasse zur Last. 
") Gassen-Etats auf das Rechnungsjahr von Joh. 1807 bis Joh. 1808: Etat der Amortisations- 
und extraordinairen Kasse (im Landeshauptarchive). *) Rechnungen der Kloster-Gasse 
von Joh. 1806 bis Joh. 1807 und vom i. Juli bis 51. Dec. 1807. *) Wohl ein- 

schliesslich des von Malraison beschlagnahmten Vorrats von 5123 Tim. ^ Rhamm a. 
a. 0. S. 25 Anm. i; Ribbentrop, Beschreibung der Stadt Braunschweig, Bd. 2, S. 54. 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 I5} 

sogar 9742 Tlr., im Halbjahre von April bis September 1807 musste sie für 
derartige Zwecke rund 2} 390 Tlr. aufwenden, darunter 11 758 (oder gar 
12 205) Tlr. für die Equipierung des dritten Bataillons des Westfälischen 
Infanterieregiments, dessen Errichtung in den okkupierten Landesteilen durch 
kaiserliches Dekret vom 11. Dezember 1806 befohlen worden war. Im näch- 
sten Vierteljahre hatte die Kasse gar nach Abzug der vom Receveur weg- 
genommenen Gelder eine Ausgabe von 37200 Tlrn., aber anscheinend nicht 
lediglich für Armeezwecke. Wenigstens stecken in genannter Summe, wie 
besonders erwähnt wird, auch 1017 Tlr. für Illuminationen und Feuerwerk 
anlässlich der erwarteten Durchreise des Marschalls Berthier am 4. August^) 
und zur Feier des Geburtstages Napoleons am 1 5. August 1807. 

2. Die Leistungen der Landrenterei. 
Eine ganz andre Stellung als den herrschaftlichen nahmen die Franzosen 
den landschaftlichen Kassen gegenüber ein. Anfangs freilich schien es, als ob 
sie auch über diese sich unbeschränkte Verfügung anmassen wollten. Zwar 
die Beschlagnahme der Kasse des landschaftlichen Einnehmers zu SchOnin- 
gen*), die am 29. Oktober 1806 durch einen französischen Offizier in Be- 
gleitung des übelberüchtigten Schauspielers Narciss') aus Braunschweig als 
Dolmetschers vollzogen wurde, war nur gewöhnliche räuberische Erpressung 
und ward durch Rückerstattung des vollen Betrages bald wieder gut gemacht. 
Dagegen war die von Malraison selbst gleichfalls am 2 9. Oktober vorgenommene 
Versiegelung der Landrenterei- d. h. der landschaftlichen Hauptkasse ein 
durchaus ernsthafter Akt. Man war halb und halb darauf gefasst gewesen, 
wie der Beschluss des Schatzkollegiums vom 22. Oktober 1806 beweist, alle 
landschaftlichen Gehälter für das halbe Jahr von Weihnachten 1 806 bis Jo- 
hannis 1807 sofort pränumerando auszahlen zu lassen, aber man wollte dann 
doch das Geschehene keineswegs ruhig hinnehmen. Folgenden Tags wurde 
eine vom Minister v. WolfTradt aufgesetzte Vorstellung des Ausschusses da- 
gegen an Malraison abgelassen. Sie führte aus, die landschaftliche Kasse habe 
die Aufgabe, die Schulden der Landstände zu bezahlen, ohne dass dem Lan- 
desherrn irgendwelche Mitwirkung dabei zustehe. In sie flössen Einkünfte 
und Steuern, die eigens für diesen Zweck bestimmt seien. Eine nur eintägige 
Verzögerung der Zahlungen würde dem Kredite der Stände einen sehr emp- 
findlichen Schlag versetzen und ihnen die Beschaffung der Summen unmög- 

^) Berthier kam dann wirklich am 5. August. ^ Nach Bericht des Einnehmers 

hatte der Offizier alle öffentlichen Kassen in Schöningen beschlagnahmt. ') N. war 

Mitglied der Französischen Schauspielergesellschaft zu Braunschweig und Sohn eines dor- 
tigen Traiteurs. 



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154 HEINRICH MACK 

lieh machen, die nötig seien, um die Anforderungen des französischen Heeres 
zu erfüllen. Diese Darlegung hatte den Erfolg, dass am 4. November die 
Kasse wieder entsiegelt wurde, doch mussten von dem Vorrate zu 1 5 975 Tlrn. 
5975 Tlr. als Depot an die Kammerkasse ausgeliefert werden. Als dann Daru 
an Malraisons Stelle getreten war, versuchte man durch eine neue Vorstel- 
lung vom 20. November sowohl jene der Landrenterei abgedrungene Summe 
als auch den Vorrat der extraordinären Kriegskasse zu 85 1 7 Tlrn. und die 
ebenfalls versiegelte Biersteuer, die sich übrigens nur auf 427 Tlr. belief, 
zurückzubekommen, ward indes gar keiner Antwort darauf gewürdigt. An- 
drerseits aber hatte es doch bei dem einmaligen Angriff auf das Verfügungs- 
recht der Stände über die rein landschafdichen Gelder sein Bewenden; ja 
Daru trat sogar aus eignem Antriebe für dieses Recht ein, als ihm Mitte De- 
zember in Unkenntnis der Sachlage von oben her die Weisung gegeben wurde, 
eine noch vorhandene caisse dupais, worunter nur die Landrenterei verstan- 
den werden konnte, zu beschlagnahmen. Dafür lag nun aber auch den Stän- 
den die schwere Pflicht ob, die dem Lande zugemuteten Leistungen aufzu- 
bringen, die nach dem Grundsatze bemessen wurden: Nous ne calculons pas 
vos ressources et vos moyens, mais nos besoins^). Bei weitem die bedeutendste 
war die grosse Kontribution, in zweiter Linie standen die zahlreichen, zum 
Teil sehr beträchtiichen Lieferungen und Requisitionen, eine dritte Gruppe 
bildeten die Geschenke, die gemacht werden mussten, um die Franzosen bei 
guter Laune zu erhalten, die jedoch in vielen Fällen das Ergebnis gelinderer 
oder stärkerer Nötigung waren und insofern richtiger Erpressungen heissen 
dürften. 

a. Die Kontribution. 
Auf den 20. November 1 2 Uhr Mittags waren die Minister und das Schatz- 
kollegium zur Entgegennahme einer Botschaft Napoleons in die Geheimrats- 
stube geladen worden. Unter den Versammelten erschien sehr pünktlich der 
Intendant Daru und eröffnete ihnen namens des Kaisers hauptsächlich zweier- 
lei, erstens: dass das Land nie wieder einem Prinzen des Hauses Braun- 
schweig zu Teil werden solle, und zweitens: dass es neben andern minder 
bedeutenden Leistungen eine Kontribution von 5625000 frcs.*) aufzubringen 
habe. Dieses Dekret wurde am 26. November noch dahin ergänzt, dass ein 

^) Äusserung des Generalintendanten Pierre Daru gegenüber den braunschweigischen 
Deputierten in Berlin: v. Wolffradt an v. Schrader 1806 Nov. 24. *) Zum Vergleiche 
seien die einigen Nachbargebieten auferlegten Kontributionen genannt: von Halberstadt 
wurden nur 525000 frcs., von Hannover immerhin schon 9,1 Millionen, dagegen vom 
Herzogtum Magdeburg einschliesslich des Saalkreises gar 28 und von der Mark mit Aus- 
schluss der Neumark 30 Millionen verlangt (die beiden letzten Zahlen nach v. Wolf&adt 
an v. Schrader 1806 Dez. 18.) 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 I55 

Drittel der Summe bis zum i., das zweite bis zum 15. Dezember und das 
dritte bis zum Jahresschlüsse bezahlt werden solle. Man erwiderte auf die 
Eröffnung der Botschaft sofort, die Last sei für das Land zu drückend, stellte 
einen Antrag auf Herabminderung der Kontribution in Aussicht und erklärte, 
man werde wegen ihrer Aufbringung mit dem grösseren Ausschusse beraten 
müssen. Daru verwies dieserhalb an den Gouverneur, ohne dessen ausdrück- 
liche Bewilligung eine Berufung des grösseren Ausschusses unstatthaft sei, 
und so ging schon am nächsten Tage ein entsprechendes Gesuch an Bisson 
ab, der aber im Einvernehmen mit Daru umgehend abschlägige Antwort*) 
gab unter der Begründung, dass die gewünschte Massregel die Bezahlung 
der Kontribution viel zu sehr verzögern würde. Und auf die vom Ministerium 
vorgetragene Bitte um Herabminderung der Summe erwiderte Daru ein paar 
Tage nachher*), ihre Erhörung sei völlig undenkbar, bevor man nicht wenig- 
stens eine beträchtliche Zahlung geleistet haben werde. Inzwischen hatte 
schon eine fieberhafte Arbeit zur Befriedigung des Geldbedarfs eingesetzt, 
der durch die Auflage grosser Lieferungen noch gesteigert wurde. Am 22. 
November erhielt Karl Friedrich Löbbecke sen. vom Schatzkollegium den 
Auftrag, »im Auslande« vorerst V« Million Taler zu 4 oder 4^/2 bis 5^/0, wo- 
möglich auf 5 Jahre unkündbar, anzuleihen, und Löbbecke versprach des- 
wegen sofort nach Hamburg reisen zu wollen. Am folgenden Tage wurde ein 
Ausschreiben an sämtliche Ämter, Magistrate und Gerichte beschlossen des 
Inhalts, dass die bemittelten Einwohner veranlasst werden sollten, von ihrer 
Barschaft auf den Kredit des Landes soviel als möglich herzuleihen. An die 
Ämter mit den meistbegütertsten Untertanen") musste laut Auftrags des Kol- 
legiums vom 24. November der Landsyndikus Rhamm noch ein besonderes 
Handschreiben wegen Betreibung »der Subskription« richten: es solle dem 
Landmann recht anschaulich gemacht werden, dass die schleunigste Aufbrin- 
gung beträchtlicher Geldsummen das einzig zweckmässige Mittel sei, das be- 
wegliche Privateigentum gegen gewalttätige Eingriffe zu sichern. »Da auch 
— heisst es im Protokoll vom selben Tage weiter — ... die hiesigen Kauf- 
leute, Banquiers, Mäckler und reichen Juden, nicht weniger auch vorzüglich 
begüterte Partikuliers durch mündliches Zureden und Vorhalt von der der- 
maligen Lage der Sache zu gutwillig zu fournirende[n] Anlehne[n] zu ver- 
mögen beschlossen war, so waren auf heute bereits mehrere anhero beschie- 
den und ist über die von solchen geschehenen Unterzeichnungen ein beson- 

^) Am 22. Nov. dem Aasschusse vom Ministerium mitgeteilt. *) Schreiben vom 24. 
Nov. ') Ihre Aufzählung lautet: a. das Residenzamt Wolfenbüttel, Amt Salzdahlum 

und Amt Rothenhof vor Wolfenbüttel, b. Amt Lichtenberg und Amt Gebhardshagen, 
c. Amt Warberg, d. Amt Schöningen, e. Amt Voigtsdahlum, f. Amt Hessen, g. Amt 
Jerxheim, h. Amt der Eich (Protokoll des eng. Ausschusses Nov. 2^.) 



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156 HEINRICH MACK 

deres Aktenbund*) gefertigt worden.« Am 25. November wurden diese Ver- 
handlungen fortgesetzt. Aber diese Ergebnisse waren kläglich. Am i . Dezem- 
ber sollte ein Drittel der Kontribution (1 875000 frcs.) bezahlt sein und am 
26. November hatte man kaum 100 000 Tlr. zusammen und die noch dazu 
teilweise in Papieren, die, wie Wolflfradt eröffnet ward, nicht angenommen 
werden würden. Am 27. wurde zwar in den Anzeigen die Mahnung zu ver- 
öffentlichen beschlossen, dass von denjenigen, die nach Verhältnis ihres Ver- 
mögens offenbar zu wenig unterzeichnet hätten, die Einlieferung eines ange- 
messenen Zuschusses bis zum i. Dezember erwartet werde, aber schnelle 
und wirksame Hilfe war doch in erster Linie, wenn nicht allein, von der Hoch- 
finanz zu hoffen. In Braunschweig wurde sie vertreten einmal durch die 
Firma Gebr. Löbbecke u. Comp., zu der der Vorsitzende des Schatzkolle- 
giums, Henneberg, in sehr engen Beziehungen stand, indem der eine Teil- 
haber, Ludwig Löbbecke, sein Schwiegersohn war, hauptsächlich aber durch 
Karl Wilhelm Ferdinands bekannten Kammeragenten, den Mecklenburgischen 
Geh. Finanzrat Israel Jacobssohn. Der Anknüpfung mit Löbbeckes wurde 
schon gedacht, indes verhiessen deren Bemühungen einen sofortigen Erfolg 
um so weniger, als der Geldmarkt sehr unter dem Drucke des Krieges litt 
und zudem auch von den gleichfalls durch die Franzosen okkupierten und 
mit Kontributionen belegten Nachbarlanden stark in Anspruch genommen 
ward. Deshalb wandte man sich nun auch an Jacobssohn, der, von seinen 
andern hervorragenden Leistungen auf finanziellem Gebiete abgesehen, schon 
mehrfach deutsche Staatsanleihen mit grossem Geschicke zu Stande gebracht 
hatte. Am 26. November reichte er anlässlich einer Tags zuvor mit ihm ge- 
haltenen Konferenz seine schriftlichen Bedingungen für eine binnen 1 4 Tagen 
zu beschaffende Anleihe von i Millionen frcs. ein. Die Ausführungen, mit 
denen er sie zu begleiten für gut hielt, sind für den Mann so charakteristisch, 
dass sich näheres Eingehen auf sein Promemoria empfiehlt. Er habe, so hebt 
er nicht ohne Pathos an, bei so wichtigen Geschäften immer auf möglichst 
grosse Sicherheit der Herleiher gesehen, was für ihn um so mehr Gewissens- 
pflicht sei, da er sehr oft die Vermögen von Witwen und Waisen mit benutze. 
Deshalb fordert er auch diesmal gewisse Bürgschaften, unter ihnen als wich- 
tigste einen Revers des französischen Gouvernements des Inhalts, dass jeder 
künftige Souverän der braunschweigischen Lande die auszustellenden Obli- 
gationen als wahre Landesschulden anerkennen werde. Ferner verlangt er 
bei allen künftigen Operationen der Art zu Rate gezogen zu werden und bei 
ihrem Abschlüsse mitzuwirken, was er sowohl mit dem Wunsche, dem Vater- 
lande durch seine vom Auslande als bewährt befundenen Kenntnisse zu 

^) nicht mehr vorhanden. 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 I57 

nützen, wie vor allem mit der Notwendigkeit begründet, durch seinen Beirat 
alle Schwächung der von ihm an den Markt gebrachten Obligationen abzu- 
wenden. Dann erst kommt er zum Kerne der Sache. Für 250000 Tlr. Gold 
in vierprozentigen Obligationen mit der Unterschrift der Landschaft und des 
Ministeriums, wovon jährlich lo^/o einzulösen sind, will er liefern 400000 
frcs. in bar und solchen Pariser Wechseln, deren Annahme durch das Gou- 
vernement sicher ist, sowie 600000 frcs. in vierprozentigen Badischen und 
Darmstädtischen Obligationen, die mindestens nicht später als die der Anleihe 
fällig sind. Für den Umtausch jener Obligationen, die jetzt steigen und mit 
jedem Jahre noch weiter steigen werden, gegen die Braunschweigischen will 
er zur Betätigung seines Wunsches, dem Lande zu helfen, nichts verlangen, 
für die Beschaffung der übrigen 400000 frcs. beansprucht er, da ihm selber 
niemand bares Geld zu weniger als 5^/0 leihen wird, 1^/0 jährliche Vergü- 
tung bis zur Einlösung der betreffenden Obligationen, ausserdem 2^/0 Pro- 
vision von der ganzen Anleihe. Bei seinen eignen beträchtlichen Unkosten, 
Zuwendungen an Nebenunterhändler u. dgl, wird er trotz dieser Provision 
noch Schaden machen ; er ist übrigens damit zufrieden, dass sie sowohl wie 
das eine Prozent auf die 400000 frcs. ihm in Badischen und Darmstädtischen 
Obligationen al pari gerechnet gezahlt werden. Sollte das französische Gou- 
vernement die durch gewisse Vorstellungen zu betreibende Annahme der 
von ihm gelieferten Obligationen ablehnen, also deren Realisierung mit Ver- 
lust erfolgen müssen, so ist zu erwägen, dass bei Verteilung des Verlustes auf 
den ganzen Zeitraum, in dem die Anleihe läuft, für diese doch nur ein Zins- 
fuss von insgesamt 6^/0^) herauskommen wird, während unter den jetzigen 
Verhältnissen ein solches Geschäft anderweitig sicher nicht zu 6, vielleicht 
nicht einmal zu 8^/0 würde abgeschlossen werden können. Binnen 24 Stun- 
den muss auf dieses Angebot kategorische Antwort erfolgen, da rasches Han- 
deln notwendig ist. Für den Fall der Ablehnung erklärt sich Jacobssohn 
bereit, 40000 frcs. in guten Pariser Wechseln und 80000 frcs. in Darm- 
städtischen und Badischen Obligationen darzuleihen und zwar unter Verzicht 
auf Provision oder besondere Zinsvergütung lediglich gegen vierprozentige 
landschaftliche Obligationen, von denen die für die Wechsel auf ein Jahr, 
die für die Papiere auf deren Laufzeit lauten sollen. 

Die Hinzufügung dieser Eventualofferte beweist deutlich, dass Jacobssohn 
der von ihm behaupteten Koulanz seiner Bedingungen ungeachtet selber 
nicht recht an ihre glatte Annahme glaubte. Und in der Tat stiessen sie beim 
Schatzkollegium auf entschiedenen Widerstand. Seinem Entwürfe einer Ant- 

*) Vgl. dazu aber die nachher mitgeteilte Angabe Hennebergs über den damaligen 
Kurs der Obligationen! 



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158 HEINRICH MACK 

wort an Jacobssohn fügte Henneberg folgende Begründung für seine Mit- 
stände hinzu. Wie arg die Bedingungen des Kammeragenten seien, erhelle 
aus dem angebogenen neuesten Frankfurter Kurszettel. Danach hätten in 
der verflossenen Woche die Badischen Obligationen gegen Wechsel 25^/0, 
also gegen bares Geld noch etwas mehr verloren^), während die Darmstä- 
dtischen gar keinen Kurs gehabt hätten. Auf 600000 frcs. der genannten Obli- 
gationen werde das Land also mindestens 1 50000 frcs. einbüssen, und so 
liege vermutlich auch in der Schlussofferte eine Hinterlist verborgen, indem 
der patriotische Kreditor an den 80000 frcs. Obligationen 20000 frcs. ge- 
winnen werde, falls er sie nicht zum Kurswerte herliehe. Dementsprechend 
lief der Antwortentwurf auf eine — allerdings sehr höflich gehaltene — Ab- 
lehnung des Jacobssohnschen Anerbietens hinaus. Man vermöge sich nicht, 
wie verlangt, binnen 24 Stunden bindend zu erklären. Denn selbst wenn 
man gewiss wäre, dass die Obligationen auf die Kontribution in Zahlung 
genommen werden würden, so könnte man sie doch nur dann gebrauchen, 
wenn sie nach dem jetzigen Kurse zur Berechnung kämen und die Rück- 
zahlung in gleichen Obligationen geleistet werden dürfe, wobei das Land sich 
allenfalls zur Tragung des etwaigen Kursverlustes verstehen würde. Unter 
diesen Umständen müsse das Schatzkollegium sich mit dem angebotenen Dar- 
lehn von 10000 Tlrn. oder 40000 frcs.*) in guten Pariser Wechseln gegen 
nach Jahresfrist einzulösende landschaftliche Obligationen au porteur be- 
gnügen. Falls jedoch der Herr Kammeragent dem Lande zu einer baren, 
wenn auch weit weniger als eine Million betragenden Anleihe zu verhelfen 
geneigt sein sollte, so werde man über deren Bedingungen leicht einig werden. 
Der schroffe Gegensatz, in den sich hier Henneberg gegen Jacobssohn 
stellt, tritt in den Verhandlungen der nächsten Monate immer wieder zu 
Tage. Darum möchte es zweckmässig sein, schon bei dieser Gelegenheit die 
Frage aufzuwerfen, ob und inwieweit Hennebergs ungünstiges Urteil über 
Jacobssohn berechtigt war. Man wird sich dazu um so mehr veranlasst fühlen, 
als ja das herkömmliche Urteil über den unzweifelhaft von philanthropischen 
Ideen erfüllten und ihrer Verwirklichung nachstrebenden Mann so ganz an- 
ders lautet. Nun darf wohl dreist behauptet werden, dass Jacobssohn bei dem 
Geschäfte, wie er es vorschlug, seinen gehörigen Gewinn machen wollte: 
schon die Berechnung von 250000 Tlrn. Gold zu i Million frcs. spricht dafür, 
denn der Taler Gold galt damals nicht nur 4 frcs., sondern sogar nach dem 
offiziellen französischen Tarif 4 frcs. 16 cts. d. h. also 4^/0 mehr. Und die 

^) Ungenauer Ausdruck: die Obligationen standen 25^0 ^^^^^ pari: dass sie diesen 
Verlust in der einen Woche erlitten haben sollten, ist unwahncheiniich. *} Ober das 
Verhältnis des Franc zum Taler s. weiter unten sowie S. 161. 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 I59 

Geflissentlichkeit, mit der der Geldmann seine patriotische Uneigennützigkeit 
betont, schon an und für sich verdächtig, muss doppelt abstossend auf den 
wirken, der aus Jacobssohns späterem Benehtnen und Handeln weiss, wie 
wenig ihm an der Erhaltung des alten Braunschweig lag: seine ganze Hoff- 
nung war auf die radikale Neugestaltung der Dinge durch Napoleon gerich- 
tet, von der er namentlich die Emanzipation des Judentums erwartete. An- 
drerseits ging doch aber Henneberg entschieden zu weit, wenn er — denn 
anders kann man seine Bemerkungen kaum auffassen — Jacobssohn die Ab- 
sicht unterstellte, die Notlage des Landes durch schnödesten Wucher aus- 
zubeuten. Er brachte gar nicht in Anschlag, dass denn doch der Kredit des 
Herzogtums durch die französische Okkupation mit ihren Lasten, durch die 
Ungewissheit der Zukunft des kleinen Staatswesens stark erschüttert war und 
dass deshalb für die landschaftlichen Obligationen starke Kursverluste be- 
fürchtet werden mussten, wohl kaum geringere, als sie die von Jacobssohn 
angebotenen fremden Obligationen bereits eriitten hatten. Und dazu nun die 
ärgste Geldknappheit ringsum, die freilich derzeit vielerorts wohl noch nicht 
hinlänglich bekannt geworden war. 

Ob Hennebergs Mitstände dessen Auffassung in ihrer ganzen Schärfe teilten, 
kann dahingestellt bleiben, jedenfalls gaben sie zu der vorgeschlagenen Ant- 
wort an Jacobssohn ihr Placet, und jener suchte nun von Löbbeckes Geld 
zu bekommen. Aber die 83000 Taler -f- 13000 Gulden, die diese gegen 
vierprozentige landschaftliche Obligationen und i^/o Provision anboten, be- 
standen aus unbrauchbaren Wechseln oder Obligationen bis auf 30000 Tlr. 
in bar, die aber bis Ende Januar 1 807 zurückgezahlt werden sollten. So 
wurde auch hierauf nicht eingegangen, nur die etwaige Annahme der 30000 
Tlr. vorbehalten. Das war am 28. November, immer näher rückte der erste 
Zahlungstermin für die Kontribution, auch waren Mittel für eine dem Liefe- 
ranten Rehns übertragene grosse Lieferung zum Preise von 144000 Tlrn. 
flüssig zu machen. Man beschloss jetzt zwar sofortige Ausschreibung einer 
Vorschusssteuer vom Grundbesitze, die ihren Namen davon erhielt, dass An- 
rechnung der Steuerbeträge auf die künftigen neuen Steuern in Aussicht ge- 
nommen wurde, aber dadurch war der Not des Augenblicks noch nicht ge- 
wehrt. Es blieb also nichts übrig als wieder mit Jacobssohn anzuknüpfen. 
Indem als wünschenswert bezeichnet wurde, ihn zu einem Dariehn von mög- 
lichst I Million frcs. unter den von ihm dem Fürstentum Halberstadt für seine 
Kontributionsanleihe gewährten Bedingungen zu bewegen, erhielt der Land- 
rentmeister Bokelmann den Auftrag, deswegen bei ihm anzuklopfen und ihn 
zur Verhandlung darüber auf den Nachmittag ins landschaftliche Haus ein- 
zuladen. Jacobssohn erschien und erklärte, gern alles anwenden zu wollen. 



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l60 HEINRICH MACK 

um dem Lande aus seiner Verlegenheit zu helfen. Als ihm dann auf seine 
Frage nach dem Status der Landrenterei mitgeteilt war, dass deren Barschaft 
sich am Ende des Monats auf 120—140000 TIr. belaufen, dass durch Dar- 
lehen aus dem Lande und die Vorschusssteuer wohl die gleiche Summe ein- 
gehen werde und dass Löbbeckes unter der erwähnten Bedingung 30000 TIr. 
vorschiessen wollten, legte Jacobssohn Folgendes dar. Es sei durchaus nötig, 
bare Ausgaben der Landrenterei bis zu völliger Abtragung der Kontribution 
nach Möglichkeit zu vermeiden, namentlich mit der Auszahlung gekündigter 
Kapitalien zurückzuhalten, weshalb unter Umständen sogar ein zeitweiliges 
Zahlungsverbot des Gouvernements erwirkt werden müsse. Mit Löbbeckes 
sei auszumachen, dass sie die 30000 TIr. gegen allenfallsige Zusicherung von 
4^/0 Zinsen und i^/o Provision zur Verfügung der Landschaft hielten, auch 
den Rückzahlungstermin bis Ende Februar hinausschöben, wozu er durch 
seine Bürgschaft behilflich sein wolle. Die Lieferungschuld an Rehns wolle 
er berichtigen mit der Massgabe, dass ihm 40000 TIr. Ende Dezember, 
50000 TIr. Ende Januar, der Rest Ende Februar zurückgezahlt werden solle. 
Ferner sei er bereit, auf das erste Kontributionsdrittel der Landschaft 100 000 
TIr. bar bei Rückzahlung zu Ende Dezember vorzustrecken. Dabei bedinge 
er sich jedoch aus, dass man die Zahlung der Rehnsschen Forderung sowohl, 
als auch der Kontribution ihm überiasse und dass, wenn er Quittung über 
die in frcs. geleistete Zahlung der letztern beibringe, ihm der frc. zu 6 Ggr. 
Gold*) gutgerechnet werde, damit er aus dem Gewinne die bedeutenden 
Nebenkosten bestreiten könne. Dagegen wolle er für seine Vorschüsse keine 
Provision, sondern nur 4^/0 Zinsen verfangen. Schliesslich empfahl Jacobs- 
sohn noch, in einer Bittschrift an den Kaiser um Minderung der Kontribution 
und um Zulassung ausländischer Obligationen als Zahlungsmittel nachzu- 
suchen. 

Der endgültige Bescheid auf dieses Anerbieten wurde zunächst noch vor- 
behalten, teils wegen der nötigen Verhandlungen mit Löbbeckes, teils um die 
am Abend fällige Post aus Hamburg abzuwarten, von der man sich Nach- 
richten darüber versprach, ob auf auswärtige Gelder gerechnet werden könne. 
Aber derartige Aussichten eröffneten sich nicht, nicht einmal der angestrebte 
Abschluss mit Löbbeckes war zu erreichen, und so wurde denn, nachdem 
am 29. November die Vorschusssteuer noch auf die Oekonomiepächter, die 
besoldeten Personen und die Inhaber jeder Art von Mühlen ausgedehnt war, 
Jacobssohn am 30. eröffnet, dass man sein Angebot /7ur^ annehme. Darauf 
versprach dieser zu der am Abend vorhandenen Barschaft der Landrenterei 

^) Also 4 frcs. zu I TIr. Gold, d. h. 4V0 über den offiziellen französischen Tarif: s. 
0. S. 158. 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 161 

soviel bares Geld zuzuschiessen, dass i Million frcs. voll werde, und, wenn 
dazu die verheissenen looooo Tlr. nicht ganz erforderlich seien, den Ober- 
schuss bis Ende Dezember zur Verfügung der Landschaft zu behalten. Die 
dann zum ersten Drittel noch fehlenden 875000 frcs. wolle er versuchen 
durch vorläufige Deponierung Badischer und Darmstädtischer Obligationen 
zu decken. Die Landschaft sicherte ihm ihrerseits für den Fall, dass ihm un- 
vorhergesehene Kosten erwachsen würden, ausser den 4^/0 Zinsen noch 
V» ^/o Provision zu. 

Nun konnte mit der Kontributionszahlung begonnen werden. Jacobssohn 
brachte es fertig, am i ., 4., 8. und 9. Dezember das erste Drittel abzutragen, 
davon 200000 frcs. durch Wechsel, alles übrige in bar, zum kleineren Teile 
in Gold, zum grösseren in Konventionsgelde. Die Zahlungsleistung war mit 
erheblichen technischen Schwierigkeiten verknüpft, wurden doch beispiels- 
weise am 4. Dezember 165000 Tlr. C(onventions)-M(ünze) = 636900 frcs. 
in Zweigutegroschen- und 35000 Tlr. gleicher Münze = 135100 frs.*) 
in Viergutegroschenstücken bezahlt. Aber man konnte froh sein, dass die Fran- 
zosen auch so kleine Münze nahmen. Am 12. Dezember überreichte Jacobs- 
sohn seine Abrechnung über die Begleichung des ersten Drittels. Hierbei 
zeigte er an, dadurch, dass es ihm möglich gewesen sei, teils in verschiedenen 
Münzsorten, teils in Wechseln zu bezahlen, habe sich das Verhältnis zwischen 
frcs. und Gold etwas zu Gunsten des Landes verschoben. Deshalb brauche 
er an ihm zustehendem Goldagio auf 400000 Tlr. C.-M. statt lo^/o nur j^jo, 
also statt 40000 Tlr. nur 28000 Tlr. C.-M. berechnen. Femer wolle er auf 
die ausbedungenen 4<>/o Zinsen und V« ®/o Provision für seinen Vorschuss 
gänzlich verzichten. 

So hochherzig hier Jacobssohn nach seinen eignen Worten erscheint, so 
wenig war doch das SchatzkoUegium mit seiner Berechnung einverstanden. 
Diese ging, wenn wir die wenig klaren und vollständigen Angaben des be- 
treffenden Protokolls richtig auffassen, dahin: 1 875000 frcs. d. h. ein Drittel 
der Kontribution seien nach dem vereinbarten Satze i frc. = 6 Ggr. Gold 
468750 Tlr. Gold; hierzu habe die Landrenterei in Gold 1 3 750 Pistolen = 
68750 Tlr. beigesteuert; blieben 400000 Tlr., für welche Summe er, da sie 
ihm in Konventionsmünze zurückgezahlt sei, 7^/0 Goldagio beanspruche. 
Nun hatten aber die Franzosen jene 68750 Tlr. Gold nicht, wie Jacobssohn 
rechnete, als 275000 frcs. (i Tlr. Gold = 4 frcs.), sondern als 286000 frcs. 
(i Tlr. Gold = 4 frcs. 1 6 cts.) in Zahlung genommen und deshalb wollte, wie 

*) D. h. I Tlr. C.-M. = j frcs. 86 cts.; nach dem französischen Tarif sollte jedoch 
1 Tlr. C.-M. = 3 frcs. 87 '/i cts. sein, und diesem Satze gemäss wurden nachträglich die 
oben erwähnten Posten höher berechnet. 

BiauüBchw. Jahrbuch VII. I I 



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l62 HEINRICH MACK 

es scheint, das SchatzkoUegium 1 1 ooo frcs. von Jacobssohns Forderung ge- 
strichen wissen. Es erklärte nämlich» dass es zwar Jacobssohns Entgegen- 
kommen mit Dank anerkenne, jedoch nach dem Protokolle vom 28. Nov. der 
Meinung sei, jener könne die Vergütung des frc. mit 6 Ggr. Gold nur für den 
wirklich von ihm geleisteten Vorschuss, nicht aber für den ganzen Betrag 
des bezahlten Kontributionsdrittels verfangen. Hiergegen erhob Jacobssohn 
lebhafte Einsprache. Er berief sich auf das bei den Verhandlungen zu Grunde 
gelegte Abkommen wegen der Halberstädter Kontribution, durch das ihm 
für deren ganzen Betrag die Erstattung des frc. in der angegebnen Höhe zu- 
gebilligt worden sei. Er berief sich auf das Protokoll, dessen Wortlaut zwar 
etwas dunkel sei, aber doch mehr für als gegen ihn spreche. Er behauptete 
endlich, wenn es nach der Ansicht des Kollegiums gehe, so werde er kaum 
1000 Tlr. Oberschuss und folglich der beträchtlichen Nebenkosten wegen 
einen Vertust von mehr als 5000 Tim. haben. Das Schatzkollegium, das den 
grossmächtigen Geldmann bei guter Laune zu erhalten ernstlich bemüht sein 
musste, gab nach; man stellte also gemeinsam fest, dass, nachdem die Land- 
renterei auf die erste Kontributionsrate 68750 Tlr. in Louisd'or bar gezahlt 
und Jacobssohn den Rest mit 400000 Tlrn. anfänglich vorgeschossen habe, 
ihm auf selbigen aus der Landrenterei schon zurückerstatteten Vorschuss 
statt I o nur j^jo Agio vergütet werden sollten. Ist auch in dieser Formulierung 
der Vorschuss Jacobssohns jedenfalls zu hoch beziffert, so muss doch das 
richtig an ihr sein, dass jener damals abgesehen von den 28000 Tlrn. Agio, 
die übrigens auch unmittelbar nachher beglichen wurden, wegen der ersten 
Kontributionsrate keine Forderung mehr an die Landschaft hatte. Das heisst: 
das Land hatte zur Deckung der 1 875000 frcs. den Kredit Jacobssohns nur 
auf ganz kurze Zeit in Anspruch zu nehmen brauchen. Die Landrenterei 
muss also, da ihr Barbestand zu Ende November auf 120—140000 Tlr.^) 
geschätzt worden und ausser der Kontribution doch noch manche andre 
Ausgabe zu bestreiten war, im ersten Drittel des Dezembers die sehr bedeu- 
tende Mindesteinnahme von annähernd 400000 Tlrn. Münze gehabt haben. 
Mit welchen Beträgen daran die Subskriptionsdarlehen, die Vorschusssteuer, 
die laufenden Einkünfte und etwaige sonstige Geldquellen beteiligt waren, 
darüber fehlt es an bestimmten Angaben bis auf die eine, dass von den Vor- 
schusssteuern bis zum 8. Dezember 89000 Tlr. eingegangen und mit zur 
Kontributionszahlung verwandt worden seien. 

Gleich nach der Rechnungslegung über das erste Kontributionsdrittel 
wurde mit Jacobssohn wegen Abtragung des schon auf den 15. Dezember 
fälligen zweiten verhandelt und abgeschlossen. Er verpflichtete sich, die Land- 

*) s. 0. S. 160. 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 16} 

renterei mit den looooo Tim. zu unterstatzen, die er am 28. November für 
sie in Kasse zu halten versprochen hatte« und übernahm es, die zur Kontri- 
butionszahlung verfügbaren Gelder jener an die Franzosen abzuführen. Das 
Schatzkollegium versprach seinerseits, Jacobssohn auf die Summe, die ihm 
nicht bar in Gold, sondern in Münze gezahlt werden würde, j^jo Agio zu 
vergüten und zwar dergestalt, dass ihm für je 400 frcs. seiner ganzen Zah- 
lung an die französische Intendantur 107 Tlr. Münze gut gerechnet werden 
sollten, wogegen Jacobssohn wiederum auf besondere Zinsen und Provision 
verzichtete: die Abrechnung sollte sich also nach denselben Grundsätzen 
wie die über das erste Drittel vollziehen. Daraufhin setzte Jacobssohn die 
Kontributionszahlung fort, indem er am 15. und 22. Dezember insgesamt 
I Million frcs. abtrug, davon 200000 in Wechselbriefen auf Hamburg und 
Beriin. Dann aber folgte eine längere Stockung. Als der Finanzier dem Schatz- 
kollegium den Stand der Zahlungen meldete, fügte er hinzu, er habe Daru 
versichert, dass das Land nicht mehr bares Geld zahlen könne, weshalb es 
nötig sei, ein Bedeutendes an der Kontribution zu erlassen und auch Obli- 
gationen mit in Zahlung zu nehmen. Daru habe zwar nichts davon hören 
wollen, indes glaube er — Jacobssohn — mit gutem Grunde, dass man so- 
wohl Obligationen annehmen als auch die Frist für die letzte Rate veriängem 
werde. Vielleicht mit im Vertrauen hierauf, vor allem aber doch wohl wirk- 
lichen Geldmangels halber ward dem Intendanten, als er nach der Zahlung 
vom 22. Dezember fragte, wann der Rest der zweiten Rate gezahlt werden 
würde, von dem anwesenden Schatzrate v. Plessen erwidert: man könne fürs 
erste nicht weiter zahlen und sehe erst noch der Entschliessung des Kaisers 
auf das Bittgesuch — des Ministeriums und des Ausschusses vom 2. Dezem- 
ber — um Minderung der Kontribution entgegen. Doch noch am selben 
Tage erging ein Schreiben Darus ans Ministerium mit der Mahnung, den 
Abtrag der von der zweiten Rate noch rückständigen 875000 frcs. um so 
mehr zu betreiben, als der Zahlungstermin für das letzte Drittel unmittelbar 
bevorstehe. Hieran knüpfte sich die Anzeige, dass der Kaiser dem Lande die 
Stellung von je 300 Jäger- und Artilleriepferden auferiegt habe, deren Preis 
auf die Kontribution angerechnet werden solle. Konnte man mit dieser Be- 
stimmung wohl zufrieden sein, weil es leichter fallen musste Pferde als bares 
Geld anzutreiben, so war doch, da die Pferde, namentlich kriegsbrauchbare 
Pferde, auch nicht so kurzer Hand zu beschaffen waren, für den Augenblick 
wenig damit geholfen, Daru aber mahnte immer von neuem und immer dring- 
licher. Nun war freilich bereits am 19. Dezember mit Jacobssohn nach mehr- 
tägigen Verhandlungen ein neuer Anleihevertrag abgeschlossen. Danach sollte 
die Landschaft 100 000 Tlr. je zur Hälfte in Gold und in Konventionsmünze 

II» 



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164 HEINRICH MACK 

erhalten und zwar 25000 Tlr. Gold am 31. Dezember, 25000 Tlr. Münze 
am 31. Januar, den ganzen Rest am 28. Februar. Die Rückzahlung sollte 
vom I . Januar 1 809 bis ebendahin 1 8 1 8 in zehn nahezu gleichen^) Jahresraten 
erfolgen; für jede Rate ward die Ausstellung besonderer Obligationen au 
porteur ausgemacht. Deren Zinsfuss betrug 4^/0, dazu kamen indes noch 2^/0, 
die, nach der Gültigkeitsdauer der einzelnen Obligationen berechnet, an Jacobs- 
sohn als Vermittlungsgebühr im voraus gezahlt werden mussten, allerdings 
unter Abzug von looo Tim., womit Jacobssohn das von Hofrat Fein auf 
2605 Tlr. berechnete Interusurium zu vergüten sich herbeiliess. Mit dieser 
Anleihe hatte es aber insofern eine eigne Bewandtnis, als die Landschaft 
keineswegs frei über sie verfügen konnte. Es war nämlich von vornherein 
ausgemacht worden, dass Jacobssohn damit, soweit möglich, seine Forderun- 
gen an jene solle kompensieren dürfen. Da er nun Ende Dezember 106000 
Tlr. Gold an bis dahin noch nicht beglichenem Vorschusse zur zweiten Kon- 
tributionsrate und 40000 Tlr. von den an den Lieferanten Rehns gezahlten 
1 30000 Tlrn. Gold, Ende Januar weitere 50000*) und Ende Februar die letz- 
ten 40000 Tlr. von den Rehnsschen Geldern zu fordern hatte'), so stand ohne 
weiteres fest, dass das Schatzkollegium auch nicht einen Pfennig des Anleihe- 
kapitals bar in die Hände bekommen würde. Für die Kontribution musste 
demnach anderweitig Rat geschafft werden. Am 30. Dezember berichtet v. 
Wolffradt*), Henneberg habe dem Intendanten versprochen, ihm gegen einen 
bedeutenden Nachlass an der Kontribution das — von den Franzosen be- 
kanntlich glühend begehrte — Mantuanische Onyxgefäss zu verschaffen, des- 
halb auch gleich an den Herzog Friedrich Wilhelm geschrieben und ihm für 
das Kunstwerk 150000 Tlr. in landschaftlichen Obligationen geboten. An 
der wesentlichen Richtigkeit dieser Mitteilung darf um so weniger gezweifelt 
werden, als einige Wochen später (am 28. Januar) Jacobssohn in einem 
Schreiben an Henneberg mit den Worten »wenn es Ew. Hochwohlgeboren 
glückt, das bewusste Gefäss in Zahlung zu geben« offenbar auf die nämliche 
Sache hindeutet. Wir können also hieraus abnehmen, wie bedenklich das 
Schatzkollegium die Lage ansah: nur aus dem Drange ärgster Not ist der 
Schritt Hennebergs zu verstehen, des Mannes, der doch glaubhafter Ober- 
lieferung zufolge so kräftig für den Burglöwen eingetreten ist. 
Dass diese Verhandlung Hennebergs mit dem Herzoge in den landschaft- 

^) Die Raten sollten aus je 5000 Tlr. Gold und ebensoviel Münze, nur die am i. 
Januar 181 1 fällige aus 10 000 Tirn. Gold und die vom i. Jan. '1817 aus 10000 Tlrn. 
Münze bestehen. *) Davon stundete Jacobssohn demnächst 40000 Tlr. bis zum 31. 

März gegen iV»"/o Provision. •) S. 0. S. 160. *) Brief an v. Schrader; bei der 
Gelegenheit erwähnt v. W. folgende Äusserung Denons: „12 notis faut ce va/e d'onyx 
ahsohiment^ et nous U retronverons enfin ou ä Petershourg ou ä Londres," 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 I65 

liehen Akten nicht erwähnt wird, ist sehr erklärlich; weniger aber begreift 
man ihr Schweigen über gewisse Erweiterungen der Vorschusssteuer, die, 
wie gleichfalls v. Wolffradt in einem Briefe vom 5. Januar 1807 angibt, an 
diesem Tage vom Ministerium und den Ständen beschlossen worden waren^). 
Dagegen finden wir Nachrichten über Massnahmen, die Subskription ertrag- 
reicher zu gestalten, in beiden Quellen, ausserdem auch, soweit die Stadt 
Braunschweig in Frage kommt, in einschlägigen Akten des Stadtarchivs und 
in fast ganz hierauf beruhendnn Aufzeichnungen Wilmerdings, Bürgermei- 
sters der Stadt vor und nach der westfälischen Zeit, die, wenn auch erst 1825 
gemacht, doch vollauf zuverlässig sind'). In der Hauptstadt waren bis Anfang 
Januar 1807 102200 Tlr. subskribiert, wie viel aus dem übrigen Lande, er- 
fahren wir nicht, wir hören nur von ein paar grösseren Einzeldariehen. U. a. 
hatte Jacobssohn für seine Mündel, die Kinder des verstorbenen Philipp 
Samson zu Wolfenbüttel, 10 000 Tlr. gezeichnet, ebenso der Kanonikus 
Mannsberg zu Holzminden 8000 Tlr., die er bisher bei Jacobssohn stehen 
gehabt hatte, indessen waren beide Kapitalien gar nicht zur Auszahlung ge- 
langt, sondern von Jacobssohn auf Grund seiner Forderungen an die Stände 
innebehalten worden. Am 8. Januar wurde nun in der Sitzung des Mini- 
steriums und des engern Ausschusses ein Reskript des erstem an den Magistrat 
zu Braunschweig genehmigt des Inhalts, dass zur Verhütung der drohenden 
Zwangsmassregeln der französischen Intendantur die dortigen Kauf leute und 
Bankiers christlicher und jüdischer Nation der Landschaft zum mindesten 
noch 200000 Tlr. gegen 4^/0 Zinsen und 2^/0 Provision darieihen sollten, 
wozu ihnen jedoch der bevorstehenden Messe wegen Frist bis zum März ge- 
währt werde; diese Summe möge die Kaufmannschaft selber unter sich ver- 
teilen, widrigenfalls eine besonders zu berufende Kommission die Vermögen 
schätzen und danach die Verteilung vollziehen solle. 

Um das gleich vorweg zu sagen, so wurde der veriangte Betrag — jedoch 
die auf i^jo für jedes Leihjahr erhöhte und sofort abgezogene Provision 
eingerechnet — auf fortgesetztes Mahnen und Drohen des Ministeriums 
schliesslich annähernd zusammengebracht^), wurden im Februar auch die 
übrigen bemittelten Einwohner der Stadt vor v. Wolffradt und Henneberg 
ins landschaftliche Haus geladen, wo ihnen dann eröffnet wurde, wie viel 
ein jeder — zu denselben Bedingungen wie die Kaufleute — aufzubringen 

^) Ein kurzer Hinweis darauf auch in dem gleich zu erwähnenden Reskripte des Mini- 
steriums an den Magistrat zu Braunschweig d. d. 1807 Jan. 8. *) In Bd. $77 der 
Bodeschen Sammlung in der Stadtbibliothek. •) Am meisten, 10 000 Tlr., steuerte 
Jacobssohn bei, der ausserdem mit dem gleichen Betrage gegen 5V0 Provision die Quoten 
einer grösseren Anzahl anderer Personen deckte. 



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l66 HEINRICH MACK 

habe^). Bald nach dem Reskript an Braunschweig erging ein entsprechendes') 
an Wolfenbüttel, worin von den Kaufleuten dieser Stadt 20000 Tlr. gefordert 
wurden. Darauf ward am 23. Januar berichtet» dass 250 Tlr. in bar, nämlich 
1 50 von Gumpel Samson und 100 von Marcus Jfidel, ausserdem 2 1 000 Tlr. 
in Obligationen gezeichnet worden seien, welch' letztere der Ausschuss als 
unbrauchbar zurückwies. Neue Mahnungen brachten dann auch hier besseren 
Erfolg zuwege: bis zum 11. Mai waren 14950 Tlr. gezahlt, hierunter aller- 
dings 10 000 Tlr. von der Philipp Samsonschen Vormundschaft, die vielleicht 
mit jenen früher erwähnten') identisch sind. Am 2. Februar wurden endlich 
einschlägige Reskripte an die Magistrate zu Helmstedt und Schöningen erlassen, 
zugleich eine Weisung an die Pächter der Kammer- und Klosterämter, min- 
destens den zu 39000 Tlr. berechneten sechsten Teil ihrer Pachten zur An- 
leihe der Landschaft beizusteuern: ein am 27. Februar vorgel^es Verzeich- 
nis der Dariehen, die von den Pachtbeamten im Wolfenbütteler Distrikte in 
den Monaten Februar, März und April eingehen würden, schloss mit einer 
Summe von 17650 Tlrn.*). 

Doch bei dem unablässigen Drängen der Franzosen auf schleunige Weiter- 
zahlung der Kontribution, das, wie man fürchten musste, nächstens in Ge- 
walttätigkeiten übergehen würde, durfte man sich nicht auf Schritte be- 
schränken, deren Erfolg teils zweifelhaft, teils erst nach Wochen oder Monaten 
zu erwarten war: man musste sich vor allem dessen Hülfe sichern, der allein 
das Land aus dieser argen Klemme retten konnte. Schon am 5. Januar wurde 
wieder mit Jacobssohn verhandelt. Aber anfänglich kam man mit ihm nicht 
recht vom Flecke. Er erklärte, er glaube hoffen zu können, dass die franzö- 
sische Intendantur noch eine dreimonatige Frist für den Abtrag des Kontri- 
butionsrückstandes gewähren würde, wenn man annehmbare auswärtige 
Obligationen mit der Massgabe deponiere, dass sie nach Ablauf der Frist 
nötigenfalls zu Gelde gemacht werden sollten, wobei die Landschaft den et- 
waigen Kursveriust zu tragen haben würde. Wolle diese sich selbigen Mittels 
bedienen, so sei er erbötig, ihr 250000 Tlr. in Badischen, Darmstädtischen, 
Leiningischen, Bayrischen, Hannoverschen und Mecklenburgischen Obli- 
gationen unter Bedingung der Rückgabe nach drei Monaten gegen i^jo 
Provision für die Herieiher zu beschaffen. Er rate sehr hierauf einzugehen, 
da für bares Geld, das man übrigens gar nicht bekommen werde, hohe 
Zinsen und Provision würden aufzuwenden sein. Aber trotz dieser Emp- 

^) Auf den Bürgermeister Wilmerding z. B. entfielen 1500 Tlr. •) Die den Braun- 
Schweigern bewilligte Erhöhung der Provision war darin schon berücksichtigt *) S. 

0. S. 165. *) Ober gezeichnete Darlehen »der Beamten und Pächter« zu insgesamt 
II 300 Tlr. berichtete der Oberamtmann Pini zu Gandersheim am 16. März 1807. 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 167 

fehlung verhielt sich das Schatzkollegium gegen den Vorschlag sehr kühl. 
Nachdem es eine sofortige Entscheidung zu treffen abgelehnt hatte, weil 
man doch erst einmal wissen müsse, ob und unter welchen Bedingungen 
die Franzosen Obligationen statt baren Geldes annehmen würden, erklärte 
es sich am 7. Januar zum Abschlüsse bereit, sofern die Intendantur die 
Obligationen zu ihrem vollen Nennwerte als Unterpfand anerkennen wolle, 
sofern ferner, falls nach Ablauf der Frist der Geldvorrat der Landschaft 
die Einlösung sämtlicher verpfändeter Obligationen nicht zulassen werde, 
die Auswahl der einzulösenden dem Schatzkollegium überiassen bleibe, 
sofern endlich ohne Erhöhung der Provision die Leihfrist auf ein volles 
oder dreiviertel Jahr oder doch mindestens auf sechs Monate bemessen wer- 
den würde. Jacobssohn erwiderte zwar, er wolle sich darüber vergewissem, 
ob Dam die Obligationen voll anzunehmen und deren Besitzer sie auf länger 
als drei Monate herzuleihen geneigt seien, kam dann aber auf seinen Vor- 
schlag nicht zurück, so dass die Verhandlungen mit ihm, soweit sie die Kon- 
tribution betrafen, ins Stocken gerieten. Erst am 23. Januar finden wir sie 
wieder im Gange. Denn an diesem Tage erhielt das Schatzkollegium Erklä- 
mngen Jacobssohns auf verschiedene an ihn gerichtete Fragen, damnter die, 
ob er zur Bezahlung des Rückstandes der zweiten Kontributionsrate (875 000 
frcs.) die nötigen Gelder vorstrecken könne und wolle. Seine Bedingungen 
waren der Art, dass er für angebracht hielt, sie unter dem Schutze eines Vor- 
wortes aufmarschieren zu lassen. Er begann mit einem Hinweis auf den der- 
zeitigen notorischen Geldmangel in Braunschweig, der, zumal wo die Messe 
vor der Türe stehe, es ganz unmöglich mache die erforderiiche Summe am 
Orte zu beschaffen. Andrerseits habe er seinen auswärtigen Kredit um der 
früheren Vorschüsse willen schon so stark in Anspruch genommen, dass er 
nicht wohl noch darüber hinausgehen dürfe. Und der Erlangung eines »mo- 
mentanen € auswärtigen Dariehns sei der Umstand hinderiich, dass den Stän- 
den Rückzahlungsfrist bis Ende März gewährt werden müsse. Dennoch wolle 
er es wagen ihren Wunsch zu erfüllen, unter folgenden Bedingungen. Wie 
früher solle ihm der frc. mit 6 Ggr. Gold vergütet, bei Zahlung in Münze das 
Agio zu 7^/0 berechnet werden. Auf die Gesamtsumme wolle er den für ab- 
zugsfähig erklärten Wert der 600 Pferde mit 60 000 Tim. Louisd*or zu obigem 
Kurse, also mit 240000 frcs. anrechnen, so dass er nach Befriedigung der 
Franzosen von der Landschaft noch 635000 frcs. zu fordern haben werde. 
Diese solle ihm die Obligationen über die von der Kaufmannschaft in Braun- 
schweig aufzubringenden 200000 Tlr. ausliefem und dafür sorgen, dass dies 
Geld, was sehr wohl geschehen könne, bis Ende März gezahlt werde, aber 
nicht an ihn direkt, sondern an die Landrenterei, der dann die Begleichung 



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l68 HEINRICH MACK 

seiner Forderung obliegen werde; auf deren Vermittlung müsse er bestehen, 
damit die Kaufmannschaft nicht glaube, ihm wären seitens der Landschaft be- 
sondere Vorteile bezüglich jenes Darlehns eingeräumt worden. Für seinen Vor- 
schuss von 635000 frcs. verlange er 4^/0 Zinsen, ausserdem von der ganzen 
Summe zu 875000 frcs. 1^/0 Provision. Mit diesem Bedingungen, auf die 
Jacobssohn bis nächsten Mittag 2 Uhr endgültige Antwort begehrte, beschäftigt 
sich ein höchst interessantes Schreiben Hennebergs an seine Kollegen, das zwar 
undatiert, aber offenbar noch am 23. Januar entstanden ist. »Da der ganze Zu- 
schnitt, so beginnt es, darnach gemacht ist, uns und das Land in die Hände 
Israels zu geben, und jede Stimme dagegen eine Stimme in der Wüste sesm 
würde, so bleibt wohl nichts übrig, als die in der Anlage gemachten Bedingun- 
gen, unter welchen die Zahlung des Restes von dem 2ten Drittel der fr. Contri- 
bution übernommen werden will, pure zu acceptiren.* Nur müsse verlangt 
werden, dass für die Pferde nicht 60000, sondern 75000 Tlr. Louisd'or ab- 
gezogen würden*). Den Gewinn Jacobssohns würde, da die 4^/0 Zinsen nicht 
ins Gewicht fielen, die für ihn vorteilhafte Berechnung des ifrc, sowie das 
Prozent Provision für Hergabe der Summe auf zwei Monate ausmachen. 
»Warum dieses i pro Cent aber auch, schliesst Henneberg bitterböse, auf 
die abzurechnende quota für die Pferde Lieferung verwilligt werden soll, da 
doch dazu kein Geld anzuschaffen ist, sondern die Quitung darüber blos in 
Zahlung gegeben wird, vermag ich nicht abzusehen — allein Man sieht izt 
vieles nicht ein.« Im Einklänge mit solcher Kritik änderte das Schatzkolle- 
gium am 24. Januar Jacobssohns Bedingungen dahin ab, dass es die Abset- 
zung des Wertes der Pferdelieferung zu 75000 Tlrn. sich selber vorbehalten 
wissen und die Provision nur für den dann noch erforderlichen, bis zum 31. 
März aus dem Darlehn der Kaufmannschaft rückzahlbaren Vorschuss von 
575000 frcs.*) zugestehen wollte. Als nun der Landsyndikus Rhamm Jacobs- 
sohn zur Einwilligung in diese Änderungen zu bewegen versuchte, verzich- 
tete jener wohl auf die Aushändigung der Obligationen der Kaufmannschaft, 
Hess auch zu, dass die Pferdelieferung mit 75 000 Tlrn. angesetzt werde, blieb 
aber darauf bestehen, dass er den Posten mit den Franzosen verrechnen 
wolle und das Prozent Provision für die vollen 875000 frcs. gezahlt werden 
müsse. Dementsprechend wurde am Nachmittage des 24. Januars mit ihm 

^) Entsprechend dem Preise von 25 Pistolen für das Pferd, den, wie man damals 
glaubte, die Intendantur in Rechnung stellen werde. *) Wie das Schatzkollegiom auf 
diesen Betrag kommt, begreift man nicht recht. Gab es selber der Intendantur die Lie- 
ferungsquittung über 75 000 Tlr. Gold in Zahlung, so konnte es sicher sein, dass ihm der 
Taler Gold nicht nur zu 4 frcs., sondern zum tarifmässigen Satze von 4,16 frcs., also 
75000 Tlr. mit 312000 frcs. angerechnet werden würden. Dann wären also, um 875000 
frcs. voll zu machen, nur noch 563000 frcs. nötig gewesen. 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 169 

abgeschlossen^). So schien, wenn auch durch schwere Opfer, die alsbaldige 
Abtragung des Restes der zweiten Kontributionsrate gesichert, als ein bedenk- 
licher Zwischenfall wieder alles in Frage stellte. Am 28. Januar eröffnete 
das Ministerium den Ständen ausser den schon oben*) berührten scharfen 
Erklärungen der Franzosen auch noch diese. Auf das zweite Kontributions- 
drittel könne die Pferdelieferung nicht angerechnet werden, da die Pferde 
noch nicht sämtlich gestellt seien; die Kompensation sei also erst bei Zah- 
lung der dritten Rate angängig. Diese müsse zur einen Hälfte bis zum 
28. Februar, zur andern bis zum 31. März unfehlbar berichtigt sein, ausser- 
dem bis zum I. Februar sicher nachgewiesen werden, wie das bewirkt 
werden solle. Geschehe das nicht, so würde wie die herrschaftlichen 
so auch die landschaftliche Kasse beschlagnahmt werden. Im Anschluss 
an diese Mitteilungen wurde nun auch schon ein Schreiben Jacobssohns vor- 
gelegt, worin der Mann seine Verlegenheit über die veränderte Sachlage 
bekundete und ausser Stande zu sein behauptete, den unerwarteten Ausfall 
von 75 oooTlrn. seinerseits zu decken. Glücklicherweise bot sich die Möglich- 
keit, jene Summe wenigstens zum grössten Teil anderweitig zu beschaffen. 
Henneberg zeigte an, dass man auf kurze Zeit den Lotteriekassenbestand von 
50—60000 Tim. dargeliehen erhalten könne, wenn das Ministerium der 
Lotteriedirektion die nötige Ermächtigung gebe und rechtzeitige Rückzahlung 
garantiere; im Besitze dieser Mittel werde man wohl mit Jacobssohn zum 
Ziele kommen. Und in der Tat gelang es ihm, nachdem Ministerium und 
Schatzkollegium den vorgeschlagenen Ausweg gebilligt hatten, alsbald auch 
Jacobssohns Einwilligung zu erlangen. Am 30. Januar meldete dieser, dass 
ihm von der Lotteriedirektion 60000 Tlr. Münze gezahlt worden seien; 
wenngleich dadurch die 75000 Tlr. nicht völlig gedeckt wären und er also 

^) Dabei wurde folgende Berechnung aufgemacht: 
Rückstand der 2. Kontributionsrate .... 875000 frcs. = 218750 Tlr. Gold 
Davon ab für 600 Pferde 75 000 „ „ 

Bleiben zu zahlen i43 750 „ „ , 

die Jacobssohn vorschiesst, wofür er 1% Provision von 2 18750 TIrn. 

erhält 2187 Tlr. 12 Ggr. 

insgesamt also 145 937 '^^^^ ^2 Ggr. 

Wird diese Summe in Münze gezahlt, kommen hinzu 7% Agio 102 15 Tlr. 15 Ggr. 

Sa. 15615} Tlr. 3 Ggr. 
C.-M. 
Ferner ist der bar zu leistende Vorschuss von 143 750 Tim. Gold mit 4^/0 zu verzinsen. 
— Um diese Rechnung richtig zu würdigen, erwäge man, dass Jacobssohn bei Anrech- 
nung der Pferde mit 75000 Tlrn., wie oben gezeigt, in Wahrheit nur 563000 frcs. = 
135337 T'^r. Gold (nach dem tarifmässigen Satze i Tlr. = 4,16 frcs.) vorzuschiessen 
hatte. •) Vgl. S. 151. 



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lyO HEINRICH MAGK 

noch 20000 TIr. mehr als ursprünglich ausgemacht vorschiessen müsse, so 
wolle er doch den Rest der zweiten Rate begleichen, falls Daru versichere, 
dass er sich mit dem Schatzkollegium wegen Zahlung der dritten Rate völlig 
geeinigt habe und sonach die landschaftliche Kasse weder durch Beschlag- 
nahme ihrer Barschaft, wie am 28. Januar angedroht worden war, noch sonst 
behelligt werden würde, falls ferner der Landrentmeister Anweisung erhalte, 
die bei der Landrenterei eingehenden Gelder sofort an ihn — Jacobssohn — 
zur Tilgung seiner Vorschüsse abzuführen. Die geforderten Zusicherungen 
müssen ihm wohl zu seiner Befriedigung erteilt worden sein, denn am 3. Fe- 
bruar zahlte er zusammen 868437 f^^^*> darunter 226400 in Wechseln auf 
Berlin, an die Franzosen ab; da hierzu noch rund 6563 frcs. geschlagen 
wurden, die der Receveur im Dezember infolge falscher Umrechnung der 
Konventionsmünze in frcs. zu wenig angerechnet hatte, so war nunmehr auch 
das zweite Kontributionsdrittel vollständig beglichen. 

Die Verhandlungen wegen der dritten Rate haben wir bisher um der Ober- 
sichtlichkeit willen nur soweit erwähnt, als es unbedingt nötig war. Sie waren 
aber damals nicht nur bereits im vollen Gange, sondern hatten sogar schon 
eine Art dramatischer Katastrophe hinter sich. Zu den verschiedenen An- 
fragen, auf die Jacobssohn am 23. Januar, wie früher bemerkt^), seine Er- 
klärungen abgab, befand sich auch eine, die offenbar die Herbeischaffung 
der letzten Kontributionsrate betraf. Sie ging dahin, unter welchen Bedin- 
gungen Jacobssohn landschaftliche Obligationen gegen auswärtige Staats- 
papiere umtauschen, und, wenn diese nicht in Zahlung genommen werden 
sollten, ob und unter welchen Bedingungen er jene in bares Geld verwan- 
deln könne und wolle. Das Angebot, das hierauf erfolgte, wurde von den 
Ständen entschieden abgelehnt; es braucht hier also nicht weiter dargelegt 
zu werden, nur ein Passus darin verdient in Anbetracht seiner allgemeinen 
Bedeutung, dass wir ihn herausheben. Die landschaftlichen Obligationen un- 
mittelbar in bares Geld umzusetzen erklärt Jacobssohn als derzeit unmög- 
lich und darum für nötig zunächst fremde Obligationen dafür einzutauschen. 
Denn in Stadt und Land Braunschweig seien jene des herrschenden Geld- 
mangels wegen nicht wohl anzubringen, zumal er von dem 100000 Tlr.- 
Dariehn her noch einen Posten vorrätig habe und des einheimischen Marktes 
für ihn bedürfe; im Auslande aber verhalte man sich in Rücksicht auf die 
gegenwärtige Krisis durchaus ablehnend gegen sie; somit würde er durch zu 
vieles Ausbieten der Obligationen den Kredit des Landes schwächen und 
trotzdem kein Geld dadurch beschaffen. Das Schatzkollegium indes war, wie 
gesagt, nicht gewillt die auf diese Schilderung gegründeten Vorschläge Jacobs- 

*) S. 167. 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 I7I 

sohns anzunehmen, es richtete vielmehr am 26. Januar die neue Frage an 
ihn, ob und unter welchen Bedingungen er sich zu einem weitem baren 
Darlehn von 250— 300000 Tlrn. verstehen wolle, ohne dabei eine Trans- 
aktion mit Staatspapieren in Betracht zu ziehen. Der Gefragte aber hielt an 
seinem Plane fest. Er erbot sich am 28. Januar, 300000 Tlr. vierprozentiger 
landschaftlicher Obligationen gegen den gleichen Betrag Badischer und Darm- 
städtischer umzutauschen und diese bis Ende Februar zum Preise von 70^/0 
zu Gelde zu machen, so dass er dann 210000 Tlr. bar liefern werde. Für 
seine Bemühungen und das Risiko, das er bei der Möglichkeit des Sinkens 
der Obligationen unter 70^/0 laufe, verlangte er 5<>/o Provision vom Barer- 
trage der Operation, also 10 500 Tlr.*). Weiter machte er sich anheischig, zu 
Ende Februar der Landschaft gegen i^jo Provision 200000 Tlr. fremder 
Obligationen zur Verwendung als einstweiliges Depot zu beschaffen, die 
Ende März oder April in natura zurückzugeben seien. Auf Hennebergs An- 
frage, ob er nötigenfalls auch dieses Depot zu Gelde zu machen bereit sei, 
erklärte er, dass er sich dazu noch nicht verpflichten könne; wenn er es aber 
übernehme, so dürfe ihn die Operation keinesfalls mehr kosten als die erst- 
erwähnte. 

Am 29. Januar ward das Angebot vom Schatzkollegium dem Ministerium 
mit der Frage unterbreitet, ob man sich dessen völliger und ausdrücklicher 
Zustimmung zur Annahme versichert halten könne. Der Bescheid lautete, 
dass beim Drange der Umstände diese nicht zu umgehen sei. Sofort begab 
sich eine aus Henneberg, v. Plessen und Fein bestehende Abordnung zu Dam, 
um von ihm nach Jacobssohns Verlangen die Genehmigung der von diesem 
vorgeschlagenen Termine*) für Zahlung der dritten Rate zu erwirken. Dabei 
erfuhr nun die Sache eine ganz überraschende Wendung, die ein Bericht des 
engern Ausschusses ans Ministerium sehr ausführiich schildert. Daru fragte 
auf das Vorbringen der Deputation zunächst nach den Dariehnsbedingungen 
Jacobssohns. Mit ihnen bekannt gemacht erklärte er sie »unter sehr starken 
Ausdrücken« für durchaus unzulässig und nahm es auf sich, selber mit dem 
Kammeragenten zu verhandeln. Zugleich verhiess er, falls man keine bil- 
ligeren Bedingungen erzielen, auch die Hoffnung auf auswärtige Anleihen 
fehlschlagen sollte, gegen Deponierung landschaftlicher Obligationen noch 
einigen Zahlungsaufschub gewähren zu wollen und versprach weiter, dem 
Lande vom Fürstentum Halberstadt eine Anleihe von 875000 oder minde- 

') Um den Standen das Opfer von 10500 Tlrn., das er ihnen zumutete, ein wenig 
schmackhafter zu machen, behauptete Jacobssohn, die Operation würde, Einlösung der 
Obligationen nach zehn Jahren vorausgesetzt, einer nur achtprozentigen Anleihe gleich- 
stehen. •) Einer davon war Ende Februar, die andern werden nirgends erwähnt. 



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172 HEINRICH MACK 

stens 500000 frcs. zu erwirken. Auf Grund dieser Zusage rechnete der Aus- 
schuss dem Ministerium folgendes Exempel vor: nach Abzug des Halber- 
städter Darlehns von 500000 frcs. und des Wertes der Pferdelieferung zu 
270000 frcs. blieben von der dritten Kontributionsrate noch 1 105000 frcs. 
zu zahlen, wofür landschaftliche Obligationen zu deponieren sein würden ; 
müsse man diese demnächst wirklich mit 30^/0 Verlust verkaufen, was kaum 
befürchtet zu werden brauche, so gingen nur jji 500 frcs. = 82875 Tlr.^) 
verloren; dagegen betrügen die Kosten des von Jacobssohn empfohlenen 
Geschäfts: 105000 Tlr. an Verlust und Provision auf 300000 Tlr. Obli- 
gationen, 4000 Tlr. Provision für weitere dergleichen 200000 Tlr. und min- 
destens 60000 Tlr. Verlust bei deren Realisierung, die jener nicht einmal 
fest versprechen wolle, insgesamt also 169000 Tlr. d. h. mehr als das Dop- 
pelte der Kosten im andern Falle. Darauf hinweisend sprach der Ausschuss 
die Oberzeugung aus, dass das Ministerium der Abänderung des im Drange 
der Not schon genehmigten Vertrages mit Jacobssohn zustimmen werde, was 
es denn auch unter Bezeugung seiner lebhaften Freude am 30. Januar tat. 

Inzwischen hatte der Intendant seiner Zusage gemäss wirklich mit Jacobs- 
sohn verhandelt. Wir haben darüber einen geradezu klassischen Bericht des 
Kammeragenten selbst in dem nämlichen Briefe, worin er am 30. Januar 
Henneberg seine Bereitwilligkeit zur Zahlung des Rückstandes der zweiten 
Rate kundgab*). Nach Erledigung dieses Punktes fährt er fort: »Der Herr 
Intendant Dam hat mir übrigens gestern den Stempel seines Wohlwollens 
für die hiesigen Lande aufgedrückt, indem er die Bedingung, unter welcher 
eine Anleihe zu machen ist, zu nachtheilig findet, und, wie er mir versichert, 
wenn ich keine bessern machen könnte, andere Arrangements zu treffen 
suchen müsste. — So sehr er mich, bevor er genaue Kenntniss dieses Ge- 
schäfts hatte, zusetzte, so war es mir doch eine sehr angenehme Empfmdurig, 
die redliche Gesinnung des Herrn Intendanten gegen unser Land wahrzu- 
nehmen; was mir aber noch mehr angenehm, war die Schilderung des Herrn 
Intendanten, wie die Deputation die Bedingung, welche die Landschaft in 
der jetzigen Veriegenheit nothgedrungen eingehen müsste, [als sehr drückend 
hingestellt habe]*), zu hören, und wird dieses mit zu der*) eifrigen und be- 
seelten Treue, welche die Hochlöbliche Landschaft für das allgemeine zeigt, 
von einem jeden in den hiesigen Landen, also auch von mir, jederzeit mit 
Rührung in Erinnerung gebracht werden, und ich bin dadurch so glücklich 

*) Auch hier (vgl. 0. S. 168 Anm. 2) rechnet wunderlicher Weise der Ausschuss 
wieder den Taler zu 4 frcs, •) S. 0. S. 169. •) Die eingeklammerten Worte fehlen 
in dem Briefe, möchten aber dem, was Jacobssohn hat sagen wollen, im wesentlichen 
entsprechen. *) Im Briefe: »denen«. 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 IJ} 

von einem Geschäfte entbunden zu werden, das mir bis zur Zeit der Aus- 
führung die grösste Unruhe und schlaflose Nächte veruhrsacht hätte; unge- 
wiss, ob ich bey Vollendung des ganzen gewonnen oder verlohren hätte, wäre 
ich doch bey jeden für einen solchen Wucherer ausgeschrien, der von der 
momentanen Verlegenheit des Landes ungeheuren Nutzen ziehen wollte. 
Danck also der Vorsehung, dass sich alles so vortheilhaft verändert hatlc 

Jacobssohn spricht hier, als ob er seine Mitwirkung beim Aufbringen des 
letzten Kontributionsdrittels für völlig ausgeschaltet ansehe. Das war aber 
sicherlich nur Pose, in Wahrheit wusste er recht gut, dass Daru, selber ge- 
drängt, nach wie vor schleunige Abtragung der Kontribution verlangen werde 
und seine Hilfe dabei unentbehrlich sei. Sein Gegner Henneberg freilich 
scheint infolge der Zusagen Darus sich kurze Zeit der optimistischen Ein- 
bildung hingegeben zu haben, es werde doch vielleicht ohne Jacobssohn 
gehen. Hierfür spricht ein merkwürdiger Brief, den er, gleichfalls am 3 o. Januar, 
an Daru schrieb. Er beleuchtet darin zunächst noch einmal die überaus harten 
Bedingungen Jacobssohns wegen Berichtigung des Restes der zweiten Rate: 
nur die Zwangslage habe den Ausschuss sie zu bewilligen veranlasst, den 
sonst Darus Vorwurf, dass man die Geldgeschäfte wie die Söhne in Molieres 
Habsüchtigem betreibe, mit Recht treffen würde. Jetzt komme es vor allem 
darauf an, von Jacobssohn einen Aufschub bis mindestens den 2. Februar 
Abends zu erlangen. Er werde ihn gewähren, wenn Daru ihm verspreche, 
dass, falls nicht spätestens am 3. Februar Morgens sehr bestimmte Zusiche- 
rungen der Landschaft über Zahlung des letzten Drittels erteilt wären, Jacobs- 
sohns Angebot bezüglich des Darlehns von 300000 Tlrn. als acceptiert gelten 
solle vorbehaltlich einer Kürzung der Provision um wenigstens ein Prozent. 
Dagegen bestehe nicht das geringste Bedürfnis, auch noch die 200000 Tlr. 
Obligationen zu nehmen, wodurch man Jacobssohn ein Geschenk von 64000 
Tlrn. (4 000 Tlr. Provision, 60000 Tlr. Verlust beim Verkaufe) machen würde, 
die Zinsen gar nicht mitgerechnet. 

Was hätte hier Hennebergs Wunsch nach Erwirkung eines Aufschubes 
für Sinn, wenn nicht die Hoffnung zu Grunde lag während dieser Frist 
anderswoher d. h. vor allem wohl aus Halberstadt hinreichende Geldmittel 
bekommen zu können! Freilich behält er den Abschluss mit Jacobssohn als 
ultimum refugium im Auge und bezeichnet für den Fall die anzustrebenden 
Abstriche von den bisherigen Forderungen des Kammeragenten. Auf ihre 
Einräumung durfte er mit Bestimmtheit rechnen, denn es war klar, dass der 
kluge Mann, nachdem Daru ihm das Übertriebene seiner Forderungen sehr 
energisch vorgestellt hatte, sich hüten würde durch hartnäckiges Festhalten 
daran das für seine Geschäfte und seine ideelleren Pläne so wichtige Wohl- 



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174 HEINRICH HACK 

wollen der Franzosen aufis Spiel zu setzen. Wiiidich führten denn auch Ver- 
handlungen, die Daru und das Ministerium am 3 1 . Januar mit Jacobssohn 
pflogen, zu einem vorläufigen Abkommen, das Hennebergs einschlägige Wün- 
sche nicht nur erfüllte, sondern sogar in einem an und für sich bedeutungs- 
vollen Punkte noch darüber hinausging. Jacobssohn verpflichtete sich, wie 
früher, für 300000 Tlr. landschafdicher Obligationen au porteur, die nach 
fünf bis zehn Jahren rückzahlbar sein sollten, Ende Februar auf die dritte 
Kontributionsrate 210000 Tlr. Gold zu zahlen. Als Provision verlangte er 
aber jetzt nicht mehr 5, sondern nur 4^/0, die nicht gleich von der Darlehns- 
summe abgesetzt, sondern Ende März aus der Landrentereikasse besonders 
bezahlt werden sollten. Ausserdem erklärte er sich bereit, von den Obli- 
gationen nach sechs Monaten auf Veriangen der Landschaft bis zu 100 000 
Tlr. zum selben Preise, zu dem er sie übernommen, wieder zurückzugeben. 
Von der Lieferung der 200000 Tlr. fremder Obligationen zum Deponieren 
war gar nicht mehr die Rede. 

Der Landschaft wurde zwar das Recht zugestanden, das Abkommen bis 
zum 2. Februar widerrufen zu dürfen, doch blieb dieser Vorbehalt ohne prak- 
tischen Wert, weil der Ausschuss erst am 6. Februar das vom 2. datierte Er- 
suchen des Ministeriums um seine Zustimmung in Beratung zog. Dem Er- 
suchen war eine Berechnung beigefügt, die das Abkommen als sehr vorteil- 
haft hinstellte. Veriust und Provision würden zusammen 98400 Tlr. betragen, 
und diese Summe werde sich durch etwaigen Rückkauf von 100000 Tlr. 
Obligationen zu 70^/0 auf 68400 Tlr. verringern, dagegen habe der Aus- 
schuss für die in dem Promemoria vom 29. Januar vertretene Regelung der 
Sache die Kosten zu 82 875 Tlrn. berechnet, so dass man sich im ersten Falle 
noch um 14475 Tlr. besser stehen werde. Das war nun freilich mehr schön 
als richtig gerechnet, denn gar nicht davon zu reden, dass es doch sehr zwei- 
felhaft war, ob die Landschaft in sechs Monaten zur Einlösung der Obli- 
gationen im Stande sein würde, so sollten doch, was man gar nicht beachtet 
hatte, die 68400 Tlr. Unkosten auf 2 loooo Tlr., {= 873 600 frcs. nach dem 
Tarif), die 82875 Tlr. aber auf 1 105000 frcs. entfallen. Indes, was hätte es 
dem Ausschusse genützt mit solcher Bemängelung hervorzutreten, da die neuen 
Bedingungen ja das Placet Darus gefunden hatten, also alle Hoffnung aufge- 
geben werden musste auf andern Wegen zum Ziele zu gelangen! Und wie, 
wenn man nun weitere Zahlung als unmöglich verweigerte? Dann würde, 
so meinte man, die französische Intendantur unter Berufung darauf, dass ja 
die Mittel Jacobssohns zur Verfügung gestanden hätten, um so unbedenk- 
licher zu härteren Massregeln greifen, und diese, als da seien Beschlagnahme 
der Landrenterei, Inhaftnahme von Geiseln, Beseitigung der Verfassung, 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 I75 

Würden doch weit schwerer ins Gewicht fallen als die bislang dem Lande 
zugemuteten Opfer. Das und andres erwägend beschloss das Schatzkolle- 
gium das Abkommen mit Jacobssohn vorbehaltslos zu ratifizieren. 

Sonach hätte dieser nun Ende Februar den Ständen 210000 Tlr. Gold 
auszahlen müssen. Doch bat er am 11. Februar, wegen der Gefahren des 
Auf bewahrens grosser Geldbeträge schon vorher auf die dritte Kontributions- 
rate abzahlen zu dürfen, wobei er einer besondem Zinsvergütung für die 
frühere Zahlung entsagte. Das Schatzkollegium erklärte sich damit einver- 
standen, forderte aber, er solle nur auf eine Anweisung der Landrentcrei 
zahlen, die beauftragt sei die Zahlungen an den Receveur diesmal immediate 
zu leisten, damit so der frc. nicht über den Tarif bezahlt werde, vielmehr die 
2 10000 Tlr. Gold in Konventionsmünze umgerechnet tarifmässig zu 814275 
frcs.^) nebst dem Goldagio auf die Kontribution in Anrechnung kämen. Das 
wollte jedoch Jacobssohn gar nicht passen. Er erwiderte (am 13. Februar), 
er sei darauf zu bestehen berechtigt, dass auch die Zahlung der noch rück- 
ständigen Kontribution durch ihn und zwar nach dem Fusse i frc. = 6 Ggr. 
Gold geschehe. Was insbesondere die 210000 Tlr. Gold betreffe, so habe 
er sich bei Abgabe seiner Erklärung auf der Geheimratsstube ausdrücklich 
vorbehalten, jene Summe mit 840000 frcs. zu zahlen. Der Gewinn, den er 
dabei habe, gehöre durchaus zu dem Geschäfte, und nur, wenn er selber die 
Zahlung leiste, werde er der eingegangenen Verpflichtung zu genügen im 
Stande sein, weil er Wechsel mit in Zahlung geben wolle, die von einem 
andern nicht würden angenommen werden. Übrigens könne ihn auch nie- 
mand zwingen die 2 10 000 Tlr. Gold in Münze umzusetzen. Zu diesen Gegen- 
gründen fügte er das Anerbieten, der Landschaft durch günstige Agioberech- 
nung {7 statt 9®/o) einen Vorteil im Betrage von 4200 Tlrn. zu ge- 
währen, und schloss damit, dass er um so mehr auf Zustimmung rechne, als 
durch die Zahlung mit Wechseln das bare Geld im Lande geschont werde, 
als er femer noch selbigen Tags mit der Zahlung zu beginnen und dadurch 
die Franzosen für die Zukunft zur Nachsicht zu bewegen vermöge. Doch das 
Schatzkollegium blieb fest. Das ihm vom Ministerium mitgeteilte Protokoll 
über das Abkommen mit Jacobssohn wies keine Umrechnung des Dariehns 
in frcs. auf und sagte nichts davon, dass jener die Kontribution zahlen solle. 
So wurde ihm (am 16. Februar) geantwortet: das Kollegium könne sich der 

^) Also 1 Tlr. Münze = 5 frcs. 87 V« cts.; das Goldagio betrug damals etwa 970 
d. h. auf 210000 Tlr. 18900 Tlr. = 75284 frcs. 75 cts. So ergibt sich die Merkwür- 
digkeit, dass 210000 Tlr. Gold in Gold gezahlt 873600 frcs. (1 Tlr. Gold = 4 frcs. 
16 cts.), in Konventionsmünze dagegen 887559 frcs. 75 cts. gebracht haben würden. Des- 
halb protestierte Jacobssohn auch, wie wir gleich sehen werden, gegen die ihm — unbe- 
rechtigter Weise — zugemutete Zahlung in Konventionsmünze. 



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176 HEINRICH HACK 

mit direkter Zahlung verbundenen Vorteile nicht begeben; es habe zwar 
nichts dagegen, wenn der Darleiher die Gelder nicht erst an die Landren- 
terei, sondern an den Receveur abführe, womit ihm also die Möglichkeit ge- 
geben sei zum Teil durch Papiere zu zahlen, doch mQsste der Landschaft 
dabei der Tarifsatz berechnet werden. Nun liess Jacobssohn seinen Wider- 
spruch fallen. Er verhiess noch am selben Tage, der Forderung des Schatz- 
kollegiums gemäss die 210000 Tlr. nicht mit 840000, sondern nach dem 
Tarif mit 87} 600 frcs. berechnen zu wollen, nahm jedoch zugleich sein An- 
erbieten in Sachen der Agioberechnung zurück. 

Im Einklang hiermit zahlte dann Jacobssohn wirklich am 19. und 27. Fe- 
bruar und am 10. März den erwähnten Betrag von 873600 frcs. auf die 
Kontribution ab, darunter 271950 in Wechseln. Gleichzeitig wurde im 
Schatzkollegium ein neues Gesuch an Daru erwogen und abgefasst, das auf 
Erlass des noch verbleibenden Restes durch Anrechnung von Lieferungen 
u. dgl. abzielte. Als aber am 9. März Henneberg, der vierzehn Tage verreist 
gewesen war, davon unterrichtet wurde, erklärte er: nach wiederholten be- 
stimmten Äusserungen Darus sei auf einen Nachlass überhaupt nicht zu rech- 
nen; dennoch wolle er zugeben, dass man nochmals darauf antrage, doch 
dürfe das nicht eher geschehen, als bis nach Abzug der Kompensation für 
die grosse Pferdelieferung der Rückstand nur noch 500000 frcs. betrage, 
welche Summe Daru als Darlehn vom Fürstentume Halberstadt zu beschaffen 
verheissen habe. Soviel zu leisten — da der Wert der Pferdelieferung jetzt 
zu 280800 frcs. festgestellt war, handelte es sich noch um 220600 frcs. — 
sei man zweifellos in der Lage, und das wisse der Intendant sehr wohl. Des- 
halb werde man ihn durch Zahlungsverweigerung erbittern und zu scharfen 
Massregeln reizen, während ihn bisher die zur Abtragung der Kontribution 
gemachten höchsten Anstrengungen bewogen hätten, sonstige Belastung des 
Landes nach Kräften abzuwehren. 

Dieses Votum drang durch. Es wurden also am i ). März von Jacobssohn, 
der sich besonders darum beworben hatte, aus den Mitteln der Landrenterei 
die 220600 frcs. an den Receveur gezahlt, davon 74000 in Wechseln auf 
Berlin. Tags darauf ging das Gesuch um Erlass der letzten 500000 frcs. an 
Daru ab. Um dieselbe Zeit^) aber schrieb Daru dem Ministerium, dass auf 
das Dariehn der Halberstädter Kammer nicht mehr gerechnet werden könne, 
weshalb das Geld anderweitig herbeigeschafft werden müsse. Dazu war man 
jedoch vorläufig ganz ausser Stande. Eine Anleihe, die Godefroy in Ham- 
burg zu vermitteln übernommen hatte, wurde durch die von verschiedenen 
deutschen Zeitungen gebrachte Nachricht vereitelt, dass Jacobssohn zur Be- 

^) Am 16. März machte das Ministerium dem Ausschusse Mitteilung davon. 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 I77 

Zahlung des Restes der braunschweigischen Kontribution Rat geschafft und 
dafür landschaftliche Obligationen erhalten habe, die gegenwärtig 30^/0 im 
Kurse verlören. Godefroy meldete, er habe bereits Zeichnungen über 250000 
Mark gehabt, doch seien sie auf jene Nachricht hin sämtlich zurückgezogen 
worden. Er riet zu öffentlicher Widerlegung, die auch versucht wurde, indes 
nicht den geringsten Erfolg hatte. Man sah sich also wiederum auf Jacobssohn 
hingewiesen als den einzigen, der dem Lande zu einer weitern Anleihe hätte 
verhelfen können, allein die überaus schweren Bedingungen, die ihm das 
letzte Mal hatten zugestanden werden müssen, mochten gründlichst davon 
abschrecken, nach so kurzer Frist seine Hilfe von neuem in Anspruch zu neh- 
men. Den Kontributionsrückstand aber aus den Einnahmen der Landrenterei 
mit zu decken war erst recht unmöglich, denn deren laufende Ausgaben 
wuchsen in beängstigendem Masse an. Zu den fortgesetzten Abschlagszah- 
lungen an Jacobssohn auf seine verschiedenen Darlehen gesellten sich solche 
an die Lieferanten, und immer neue Lieferungen wurden dem Lande zudik- 
tiert. Vor allem aber hiess es zahlen und immer wieder zahlen, seit, vom 20. 
April ab, die grosse Militärstrasse mitten durchs Herzogtum zog. Auch dem 
Intendanten Daru konnte natürlich nicht verborgen bleiben, dass es der Auf- 
wendung aller Kräfte bedürfe, um so hohen Anforderungen zu genügen, und 
hieraus erklärt sich wohl, dass er zwei volle Monate hindurch wegen der 
Kontribution zu mahnen unterliess, vielleicht selber des Glaubens, Napoleon 
werde nach Lage der Dinge auf den Rest verzichten. Da erhielt er Mitte 
Mai ein Schreiben seines Bruders, worin mit grösster Entschiedenheit Berich- 
tigung des Rückstandes gefordert wurde. Er gab die Mahnung, sie wie üblich 
durch drohenden Hinweis auf strenge Massnahmen verschärfend, an das 
Ministerium weiter, das sie seinerseits durch Schreiben vom 17. Mai dem 
Schatzkollegium mitteilte. Dieses hatte sich am 1 6. des Pfmgstfestes halber 
bis zum 26. vertagt, trat nun aber schon am 20. wieder mit dem Ministerium 
zu einer Sitzung zusammen. Das Ministerium eröffnete, wenn wenigstens 
vor der Hand 25 — 30000 Tlr. zusammengebracht werden würden, so sei 
zu hoffen, dass man noch einige Monate Frist erhalte. Das Leihhaus könne 
der Landschaft mit einer grösseren Summe zu Hilfe kommen. Für Juli oder 
August sei auch auf einen Vorschuss von 20 — 30000 Tlrn. bis Ende Ok- 
tober aus der Lotteriekasse zu rechnen. Eintreibung der Steuerrückstände 
und der noch nicht gezahlten Beiträge zur Zwangsanleihe, sowie Ausschrei- 
bung neuer Steuern würden weitere Mittel schaffen. Endlich empfehle sich, 
zu versuchen, ob man nicht die Zinsen auf die von mehreren Partikuliers in 
Mecklenburg belegten Kapitalien, die zum Antoniitermine (17. Januar) nicht 
bezahlt worden seien und auch zum Trinitatistermine nicht bezahlt werden 

Braunschw. Jahrbuch VJI. 1 2 



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I7S ^ HEINRICH HACK 

worden, an Zahlungsstatt auf die Kontribution anweisen könne; wenn das 
gelinge, so mQssten den Berechtigten landschaftliche Obligationen ausgestellt 
werden, einlOsbar, sobald Mecklenburg die Zinszahlung wieder aufnehme. 
Nach diesen allseitig gebilligten Ausführungen wurde beschlossen, das Mini- 
sterium solle in seinem Antwortschreiben die Eriaubnis des Intendanten dazu 
erbitten, dass eine Deputation beim Kaiser zugunsten völligen Eriasses des 
Kontributionsrestes vorstellig werde, für den Fall ihrer Versagung aber um 
Gewährung einer Zahlungsfrist und um Annahme der Zession der mecklen- 
burgischen Zinsen nachsuchen. Auf dieses Schreiben erwiderte Daru, der 
inzwischen schon eine zweite Mahnung abgelassen hatte, am 23. Mai völlig 
abweisend und erhielt nun — unter nochmaliger Bitte um Besorgung eines 
Darlehns von Halberstadt — vom Ministerium die Zusage, man werde alle 
Kräfte anstrengen, in nächster Woche 1 00000 frcs. zu zahlen, wegen des 
Restes aber innerhalb eines Monats Rat zu schaffen. So erhob jetzt das Schatz- 
kollegium vom Leihhause gegen 4^/0 Zinsen 25000 Tlr. Gold und zahlte 
davon am 26. Mai — diesmal ohne Jacobssohns Vermittlung — die gleiche 
Summe in Münze*) an den Receveur, der sie zu 96937 frcs. 50 cts. in An- 
rechnung brachte. Was an 1 00000 frcs. noch fehlte, gestattete Daru zur 
nächsten Zahlung zu schlagen, sprach aber den Wunsch aus, es möge diese, 
wenn auch in geringerem Betrage, schon innerhalb acht Tagen erfolgen, weil 
er unablässig gemahnt werde. Am 28. Mai meldete dann das Ministerium 
dem Schatzkollegium, dass dem Lande die Lieferung von 250 Dragoner- 
pferden aufertegt sei, deren Kaufpreis von der Kontribution abgesetzt wer- 
den solle, am 9. Juni teilte Henneberg mit, dass Daru sehr auf Bezahlung 
der noch verbleibenden Restsumme dringe und deshalb mit Jacobssohn über 
eine Anleihe von 200000 frcs. verhandelt worden sei. Dieser habe sich be- 
reit erklärt die genannte Summe unter tarifmässiger Berechnung der Pistole 
{5 Tlr. Gold) mit 20 frcs. 80 cts. zu 4^/0 Zinsen und i®/o Provision bis Ende 
Juli vorzustrecken und bereits am 1 1 . Juni der französischen Intendantur zu 
zahlen, falls er auch Wechsel verwenden dürfe. Daru wolle Wechsel anneh- 
men, die Bedingungen seien sehr billig, er habe also mit Jacobssohn schon 
voriäufig abgeschlossen. Natürlich erteilte das Schatzkollegium seine Geneh- 
migung, worauf Jacobssohn am 12. Juni die 200000 frcs. und zwar 125290 
in Wechseln auf Beriin an die Franzosen zahlte. Danach stellte Daru in 
einem Schreiben vom 15. Juni die Rechnung auf, dass bei Veranschlagung 
der neuen Pferdelieferung zu rund looooo frcs. noch 103 062 frcs. 50 cts. ab- 

*) Jacobssohn wechselte den Standen das Gold unter Bewilligung von 8V4 Vo Agio in 
Münze um. Man zahlte den Franzosen Münze und nicht Gold, weil der Tlr. Gold in- 
folge des hohen Agios damals höher stand als sein Preis im französischen Tarif. 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 \J() 

getragen werden müssten. Hiervon sollten laut Befehl des Kaisers looooofrcs. 
abgehen, die dem Juden Jüdel für eine bereits ausgeführte Schuhlieferung 
zu zahlen seien; der dann noch verbleibende Rest solle demnächst an den 
Receveur berichtigt werden. Durch die Darus Ansatz etwas übersteigende 
endgültige Taxe der Pferdelieferung verringerte sich jener Rest auf rund 1808 
frcs.: am i. Juli wurde er beglichen und damit die Tilgung der Kontribution 
zu Ende geführt. 

Das hätte zwar nach der ursprünglichen Forderung schon ein halbes Jahr 
früher geschehen sein sollen, aber dennoch hatte man, zumal ja dem Lande 
noch andere schwere Lasten auferlegt worden waren, im Verhältnis zu dessen 
Kräften Ausserordentliches geleistet. Dies legte Henneberg dem Intendanten 
in einem Schreiben vom 17. Juni, wichtig durch einen ausgezeichneten hi- 
storischen Rückblick^), sehr eindringlich dar, wobei er zum Schlüsse der Hoff- 
nung Ausdruck gab, der betätigte Eifer, allen Schwierigkeiten zum Trotz die 
Befehle des Kaisers zu erfüllen, werde dessen Beifall gefunden haben. Diese 
billige Genugtuung ward den Braunschweigern allerdings zuteil. Am 24. 
Juli schrieb Daru ans Ministerium: nach beendeter Kontributionszahlung habe 
er für seine Pflicht gehalten, dem Generalintendanten bemerklich zu machen, 
wie sehr die auch im Vergleich mit den Forderungen an die benachbarten 
Staaten unverhältnismässig hohe Auflage die Kräfte des Landes überstiegen 
habe, dass aber dessen ungeachtet infolge rastlosen Bemühens der Minister, 
der Stände und sämtlicher Einwohner die volle Summe abgetragen sei. 
Daraufhin habe der Generalintendant dem Kaiser berichtet und dann unterm 
1 7. Juli ihn — den Intendanten — beauftragt, die Zufriedenheit Sr. Majestät 
mit dem Verhalten des Landes zum Ausdrucke zu bringen, weil es als erstes 
seine Kontributionsverpflichtungen gänzlich erfüllt habe. Als bald nachher, 
am 5. August, Berthier, der Fürst von Neufchatel, durch Braunschweig reiste 
und durch eine feieriiche Cour im Schlosse geehrt wurde, wiederholte er 
jenes kaisertiche Lob. Ganz ergötzlich berichtet v. Wolffradt darüber*): »Die 
Cammer, Finanz Collegium und Closter Raths Stube nahm ich zusammen 
als les departements des domaines etfinances; der Prinz frug nach dem Chef, 
ich nannte Praun*), weil aber Gebhardi*) sich vordrängte, so sagte ich, dies 
sei le doyen des conseillers (der Gouverneur sagte Vice Präsident), und nun 
bekam er das Lob über die bezahlte Contribution, das weder dem gantzen 
dreyfachen Departement, noch diesem einzelnen in specie gebührte, der zur 
Zeit der Anleyhen nichts hergeben wollte, c 

Allein wer etwa nach solchen Lobsprüchen erwartete, dass Braunschweig 

^) Seinethaiben bringen wir das Schreiben im vollen Wortlaute als Beilage zum Abdruck. 
*) Undatierter Brief an v. Schrader. *) den Minister. *) Geh. Kammer- u. Klosterrat. 

12» 



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l80 HEINRICH MACtC 

inskünftig mit grösseren Auflagen verschont, ja vielleicht sogar entlastet wer- 
den würde, irrte sich gründlich. Die französischen Forderungen wollten kein 
Ende nehmen, die grosse Militärstrasse verschlang andauernd beträchtliche 
Summen, und die finanziellen Schwierigkeiten steigerten sich um so mehr, 
als ja auch die früher eingegangenen Verpflichtungen noch längst nicht alle 
erfüllt waren. Was insbesondere die Kontribution anlangt, so galt es nach 
Befriedigung der Franzosen die zu dem Ende gewährten kurzfristigen Dar- 
lehen des Leihhauses und Jacobssohns zurückzuzahlen^). Das Leihhaus hatte, 
wie wir sahen*), Ende Mai 25000 Tlr. Gold vorgestreckt; das Ministerium 
hatte damals erklärt, das Geld könne bis Ende Oktober genutzt werden. Aber 
erst Ende Dezember wurden die ersten 5000 Tlr. abgetragen, und als am 2 1 . 
Januar die Leihhauskommission den Rest in fünf Raten von je 3500 und 
einer von 2500 Tlrn. auf den 27. Januar, 8. und 22. Februar, 7. und 21. 
März und den 4. April kündigte, erhielt sie die wenig tröstliche Antwort, 
man wolle tun, was bei der starken Inanspruchnahme der Landrenterei mög- 
lich sei. Der weitere Verlauf der Sache bleibt im Dunkeln, weil sich gleich 
danach der engere Ausschuss auflöste. 

Jacobssohn konnte nicht so dürftig abgespeist werden. Am 3 1 . Juli hätte 
ihm das Kontributionsdarlehn vom Juni') mit 200000 frcs. = 48o76"/is Tlr. 
Gold, ausserdem ein Darlehn von loooo Tlrn. Gold, das die Bezahlung der 
Schuhlieferung an Jüdel ermöglicht hatte, zurückgezahlt werden müssen. 
Doch schon Anfang Juli wurde mit ihm wegen Verlängerung der Frist ver- 
handelt. Jacobssohn stundete 50000 Tlr. bis zum 31. August gegen 4^/0 
Zinsen und 1^/0 Vergütung, und als ihm auch zu diesem Termine Zahlung 
nicht geleistet werden konnte, gewährte er weitere Frist bis zum 3 1 . Dezem- 
ber, wobei er sich an Zinsen und Provision zusammen 4^/0, für den Monat 
also i^/o, ausbedang. Ende September machte er dann, anscheinend von 
selber, folgendes Angebot: wenn er auf Rückzahlung der 50000 Tlr. zum 
3 1 . Dezember nicht mit voller Sicherheit rechnen könne, wolle er sich zur 
Stundung auf mehrere Jahre verstehen, sofern man ihm, wie vordem bei dem 
grösseren Darlehn*), Obligationen au porteur ausfertigen und mit ^o^jo Ra- 
batt überlassen würde. Und zwar wünsche er die Obligationen so bald als 
möglich zu erhalten, sie auch noch vor den i . Oktober datiert zu sehen, weil 
er bei der bekannt gegebnen*) Absicht, die Schulden aller Provinzen des 

^) Die 60000 Tlr., die Ende Januar die Lotteriedirektion vorgestreckt hatte (s. S. 169), 
waren damals jedenfalls schon zurückgezahlt, wenn es auch nirgends ausdrücklich erwähnt 
wird : machte jene Summe doch den ganzen Vorrat der Lotteriekasse aus, den diese sicher 
nur auf kürzeste Zeit entbehren konnte. *) S. 0. S. 178. •) S. 0. S. 178. *) S. 0. 
S. 174. *) Vom Obersten Morio, der am 30. Juli als Bevollmächtigter Jeromes auf 

einen Tag in Braunschweig erschienen war. 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 I81 

Königreichs Westfalen in eins zusammenzuwerfen und allmählich zu tilgen, 
zu besorgen habe, dass er, falls man ihn nicht noch vor der Organisierung 
des neuen Königreiches bezahle, vielleicht mehrere Jahre auf die Rückzah- 
lung seines Kapitals warten müsse. Würden ihm die Obligationen ausgeant- 
wortet, so wolle er sie bis zum Ablaufe der Rückzahlungsfrist als versiegeltes 
Depositum aufbewahren, um sie etwa ungebraucht zurückgeben zu können. 
Der Ausschuss ermächtigte Henneberg, in diesem Sinne mit Jacobssohn ab- 
zuschliessen, da die Rückzahlung der 50000 Tlr. am 3 1 . Dezember nicht 
zu erwarten stehe. Und wie man angenommen hatte, so kam es denn auch: 
man war am 3 1 . Dezember so wenig in der Lage, die Jacobssohn für sein 
Darlehn ausgehändigten Obligationen mit 70^/0 einzulösen, wie man am i . 
August von dem gleichen Rechte hatte Gebrauch machen können, das jener 
dem Schatzkollegium beim Darlehnsabschluss am 31. Januar inbezug aut 
Obligationen im Nennwerte von 1 00000 Tlrn. eingeräumt hatte*). Auf 50000 
Tlr. Obligationen beschränkt, war diese Vergünstigung bis zum i . März 1 808 
verlängert worden, aber als der Tag ins Land kam, hatte sich das Kollegium 
schon längst aufgelöst. 

b. Die Lieferungen. 

Wenn wir nunmehr auf die Mitteilungen über die Kontribution solche 
über die Lieferungen der Okkupationszeit folgen lassen, so fassen wir dabei 
das Wort nicht im engsten Sinne, sondern verstehen unter ihm sämtliche 
Leistungen, die auf Befehl der französischen Machthaber für Unterhalt und 
Ausrüstung der französischen Armee und ihres Anhanges, sei es für grössere 
oder kleinere Truppenteile, sei es für einzelne Personen, haben geschehen 
müssen. Allerdings wird es kaum nötig sein, jeden einzelnen dahingehörenden 
Posten aufzuführen, sondern es dürfte sich empfehlen, nur die wirklich be- 
deutenden oder charakteristischen zu berücksichtigen. Dagegen wäre es sehr 
erwünscht, die Summe aller dieser Aufwendungen zu wissen, doch bleibt 
uns das leider versagt, da die Rechnungen der Landrenterei nicht auf uns 
gekommen zu sein scheinen, und da auch die Einzelangaben in den Sitzungs- 
akten und ihren Anlagen nicht so genau und vollständig sind, dass wir aus 
ihnen jenen Betrag berechnen könnten. 

Die Lieferungen setzten ein, sobald die Franzosen sich des Herzogtums 
bemächtigt hatten. Die ersten grossen Opfer waren für die französische 
Belagerungsarmee vor Magdeburg zu bringen. Vom 1 7. Oktober bis zum 
13. November empfing sie aus dem Lande Lebensmittel und Fourage im 
Werte von 17392 Tlrn. Für ihre Artillerie mussten 1 20 Pferde zu unbekann- 
tem Gesamtpreise*) beschafft werden, femer ein grösserer Posten von allerlei 

*) S. 0. S. 174. *) Für 23 Stück wurden 3147 Tlr. Gold bezahlt. 



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l82 HEINRICH MACK 

Ausrüstungsgegenständen und -materialien als Felle und Häute> Pferdehaare, 
Halftern, Kinnketten, Striegel, Kämme u. dgl, den der Sattlermeister Gille 
für 1032 Tlr. lieferte. Gleichzeitig verlangte der Oberst Barthelemy die Neu- 
equipierung des Dragonerdetachements, mit dem er Braunschweig besetzt 
hatte*): die Montierungsstücke wie Hosen, Schabracken, Handschuhe, Stiefel, 
Trompeten usw. wurden im Oktober und November geliefert und demnächst 
insgesamt mit 16453 Tlrn. bezahlt Für die Verpflegung der Dragoner und 
ihrer Pferde wurden zuvörderst die öffentlichen Magazinvorräte verbraucht, 
ausserdem aber für Fourage, die im November teils an die Dragonerpferde, 
teils an die der übrigen Franzosen, teils endlich an die der durchgeführten 
kriegsgefangenen preussischen Offiziere verfüttert ward, den Pferdehändlern 
Staeffe & Brandes 3156 Tlr. gezahlt. 

Aber alle diese Lieferungen waren gleichsam nur ein Vorspiel. Die ganze 
Rücksichtslosigkeit der Franzosen offenbarte erst eine Forderung, die ein 
Schreiben Darus ans Ministerium vom 1 7. November kundtat. Für nächstens 
einrückende Truppen*) wurden beansprucht 800 Wispel Weizen, 1000 Wis- 
pel Roggen, 1500 Wispel Hafer, 12000 Zentner Heu und 1000 Schock 
(= 10000 Zentner) Stroh. Die Erledigung der Sache ist typisch für das Zu- 
standekommen von Kriegslieferungen und verdient deshalb ausführlich er- 
zählt zu werden. Da Eile not tat, schloss Henneberg, bevor noch dem Aus- 
schusse die Angelegenheit unterbreitet werden konnte, mit den Kornhändlern 
Gevattern Krause und Johann Arnold Rimpau zu Braunschweig und Brünig 
zu Pabstorf, dem Oberamtmann Gereke zu Helmstedt und dem Ökonomen 
Culemann in Königslutter sab spe rati bedeutende Ankäufe zu den damaligen 
sehr hohen Preisen ab, die am 18. November ohne weiteres genehmigt wur- 
den. Dennoch ward am 19. November in aller Frühe auf Anregung Jacobs- 
sohns die Frage beraten, ob es nicht zweckmässiger sei, die Lieferung unter 
Vermittlung Jacobssohns an einen Lieferanten zu vergeben. Am Nachmit- 
tage ward die Beratung fortgesetzt, aber ohne Henneberg, der schon am 
Morgen ein ausführliches Votum zugunsten der Lieferung in natura einge- 
reicht hatte. Vor allem führte er ins Feld, dass ja ein grosser Teil des Ver- 
langten schon angekauft sei, also doppelte Kosten entstehen würden, wenn 
man nun noch die Lieferung verakkordiere; ferner, dass man durch eine 
solche Massnahme den Vorteil preisgeben werde, künftige Forderungen von 
Naturalien mit dem Hinweis auf die gänzliche Erschöpfung der Vorräte ab- 
zuwehren. Allein Jacobssohns Andeutungen hatten die übrigen Mitglieder 

^) Am 10. November rückte er mit dem grössten Teile des Detachements wieder ab. 
*) Nach Anzeige Bissons, die das Ministerium am 19. Nov. den Ständen mitteilte, sollten 
schon am 26. Nov. 1200 Mann Kavallerie und Infanterie eintreffen. 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 I83 

des Ausschusses schon so sehr für seinen Vorschlag eingenommen, dass Henne- 
bergs Gegengründe nichts vermochten. Vielmehr wurde Jacobssohn auf ein- 
stimmigen Beschluss zu näherer Verhandlung schriftlich eingeladen, worauf 
er sofort zur Stelle war. Er erklärte, er wolle das Vertrauen des Schatzkolle- 
giums nicht zu seinem Privatvorteile benutzen und habe das empfangene 
Schreiben alsbald an den Gouverneur weitergesandt, damit dieser dem In- 
specteur Rehns, dem die Lieferung zu übertragen sein werde, die erforder- 
lichen Weisungen erteilen könne. Da erst noch die Antwort des Gouverneurs 
auf die Bitte des Ministeriums um einigen Nachlass abgewartet werden 
müsse, so möge man mit Rehns zunächst nur eine allgemeine Abmachung 
treffen. Es sei, wie er vertraulich bemerken wolle, bei der Forderung nicht 
auf Naturalien, sondern nur auf Geld abgesehen. Gehe man darauf ein, so 
würden die Preise für das Geforderte sehr massig bestimmt werden, ausser- 
dem werde man sich statt 800 Wispel Weizen nur 700, statt 1000 Roggen 
nur 700, statt 1500 Hafer nur 1200, statt 10000 Zentner Stroh nur 6000, 
statt 12000 Heu nur 10000 bezahlen lassen. Allerdings müsse das Schatz- 
kollegium sich ausbedingen, dass ihm vor der Zahlungsleistung vom Gouver- 
neur und Intendanten über richtige Lieferung aller geforderten Naturalien 
quittiert, dass es gegen nachträgliche Forderungen von Naturalien wie auch 
von Fuhrleistungen oder Vergütung dafür sicher gestellt und dass die Zah- 
lung auf bestimmte, nicht zu nahe Termine angesetzt werde. Nach diesen 
Darlegungen Hess Jacobssohn den vorerwähnten Rehns kommen. Dass er 
Jude sei, hatte jener ausdrücklich gesagt, nicht aber, was es mit seinem Titel 
Inspecteur auf sich habe; vermutlich war kein wirkliches Amt damit verbun- 
den, sondern es sollte lediglich dem der französischen Armee dienstbaren 
und unentbehrlichen Lieferanten, der sie, wie viele andere Glaubensgenossen 
desselben Berufs, nach Deutschland begleitet hatte, ein offizielles air dadurch 
gegeben werden. Rehns erklärte, er wolle die Lieferung übernehmen, welche 
Quantitäten immer gefordert würden, er wolle auch die gewünschte Quittung 
Bissons und Darus, sowie die Garantieen gegen weitere Forderungen ver- 
schaffen und sich mit den massigen Preisen .von 70 Tim. für den Wispel 
Weizen wie Roggen, von 25 Tlrn. für Hafer und von i Tlr. für den Zentner 
Stroh oder Heu begnügen (wozu zu bemerken ist, dass bei Hennebergs 
Ankäufen die Durchschnittspreise für Weizen, Roggen und Hafer bzw. 80, 
72 und 32 Tlr. betragen hatten). Hiernach berechnete Rehns, indem er die 
schon von Jacobssohn ins Feld geführten Ermässigungen der ursprünglichen 
Sätze gleichfalls mit grosser Bestimmtheit in Aussicht stellte, den Gesamt- 
preis der Lieferung auf 144000 Tlr. Davon solle ihm ein Viertel bei Aus- 
händigung der mehrgedachten Quittung, die übrigen drei Viertel je nach }0, 



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184 HEINRICH MACK 

60 und 90 Tagen vom Datum der Quittung an gezählt entrichtet werden. 
Das Schatzkollegium bekundete sein Einverständnis mit diesen Bedingungen, 
worauf Rehns verhiess, die erforderlichen Zusicherungen des Gouverneurs 
erwirken zu wollen. Allein so glatt, wie man nach seinen Reden hätte glau- 
ben sollen, ging die Sache denn doch nicht von statten. Am nächsten Tage 
(20. Nov.) erschien Jacobssohn wieder in der Sitzung des Ausschusses und 
trug vor, Bisson habe ihn gestern zu sich berufen und in sehr harten Worten 
seinen Tadel darüber ausgesprochen, dass jenem Hoffnung auf Herabsetzung 
der geforderten Mengen und eine spezialisierte Quittung gemacht worden 
wäre; zur Ausstellung einer solchen werde er sich nie verstehen, sondern 
nur ganz allgemein bescheinigen, dass der fraglichen Requisition Genüge 
geschehen sei. Jacobssohn fügte hinzu, das die Lieferung anordnende Schrei- 
ben nenne selber keine Zahlen und das beigelegte Verzeichnis der einzelnen 
Posten sei derartig formlos (absque die et consule^ auch deutsch, nicht etwa fran- 
zösisch) abgefasst, dass es nicht gegen den Aussteller werde gebraucht werden 
können. Dem liege natürlich eine leicht erkennbare Absicht zugrunde, und 
er könne versichern, dass auf das abgegangene Gesuch um Verringerung der 
einzelnen Ansätze nie eine Antwort erfolgen werde. Er müsse deshalb zur 
Entscheidung des Schatzkollegiums verstellen, ob man auf die ausführliche 
Quittung verzichten oder die Verhandlungen abljrechen wolle. In Anbetracht 
dieser Eröffnungen wurde beschlossen, vorerst keine weiteren Schritte in der 
Sache zu tun. Doch die Franzosen sorgten schon dafür, dass sie nicht ins 
Stocken geriet. Bereits am 19. November hatte Daru vom Ministerium auf 
den 20. Nachricht über die Vorkehrungen verlangt, die zur Beschaffung der 
angeforderten Naturalien getroffen seien. Das erfuhren natüriich auch Rehns 
und Genossen, und alsbald stellte sich, wahrscheinlich bei Henneberg, der 
Braunschweiger Lippmann Jüdel ein, um zur Wiederaufnahme der ab- 
gebrochenen Verhandlungen aufzufordern. Unter dessen Vermittlung wurde 
nun am 21. von Henneberg, der inzwischen seinen Widerspruch zurückge- 
zogen hatte, mit Rehns zu folgenden Bedingungen abgeschlossen: gegen 
Zahlung von 144000 Tlrn. C-M. solle dem Lande nicht nur die Forderung 
vom 17. d. M. gänzlich erfassen und die Lieferung der Naturalien für die 
einrückenden Truppen vom Gouvernement geleistet, sondern von diesem jetzt 
auch die Verpflegung der in der Stadt einquartierten Dragoner, wofür bisher 
1900 Tlr. wöchentlich aufgewendet seien, übernommen werden; das Gou- 
vernement solle ferner bescheinigen, dass der Requisition Genüge geschehen 
sei, und innerhalb acht Tagen danach das erste, nach weiteren 20 Tagen das 
zweite und nach weiteren 40 Tagen das letzte Drittel der vereinbarten 
Summe abgezahlt werden. So fand der Vertrag die Genehmigung des Schatz- 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 185 

koUegiums, ward aber nachdem noch einigermassen abgeändert. Denn als 
Ende des Monats Jacobssohn sein erstes grosses Darlehnsgeschäft mit den 
Ständen machte, verpflichtete er sich u. a., wie wir schon wissen^), sofort die 
ganze Forderung des Rehns zu berichtigen, der sich infolgedessen mit 1 30000 
Tlrn. Gold begnügte. Leider melden die Akten nichts darüber, was aus dem 
Gelde geworden ist. Soviel aber können wir nach dem dargelegten Verlaufe 
der Verhandlungen trotzdem mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass keines- 
wegs die volle Summe zur Verpflegung der Truppen verwandt, vielmehr ein 
beträchtlicher Teil in die Taschen des Gouverneurs und seiner Kumpane 
geflossen sein wird. Das ist um so wahrscheinlicher, als die 1 200 Mann In- 
fanterie und Kavallerie, für deren Bedürfnisse die Lieferung zunächst ange- 
fordert war, weder am bezeichneten Tage, dem 26. November, noch auch 
später kamen, statt ihrer vielmehr lediglich ein Detachement des 1 . Bataillons 
vom Regimente Grossherzog von Berg eintraf. Und mehr noch werden wir 
in unserm Verdachte dadurch bestärkt, dass im Konzept einer wohl anfangs 
1808 auf Verfangen der Franzosen gefertigten Zusammenstellung der Liefe- 
rungen der Passus über die in Rede stehende durchstrichen und am Rande 
von Henneberg dazu bemerkt ist: »Dieses fällt ganns aus.« 

Das eben erwähnte Einrücken Grossherzoglich Bergischer Truppen gab 
zur nächsten Lieferungsforderuog Anlass: wie vorher die Dragoner, so soll- 
ten jetzt auch die neuen Ankömmlinge equipiert werden. Am 9. Dezember 
bestätigten Ministerium und Stände einen Vertrag des Kriegsrats v. Kalm 
mit Rehns, wonach dieser die Besorgung der Sache für 24000 Tlr. über- 
nahm; zugunsten des Vertrages wurde geltend gemacht, dass durch ihn 
mindestens 8000 Tlr. erspart werden würden. Am 16. Dezember wurde eine 
Zahlung von 8000 Tlrn. aus der Landrentereikasse an Rehns bewilligt. Die 
übrigen 16000 Tlr. blieben dagegen unbezahlt, ja Rehns erstattete sogar An- 
fang März 1807 1813 Tlr. zurück, so dass diese laut Quittung vom 21. De- 
zember 1806 tadellos ausgeführte Lieferung insgesamt nur 6187 Tlr. erfor- 
dert hatte. Wodurch die auffallende Ermässigung verursacht wurde, lässt 
sich nicht sagen. 

Wir kommen nun zu der grossen Pferdelieferung, von der, weil sie von 
vornherein zur Anrechnung auf die Kontribution bestimmt war, schon im 
vorigen Abschnitte sehr viel die Rede gewesen ist*). Trotzdem müssen wir 
hier nochmals auf sie eingehen, denn auch ihre Geschichte enthält manchen 
charakteristischen Zug. Am 23. Dezember wurde der Ausschuss von dem 
kaiseriichen Dekrete, das dem Lande diese Lieferung, bekanntlich }oo Jäger- 
und ebensoviele Artilleriepferde, auferfegte, in Kenntnis gesetzt. Man be- 

*) s. 0. S, 160. •) s. 163 ff. 



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l86 HEINRICH MACK 

schloss, die Pferde von den Untertanen direkt stellen zu lassen und bestimmte, 
dass Musterung und Abschätzung der Tiere vom 9.— ii. Januar auf dem 
Schlossplatze stattfinden solle. Kurz vorher, am 7. Januar abends, zeigte 
Henneberg seinen Mitständen an, der vom Ministerium mit Abschätzung der 
Pferde beauftragte Oberamtmann Schwarz aus Wendhausen sei bei ihm ge- 
wesen und habe ihm über eine Unterredung mit dem Inspektor Rehns Be- 
richt erstattet. Danach habe Rehns gesagt, wahrscheinlich würden von den 
zur Musterung kommenden Pferden viele als unbrauchbar ausgeschlossen 
werden, da die Untertanen gewiss die schlechtesten oder wenigstens nicht 
die besten gewählt haben würden, vermutlich auch vielfach zu kleine, weil 
bei Angabe der Grösse nicht bemerkt worden sei, dass es sich um Pariser 
Mass handle, das weit grösser sei als das braunschweigische. Hätte man sich 
an ihn gewandt, so würde er zur Übernahme der Lieferung bereit gewesen 
sein, sei es sogar auch jetzt noch, indem er sich erbiete, von den Musterungs- 
pferden 300 zu übernehmen, wenn ihm für jedes 4 Pistolen Zuschuss be- 
zahlt werden würden, die andern 300 aber gegen Zahlung von 20 Pistolen 
für das Stück selber zu beschaffen. Sodann werde er eine Quittung des 
Gouverneurs über die richtig geleistete Lieferung beibringen und erwirken, 
dass der Receveur für jedes Pferd 32 Pistolen, insgesamt also 96000 Tlr. 
Gold, von der Kontribution absetze. Henneberg zeigte, dass man durch sol- 
chen Vertrag mindestens 30000 Tlr. gewinnen würde, weil die wirkliche 
Ausgabe höchstens 66000 Tlr. (6000 Tlr. Zuschuss an Rehns + 30000 Tlr. 
Kaufgelder an denselben + höchstens 30000 Tlr. Kaufgelder an die Unter- 
tanen) betragen werde; ausserdem würde man dabei die sehr hohen Kosten 
für den Transport der Pferde nach Potsdam ersparen. Die Musterung ver- 
lief, wie Rehns es vorausgesagt hatte, v. Wolffradt schreibt darüber seinem 
Freunde am 10. Januar: »Es kommen zum Theil 18jährige Pferde und wahre 
Geländer an.« Nur 53 Stück wurden angenommen. Demnach schien es ge- 
raten auf die Rehnsschen Bedingungen einzugehen, doch stellte sich die 
Weigerung der Franzosen, diese anzuerkennen, hindernd in den Weg. Es 
wurde also weiter verhandelt und am 13. Januar dem Schatzkollegium mit- 
geteilt, dass Rehns oder ein von ihm Substituierter die Lieferung zum Preise 
von 22 Pistolen für das Pferd übernehmen werde, wogegen das Stück mit 
25 Pistolen auf die Kontribution zur Anrechnung kommen würde; 1 0000 Tlr. 
würden als Vorschuss gefordert. Am 14. Januar wurde dann mit dem Kais. 
Französischen Garde-Magasin Cerf Salomon (man beachte auch hier wieder 
den Amtstitel des jüdischen Lieferanten!) folgender Vertrag geschlossen. 
Salomon leistet die Lieferung in acht bis spätestens vierzehn Tagen zum 
Preise von 23 Pistolen für das Pferd; er übernimmt die bereits gelieferten 



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* FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 ^^7 

5 ) Stück, während er die fibrigen möglichst aus dem Lande herbeischaffen 
wird, wobei er seitens der Stände zu unterstützen ist; er besorgt den Trans- 
port der Pferde nach Potsdam auf seine alleinige Kosten und Gefahr, er er- 
hält sofort 2000 Louisd'or, den Rest zwanzig Tage nach Einlieferung der 
Quittung des Gouverneurs; für pünktliche Erfüllung des Vertrages durch 
Salomon verbürgt sich Rehns. Aber auch mit diesem Abkommen waren die 
Franzosen noch nicht völlig einverstanden. Ihrem Verlangen gemäss wurde 
in einer Neuausfertigung, die, obwohl erst am 19. Januar beschlossen, doch 
wieder vom 14. datiert ward, die Amtsbezeichnung Cerf Salomons fortge- 
lassen, ausserdem der Preis für das Pferd auf 25 Pistolen bestimmt; dieser 
Satz sollte, wie die Franzosen erklärten, auch für die Anrechnung auf die 
Kontribution bindend sein. Hiemach scheint es, als ob der von Rehns den 
Ständen anfänglich in Aussicht gestellte Profit in Gestalt eines den wirklichen 
Preis der Lieferung übersteigenden Abzuges von der Kontribution vereitelt 
worden wäre, aber es scheint auch nur so. Denn der Vertrag fand seine Er- 
gänzung in einem gleichfalls vom 14. Januar datierten Reverse, worin Rehns 
versprach, sich vom Gesamtpreise der Lieferung 9000 Tlr. Louisd'or abziehen 
lassen zu wollen. Also Ceif Salomon war bloss ein vorgeschobener Statist, 
Rehns nach wie vor der eigentliche Macher. Vor allem aber: die Lieferung, 
die den Ständen mit 75000 Tlrn. Gold auf die Kontribution angerechnet wer- 
den sollte, sie sollte ihnen tatsächlich nur 66000 Tlr. Gold kosten. Das heisst: 
die französischen Autoritäten machten sich nichts daraus, ihren Kaiser zu be- 
trügen, natürlich aus schnöder Habsucht. Die Summe von 66000 Tlrn. muss 
also von Rehns so kalkuliert gewesen sein, dass darin ausser den Unkosten 
für Beschaffung der Pferde sein eigner Nutzen und dazu der BetrOgerprofit 
für Bisson, Daru und Konsorten steckte. Übrigens war diese eigenartige Kür- 
zung des Preises zugunsten der Stände fast die einzige von all den ge- 
troffenen Abmachungen, die wirklich erfüllt wurde. Statt, wie Cerf Salo- 
mon versprochen hatte, in vierzehn Tagen erledigt zu werden, zog sich die 
Lieferung der Pferde bis Ende März hin^). Statt mit 25 wurde das Pferd nur 
mit 22 V« Pistolen vom Lieferanten berechnet und von der Kontribution ab- 
gesetzt. Statt vom Lieferanten wurden die ganzen, sehr beträchtlichen Trans- 
portkosten von der Landrenterei und der Proviantkasse getragen. Insgesamt 
wird die Lieferung — genaues lässt sich nicht darüber sagen — dem Lande 
etwa 63 000 Tlr. Gold gekostet haben, so dass dieses, da sie mit 67 500 Tlrn. 
auf die Kontribution in Anrechnung kam, einen Vorteil von rund 4500 Tlrn. 

^) Ausser den 53 bei der Musterung im Januar für gut befundenen stellte die Land- 
schaft noch 24 weitere Pferde m natura, zusammen also 77, von denen aber in Pots- 
dam 7 als untauglich zurückgewiesen wurden. 



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l88 HEINRICH MACK 

dabei gehabt haben mag. Die Bezahlung des Lieferanten erfolgte in mehreren 
sehr verschieden grossen Raten, deren letzte im Betrage von 6000 TIrn. erst 
am 5. Mai angewiesen wurde, aus den Barmitteln der Stände. Jacobssohn 
hatte sich das anders gedacht. Am 1 4. Januar hatte er nämlich erklärt, er 
hoffe Rehns zur Annahme von 50000 TIrn. Metternichscher, Badischer und 
Darmstädtischer Obligationen zum Kurse von 75^/0 bestimmen zu können, 
und sich erboten, diese Obligationen bei 3^/0 Provision im Umtausch gegen 
den gleichen Nennbetrag vierprozentiger landschaftlicher Obligationen zu 
beschaffen. Doch hatte er kein Glück mit seinem Plane gehabt, denn Rehns 
wollte die fremden Obligationen nur mit 70^/0 in Zahlung nehmen, und das 
hatte Hennebergs entschiedenem Widerspruche gegen Jacobssohns Angebot 
zum Siege verholfen. 

Kaum waren die Verhandlungen mit Rehns und Cerf Salomon wegen 
dieser Lieferung zum Ziele gelangt, so begann schon eine neue zu spuken. 
Unterm 24. Januar bewarb sich die Firma Crelinger, Benjamin & Co. zu 
Erfurt in einem Briefe an Henneberg um den braunschweigischen Anteil an 
den Lieferungen, die für ein in Magdeburg anzulegendes Reservemagazin 
ausgeschrieben werden würden; sie bemühe sich, die Aufträge sämtlicher 
Kontribuenten zu erhalten, um möglichst billig liefern zu können. Henneberg 
hatte erwidert, da Braunschweig noch keine Auflage bekommen habe, ver- 
möge man auf das Angebot nicht einzugehen, doch ward dieses im Februar 
wiederholt, unter genauer Angabe dessen, was der Harzdistrikt und das Für- 
stentum Blankenburg würden leisten müssen, und mit bestimmten Preisfor- 
derungen. Allein erst am 18. März wurde dem Ausschusse die für das Mag- 
deburger Magazin verlangte Lieferung offiziell bekannt gemacht, die sich dann 
bald darauf in eine solche nach Erfurt verwandelte. Sie umfasste alle Ge- 
treidesorten, Reis, Hopfen, trocknes Gemüse, Salz, Wein, Branntwein, Essig, 
Heu, Stroh, Holz und Schlachtvieh und wurde am 24. März — doch nur, 
soweit die Braunschweig-Wolfenbüttelschen Landesteile in Frage kamen, 
denn das Fürstentum Blankenburg schloss einen Sondervertrag ab -— an die 
Firma Crelinger & Co. für eine feste Summe^) vergeben. Diese verrin- 
gerte sich dadurch, dass ^/s der Lieferung erlassen wurden und die Firma 
nachträglich einen Rabatt von 4^/0 bewilligte. Doch kam dann wieder der 
Preis für zehn Ochsen hinzu, die erst im Juli angefordert wurden, als die 
Hauptiieferung schon mehrere Wochen erledigt war. So erhielten die Liefe- 
ranten im ganzen 8519 Tlr. in Preussischem Gelde = 7J51 TIr. in Golde. 

*) Nach der Zusammenstellung der Lieferungen von Anfang 1808 20478 Tlr., nach 
einer Angabe vom 18. April 1807, die Firma habe Vs mit 3038 Tim. Preuss. Münze (= 
2623 Tlr. Gold) bezahlt erhalten, weit weniger. 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 189 

Ende Mai wurde dann dem Lande die zweite grosse Pferdelieferung auf- 
erlegt, die wie die erste auf die Kontribution in Anrechnung kam. Anfäng- 
lich ging die Forderung dahin, zu einem von den okkupierten Ländern zwi- 
schen Weser und Elbe zu errichtenden Dragonerregimente sollten aus dem 
Braunschweigischen 250 Mann und 250 Pferde gestellt werden, letztere 
schon innerhalb zehn Tagen. Aber weiterhin war von der Stellung der Mann- 
schaften gar nicht mehr die Rede und bezüglich der Pferde wurde angeord- 
net, dass 60 Kürassier-, 70 Dragonerpferde und 1 20 solche für leichte Ka- 
vallerie sein sollten. Die Lieferung ward dem Pferdehändler Bodenstedt aus 
Peine und seinem Associö Eike aus Langenhagen übertragen und in dem 
Kontrakte vereinbart, der Preis solle das Mittel aus den Taxen zweier Sach- 
verständigen sein, von denen einen Ministerium und Schatzkollegium, einen 
der Intendant Daru ernennen würde. Bodenstedt & Eike begannen am 
9. Juni zu liefern, konnten aber ihrer Verpflichtung nicht voll nachkommen, 
so dass — wahrscheinlich Ende Juni — die Lieferung der schliesslich noch 
fehlenden 35 Kürassier- und 36 Dragonerpferde zum Preise von 20 bzw. 
1 8 Pistolen fürs Stück an die Braunschweiger StaefFe & Brandes vergeben 
werden musste, die auch schon Rehns bei seiner Pferdelieferung unterstützt 
hatten. Am 6. Juli wird erwähnt, dass StaefTe & Brandes ihre Pferde gestellt 
hätten und dafür bezahlt seien^). Wenige Tage darauf erhielten auch Boden- 
stedt & Eike ihre letzte Rate. Die Summe von 101 254 frcs. 40 cts., die für 
diese Lieferung von der Kontribution abgezogen wurde, ist das mindeste, 
was die Landstände wirklich dafür bezahlt haben. 

Als dritte und letzte Lieferung, die auf die Kontribution angerechnet 
wurde, kennen wir die Schuhlieferung zu 100 000 frcs., die am 18. Juni, 
wo zuerst von ihr die Rede ist, bereits erledigt war. Zur Bezahlung des 
Lieferanten streckte Jacobssohn looooTlr. Gold gegen 4^/0 Zinsen und 
1 ®/o Provision bis Ende Juli vor, den Rest von 5 8 400 frcs. musste die Land- 
renterei zuschiessen. Dass es mit der rechtzeitigen Rückzahlung des Darlehns 
haperte, ist schon am Schlüsse des vorigen Abschnittes berichtet worden*). 

Wenige Tage nach der von Daru so hoch anerkannten völligen Tilgung 
der Kontribution, am 7. Juli, übermittelte der Intendant dem Ministerium 
eine vom 1 2. Juni aus Stettin datierte Forderung des ordonnateur en chef du 
Corps d Observation Morand. Danach sollten für ein auf Befehl des Marschalls 
Brune in Braunschweig zu errichtendes Magazin binnen 14 Tagen grosse 
Mengen von alleriei Proviant und Fourage geliefert werden. Daru erklärte 

*) Am I. September wurden ihnen noch 51 Pistolen nachgezahlt, um welchen Betrag 
jene 71 Pferde über den vereinbarten Preis hinaus taxiert worden waren. *) S. o. 

S. 180. 



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190 HEINRICH MACK 

dazu, er habe dem ordonnateur vorgestellt, dass die Belastung für das Land 
zu drückend sei, doch habe er ausser einer Fristverlängerung nichts erreicht 
und müsse deshalb empfehlen, für schleunige Lieferung des Geforderten 
nach Kräften zu sorgen; übrigens habe er sich — wir fügen gleich hinzu: 
ohne Erfolg — beim Generalintendanten dafür verwandt, dass die Kosten 
aus den ordentlichen Landesaufkünften^) bestritten werden dürften. Zwei Tage 
nachher zeigte er dann an, dass gewisse Stücke der Forderung erlassen wor- 
den seien und die anderen, nämlich Weizen, Roggen, Hafer, Schlachtvieh 
und Branntwein, teils nach Güstrow, teils nach Friedland geliefert werden 
sollten. Der Weizen, 3i5V«Zenter, der Roggen, 946V« Zentner, und die 
125 Berliner Wispel Hafer wurden den landschaftiichen Getreidevorräten 
entnommen, die 450 Zentner Schlachtvieh wurden an Staeffe & Brandes zu 
1 4 Tlrn. Münze für den Zentner vergeben — Rehns hatte 1 2 Ggr. mehr ge- 
fordert — , die 24 Oxhoft Branntwein an Dietrich Gerhard Krause zu 40 Tlrn. 
das Stück. Der Transport sollte nach einer Verheissung Darus von Provinz 
zu Provinz durch Kriegsfuhren bewerkstelligt werden, und in der Tat hören 
wir nichts von bedeutenden Kosten, die den Ständen für ihn erwachsen wären. 
Die Ablieferung erfolgte Ende Juli und im Laufe des August in Friedland 
und Demmin*), ging aber keineswegs glatt von statten. In den landschaft- 
lichen Akten finden wir einen hierauf bezüglichen Brief aus Demmin vom 
12. August, ^den der dortige hannoversche Kommissär, Amtsschreiber Meyer 
aus Beedenbostel, an Herrn v. Breymann auf Thiede gerichtet und dieser an 
den Minister v. Wolffradt übersandt hatte. Meyer schreibt: »Unglücklicher 
weise mein lieber Freund ! bin ich hier um als Commissair für das Hannover- 
sche unsere Magazin Vorräthe der i . Requisition abzuliefern. Bey dieser 
Gelegenheit erfahre ich, wie man mit dem eurigen umspringt. Am Korn soll 
viel gefehlt haben. 23 Ochshoft Brantewein sind zu 22 reducirt und diese 
22 sind versiegelt [!] und so schlecht gefunden, dass sie nicht angenommen 
werden. Eben komme ich bei einer Trift Ochsen vorbey. Der Treiber sagt 
mir, sie kämen vom dortigen Lande und es befinde sich kein Comissair 
dabey. Der Mensch war in grösster Verlegenheit — ich wollte mich seiner 
annehmen — die fr. Comissaire wollten es aber nicht zugeben. Man wird 
von dem allen die Folgen dort empfinden. Die erste Trift der Hannöv. Ochsen 
kam ehr als ich hier an. Sie war im Meklenburgischen durch 3 beeidigte 
Schlachter auf 29230 Pfd. gerichtlich taxirt und wurde hier zu 22 380 Pfd. 

^) Darunter sind hier offenbar die Einnahmen der herrschaftlichen Kassen veratanden. 
*) Vielleicht auch noch im September, denn am ^i. August forderte der Kriegskom- 
missär Delavigne zu Demmin von der braunschweigischen Regierung u. a. Lieferung der 
noch rückständigen 222 Zentner Schlachtvieh. Daru bezeichnete freilich Delavignes Schrei- 
ben als unmassgeblich. 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 I9I 

angenommen. Ist hier niemand, der sich darum bekümmert, für eine gute 
Aufnahme etwas verwendet, oder mit Leuten, die bereits in Connexion mit 
den Inspecteurs und Directeurs sind, Contracte macht, so kan man annehmen, 
dass es dem Lande das duplum kostet. Es thut mir leid, dass man dort noch 
nicht die Aufklärung hat.« Zu Meyers Angaben stimmt, dass nach den von 
Henneberg dem Ausschusse vorgelegten Abnahmeprotokollen der gelieferte 
Hafer wegen Verlusts durch »Krimpfmaasse« und Schadhaftigkeit der Säcke 
nur zu 90^/0 des Sollquantums anerkannt worden war; allerdings wurde durch 
den Transport verursachte Beschädigung der Hafer- wie Roggensäcke durch 
die Zeugnisse der Behörden verschiedener Orte, die die Fuhren passiert hatten, 
bestätigt. Von der Zurückweisung des Branntweins dagegen hören wir sonst 
nichts, ebensowenig davon, dass der Hafer- und etwaiger sonstiger Ausfall 
nachträglich hätten gedeckt werden müssen. 

Am Schlüsse seines vorerwähnten Briefes an v. Breymann hatte der Amts- 
schreiber Meyer seine guten Dienste angeboten, da neue grosse Requisitionen 
ausgeschrieben worden seien. Und in der Tat empfing Daru Ende August 
ein vom 1 1 . d. M. datiertes Schreiben Morands, durch das neuerdings von 
Braunschweig für die Truppen in Schwedisch-Pommern gefordert wurden 
je 600 Ztr. Weizen und Weizenmehl, je 1 200 Ztr. Roggen und Roggen- 
mehl, 36000 Scheffel Hafer, 500 Ztr. trockene Gemüse, .100 Ztr. Salz, 3000 
Finten Wein, je 18000 Finten Branntwein und Weinessig, endlich 2500 
Ztr. Schlachtochsen; davon sollte je ein Viertel am 25. August, 15. Septem- 
ber, I. und 15. Oktober geliefert werden. Das Ministerium setzte die Stände 
von dieser Requisition in Kenntnis mit dem Hinzufügen, der Intendant 
scheine es gern zu sehen, wenn deswegen mit dem Inspecteur Rehns abge- 
schlossen werde; das sei um so rätlicher, als man dann vielleicht einigen Er- 
lass erhoffen könne, auch die Kosten nicht so hoch werden würden wie bei 
eigener Lieferung. Rehns erhielt denn auch den Auftrag zum Freise von 
68000 Tim. Münze zugewiesen, wogegen er den Ständen grössere Quanti- 
täten Getreide zu leidlichen Freisen*) abzunehmen sich bereit finden Hess. 
Von jener Summe kamen demnächst 8437 ^^^' *" Abzug, da die Haferliefe- 
rung zu drei Vierteln erlassen wurde, doch ward diese Ersparnis durch un- 
erwartete Ausgaben ziemlich wett gemacht. Abermals nämlich vollzog sich 
die Lieferung unter allerlei Missgeschick. Das Getreide wurde von anhalten- 
dem Regen durchnässt. Viele Tonnen und Fässer erlitten starke Beschädi- 
gungen, so dass der Inhalt zumteil verloren ging. Im Oktober blieb ein 
nach Demmin bestimmter Transport von 120 Wagen in Farchim liegen, weil 

^) 200 Wispel Weizen ä 62 Tir., 200 desgl. ä 65 TIr., 200 Roggen ä 41 TIr., 150 
Hafer k 22 TIr. 



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192 HEINRICH MACK 

die Mecklenburger die unentgeltliche Stellung der zur Weiterbeförderung 
nötigen Pferde und Wagen verweigerten; es musste deshalb der Kapitän 
Culemann, mit einer grösseren Summe Geldes versehen, nach Mecklenburg 
entsandt werden, um die Stockung zu beseitigen. Unter solchen Umständen 
wurde im November mit Rehns weiter vereinbart, dass er gegen einen Zu- 
schuss von 6000 Tlrn. den Transport des noch nicht beförderten Teils der 
Lieferung zu besorgen und zugleich für etwaigen Ausfall an den schon ab< 
gefertigten Sendungen einzustehen übernahm. 

Noch ehe man der Sorgen um diese Lieferung ledig war, kam Anfang 
November von Daru die Anzeige, dass dem Königreiche Westfalen die Lie- 
ferung von loooo Stück Hornvieh zu je 3 Ztr. auferlegt worden sei, wovon 
auf Braunschweig 32} Stück entfielen, zu liefern in drei Raten, die erste 
schon in zehn Tagen. Wieder wurde mit Rehns abgeschlossen, der nach an- 
fänglicher Forderung von 60 Tlrn. sich schliesslich mit 52 Tlrn. für das Stück 
begnügte, freie Lieferung an den Bestimmungsort inbegriffen. Gleich nach- 
her ward jedoch die Auflage als nicht mehr nötig erlassen und der Kontrakt 
mit Rehns aufgehoben, ohne dass dieser eine Entschädigung beansprucht 
hätte. Doch bot sich bald die Gelegenheit, ihm einen kleinen Ersatz zuzu- 
wenden. Denn am 10. November eröffnete Daru dem Ministerium, dass der 
von Malraison bei der Okkupation des Landes im Oktober 1 806 vorgefun- 
dene Magazinvorrat an Roggenmehl, Hafer, Heu und Stroh nach Mag- 
deburg geliefert werden solle: offenbar wollten die Franzosen dem Lande 
noch möglichst viel abpressen, ehe sie es aus den Krallen fahren Hessen. Das 
Ministerium erhob den Einwand, jener Vorrat sei von den französischen Trup- 
pen selber verbraucht worden, predigte aber natürlich tauben Ohren; es 
wurde also der grösste Teil des Geforderten für 1381 Tlr. an Rehns ver- 
geben, nur ein Quantum Hafer im Werte von 540 Tlrn. aus dem eigenen 
Vorrate der Stände beschafft. Am 30. November ging alles nach Magdeburg ab. 

Eine besondere Stellung nehmen, wie schon wiederholt angedeutet, unter 
den Lieferungsausgaben die Summen ein, die für die auf der grossen Mili- 
tärstrasse durch das Herzogtum marschierenden Truppen aufgewendet wer- 
den mussten. Am 17. April 1807 schreibt v. Wolffradt an den Landdrosten 
V. Schrader: »Meine Noth ist unbeschreiblich. Vom 20. an geht die Militair- 
Strasse über hier. Von Cassel nach Halberstadt geht's über Dransfelde, Nord- 
heim, Seesen, Lutter (a. B.), Braunschweig, Rockein (d. i. Rocklum). Unbe- 
greiflich; ein wahrer Triangel^)! Des Gouverneurs Vorstellungen dagegen 

^) Als Grund für die Wahl dieses Umweges gab Rivaud Wolffradt gegenüber später 
an, tder Kayser wolle ausdrücklich, dass die Truppen über Braunschweig gingen, um sich 
in der Stadt besser zu pflegen und zu erhohlen« (v. W. an v. Sehr. 1807 Mai i i). 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 I9} 

haben nichts geholfen. Das arme Blankenburg^) wird nun durch unsre Noth 
erlöset.« Jeder Etappe wurde ein bestimmtes Gebiet in ihrem Umkreise, ein 
Arrondissement, zugewiesen, auf das die Etappenkosten verteilt wurden. So 
bemerkt v. WolfTradt am 2 1 . April : »Seesen und Lutter bekommen jedes ein 
Arrondissement von 6 Stunden in der Runde, im Hildesheimschen und Han- 
noverschen.« Die im Halberstädtischen belegene, aber fast ringsum von 
braunschweigischem Gebiete umgebene Etappe Rocklum erhielt dement- 
sprechend ein grösstenteils braunschweigisches Arrondissement. Die Kosten- 
verteilung verursachte viele Scherereien und Missbelligkeiten. WolfTradt nennt 
am 27. April unter den Mühsalen, die mit der Militärstrasse verknüpft seien, 
»die Verabredungen mit Hildesheimern und Halberstädtern, die noch billig, 
und mit Hannoveranern, die wahre Heiden und Juden sind.« Und in einem 
Briefe vom 11. Mai heisst es: »Die Hannoveraner weigern sich durchaus zum 
Arrondissement von Seesen beyzutragen, nachdem wir 4 Monath lang nebst 
Wernigerode zu dem von Elbingerode "/12 beygetragen*). Der Gouverneur 
ist darüber indignirt und behandelt sie, wie sie es verdienen.« Zum 25. Mai 
wurden statt Lutter a. B. Salzgitter und statt Rocklum Hessen Etappenörter. 
Die zweite Änderung brachte den Vorteil mit sich, dass von den Lasten dieser 
Etappe nunmehr zwei Drittel auf preussische Ortschaften und nur ein Drittel 
auf braunschweigische entfielen, während es vorher umgekehrt gewesen war. 
Das war aber auch auf lange der einzige Lichtblick. Erst am 5 1 . Oktober 
zeigte Rivaud dem Ministerium an, vom 5. November ab werde die Etappen- 
strasse von Berlin nach Mainz über Leipzig, Erfurt, Fulda und Frankfurt 
gehen. Dessenungeachtet fanden auch nach dem genannten Tage noch recht 
bedeutende Durchmärsche statt, und insbesondere die Etappe Hessen scheint 
noch bis in den Januar 1808 hinein stark belastet gewesen zu sein. Die Ge- 
samtzahl der Truppen, die in dieser schlimmen Zeit durch unser Land mar- 
schierten, ist nirgendwo angemerkt; immerhin können wir uns auch nach den 
gelegentlich erwähnten Teilzahlen einen guten Begriff von der Massenhaftig- 
keit der unerwünschten Gäste machen. Am 15. Mai') gibt v. Wolffradt die 
Zahl der Truppen, die — offenbar seit Verlegung der Militärstrasse, also seit 
Ende April — über Braunschweig marschiert seien — auf 1 8 000 und darüber 
an; vom 16. bis 24. Mai wurden im Arrondissement Rocklum 15625 Mann 
einquartiert und verpflegt, vom i. bis 15. Juli im Seesener Arrondissement 

^) Bis dahin war die Route weiter südlich über Heiiigenstadt, Elbingerode und durchs 
Fürstentum Blankenburg gegangen. Am 15. Mai schreibt Wolffradt, durch Blankenburg 
seien 47000 Mann passiert. Was dem Fürstentume daraus für Kosten erwachsen sind, 
wissen wir nicht, wie überhaupt dessen Leistungen während der Okkupationszeit einst- 
weilen sehr im Dunkeln bleiben. *) Ausgaben der Landrenterei dafür lernen wir nicht 
kennen. *) Nicht am 15. März, wie im Brschw. Magazin 1897, S- i^i Anm. 26 steht. 

Bnnnschw. Jahrbuch VII. I ^ 



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194 HEINRICH MACK 

4938 Mann, ebenda vom 22. April bis zum 31. Mai 34426, bis zum 1 5. Juli 
53437 Mann^). Natürlich konnten die betroffenen Bezirke all den Anforde- 
rungen, die zu Gunsten der durchrückenden Truppen an sie gestellt wurden, 
lediglich aus eigener Kraft nicht genügen, sie waren vielmehr auf nachdrück- 
liche Unterstützung durch den Staat angewiesen. Dabei spielten gelegentliche 
Sendungen von Naturalien, nämlich Hafer, Roggen und Roggenmehl, aus den 
Proviantmagazinen eine ziemlich geringfügige Rolle. Sehr beträchtlich waren 
jedoch die Summen baren Geldes, die aus der Landrenterei je nach Bedarf 
den eigenen Kommissarien in den braunschweigischen, den fremden in den 
nichtbraunschweigischenEtappenörtern Übermacht wurden. Die Etappe Seesen 
erhielt gemeinsam mit der Etappe Lutter bis zum 2 1 . November 1 807 gegen 
28600 Tlr., dazu rund 4200 Tlr. in Naturalien, Salzgitter bis zum 27. No- 
vember etwa 9000 Tlr., Rocklum ausser 80 Zentnern Mehl und 4 Wispeln 
Roggen für die Gemeinden Hessen, Semmenstedt, Gross- und Klein-Winnig- 
stedt bis zum 14. Mai 3800 Tlr., Hessen bis zum 22. Januar 1808 gut 28000 
Tlr., diese Etappen zusammen also einschliesslich der erwähnten Naturalien 
etwa 74000 Tlr. C.-M. Die Bargeldsendungen scheinen der Hauptsache nach 
teils zur Auszahlung sogenannter Vergütungsgelder*) an die Untertanen, teils 
zur Befriedigung des uns schon genugsam bekannten Lieferanten Rehns ver- 
wendet zu sein, der, unter eignem Namen oder durch seinen Handlanger 
Salomon Cerf vertreten, für alle Etappen die Fourage d. h. Heu, Hafer und 
Stroh, in Braunschweig auch den Branntwein und vorübergehend auch das 
Brot lieferte. Wissen wir für die übrigen Etappen die Höhe der 2^hlungen 
an ihn nicht, weil dort diese Ausgabe mit den andern vermengt auftritt, so 
ist dagegen für Braunschweig, wo die Vergütungsgelder überhaupt nicht oder 
wenigstens nicht aus der Landrenterei bezahlt wurden, Monat für Monat der 
Betrag der Rehnsschen Forderung genau angegeben. Danach erhielt er für 
von Mai bis November in Braunschweig gelieferte Rationen und Portionen, wie 
der Ausdruck in den Protokollen lautet, etwa 58000 Tlr., eine Summe, die 
sich aus Posten von 3437 Tlrn. (für den November) bis 13 189 Tlr. (für 
den August) zusammensetzt. Für den Dezember liquidierte er 3646 Tlr. 
und bekam sie auch wohl, wenngleich die Zahlungsordre für diesen Posten 
nicht nachweisbar ist. Erkleckliches war endlich für die Militärlazarete in 
Braunschweig und Wolfenbüttel aufzubringen, nachdem der Kaiser befohlen 

*) Im Tagebuche der Albertine Müller (s. Brschw. Mag. 1897, S. 181) wird berichtet, 
vom 15. Oktober 1806 bis zum 5. November 1807 seien durch die Stadt Braunschweig 
gekommen 4510 Offiziere, 98706 Unteroffiziere und Gemeine. •) Für den General 

wurden 2 Tlr., für sonstige Offiziere i Tlr., für Unteroffiziere und Gemeine 8 Ggr., seit 
Mitte Juni (?) 10 Ggr. gezahlt. 



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FRANZÖSISCH^ OKKUPATION 1806/07 I95 

hatte, dass deren Kosten nicht mehr aus der Kriegs-, sondern aus der Land- 
rentnereikasse bestritten werden sollten ^). So erwuchsen auf dieses Konto für 
die Zeit vom August 1807 bis Ende des Jahres mindestens 12500 Tlr. Aus- 
gaben. Bringt man diese Hospitalkosten hier mit in Anrechnung — und 
man darf das mit bestem Rechte tun, da sie ganz oder fast ausschliesslich 
kranken und verwundeten französischen Soldaten zu gute kamen, die der 
Durchmarsch nach Braunschweig geführt hatte — , so beläuft sich der Zu- 
schuss des Landes zu den Kosten der Militärstrasse auf ungefähr 1 5o~-i6oooo 
Tlr. Es ist das der grösste Posten der eigentlichen Lieferungsausgaben, deren 
Aufzählung wir damit abschliessen. Ihre Gesamtsumme dürfte unter Einrech- 
nung der nicht erwähnten kleineren Posten, aber unter Abzug der auf die 
Kontribution angerechneten Beträge mit 450000 Tlrn. Münze (= rund 
1 745000 frcs.) nicht zu hoch angegeben werden. 

Es gilt nun noch von den Leistungen zu sprechen, die dem Lande zu 
Gunsten einzelner Personen auferiegt wurden. Auch sie setzen gleich nach 
vollzogener Okkupation ein. Am 10. November mussten beim Fortgange des 
Obersten Barthelemy, des Begleiters Malraisons, dessen Diäten oder frais de 
reprisentation mit 600 Tlrn. Gold für vierzehntägigen Aufenthalt bezahlt 
werden, im Dezember die frais der Offiziere von den Bergischen Truppen 
mit 350 Tlrn. Die Haus- oder richtiger Hofhaltungen des Gouverneurs und 
des Intendanten wurden von Anfang an aus herrschaftlichen Mitteln, beide 
wohl aus der Kammerkasse, bestritten und dabei scheint es im wesentlichen*) 
geblieben zu sein. Freilich tauchte Anfang April einmal die Forderung auf, 
dass das Land, damit die Einkünfte des Kaisers geschont würden, die Tafeln 
beider Autoritäten unterhalten und ausserdem für deren persönlichen Bedarf 
noch besondere frais zahlen solle, aber Rivaud, von dem diese Forderung 
allem Anschein nach ausgegangen war, begnügte sich dann mit einer ein- 
maligen grösseren Summe'), die ständischerseits als Geschenk behandelt wurde 

') Nur nebenher sei ein einigermassen analoger Fall mitgeteilt: am 30. November 
wurden von der Landrenterei die Bureaukosten der Intendanz für den September und die 
erste Hälfte des Oktobers mit 1990 frcs., die des Gouvernements für den Oktober mit 
174Y, Tlr. Münze beglichen: da weder eine frühere noch spätere Zahlung gleichen Be- 
treffs vermerkt ist, so müssen jene Kosten sonst aus einer andern Kasse bestritten worden 
sein. *) Als Mitte Januar 1808 die Rückgabe aller Stücke des Schlossinventars, als 

Möbeln, Wäsche u. dgl., die bisher Gouverneur und Intendant gebraucht hatten, von der 
westfälischen Regierung angeordnet war, musste den beiden Herren Ersatz beschafft wer- 
den, was der Landrentereikasse 200 Tlr. kostete. ') Zwar wird zum 5. Juni 1807 im 
Ausschussprotokoll »nachrichtlich bemerkte, dass Rivaud, obwohl er freies Traitement und 
freie Fourage erhalte, sich dennoch monatlich 248 Portionen an Fleisch, Gemüse und Brot 
und ebensoviele Rationen verabreichen lasse, die durch Rehns geliefert würden, allein es 
ist keineswegs ausgemacht, dass hierfür die Landrenterei aufkommen musste. 



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196 HEINRICH MACK 

und als solches nachher zur Sprache kommen wird, während eine entspre- 
chende Zahlung an Daru nicht nachzuweisen ist. Dagegen Hess Rivaud — 
von Bisson verlautet dergleichen nicht — es sich nicht nehmen, seinen beiden 
Adjutanten besondere Traitementsgelder zu je 5 Tlrn. Gold für den Tag aus- 
setzen, die auf die Landrentereikasse übernommen werden mussten: so viel 
man sehen kann, sind sie vom 22. Februar bis Ende Oktober 1807 gezahlt 
worden, allerdings vom 5. Juni bis i. August nur für einen Adjutanten, da 
in dieser Zeit die Stelle des zweiten unbesetzt war. Gleichfalls aus der Land- 
renterei empfing ein vom 18. September bis 17. Oktober 1807 in Braun- 
schweig tätiger höherer Intendanturbeamter, der Commissaire ordonnateur 
Lasaulsay, 450 Tlr. Gold Traitementsgelder, also 1 5 Tlr. für den Tag. Neben- 
bei sei bemerkt, dass die Traitementsgelder für den Stadtkommandanten und den 
Kommandeur des in Braunschweig garnisonierenden Artilleriedetachements 
mit 10 bzw. 5 Tlrn. täglich aus der Stadtkasse, die für den Kriegskommissär 
de Beyle, den unter dem Namen Stendhal berühmt gewordenen Schriftsteller, 
der in Braunschweig ein recht erbauliches Leben geführt zu haben scheint^), 
mit 4 Tlrn. täglich aus der Kriegskasse bezahlt wurden. 

Zu den sogenannten frais gesellten sich Ausgaben für Ausrüstungsbedarf 
der französischen Offiziere. Dem Adjutanten Vandammes St. Vincent wurde 
im November 1806 von der Handlung Carstens Montierungstuch geliefert, 
wofür 280 Tlr. Münze gezahlt werden mussten. Je 75 Tlr. Münze erhielten 
bei Bissons Abgange seine drei Adjutanten und die drei ausserdem mit ab- 
berufenen Offiziere anstatt der einem jedem von Bisson versprochenen 10 
Ellen feinen blauen Tuches*). Eine ziemliche Anzahl von Rechnungen über 
Sattlerarbeit für die Fremden präsentierte der Hofsattlermeister Medier, der 
sehr hoch ankreidete, aber dann auch mit sich handeln liess. Besonders er- 
wähnt zu werden verdient, dass er gleich nach Bissons Abreise drei Rech- 
nungen im Gesamtbetrage von 347 Tlrn. einreichte, von denen die eine auf 
Bisson selbst, die andren auf zwei der mit ihm fortgegangenen Offiziere, den 
Stadtkommandanten Uny und den Kapitän Bisson, lauteten. Das Schatzkol- 
legium fand es auffallend, dass die Rechnungen erst nach Abreise der Emp- 
fänger des Gelieferten überreicht worden und keine von ihnen attestiert war, 
obwohl nach eignem Eriass Bissons keine Requisition geleistet und bezahlt 

') Er gibt eine ausführliche Beschreibung der Braunschweigerinnen, die recht tief blicken 
lässt: tDie Braunschweigerinnen, zumal die Dienstmädchen, gehören zu den hübschesten 
Frauen, die ich je gesehen habe. Was für schöne, dichtgeschlossene Schenkel, schöne Arme, 
die herrlichste Hautfarbe, schönes Haar. ... im allgemeinen schöne, etwas zu kleine Busen U 
(von Stendhal-Henry Beyle, Bekenntnisse eines Egotisten. . . . Ausgewählt ... von Arthur 
Schurig, Jena 1905, S, 178 f.) •) Die Zahlung wurde der Montierungskasse auferlegt, 
die vielleicht keine rein ständische Kasse war. 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 '97 

werden sollte, die nicht vom Gouvernement approbiert worden wäre. Man 
beschloss nun am 24. Februar, die Rechnung für Uny an die Stadtkasse 
zu verweisen, die beiden andern aber an Daru einzusenden und dabei 
vorzustellen: wenn solche Rechnungen stets unbeschränkt bezahlt werden 
sollten, so würde die Landrenterei ausser Stand gesetzt werden, die nö- 
tigen Gelder zur Abtragung der Kontribution zu »fournierent, weshalb 
wenigstens für die Zukunft darauf Bedacht genommen werden möge, 
»dass nicht jeder französische Offizier nach Gutdünken Bestellungen und 
Anforderungen solcher Art machen und die Bezahlung derselben dem 
Lande aufbürden dürfe«. Höchst tapfer fürwahr! allein am nächsten Tage 
wurde »aus bewegenden Gründen« der zweite Teil des Beschlusses aufge- 
hoben, und ein paar Wochen später verstand man sich auch zur Bezahlung 
der Rechnung Unys, nachdem das Ministerium bemerkt hatte, dass Uny zu- 
gleich Adjutant Bissons gewesen sei und der Sachen wohl nicht in seiner 
Eigenschaft als Kommandant, sondern anlässlich seiner Abreise bedurft habe. 
Schneller hatte man sich kurz vorher (Febr. 20) zur Bezahlung von Rech- 
nungen für den Colonel Barthelemy entschlossen, obwohl auch sie offenbar 
nicht attestiert waren und die Abreise dieses Offiziers sogar schon Monate 
zurücklag, auch der Inhalt der Rechnungen, die neben Sattler- und Schneider- 
arbeit Stiefel, seidene und andre Strümpfe, Leinwand, Taschentücher und 
Stickereien aufführten, alles zusammen für 703 Tlr., triftigen Grund zur Be- 
anstandung geboten hätte. Allein Henneberg stellte vor, dass Barthelemy 
seiner Zeit von den ausgeschriebenen Requisitionen ein Beträchtliches er- 
lassen habe, wodurch 2000 Tlr. erspart worden seien, und so biss man denn 
ohne jeden Widerspruch in den sauern Apfel. 

Wir dürfen den Gegenstand nicht verlassen, ohne noch einen Vorgang zur 
Sprache gebracht zu haben, der kurz vor dem Ende der Okkupationsherrschaft 
sich zutrug und zu den verschiedenen durch uns festgestellten Einzelfällen 
von Unredlichkeit der französischen Autoritäten in Sachen der Lieferungen 
gewissermassen die allgemeine Bestätigung fügt. Am 8. Januar 1808 zeigte 
Henneberg dem Schatzkollegium an, dass Daru auf Aushändigung sämtlicher 
prods-verbaux (Protokolle) über die verschiedenen Lieferungen des Landes 
für kurze Zeit angetragen habe, um sich Notizen daraus machen zu können. 
Während Henneberg seinerseits diesem Wunsche das Wort redete, erhob der 
Landsyndikus Rhamm entschiedensten Einspruch. Die proch dienten der 
Landschaft statt Quittungen, wären also documenta propria und nicht com- 
mania; deshalb könne ihre Auslieferung rechtlich nicht verlangt werden, sei 
auch bedenklich und zudem sehr unbequem, dadieserhalb die Akten, in denen 
jene sich befänden, erst aufgeschnitten werden müssten und die Wiederein- 



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198 HEINRICH MACK 

heftung am richtigen Orte mit Schwierigkeiten verknüpft sein werde. Ohne- 
dies wären doch höchstwahrscheinlich, wo nicht alle, so doch die meisten von 
ihnen schon im Besitze des Intendanten, da sie jedesmal in triplo ausgefertigt 
seien. Henneberg erwiderte, eine Weigerung sei unangebracht, auch stehe 
er dafür ein, dass die Dokumente baldigst zurückgeliefert werden würden. 
So wurde Darus Begehren bewilligt, und kaum war Rhamm aus der Sitzung 
nach Hause gekommen, als auch schon der Kriegskommissär Beyle mit einem 
Untersekretär erschien, um die prods abzufordern. Rhamm stellte wieder die 
mit der Auslösung verknüpften Schwierigkeiten vor, erbot sich auch den Inhalt 
der fraglichen Stücke zu extrahieren oder beglaubigte Abschriften davon zu 
liefern, aber Beyle erklärte, dass er noch vor Ablauf einer Stunde dem Inten- 
danten die Originale überbringen müsse; gehe es nicht anders, so möge man 
ihm die ganzen Akten mitgeben. Hierzu wollte sich Rhamm natüriich nicht 
verstehen, er konnte also nicht umhin, die veriangten /7roc^^, 22 an der Zahl, 
aus den Akten auszulösen und sie mit dem Ersuchen um schleunigste Rück- 
gabe gegen eine der Kürze der Zeit halber nur summarische Quittung den 
Franzosen einzuhändigen. Gleicherweise musste er am 15. Januar die von 
Beyle ausgestellten virifications über die in Braunschweig verabreichten Fou- 
ragerationen hergeben. Da nun die Akten dort, wo ursprünglich die virifica- 
tions eingeheftet gewesen sind, Lücken zeigen, so haben die Franzosen offen- 
bar mindestens diese Bescheinigungen innebehalten. Wahrscheinlich aber 
doch wohl auch die procis-verbaux, wenngleich wir wegen Fehlens der be- 
treffenden Aktenbände dafür den direkten Beweis nicht erbringen können. 
Unsre Annahme wird übrigens noch durch die Tatsache unterstützt, dass dem 
ausführiichen Berichte über die Auslieferung keineriei Notiz über die Rück- 
gabe folgt. Und fragt man sich, weshalb diese unterblieben ist, so lautet die 
nächstliegende Antwort: weil Dam die Urkunden vernichtet hat, um den Be- 
weis der vorgefallenen Betrügereien unmöglich zu machen. 

c. Geschenke und Erpressungen. 
Was die Franzosen vom Lande neben den ihm förmlich auferiegten noch 
an dem Namen nach freiwilligen Leistungen erwarteten, das lehrte zuerst der 
am 5. November 1806 zur Kenntnis des Ausschusses gebrachte dringliche 
Rat Malraisons, man möge den Gemahlinnen der Marschälle Soult — oder 
Ney — und Lefebvre je eine schöne attelage d. h. sechs aufgeschirrte Kutsch- 
pferde zum Geschenke machen, was dem Lande manchen wesentlichen Vor- 
teil gewähren dürfte. Offenbar im Zusammenhange damit stand die Anfang 
Dezembers einlaufende Anzeige der Pferdehändler Staeffe & Brandes, dass 
sie die bestellten 41 Pferde, teils Kutsch-, teils Reitpferde, gekauft hätten und 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 I99 

der Preis 6160 Tlr. betrage. Die Absendung der hiervon zu verschenkenden 
Tiere verzögerte sich jedoch : es hiess, Bisson wolle seine Zustimmung nicht 
geben, und Daru forderte Bericht, auf wessen Befehl und zu welchem Zwecke 
die Pferde gekauft worden seien. Erst am 19. Januar 1808 teilte Henneberg 
mit, dass nach nunmehr gewährter Erlaubnis des Gouvernements morgen 20 
Pferde an Soult und 4 »nebst attelage* an Lefebvre abgehen würden. Von 
den übrigen sollten nach Bissons Willen vier Tigerschimmel, zu denen noch 
einige hinzuzubeschafTen versucht werden solle, zurückbehalten werden, »weil 
diese vorzüglichen Pferde sich völlig dazu qualificierten solche Sr. Majestät 
dem Kaiser allerhöchst Selbst zu offerieren«. Die sodann noch verbleibenden 
hätten dem vom Ministerium und den Ständen gehegten Wunsche gemäss 
Bisson, Daru und der Kommandant Uny angenommen. Am 20. Januar machte 
Henneberg die überraschende Anzeige, die Pferde für Lefebvre und Soult 
seien, kaum abgeschickt, auf Bissons Befehl wieder zurückgeholt worden. 
Soult habe nämlich an Bisson geschrieben, es walte ein Missverständnis ob, 
da er Malraison beauftragt habe, Pferde für ihn zu kaufen, nicht aber, ihm 
deren schenken zu lassen ; würden sie ihm also ohne Preisangabe übersandt 
werden, so werde er genötigt sein sie zurückzuschicken. Deshalb habe der 
Gouverneur wie angegeben verfügt, zumal die Pferde sich zu Geschenken 
nicht mehr eigneten. Einige davon hätten die französischen Auktoritäten sich 
eingetauscht und bezüglich der hiernach noch vorhandenen bestimmt, dass 
sie zu der grossen Lieferung von 600 Stück mit verwendet werden sollten. 

Was die Weigerung Soults verursacht hatte, kann man sich denken: ver- 
mutlich hatte der Kaiser Wind von der beabsichtigten Erpressung bekommen 
und sie in seiner brüsken Art vereitelt. Für sich selbst war er nicht so pein- 
lich, denn das ihm zugedachte Geschenk lehnte er nicht ab. Es zu stände zu 
bringen trat aus sehr begreiflichem Beweggrunde der sonst recht bequeme 
Bisson selber in Tätigkeit. Er bestellte beim Rosshändler Wittmann in Bremen 
zu den erwähnten vier Tigerschimmeln noch fünf andre, die natürlich auf 
Kosten des Landes geliefert werden sollten, doch musste er es seinem Nach- 
folger Rivaud überlassen die Sache zu Ende zu führen. Dieser eröffnete 
am 8. April dem Ministerium, dass ein Piqueur des grand icuyer de France 
zur Übernahme der neun Tigerschimmel für den Kaiser eingetroffen sei; 
er knüpfte daran u. a. die Bemerkung, dass er den Preis der letztange- 
kauften fünf Pferde bestimmen werde und zwar zur Zufriedenheit der 
Stände. Nachdem die Pferde am 10. April fortgeführt waren, berichtete 
Henneberg am 11 . dem Ausschusse Folgendes. Wittmann fordere abgesehen 
von den ihm durch Bisson versprochenen 50 Pistolen Douceur insgesamt 
7382 frcs. Sich die von Rivaud und Daru ursprünglich geplante Abschätzung 



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200 HEINRICH MACK 

der gelieferten fünf Pferde gefallen zu lassen habe ihm nicht zugemutet wer- 
den können. Er habe denn auch erklärt, falls man ihm seine Forderung nicht 
bewillige, werde er die Pferde behalten und sie selber dem Kaiser überbrin- 
gen, habe aber andrerseits auch betont, dass er das Douceur nicht vom Lande 
verlangen könne, sondern von Bisson einfordern wolle. So sei er — Henne- 
berg — mit Wittmann dahin übereingekommen, dass er über den Kaufpreis 
und die Nebenkosten noch gehörige Bescheinigungen beibringen, inzwischen 
aber aus der Landrenterei looo Tlr. Gold auf Abschlag erhalten solle, was 
der Intendant genehmigt habe. Am 20. Juni kam dann die Sache im Aus- 
schusse wieder vor: Wittmann hatte die zugesagten Bescheinigungen nur zum 
Teil und keineswegs einwandfrei beigebracht, dafür aber auch mit sich han- 
deln lassen, so dass er sich jetzt mit einer Restzahlung von 670 Tim. G. (statt 
765 nach seiner ursprünglichen Forderung) zufrieden gab, die Hoffnung 
aussprechend, Bisson werde ihm das Douceur von 50 auf 100 Pistolen er- 
höhen. Darin täuschte er sich allerdings gründlich, denn Bisson zahlte ihm 
keinen Pfennig, sandte vielmehr Wittmanns Mahnbrief an Daru, der seiner- 
seits das Ministerium zur Ordnung der Angelegenheit aufforderte. Da war 
natüriich das Ende vom Liede, dass die Landrenterei — Ende August -— 
auch noch die 250 Tlr. Gold Douceur zahlen musste. 

Aber Bisson sorgte nicht nur für den Kaiser, sondern auch für sich selbst. 
Als er seine Abberufung erhalten hatte, äusserte der Inspektor Rehns, ver- 
mutlich Henneberg gegenüber, dass dem Scheidenden ein tätiger Beweis der 
Dankbarkeit durch Darbringung von 5000 Tlrn. Gold abzustatten sein würde. 
Den Braunschweigem blieb keinen Augenblick verborgen, dass Rehns in dem 
Falle nur das Sprachrohr Bissons selber war. So antwortete Wolffradt am 20. 
Februar 1 807 auf ein Schreiben Hennebergs, in dem dieser die Frage zur 
Erörterung gestellt hatte, woher das Geld beschafft werden solle, da es nicht 
aus den der Kontrolle Darus unterstehenden Landeskassen genommen werden 
dürfe. >Ew. Hochwohlgeborn kennen meine Gedanken über das punctum 
qu. Da man einmahl in der Hölle ist, so halte ich das auf solche Weise an- 
gewandte Geld nicht für veriohren. Hätte der Mann gewollt, wie viel härter 
hätte er uns drücken können, und kann es noch. Die Prätension ist freylich 
etwas sehr hoch, zumahl für 4 Monathe. Aber ist das einmahl von R[ehns] 
geäussert, so kann man nicht gut anders. — Ich habe mir die Schwierigkeit 
gedacht, dazu rath zu schaffen, ohne es als Landes-Schuld D[aru] vorzulegen. 
Doch darüber mündlich. Gerne will ich, wo ich weiss und kann, assistiren,^ 
Der Schreiber legt weiter die Unmöglichkeit dar, das Geld dem Leihhause zu 
entnehmen, und bemerkt zum Schlüsse: »Für uns sprechen wird der gut- 
müthigeMann gewiss, wenn er Gelegenheit dazu hat. An dem leztern zweifle 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 201 

ich fast, da er zu dem Bernadotteschen Corps geht€ Trotz dieses gewiss sehr 
begründeten Bedenkens wurde beschlossen, Bissons Wunsch zu erfüllen. 
Die erwähnte Schwierigkeit ward umgangen, indem den Ständen die ver- 
langte Summe aus Malraisons Depot bei der Kammerkasse vorgeschossen 
wurde. Am 21. Februar überreichten Henneberg und v. Plessen*) die Gabe 
im Namen des Ausschusses. Die Antwort Bisson-Falstaffs setzte allem die 
Krone auf: die Offerierung des Geschenks setze ihn in Verlegenheit, da er 
deren anzunehmen nicht gewohnt sei; inzwischen wolle er es als Beweis der 
Freundschaft betrachten und sich gefallen lassen, auch jede Gelegenheit wahr- 
nehmen, das Land der Milde des Kaisers zu empfehlen. 

Hatte Bisson sein Begehren noch nicht offen vorzubringen gewagt, Rivaud 
kannte solche Scheu nicht. Am 7. April wurde in der Ausschusssitzung mit- 
geteilt, dass er für sich ein Spann von vier Kutschpferden, für jeden seiner 
beiden Adjutanten ein Reitpferd gewünscht habe. Was den ersten Teil des 
Wunsches belangt, so verstrich längere Zeit über der Suche nach passenden 
Pferden. Erst am 4. Juni konnte Henneberg seinen Mitständen berichten, 
dass fünf englisierte Fuchswallachen, die der Oberamtmann Hildebrand zu 
Winzenburg habe, dem Gouverneur genehm und auch bereits in Braun- 
schweig seien; der Preis betrage 950 Tlr. Gold. Dazu möge man auch einen 
beim Sattlermeister Gille vorrätigen Kutschwagen schenken, den Rivaud nach 
Gilles Aussage zu kaufen bereit sei und der 725 Tlr. Gold kosten solle. »Den 
eintretenden Umständen nach«, wie es im Protokoll so schön heisst, wurden 
Hennebergs Anträge gut geheissen und noch am selben Tage Wagen und 
Pferde mit einem Begleitschreiben der Stände aufs Schloss gebracht. Abends 
trafen Henneberg und andre Schatzräte den Gouverneur beim Intendanten 
in Gesellschaft, doch hielt jener es nicht für nötig, ihnen seinen Dank auszu- 
sprechen, den er vielmehr auf ein sehr kurzes, wenn auch verbindliches Dank- 
schreiben beschränkte. Und bald zeigte es sich, dass er durch die reiche Gabe 
noch keineswegs zufriedengestellt war. In der gemeinsamen Sitzung vom 10. 
August eröffnete das Ministerium dem Ausschusse, Rivaud habe den ausdrück- 
lichen Wunsch kundgegeben, dass ihm statt der »sonst herkömmlichen Traite- 
mentsgelder« eine angemessene einmalige Summe und zwar schleunig ge- 
zahlt werde; es lasse sich also ein Geldgeschenk an ihn nicht umgehen. Man 

*) Indem diese beiden dem Landrentmeister eine Quittung dahin ausstellten, dass er 
ihnen »zu einem gewissen Behuf c die einstweilen von der Depositenkasse der Kammer 
erhobenen 1000 Stück Louisd'or zu weiterer Beförderung verabfolgt habe, ward ein äusser- 
lich ordnungsmässiger Beleg über die Aufwendung beschafft. Ob demnächst jene Summe 
von der Landrenterei an die Kammerkasse zurückgezahlt worden sei, erfahren wir nicht. 
Sollte es unterblieben sein, so hätte auf diese Weise die Landrenterei den grössten Teil 
der ihr einst von Malraison entzogenen Gelder wiederbekommen. (S. 0. S. 154). 



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202 HEINRICH MACK 

einigte sich auf dasselbe, was Bissen erhalten hatte, nämlich 5000 Tlr. Gold, 
und das Ministerium erklärte sich bereit, diesen Betrag »als ein zu dem 
Zwecke ständischerseits bereit gehaltenes Geschenk« dem Gouverneur anzu- 
bieten. Nach einer Woche kam dann die Mitteilung vom Ministerium, dass 
Rivaud auf das Anerbieten eingegangen sei und um Auszahlung des Geldes 
an Israel Jacobssohn ersucht habe. Von Überreichung der Gabe durch die 
Stände, von Dank des Beschenkten, richtiger des Erpressers, war keine Rede 
mehr: diese Formen waren der nüchternsten Geschäftsmässigkeit gewichen. 

Das Geschenk an Bisson war durch dessen Abgang veranlasst worden, bei 
denen für Rivaud fiel dieser Grund weg; deshalb konnte Dam im Hinblick 
auf sie sagen: »was dem Gouverneur recht ist, ist dem Intendanten billig«, 
und das tat er, indem er zur selben Zeit wie Rivaud den Wunsch aussprach, 
Kutschpferde zum Geschenk zu erhalten. Als demnächst Rivaud Pferde und 
Wagen bekam, gab das Ministerium seine Ansicht dahin kund, dass Daru ein 
Gleiches widerfahren müsse, und auch Henneberg wird nachdrücklich hier- 
für eingetreten sein, da er mit Daru auf besonders gutem Fusse stand. Am 
22. Juni berichtete Henneberg, dass der Händler Wittmann aus Bremen, uns 
schon von dem Geschenke für den Kaiser her bekannt, fünf braune Eng- 
länder zur Stelle geschafft habe; für jedes der vier Kutschpferde fordere er 
60, für das Reit- oder überkomplete Pferd 80 Pistolen, insgesamt 1 600 Tlr. 
Gold, wovon er nichts nachlassen wolle. Die Forderung wurde bewilligt, 
ausserdem vom Hofsattler Medier ein zu den Pferden passender Wagen ge- 
kauft; dessen Preis hatte Henneberg von 706 auf 675 Tlr. herabgehandelt, 
doch stieg er später durch Nachbestellungen auf 975 Tlr.: Medier scheint 
auch in diesem Falle die günstige Gelegenheit zu gutem Verdienste gründlichst 
ausgenutzt zu haben. Anfang Juli wurde das kostbare Geschenk mit einem 
von Henneberg entworfenen Schreiben überreicht, und es erfolgte eine dan- 
kende Antwort Darus, an der nichts auszusetzen war. 

Hinter diesen grossen Ausgaben treten die Geschenke für untergeordnete 
Organe der französischen Armee und Verwaltung naturgemäss sehr zurück. 
In der Ausschusssitzung vom 18. März 1807 zeigte das Ministerium an, die 
beiden Adjutanten Rivauds hätten beim Stallmeister Dupr6 wiederholt um je 
ein Reitgeschirr nachgesucht und sich darauf berufen, dass man — nur bei 
dieser Gelegenheit ist davon die Rede — den Adjutanten Bissons ohne dessen 
Auftrag sehr kostbares Reitzeug verehrt habe, während sie sich nur ganz 
ordinäres erbäten. Die Bitte wurde gewährt und Dupr6 mit der Beschaffung 
des Geschirrs beauftragt: daraus erwuchs eine Rechnung des Hofsatders 
Medier über nahezu 220 Tlr., die am 1 5. Mai zur Zahlung angewiesen ward. 
Wenige Tage vorher hatte auch der oben erwähnte Wunschbefebl Rivauds, 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 203 

dass man beiden Adjutanten ein Reitpferd zukommen lasse, Erledigung ge- 
funden, indem jeder, auf die Lieferung in natura verzichtend, 50 Pistolen 
= 250 Tlr. Gold erhielt. — Nicht wohl möglich ist es, auf die vielen als 
Douceurs bezeichneten Posten näher einzugehen, meist kleinere Beträge. 
Nur das sei erwähnt: dass nach Beschluss vom 8. Dezember 1806 dem Po- 
lizeidepartement 5 1 2 Tlr. Gold erstattet wurden, die diese Behörde zu Be- 
ginn der Okkupation in Douceurs an die französischen Adjutanten usw. 
verausgabt hatte, um sie zu mildem Vorgehen bei der Ausübung ihrer 
Funktionen zu bestimmen. 

d. Die Beschaffung der Geldmittel zur Befriedigung der Franzosen. 

Bei der nunmehr beendigten Besprechung der finanziellen Leistungen des 
Landes während der französischen Okkupation haben wir nur da, wo es zum 
rechten Verständnisse der Vorgänge und Handlungen nicht zu umgehen war, 
auch gleich von den Quellen gesprochen, aus denen die nötigen Gelder 
flössen. Es wird also zweckmässig sein, diesen Punkt noch besonders zu er- 
örtern, das früher darüber Gesagte kurz zusammenzufassen, aber auch zu er- 
gänzen. In erster Linie war es unfraglich der allerdings recht kostspieligen 
Hilfe Jacobssohns zu danken, dass man die Ansprüche der Franzosen zu be- 
friedigen vermochte: ohne sie wäre vor allem die Abtragung der Kontribution 
nicht gelungen, wir erinnern an die ganz vergeblichen Bemühungen der 
Stände in Hamburg Geld zu bekommen^), zu denen die nicht minder ver- 
geblichen der hannoverschen Stände in Holland eine Anleihe zu erwirken*), 
ein lehrreiches Seitenstück bilden. Bemerkenswert ist, dass nach vollendeter 
Abzahlung der Kontribution bei Jacobssohn nur noch eine, und zwar eine 
ziemlich geringfügige, kurzfristige, Anleihe gemacht worden ist. Am 20. De- 
zember 1807 fragte ihn Rhamm im Auftrage des Ausschusses nach seinen Be- 
dingungen für ein mehrmonatiges Darlehn von jooooTlrn. Jacobssohn wollte 
sich zu dessen Gewährung nur dann verstehen, wenn die Schatzräte persön- 
lich ihm Wechsel ausstellen würden, so dass er sie als seine Privatschuldner 
in Anspruch nehmen könne. Sonst müsste er wenigstens von der Königlichen 
Regierung zu Kassel die bündigste Versicherung erhalten, dass die jetzt zu 
kontrahierende Schuld der Landschaft ganz bestimmt zum Fälligkeitstermine 
würde zurückgezahlt werden; wisse man doch noch gar nicht, welche Ein- 
richtungen die Regierung zur Konsolidierung der Staatsschulden treflen 
werde. Das waren Forderungen, die das Schatzkollegium nicht zu erfüllen 
vermochte. Es Hess deshalb mit Jacobssohn wegen einer niedrigeren Summe 
verhandeln und erlangte denn auch 10 000 Tlr. Gold gegen 2^/0 Provision 

*) S. 0. S. 160, 176 f. ») Thimme a. a. 0. I, S. 216 f. 



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204 HEINRICH MACK 

und 4^/0 Zinsen, rückzahlbar bis spätestens Ende März; dabei bedang sich 
jener aus, seine am i . Januar fälligen Koupons von Landesobligationen mit 
in Zahlung geben zu dürfen. Die Abtragung der Schuld sollte aus den rück- 
ständigen Brandversicherungsgeldern geschehen, die die Einnehmer unmittel- 
bar an ihn abzuführen haben würden: darüber verlangte und erhielt Jacobs- 
sohn eine schriftliche Zusicherung. 

Von den sonstigen Anleihen, die seitens der Stände in der Okkupationszeit 
aufgenommen wurden, war am wichtigsten die Subskriptionsanleihe^), von 
der, wie wir 'sahen, Jacobssohns Bereitwilligkeit zum Geldhergeben stark ab- 
hängig war. Auf welche Schwierigkeiten sie in Braunschweig und Wolfen- 
büttel stiess, hatten wir zu erwähnen früher Gelegenheit. Sie wuchs sich eben 
mehr und mehr zu einer Zwangsanleihe aus; die Fälle, in denen vermögende 
Landeseinwohner mit einer gewissen Freudigkeit grössere Summen beisteu- 
erten, scheinen doch sehr vereinzelt geblieben zu sein: besonders erwähnt 
mag werden, dass Ende November 1806 der Drost Zoellner zu Seesen 4000 
Tlr. einsandte, weitere 1000 Tlr. als nächstens nachfolgend ankündigte und 
auch fernerhin alles schicken zu wollen versprach, was er irgend entbehren 
könne, sodann, dass der Amtsrat Sander zu Schöningen im Februar 1807 
2000 Tlr. darlieh und nur 4^/0 Zinsen beanspruchte, auf die übrigen zuge- 
sagten Vorteile dagegen wegen der Bedrängnis des Landes freiwillig ver- 
zichtete. Nicht mehr zur Subskriptionsanleihe gehörten verschiedene Dariehen 
der Kornhändler Gevattern Dietrich Gerhard und Konrad Berend Krause. 
Diese hatten den Ständen im November 1 806 anlässlich der früher bespro- 
chenen schwindelhaften Lieferungsforderung*) für 66 500 Tlr. Getreide ver- 
kauft und erhielten den Kaufpreis allmählich abbezahlt. Bei zweien solcher 
Abzahlungen beliessen sie der Landschaft den grösseren Teil darlehnsweise: 
Mitte April von 19000 Tim. 12000 und Mitte August von 3500 Tlrn. 2000 
Tlr. ; über die Bedingungen verlautet nur, dass sie das zweite Darlehn auf 
fünf Jahre hergaben. Auf die gleiche Zeit bot Dietrich Gerhard Krause allein 
Ende Juli 25000 Tlr. an, wofür er 4^/0 Zinsen und 2 V« ®/o Provision auf 
jedes Jahr forderte und im Drange der Umstände auch bewilligt erhielt. 
Kleinere Dariehen von 400 bzw. 1 100 Tlrn. gewährten zu den Bedingungen 
der Subskriptionsanleihe ebenfalls auf fünf Jahre im Mai die Freimaurerloge, 
im Juni die Grosse Witwen- und Waisen-Sozietät zu Braunschweig. 9000 Tlr. 
brachte der Kanzleiprokurator Engelbrecht in Wolfenbüttel für die Stände 
zusammen: davon entfielen 4000 Tlr. auf den Landdrosten v. Schrader, 
2000 auf den Drosten Hoyer, 2000 auf den Kammerherren v. Bülow, 500 
auf Herrn v. Breymann und 500 auf den Hofrat Weitenkampf. Wann diese 

^) S. 0. S. 155 f., 165 f. ») S. 0. S. 182 ff. 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 205 

Darlehen bewilligt wurden, bleibt ungewiss; die zugesicherte Vermittlungs- 
provision zu i^/o wurde an Engelbrecht Ende Dezember 1807 ausgezahlt. 

Kurzfristige Darlehen bekamen die Stände namentlich von Jacobssohn, 
dem Leihhause^) und aus der Lotteriekasse. Zu dem, was bereits früher 
darüber mitgeteilt worden ist, braucht nur noch nachgetragen zu werden, 
dass die Lotteriedirektion, die ja schon Ende Januar 1807 zur Kontributions- 
zahlung 60000 Tlr. vorgestreckt hatte*), durch ein Ministerialreskript vom 
26. Juni 1 807 angewiesen wurde, ihre derzeit entbehrliche Barschaft und auch 
die weiterhin bei ihrer Kasse eingehenden Gelder nicht ad depositum des 
Leihhauses zu liefern, sondern gegen Verzinsung mit 4^/0 auf vierzehntägige 
Kündigung an die Landrenterei einzusenden. Auf die Weise empfing letztere, 
wie es scheint, nach und nach 40000 Tlr., die mit Mühe und Not in ver- 
schieden grossen Raten im Laufe des Novembers und Dezembers zurück- 
gezahlt wurden. Femer wurden seit Mitte 1807 noch folgende kurzfristige 
Anleihen von geringerer Höhe aufgenommen. Am 17. Juni erhielt man von 
Lübbeckes gegen 5^/0 Zinsen und V« ^/o Provision 1 0000 Tlr. Münze auf 
anderthalb Monate, am 22. Juni vom Postrate Henneberg unter denselben 
Bedingungen und auf die gleiche Zeit 3000 Tlr. Gold und 6025 Tlr. Münze; 
beide Darlehn wurden, da die Kreditoren wegen der bevorstehenden Messe 
flüssigen Geldes bedurften, schon am 29. Juli zurückgezahlt. Am 14. Juli 
streckte der Kaufmann Degener sen. auf sechs Monate 3000 Tlr. zu 5^/0 vor; 
am 9. Januar 1808 wurde die Leihfrist ohne Änderung des Zinsfusses um 
drei Monate verlängert. Vermutlich gleichfalls Mitte Juli gab Moses Magnus, 
zu 5®/o Zinsen und V« ^/o Provision, 5000 Tlr. Gold her und Hess sich am 
1 1 . September unter gleichen Forderungen zur Prolongation auf weitere 
zwei Monate herbei, nur mit der Einschränkung, dass das Kapital jetzt in 
Münze umgewandelt und ihm das Goldagio mit 9^/0 (sonst betrug es damals 
10^/0) vergütet werden solle. Anfang Dezember endlich boten Gebrüder 
Löbbecke ein Darlehn von 10 000 Tlrn. an, das sie je nach ihrem Belieben 
nach zwei oder drei Monaten wollten zurücknehmen können; sie verlangten 
dafür V« ^/o monatliche Zinsen, ausserdem auf den ersten Fall '/4 ^/o, auf den 
andern i^/o Provision. Man ging darauf ein, doch wurde schon afh 1 3. Januar 
dem Wunsche der Darleiher entsprechend aus Rücksicht auf die herannahende 
Messe allmähliche Rückzahlung des Kapitals beschlossen. 

In engster Verbindung mit der Aufnahme neuer Darlehen stand das Fest- 
halten der alten. Vor der Okkupation waren bei der Landschaft viele grö- 
ssere und kleinere Kapitalien, meist auf vierteljährliche Kündigung, zu 2, 
2 V«, höchstens aber 3 ^/o, belegt worden. Nicht wenige davon wurden seit An- 

*) S. 0. S. 178, 180. •) S. 0. S. 169, 180 Anm, i. 



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206 HEINRICH MACK 

fang 1807 gekündigt, in erster Linie wohl nicht der geringen Zinsen wegen, 
sondern weil die Herleiher in den bedrängten Zeiten ihre Gelder selber nötig 
hatten oder auch sie nicht mehr für genügend sicher angelegt hielten. Das 
kam natürlich der Landrenterei sehr ungelegen, und am 3. Februar bat 
der Landrentmeister Bokelmann den Ausschuss um ein schrifUiches Zah- 
lungsverbot, weil die gekündigten Kapitalien zur Abtragung der franzö- 
sischen Kontribution ganz unentbehriich seien^). Einen entsprechenden An- 
trag stellte kurze Zeit darauf das Leihhaus beim Ministerium, das ihm auch 
wirklich ein Moratorium auf Darlehnskapitalien — Depots und Zinsen blieben 
ausgeschlossen — bis zum Ende des Jahres gewährte, in Erwägung, dass 
das Institut teils vertragsmässig, teils um das Land nicht zu ruinieren, seinen 
aktiven Zinsfuss nicht steigern dürfe, also auch den passiven nicht erhöhen 
und dadurch Kündigungen begegnen könne*). Die Stände dagegen mochten 
diesen Schritt nicht tun, offenbar weil sie sich durch ihn jede Aussicht auf 
neue Darlehen versperrt haben würden, sie bewilligten deshalb ihren kün- 
digenden Gläubigem Erhöhung der Zinsen meist bis auf 4 ^/o, was natüriich 
zur Folge hatte, dass die Erhöhung von allen Gläubigern gefordert wurde. 
So vermied man ein förmliches Moratorium, obwohl solchen Gläubigem, die 
ihr Geld trotz der angebotenen Zinssteigerung zurückverlangten, die Aus- 
zahlung direkt verweigert, auch hin und wieder gestellte Anträge auf Ge- 
wähmng von mehr als 4^/0 Zinsen stets abschlägig beschieden wurden. 

Mit Anleihen allein aber konnte der hohe ausserordentliche Geldbedarf 
der Stände nicht gedeckt werden : eine stärkere Ausnutzung der Steuerkraft 
des Landes musste ihnen ergänzend zur Seite treten. Der erste Schritt auf 
diesem Wege war die Ausschreibung der Vorschusssteuer, die, wie wir 
wissen'), schon bald nach Bekanntgabe der grossen Kontribution erfolgt 
war. Dabei war es vor allem auf den Grundbesitz abgesehen: von einem 
Morgen mussten je nach seiner Güte 1 Tlr., 20 Ggr., 16 Ggr., 12 Ggr. 
oder 6 Ggr., von den städtischen Grundstücken ein gewisser Prozent- 
satz der Assekurationssumme, wahrscheinlich i^/o, bezahlt werden. Femer 
mussten die Pächter, die mehr als 2000 Tlr. Pacht entrichteten, 5 ^/o, die 
mehr als 2Ö00 Tlr. gaben, 8 ®/o von dem Ueberschuss ihrer Pacht über 
500 Tlr. zahlen, die salarierten Personen 5 ^/o von ihren Bezügen über 
300 Tlr., die Müller i ^/o von ihrem Brandversicherungskapitale. Später 
wurde dann diese Steuer noch auf die anfangs freigelassenen Ländereien 
und Gärten vor den Städten und sämtliche zur Brandkasse katastrierten 

^) Im selben Sinne hatte sich schon am 28. Nov. 1806 auch Jacobssohn geäussert: 
s. o. S. 160. *) V. Wolffradt an v. Schrader 1807 März 16. •) S. 0. S. 1595. 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 2O7 

Gebäude auf dem Lande ausgedehnt^). Man betrachtete sie als einen 
ganz provisorischen Notbehelf, sollte sie doch den Steuerzahlern auf 
die, wie es in einem Schreiben des engern Ausschusses an den grössern 
vom 15. Dezember 1806 heisst, »demnächst aufzubringenden ausserordent- 
lichen Steuern« angerechnet werden. Aber über deren Gestaltung konnte 
man lange nicht zum Schlüsse kommen. Zuerst arbeitete der Hofrat v. 
Schmidt-Phiseldeck vom Geheimratskollegium einen Plan für völlige Neu- 
ordnung der Steuern aus, der dem engern Ausschusse vom Ministerium am 
3. Februar vorgelegt und gleich zur Beratung gestellt wurde. Dann ist 
wochenlang von ihm keine Rede mehr, bis endlich zum 24. April der Be- 
schluss des Ausschusses protokolliert wird, beim Ministerium darauf anzu- 
tragen, dass zur Vermeidung drückendster Anleihen und abermaliger Vor- 
schusssteuern mit dem Ausschreiben der Steuern nach dem neuen Steuer- 
plane verfahren oder, wenn Bedenken gegen ihn beständen, er nach nun 
besorgter spezieller Ausarbeitung gemeinschafdich durchberaten werden 
möge, um dann jederzeit veröffendicht werden zu können. Hierauf ant- 
wortete das Ministerium in der Ausschusssitzung vom jo. April, der Steuer- 
plan sei zu künstlich entworfen und deshalb sehr schwer durchzuführen ; 
auch sei es bedenklich, dem künftigen Landesherrn durch seine Publikation 
vorzugreifen, darum müsse man überlegen, ob nicht zum Schutze der Land- 
renterei vor einem Defizit ein Interimisticum getroffen werden könne. In- 
folgedessen übertrug der Ausschuss seinem Mitgliede Hofrat Fein die 
Ausarbeitung eines interimistischen Steuerplans, der in der Zeit vom 9. Mai 
bis zum 2. Juni mit dem Ministerium durchberaten wurde. Doch auch er 
blieb auf dem Papiere stehen, denn am 1 5. Juni wurde ein Votum v. WolfF- 
radts wie vom Ministerium so auch vom Schatzkollegium angenommen, wo- 
nach die Deckung des jähriichen Mehrbedarfs von 250000 Tlrn. nicht auf 
Grund eines detaillierten Steuerplanes, sondern mehrerer Einzelverord- 
nungen im Rahmen des bisherigen Steuersystems erfolgen sollte. Allein vor 
der Hand geschah auch das nicht, so dass am 28. Juli der Ausschuss beschloss, 
beim Ministerium den Antrag vom 24. April auf Publikation des neuen 
Steuerplans zu wiederholen, da die der Landrenterei bevorstehenden drin- 
genden Ausgaben solche Massnahmen notwendig erheischten. Dieser Beschluss 
wurde jedoch am 3 1 . Juli wieder aufgehoben, nachdem inzwischen durch 
Jeromes Abgesandten, den Obersten Morio, die Zuteilung Braunschweigs zum 
Königreiche Westfalen bekannt gegeben war. Das bedeutete aber durchaus 

^) So nach Angabe des Ministerialreskripts an den Magistrat zu Braunschweig d. d. 1807 
Jan. 8 (s. 0. S. 165); nach v. Wolffradts Briefe an v. Schrader vom 5. Jan. dagegen 
hätte es sich für die ländlichen Gebäude nur um eine Erhöhung der Steuer von V« auf 
iVo der Assekurationssumme gehandelt. 



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208 HEINRICH MACK 

nicht einen völligen Verzicht auf höhere Steuereinnahmen, sondern nur die 
Rückkehr zu dem früher genehmigten Vorschlage v. Wolffradts, die bestehen- 
den Steuern ergiebiger zu gestalten Am 3. September ward im Ausschuss- 
protokolle vermerkt, die Verordnungen des Ministeriums wegen Erhöhung der 
Steuern sollten noch vom 15. Juli datiert werden, und am 24. September 
gingen diese den Ständen im Drucke zu, sechs an der Zahl. Die wichtigste 
von ihnen betrifft die Kontribution. Sie bestimmte, jeder kontributionspflich- 
tige Landeseinwohner und Grundbesitzer solle vom i . Juli d. J. an ausser 
den bisherigen 3^/is Simpla einen Zuschlag von i Vs Simpla entrichten. Die- 
ser solle auch von allen denen gezahlt werden, die nach der Verfassung von 
der übrigen Kontribution befreit seien, weshalb wegen der Veranlagung der 
Domanial- und Rittergüter, der Kirchengrundstücke — mit Ausnahme der 
zu den Pfarren, Schulen und Pfarrwitwentümem gehörigen, die wie der Be- 
sitz der milden Stiftungen befreit bleiben sollten — , der Städte Braunschweig 
und Wolfenbüttel sowie der privilegierten Einzelpersonen das Nötige besonders 
verfügt worden sei. Vier weitere Verordnungen setzten beträchtliche Er- 
höhungen der Wein- und Weinessigaccise, der Bier- und Bieressigsteuer, der 
Branntweinaccise und des Schafschatzes fest, die am i. Oktober bzw. — 
beim Schafschatze — am nächsten, nicht genannten, Zahlungstermine in 
Kraft treten sollten*). Die sechste Verordnung endlich legte den Beamten 
eine Abgabe von i^/o ihrer Diensteinkünfte über 300 Tlr., den Pächtern eine 
solche von 2^/0 ihrer Pachtgelder auf, beide halbjähriich zu zahlen, zuerst 
Michaelis 1807; hier handelte es sich um ganz neue Steuern, wenn man da- 
von absieht, dass die Vorschusssteuer allerdings sich auch dieser Quellen 
schon bemächtigt hatte. 

Es wäre nun gewiss interessant, die Nachwirkungen der Okkupationszeit 
in der Geschichte der braunschweigischen Staatsfinanzen zu verfolgen. 
Allein einerseits gehört das kaum noch in den Rahmen dieser Arbeit hinein, 
andrerseits liegt das hierfür nötige archivalische Material, soweit es über- 
haupt erhalten geblieben ist, noch nicht benutzungsfertig vor. Wir be- 
schränken uns also darauf, nur mit einem Worte auf die Zunahme der Staats- 
schuld infolge der Okkupation einzugehen, weil für deren Berechnung einige 

*) Die Erhöhungen betrugen : beim Wein 2 Tlr. 1 2 Ggr. für das Oxhoft, beim Wein- 
essig 6 Ggr. für den Anker, bei einheimischem Bier 1 Pf., bei fremdem 2 Pf. für das 
Quartier, beim Braumalz 9 Mariengroschen für den Himten, beim Branntwein looVo, eben- 
soviel — doch mit Ausnahme der Stadt Braunschweig, für die eine Sonderbestimmung 
getroffen wurde — beim Bieressig, für jedes Stück Schafvieh i Manengroschen. Sehr 
ausführlich spricht von den Steuererhöhungen Venturini, Handb. der vaterländ. Gesch. 
Th. 4, S. 712 ff. 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 209 

Zahlenangaben bequem zur Hand sind. Nach dem interessanten Schreiben 
vom 17. Juni 1807, worin Henneberg anlässlich der beendeten Abtragung 
der Kontribution dem Intendanten Daru die Lage des Landes schilderte, be- 
trugen beim Hereinbruch der Okkupation die auf dem Kammergute lasten- 
den Schulden 9 Millionen, die Landesschulden im engeren Sinne 10 Milli- 
onen frcs.^). Und in dem Tableau, dass der Finanzminister v. Bülow am i. 
Juli 1809 dem Könige Jerome über die auf das Königreich übernommenen 
Schulden der einzelnen Gebietsteile Westfalens vorlegte, wurden die Schul- 
den Braunschweigs mit 25 V« Millionen frcs. aufgeführt*). Danach hätten sich 
diese unter der französischen Herrschaft, d. h. in gut einem Jahre, um 6V« 
Millionen frcs. oder 34,2^/0 vermehrt. 

Zum Schlüsse sei ein Hinweis darauf gestattet, inwiefern unsere Darle- 
gungen frühere Ansichten zu berichtigen geeignet sind. Während man nach 
Beseitigung der Fremdherrschaft sehr lange ein höchst abfälliges Urteil über 
sie gefällt hat, das, aus den trübsten Quellen schöpfend, an starker Einseitig- 
keit litt, hat sich hiergegen in den letzten Jahrzehnten eine Reaktion geltend 
gemacht, die in dem Streben nach strenger Objektivität ihrerseits einiger- 
massen übers Ziel hinausgeschossen hat. Ich selbst habe mich früher dahin 
geäussert, dass, wenngleich die Franzosenherrschaft sehr drückend auf dem 
Lande gelastet habe, doch ihre höchsten Vertreter, zumal Daru und Rivaud, 
anständige Männer gewesen seien, die das Land, soweit es mit den ihnen er- 
teilten Weisungen vereinbar gewesen, sehr gut behandelt und nicht auf ihren 
persönlichen Vorteil gesehen hätten'). Das wird man jetzt doch stark ein- 
schränken müssen. Und noch jemand dürfte von nun an in anderm Lichte 
erscheinen, das ist Jsrael Jacobssohn. Hätte er auch vielleicht aus der Not- 
lage des Landes bei voller Rücksichtslosigkeit noch höheren Gewinn ziehen 
können als er so schon getan, der uneigennützige Patriot, als den man 
ihn, sich zu sehr auf sein Eigenlob verlassend, gemeiniglich hingestellt hat, 
ist er nimmermehr gewesen. Das waren aber auch die chrisdichen Ange- 
hörigen der damaligen braunschweigischen Grosskaufmannschaft nicht, und 
man darf also wiederum nicht so weit gehen, Jacobssohn aus seinem Ver- 
halten einen besonderen Vorwurf zu machen. 

») S. u. S. 210. •) Thimme a. a. O. II, S. 512. •) Brschw. Magazin 1897, S. 171 f., 
1904, S. 30. 



Bxauntchw. Jahrbuch VII. 1 4 



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210 HEINRICH MACK* 

Beilage. 

Henneberg an Daru 1807 Juni 17 (Konzept). 

A Monsieur l'Intendant Martial Daru 

concernant la contribution fr. et les autres charges du pays. 
Br. ce 17 Juin 1807. 

Monsieur Tlntendant, 

J*ai Thonneur de vous annoncer, qu'enfin on est parvenü ä completer le 
reste de la contribution frapp^e sur ce pays, dont en acquittera le solde au 
Premier jour. 

Vous permettrez, que je repöte ä cette occasion, ce que les 6tats vous ont 
expliqu^ plus amplement dans leur lettre du 14 Mars^), que ce pays, qui, y 
compris la sterile principaut6 de Blanquenbourg, ne contient que 70 milles 
quarrfe et 206/m. ames ä peu pres, a du faire vraiment d'enormes efforts pour 
acquitter une somme si peu proportionee ä ses moyens, sur tout en la com- 
parant avec celle, qu'on a impos^e aux pays d'Halberstadt et d'Hildesheim, 
dont Tetendu egale ä peu pr^s la nötre et dont la population la surpasse 
de 15/m. 

A peine notre pays 6toit-il remis des calamit6s, qu'il a souffert pendant la 
guerre de sept ans, dont il lui restoit encore des dettes ä payer, que la guerre 
entre la France et l'AUemagne et apres le Systeme de Neutralit6 du Nord, 
aux quels ce duch6 comme partie integrante a du egalement contribuer, lui 
ont impos6 de nouvelles charges, qui ont port6 la somme des dettes des 6tats 
ä plus de 2^1% millions Rixdaler ou 10 millions Francs ä Tepoque, oü les 
troupes frangoises prirent possession du pays. 

Mais, comme la bonne administration des fmances de ce pays inspiroit la 
confiance, les 6tats avoient tout credit et trouvoient par consequence Targent 
necessaire ä des modiques inter^ts, ces dettes ne p^ient pas, non plus que 
Celles de la Chambre des domaines, quoiqu'elles montoient encore au delä 
de 2Vi millions Rixdaler ou ä peu pr^s ä 9 millions Francs. 

On en payoit les inter^ts et meme une partie des capitaux annuellement. 

Comme dh lors les circonstances ont chang6 ä tous 6gards, que le commerce 
est an^anti et que le credit manque absolument, il a fallü, comme Vous le 
savez, Monsieur, venir ä des moyens bien extraordinaires pour trouver la 
somme de 5 625000 Francs frapp6e sur ce pays et faire face aux fraix occa- 
sionn^s par les requisitions en chevaux, bestiaux, fourrages et vivres de toute 
esp^ce pour Tarmte devantMagdebourg, qui se montoient seul ä 240/m, Fr.*), 

') S. 0. S. 176. *) Vgl. aber S. i8i : nach den dort genannten Zahlen wäre Henne- 
bergs Angabe viel zu hoch. 



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FRANZÖSISCHE OKKUPATION 1806/07 211 

par requippement du i^ Battaillon du Regiment de Berg^) et de celui de 
Westphalie*), qui se montoient encore au delä de 6o/m. Fr., et par differentes 
autres requisitions non moins conteuses ; nous avons ^t6 contraints, outre les 
impöts mis sur les habitans, de faire des emprunts ä des conditions tr^ one- 
reuses, qui egalent un inter^t de dix et m£me de trente pour cent, et nous 
serons encore Obligos de hausser les interSts de nos anciennes dettes, qui 
n'etoient que de 2 et 3 pour cent ä 4 et peut ^re ä 5 ou 6 pour cent, ce qui 
double le montant des interets. Pour surcroit la marche de Tarm^e frangoise 
apr6s la Bataille de Jena par le Blanquenbourg et la ligne d'Etape par El- 
bingerode, ä laquelle la principaut^ de Blanquenb. 6toit tenue de contribuer, 
avoit tellement epuis6 cette principaut^, que loin d'en pouvoir tirer quelque 
secours, on a H^ oblig6 de lui en fournir, et dans ce moment la ligne d'Etape 
passant d6jä depuis deux mois par Seesen, Bronsvic et Hessen, augmentent 
prodigieusement nos charges, 6tant obliges de fournir aux villages, de quoi 
entretenir les troupes, sur tout depuis qu'un terrible oräge accompagn^ de 
gr^le les a completement ruinfe, ainsi qu'une partie du voisinage. Nous avons 
en outre ä soulager les malheureux habitans de deux villages Busstedt et 
Wahrstedt'), detruits par les flammes et dont nous devons relever les habi- 
tations avant T hiver. 

Vous voyes, Monsieur, d'apr^s la longue liste ci dessus, que ce n'est pas 
un petit embarras que de viser ä faire face ä fort*) ceci et que nos continuelles 
lamentations n'ont pas k6 sans fondement. 

Ce qui nous console c*est Tesperance, que notre z61e et notre empresse- 
ment ä remplir les ordres de Sa Majest6 nous auront au moins meritö son 
approbation. 

Nous nous flattons aussi, Monsieur, que vous voudrez bien nous rendre 
justice en pensant, que nous reconnoissons les proced^s obligeans, que vous 
avez mis dans la stricte execution des ordres, dont vous etiez charges, et de^ 
rinter^t, que vous avez daign^ pour temoigner ainssi qu'au®) pays dans toutes 
les occasions. Pour mon particulier je vous prie, Monsieur, d'en agrder mes 
sinc^res remercimens, ainssi que Tassurance de la haute consideration, avec 
laquelle j'ai Thonneur d'Stre 

H. Br. ce 17 Juin 1807. 

*) S. 0. S. 185. *) Diese Ausgabe wurde, soweit sich hat feststellen lassen, nicht 
aus der Landrenterei, sondern aus der Kriegskasse geleistet: s. 0. S. 153. *) Dörfer 
im Amte Vorsfelde, südl. von Oebisfelde belegen. Den Abgebrannten von Wahrstedt 
wurde durch Beschluss vom 17. Juni 1807 die rückständige Vorschusssteuer erlassen. 
*) Sol ») So! «) So! 



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Taf. I. 




Galgenberg bei Kl. Vahlberg. 
Skelett D. 



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Taf. 2. 




Galgenberg bei Kl. Vahlberg. 
Steinkammer. 



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Taf. 3. 




Schädel A. 



Abb. I. 




Schädel B. 



Schädel D. 



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• i..\. .Kyd..;.^... 






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